{"hits":{"total":{"value":8,"relation":"eq"},"hits":[{"_index":"gesis-21-05-2026-02-00-54","_id":"gesis-ssoar-39393","_version":4,"_seq_no":144931,"_primary_term":1,"found":true,"_source":{"title":"Studentische V\u00e4ter - Pioniere neuer Vaterschaft? Vaterschaftskonstruktionen und die Bedeutung des Zeitpunkts der Familiengr\u00fcndung in einer ungew\u00f6hnlichen Lebensphase","id":"gesis-ssoar-39393","date":"2009","date_recency":"2009","abstract":"\"Im Zuge des demografischen Wandels hat die Frage nach dem Zeitpunkt der Familiengr\u00fcndung von Akademikerinnen eine starke Dramatisierung erfahren. Angesichts sinkender Geburtenzahlen durch immer st\u00e4rkeren Aufschub der Realisierung eines Kinderwunsches werden M\u00f6glichkeiten der 'Entzerrung', der 'Rush hour of life', gesucht. Das Studium als alternativer Zeitraum f\u00fcr eine Erst-Elternschaft wird so auch unter Vereinbarkeitsaspekten vor allem Frauen empfohlen. Wie lassen sich nun Familiengr\u00fcndungsprozesse im Studium von M\u00e4nnern aus der Perspektive der Geschlechterforschung einordnen? Anhand der Auswertung von Interviews mit studierenden V\u00e4tern werden die Bedeutungen der Familiengr\u00fcndung im Studium f\u00fcr M\u00e4nner rekonstruiert und die Wege zur Vaterschaft nachgezeichnet. Dazu werden drei Typen studentischer V\u00e4ter unterschieden und analysiert, inwiefern der Zeitpunkt der Familiengr\u00fcndung im Studium emanzipatorische Potenziale f\u00fcr neue Vaterschaftsmodelle beinhaltet.\" (Autorenreferat)","portal_url":"http:\/\/www.ssoar.info\/ssoar\/handle\/document\/39393","type":"publication","topic":["Bundesrepublik Deutschland","Betreuung","Student","Kinderwunsch","Familiengr\u00fcndung","Praxis","Konstruktion","Berufst\u00e4tigkeit","Kind","Baden-W\u00fcrttemberg","Lebensalter","Vaterschaft","Studium","Familie","Modell","Alltag","Typologie"],"person":["Wehner, Nina"],"person_sort":"Wehner","source":"In: GENDER - Zeitschrift f\u00fcr Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 1, 2009, 2, 90-106","links":[{"label":"URN","link":"http:\/\/nbn-resolving.de\/urn:nbn:de:0168-ssoar-393933"}],"subtype":"journal_article","document_type":"Zeitschriftenartikel","institutions":["Verlag Barbara Budrich"],"coreAuthor":["Wehner, Nina"],"coreSjahr":"2009","coreJournalTitle":"GENDER - Zeitschrift f\u00fcr Geschlecht, Kultur und Gesellschaft","coreZsband":"1","coreZsnummer":"2","coreLanguage":"de","urn":"urn:nbn:de:0168-ssoar-393933","coreIssn":"2196-4467","data_source":"GESIS-SSOAR","index_source":"GESIS-SSOAR","database":"SSOAR - Social Science Open Access Repository","link_count":0,"gesis_own":1,"fulltext":1,"metadata_quality":10,"full_text":" 1 Nina Wehner Student fathers - pioneers of a new father-Summary hood?Due to demographic change, the question Studentische V\u00e4ter - Pioniere neuer Vaterschaft? about the point in time at which academics decide to start a family has become an urgent one. In view of declining birth rates, which are often caused by the postponement of the Vaterschaftskonstruktionen und die Bedeutung des decision to have a child, possibilities to make the so called \"rush hour of life\u0093 less of a rush Zeitpunkts der Familiengr\u00fcndung in einer ungew\u00f6hnlichen alternative period during which to have child-ren - especially for women. However, what are being debated. Thus, the time spent at university is increasingly recommended as an does having a family while still studying mean Lebensphase for men? The study presented in this article tackles this question from the perspective of gender studies. By analyzing interviews with studying fathers, it reconstructs the different paths that lead to fatherhood for students, and their meanings. For that purpose, three types of studying fathers are differentiated. The analysis focuses on the question of how Im Zuge des demografi schen Wandels hat die Zusammenfassung far having a family during university studies Frage nach dem Zeitpunkt der Familiengr\u00fcn-dung von AkademikerInnen eine starke Dramatisierung erfahren. Angesichts sinkender Geburtenzahlen durch immer st\u00e4rkeren Auf-bears emancipatory potential for new models of fatherhood. schub der Realisierung eines Kinderwunsches Keywords werden M\u00f6glichkeiten der \"Entzerrung\u0093, der starting a family during higher education, \"Rush hour of life\u0093, gesucht. Das Studium family planning, fatherhood, masculinity, life-course, qualitative social researchals alternativer Zeitraum f\u00fcr eine Erst-Eltern-schaft wird so auch unter Vereinbarkeitsa-spekten vor allem Frauen empfohlen. Wie lassen sich nun Familiengr\u00fcndungsprozesse im Studium von M\u00e4nnern aus der Perspek-tive der Geschlechterforschung einordnen? Anhand der Auswertung von Interviews mit studierenden V\u00e4tern werden die Bedeutun-gen der Familiengr\u00fcndung im Studium f\u00fcr M\u00e4nner rekonstruiert und die Wege zur Va-terschaft nachgezeichnet. Dazu werden drei Typen studentischer V\u00e4ter unterschieden und analysiert, inwiefern der Zeitpunkt der Fami-liengr\u00fcndung im Studium emanzipatorische Potenziale f\u00fcr neue Vaterschaftsmodelle be-inhaltet. Familiengr\u00fcndung, Studium, Familienpla-Schl\u00fcsselw\u00f6rter nung, Vaterschaft, M\u00e4nnlichkeit, Lebenspha-sen, Qualitative Sozialforschung 1 F\u00fcr die hilfreichen Anmerkungen und die konstruktive Kritik bei der Entstehung dieses Artikels m\u00f6chte ich Karsten Kassner und Karin Schwiter herzlich danken. GENDER Heft 2 | 2009, S. 90-106 Studentische V\u00e4ter - Pioniere neuer Vaterschaft? 91 1 Einf\u00fchrung Im Zusammenhang mit der \"Entdeckung\" des demografi schen Wandels, der in den letzenfeld\/Konietzka 2007). In der Tat ist einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr den R\u00fcckgang der Gebur-ge deutsche Hochschulen ihre AbsolventInnen bisher nach einer langen Verweildauer l\u00e4sst sich zum einen durch den sogenannten \"Institutioneneffekt\" erkl\u00e4ren, demzufol-tenrate in Deutschland der Aufschub der Familiengr\u00fcndung bei AkademikerInnen. Dies D\u00fcmmler 2004; Schmitt\/Wagner 2006; Stiegler 2006; Dorbritz\/Ruckdeschel 2007; Krey-Kinderlosigkeit von Akademikerinnen erfuhr dabei eine starke Dramatisierung (Wirth\/ist, wird zunehmend nach Gr\u00fcnden f\u00fcr die sinkende Geburtenrate gesucht. Vor allem die ten Jahren verst\u00e4rkt ins Bewusstsein der politischen und medialen \u00d6ffentlichkeit ger\u00fcckt relativ alt entlassen: 2006 waren deutsche Erst-Absolventinnen im Durchschnitt 27,2 Jahre und Absolventen 28 Jahre alt (Feuerstein 2008: 607). Wenn dann im Anschluss die in langen Jahren erworbene Qualifi kation erst noch erfolgreich in eine angemessene beru fl iche Position \u00fcberf\u00fchrt werden soll, sind die Frauen und M\u00e4nner bereits Anfang bis Mitte drei\u00dfig. Hinzu kommt zum anderen die faktische und normative Verbreitung des \"Phasenmodells\" in Deutschland. Wie eine repr\u00e4sentative Untersuchung der 18- bis 44-j\u00e4hrigen Bev\u00f6lkerung aus dem Jahr 2003 zeigt, waren 85 Prozent der Befragten der Meinung, dass man erst nach Ausbildungsabschluss und nach einigen Berufsjahren Kin-der bekommen sollte (Institut f\u00fcr Demoskopie Allensbach 2004: 25). Auch Studierende teilen diese Einstellung mehrheitlich: Im HISBUS-Online-Panel gaben 41 Prozent der befragten Studenten als besten Zeitpunkt f\u00fcr die Geburt eines Kindes an: \"erst wenn ich eine sichere berufl iche Position erreicht habe\" und 34 Prozent der Studentinnen: \"erst wenn ich ausreichend Berufserfahrung habe\" (Middendorff 2003: 14). Dabei ist der Wunsch nach Kindern unter StudentInnen ungebrochen: 44 Prozent der StudentInnen w\u00fcnschen sich zwei Kinder, ein weiteres Viertel sogar drei und mehr. Lediglich 6 Prozent der Studentinnen und 7 Prozent der Studenten wollen keine Kinder einem fatalen Widerspruch: Folgen AkademikerInnen dem \"Nacheinander\" von Studi-(Middendorff 2003: 12). Diese W\u00fcnsche stehen zu der Logik des Phasenmodells in um, Berufseinstieg und Familiengr\u00fcndung, wird aus einem weit bis jenseits der Drei\u00dfig aufgeschobenen nicht selten altersbedingt ein aufgehobener Kinderwunsch; zumindest aber muss die gew\u00fcnschte Kinderzahl nach unten korrigiert werden. So pl\u00e4dieren auch die VerfasserInnen des Siebten Familienberichts f\u00fcr eine \"Entzerrung\" der sogenannten \"Rush hour of life\" und fordern dezidiert, das Studium m\u00fcsse als Zeitraum f\u00fcr die Realisierung eines Kinderwunsches attraktiver werden - dies umso dringlicher, da eine Erh\u00f6hung der StudentInnenzahl von derzeit 22 Prozent auf 40 Pro-zent politisches Ziel sei und somit eine Versch\u00e4rfung der beschriebenen Entwicklung drohe (Sachverst\u00e4ndigenkommission Siebter Familienbericht 2005: 270). 1.1 Forschung zu Studium\/Wissenschaft und Elternschaftvon AkademikerInnen werden so in den letzten Jahren verst\u00e4rkt Ausbildungs- und Stu-Auf der Suche nach alternativen Zeitfenstern f\u00fcr die Familiengr\u00fcndung insbesondere dienzeiten in den Blick genommen und die Bedingungen f\u00fcr eine Familiengr\u00fcndung und die Vereinbarkeit von Ausbildung\/Studium und Familie in diesen Phasen unterGENDER 2 | 2009 92 Nina Wehner sucht (Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung\/Middendorff 2008; Corneli\u00dfen\/Fox 2007; Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2004). In ganz anderer Weise fi nden sich studierende Eltern in der Forschung zu Studienabbruchsgr\u00fcnden des Hochschul-Informations-Systems HIS wieder: Demnach sind Studierende mit Kind von der Gefahr des Studienabbruchs deutlich h\u00e4ufi ger betroffen als Kinderlose, und zwar ausdr\u00fccklich wegen mangelnder Kinderbetreuungsm\u00f6glichkeiten und Vereinbarkeitsproblemen zwischen Studium und Kind (Heublein et al. 2003: 89). 2 \u00dcberdies sind in den letzten Jahren einige punktuelle Studien zu den Bed\u00fcrfnissen Studierender mit Kind an einzelnen Hochschulen durchgef\u00fchrt worden, so z. B. unter anderem an den Universit\u00e4ten Oldenburg, Gie\u00dfen und Bamberg (Flaake et al. 2008; Mei-er-Gr\u00e4we\/M\u00fcller 2008; Franke 2007). Nicht zuletzt im Zuge von Bewerbungen um das Zertifi kat \"Familiengerechte Hochschule\", verliehen durch die Gemeinn\u00fctzige HertieStiftung, bem\u00fchen sich viele Hochschulen heute um ein familienfreundlicheres Pro fi l. Derzeit untersuchen verschiedene aktuelle Studien den Wissenschaftsbetrieb als Arbeitsfeld mit spezi fi sch ung\u00fcnstigen Bedingungen f\u00fcr Familie (Auferkorte-Michaelis Frage, inwiefern Wissenschaft als Berufsfeld in ihren konkreten Ausformungen Kinder-losigkeit strukturell beg\u00fcnstigt oder gar erfordert und im Gegenzug Elternschaft ver-et al. 2005; Lind 2008). Dabei fokussieren sie auf PromovendInnen, wissenschaftli-che MitarbeiterInnen, Angeh\u00f6rige des Mittelbaus und ProfessorInnen und verfolgen die hindert. In meiner hier vorgestellten laufenden Untersuchung1.2 Geschlechterbilder studierender Eltern 3 geht es dezidiert um die Phase des Studiums und damit um StudentInnen, die bereits in diesem Zeitraum Eltern werden. Wie lassen sich die Familiengr\u00fcndungsprozesse studierender Eltern, die in einer ungew\u00f6hnlichen, weil nicht normkonformen Lebens- und berufsbiografi schen Phase erfolgen, aus der Perspektive der Geschlechterforschung beschreiben und einordnen? Jan K\u00fcnzler hat in seiner bereits etwas \u00e4lteren quantitativen Studie \u00fcber familiale Arbeitsteilung unter anderem eine Stichprobe studierender Eltern untersucht (1994). Leitend war dabei die Annahme, dass es sich bei studierenden Elternpaaren sowohl um \"Zeit-\" als auch um \"Einstellungspioniere\" handele und sich gesellschaftlicher Wandel in der Praxis der geschlechtsspezifi schen Arbeitsteilung am ehesten in dieser Gruppe fi nden lassen d\u00fcrfte (1994:126). Er kommt durch seine Auswertung von Zeitverwendungstageb\u00fcchern studierender V\u00e4ter und M\u00fctter zu dem Schluss, dass sich unter stu-dierenden Elternpaaren tats\u00e4chlich \"Egalit\u00e4t\" im Arbeitsteilungsarrangement fi nden l\u00e4sst, allerdings bei zugleich erfolgender \"partieller Traditionalisierung\" (1994: 127). Zur Lebenssituation studierender M\u00fctter gibt es bereits seit den sp\u00e4ten 1980er Jahren eine Reihe qualitativer Untersuchungen (Frankenberger et al. 1989; Grossmann 1989; G\u00f6hler\/Scholz 1989; Goebel 1997; zuletzt Sellner 2003). Die Auswertungen der dort gef\u00fchrten Interviews verfolgen die Frage der spezifi schen Vereinbarkeitsproble2 Innerhalb dieser Gruppe wiederum brechen studierende M\u00fctter deutlich h\u00e4ufi ger wegen der genannten Probleme ab als studierende V\u00e4ter. 3 Es handelt sich um eine Teil-Auswertung aus meiner Dissertation zu Geschlechterkonstruktionen studierender Eltern. In der Dissertation werte ich insgesamt 18 Interviews mit studierenden Eltern aus, zehn mit studierenden M\u00fcttern und acht mit studierenden V\u00e4tern. GENDER 2 | 2009 Studentische V\u00e4ter - Pioniere neuer Vaterschaft? 93 me studierender M\u00fctter und untersuchen, inwiefern eine Mutterschaft im Studium auch emanzipatorisches Potenzial beinhalten kann. 1.3 Fragestellung und Aufbau des TextesW\u00e4hrend sich also eine Reihe qualitativer Arbeiten speziell mit studierenden M\u00fcttern befasst, gibt es meines Wissens keine (qualitative) Studie, die dezidiert auf studierende V\u00e4ter fokussiert.4 Dabei werden Frauen und M\u00e4nner etwa gleich oft bzw. gleich selten im Studium Eltern - die Zahlen liegen seit den 1980er Jahren stabil zwischen 6 und 7 Prozent der StudentInnen. Die Zahl der studentischen V\u00e4ter liegt mit knapp 6 Prozent nur unwesentlich unter der studentischer M\u00fctter (6-8 Prozent) (Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung\/Middendorff 2008: 7; Middendorff 2007: 34; Kahle 1993: 8). 5 Im Folgenden werde ich mich daher auf die studentischen V\u00e4ter konzentrieren. Der Text soll einen Beitrag zur Frage danach leisten, welche Bedeutung der Zeitpunkt der Familiengr\u00fcndung f\u00fcr hochqualifi zierte M\u00e4nner hat. F\u00fcr (Akademiker-)M\u00e4nner gilt gemeinhin eine sichere beru fl iche Position als wichtige Voraussetzung f\u00fcr den \u00dcbergang zur Vaterschaft (K\u00fchn 2005). Anders als Frauen6 nutzen M\u00e4nner Phasen von Arbeitslosigkeit und Teilzeitbesch\u00e4ftigung oder befristete Vertr\u00e4ge eher selten zur Familiengr\u00fcn-dung (Schmitt 2008). Bei den studentischen M\u00fcttern meines Samples fi ndet sich ein Typ der \"Planerin\", der eine Parallelit\u00e4t von Studium und Mutterschaft explizit als leichter zu vereinbaren wahrnimmt als die von Berufst\u00e4tigkeit und Kind, und so das Studium als vorteilig f\u00fcr eine Familiengr\u00fcndung bewusst ausw\u00e4hlt. Wie sieht dies nun bei studierenden V\u00e4tern aus? Gibt es in der Gruppe der Studenten eine \u00e4quivalente Strategie dazu? Wie kommt es zu den Familiengr\u00fcndungsprozessen dieser M\u00e4nner in der daf\u00fcr ungew\u00f6hnlichen Lebensphase \"Studium\"? Welche Bedeu-tung nimmt das Studium f\u00fcr studierende V\u00e4ter ein? Kann die Vaterschaft im Studium als Strategie der M\u00e4nner gelesen werden, die Studienphase als Freiraum f\u00fcr eine \"aktivere\" Vaterschaft zu nutzen, um der Einbindung in Erwerbsarbeit und dem Druck der Familienern\u00e4hrer-Norm (zeitweise) zu entgehen und mehr Zeit im Alltag mit dem Kind zu verbringen? Bietet das Studium als Phase f\u00fcr eine Familiengr\u00fcndung so gesehen emanzipatorisches Potenzial, das studentische V\u00e4ter f\u00fcr eine andere Form der Vater-schaft nutzen? Anhand der Auswertung von Interviews mit studierenden V\u00e4tern werde ich diesen Fragen nachgehen. Ich werde im Folgenden zun\u00e4chst kurz das Sample und die Auswer-tungsmethode vorstellen (2). Anschlie\u00dfend werden drei Typen studentischer V\u00e4ter un-terschieden, die ich aus der Auswertung meiner Interviews gewonnen habe. An diesen 4 In meiner Dissertation werden neben den Interviews mit studierenden V\u00e4tern auch Interviews mit studierenden M\u00fcttern ausgewertet. 5 Eine Familiengr\u00fcndung im Studium ist im vereinigten Deutschland ein seltenes Ereignis. Anders sah es in der DDR aus: In den neuen Bundesl\u00e4ndern lag noch Anfang der 1990er Jahre, unmittelbar nach der Wende, der Anteil studierender Eltern mit 11 Prozent deutlich h\u00f6her als in den alten Bundesl\u00e4ndern, fi el aber binnen weniger Jahre auf ein \u00e4hnliches niedriges Niveau wie in den alten L\u00e4ndern (1997 nur noch circa 6 Prozent) (Middendorff 2007: 34f.). 6 Wobei dieser Trend vor allem bei niedrig- und mittelqualifi zierten Frauen festzustellen ist: Je qualifi zierter die Frauen sind, desto st\u00e4rker sind sie an einer schnellen R\u00fcckkehr in den Arbeitsmarkt interessiert. GENDER 2 | 2009 94 Nina Wehner Typen werde ich zuerst rekonstruieren, wie die Wege zur Familiengr\u00fcndung im Studium verliefen und welche Bedeutung dem Studium dabei zukommt (3), und in einem zweiten Schritt herausarbeiten, inwiefern sie sich als \"besondere V\u00e4ter\" positionieren (4). Abschlie\u00dfend soll diskutiert werden, inwiefern die Familiengr\u00fcndungsprozesse von studierenden M\u00e4nnern als Hinweis auf ein emanzipatorisches Verst\u00e4ndnis von Vaterschaft gedeutet werden k\u00f6nnen (5). 2 Stichprobe und Methodetischen V\u00e4tern in Baden-W\u00fcrttemberg.Datengrundlage meiner Analyse sind acht teilnarrative Leitfaden-Interviews mit studen-7 Die Interviewpartner sind zwischen 23 und 34 Jahre alt. Alle haben ein Kind, bei dreien ist zum Interviewzeitpunkt gerade ein zweites unterwegs. Vertreten sind FH-, Universit\u00e4ts- und Kunstakademiestudenten. Die Fach-richtungen der interviewten studentischen V\u00e4ter sind Informatik, Elektrotechnik, Biolo-gie, Pfl ege- bzw. Wirtschaftsp\u00e4dagogik, Kunst und Sozialwissenschaften. In den Interviews wurden die Studenten zun\u00e4chst gebeten zu erz\u00e4hlen, wie es zur Familiengr\u00fcndung im Studium kam und wie sich ihre Situation heute gestaltet. Daraufhin erfolgten gezielte Nachfragen zu den Bereichen Geplantheit des Kindes, Alltag, Vereinbarkeit von Familie und Studium, zur Arbeitsteilung mit der Partnerin, zum Erleben der eigenen Situation an der Hochschule, zu Erfahrungen mit KommilitonInnen und DozentInnen, zum eigenen Zeiterleben und zur fi nanziellen Situation. Die Nachfragen wurden so offen wie m\u00f6glich gehalten, um den Befragten den Freiraum zu lassen, eigene Schwerpunkte zu setzen und ihre Sicht der Dinge relevant zu machen. Den Schluss des Interviews bildete ein Einstellungs- und Bewertungsteil. Die Auswertung der Interviews erfolgte nach einem rekonstruktiv-hermeneutischen Verfahren, orientiert an Lucius-Hoene\/Deppermann (2004). 8 Bei der Auswertung der Teilstichprobe studierender V\u00e4ter konnten drei Typen her\"Studentische V\u00e4ter mit hohem Betreuungsanteil\".ausgearbeitet werden: \"Studenten mit Kind\", \"Berufst\u00e4tige V\u00e4ter im Studium\" und 9 Die Typen lassen sich anhand spezi fi scher Gemeinsamkeiten auf einer Merkmalsebene bestimmen, die alle zu einem Typ terogenit\u00e4t auf Typologieebene) (Kelle\/Kluge 1999: 78f.). Die Typologie wird hier an zwei Merkmalsebenen vorgestellt: zun\u00e4chst die Unterscheidung der Typen nach der lassen sie sich wiederum aufgrund anderer Merkmale nach Typen unterscheiden (He-zusammengefassten F\u00e4lle aufweisen (Homogenit\u00e4t auf Typusebene). Gleicherma\u00dfen Be7 Die Interviews habe ich 2005 im Rahmen des Projekts \"Familiengr\u00fcndung im Studium. Eine Studie in Baden-W\u00fcrttemberg\u0093 erhoben (Helfferich et al. 2006). Insgesamt wurden 30 Interviews mit studierenden Eltern gef\u00fchrt, 22 mit Frauen und 8 mit M\u00e4nnern. Die Bereitschaft zum Interview wurde in der vorangegangenen standardisierten Befragung ermittelt. Das Sample f\u00fcr die qualita-tive Teilstudie wurde nach Kriterien der maximalen Variation (Geschlecht, Alter, Studienrichtung, Hochschulart, -ort, Anzahl und Alter der Kinder, Familienstand) ausgew\u00e4hlt. 8 Es handelt sich um einen erz\u00e4hl- und sprachanalytischen Ansatz, der auf Fritz Sch\u00fctzes Interpretationsmethode narrativer Interviews zur\u00fcckgreift. 9 Die hier vorgestellte Typologie beansprucht selbstverst\u00e4ndlich nicht, \"umfassend\u0093 zu sein im Sinne, einer Ausweitung des Samples, beispielsweise um studierende V\u00e4ter mit bereits fertig studier ter Part-nerin, lie\u00dfen sich wahrscheinlich noch weitere Typen bilden bzw. die hier gefundenen neu zuordnen. allen m\u00f6glichen Typen studierender V\u00e4ter gerecht zu werden. Bei einer breiteren Datenbasis und GENDER 2 | 2009 Studentische V\u00e4ter - Pioniere neuer Vaterschaft? 95 deutung des Studiums und den Wegen zur Vaterschaft im Studium und in einem zweiten Schritt nach den Selbstpositionierungen als \" besondere V\u00e4ter\". 3 Bedeutungen des Studiums und Wege zur Familiengr\u00fcndung im Studium Beim Typ \"Student mit Kind\" (zwei F\u00e4lle) war die Familiengr\u00fcndung im Studium nicht 3.1 Typ 1 \"Student mit Kind\" geplant. Die Befragten sind Mitte zwanzig, be fi nden sich im Erststudium und haben noch keine Berufsausbildung abgeschlossen. Bei ihnen stand das Studium an erster Stel-le ihrer biografi schen Planung, das Studium war \"dran\" und unerwartet kam ein Kind dazu: \"war nicht geplant, kam einfach so\" (23), 10 \"es war auf jeden Fall kein Wunschkind s' also war auf jeden Fall also so'n Verh\u00fctungs < fehler> quasi\" (03). Die Geburt des Kindes greift in den 'eigentlichen Plan', den antizipierten 'normalen Ver-lauf' des Studiums ein: \"Und dann hat das quasi so studienm\u00e4\u00dfig das Kind gebremst\" (03). Vor der Geburt des Kindes stellte das Studium f\u00fcr die Interviewpartner die zentrale Besch\u00e4ftigung dar, die F\u00e4cher sind nach den pers\u00f6nlichen Interessen gew\u00e4hlt, die Iden-fi kation mit dem Studium ist hoch. Studieren ist hier eng verkn\u00fcpft mit Aspekten der ti Selbstverwirklichung und Selbst fi ndung (\"das eigene Ding machen\" (23)). Das Studium erf\u00e4hrt durch die Familiengr\u00fcndung notwendig eine Einschr\u00e4nkung: \"Also ich hab we-niger Zeit, also ich w\u00fcrde manchmal < gerne> viel mehr studieren, aber kann halt nich. Also, geht nicht\" (03). Die Studienphase hatte vor Eintreten der Schwangerschaft den Charakter einer Phase des \"Erfahrungen-Sammelns\" - sie bietet Raum sich auszuprobieren und ist von Offen-heit und Nicht-Festgelegtheit gekennzeichnet: \"Ich h\u00e4tte mir wahrscheinlich auch vor-stellen k\u00f6nnen in Neuseeland Schafe zu z\u00fcchten oder so was\" (03). Eine Familiengr\u00fcndung passt nicht in diese Lebensphasenkonzeption. Ob, und wenn wann die betreffenden Interviewpartner ein Kind bekommen wollen, war bis zu dem Zeitpunkt der Schwangerschaft (noch) gar nicht Bestandteil einer eigenen Planung: \"Also, ich hatte mir keine gro\u00dfen Gedanken \u00fcber Kinder gemacht eigentlich, also eigene Kinder, hab mir keine gew\u00fcnscht\" (03). Die Vaterschaft tritt somit ohne klaren vorherigen Kinderwunsch ein und muss in die bisher g\u00fcltigen Pl\u00e4ne und Vorstellungen integriert werden. Dies st\u00f6\u00dft an Grenzen; die Studenten mit Kind loten aus, was von ihren alten Vorstellungen und Lebensweisen wohl mit Kind noch m\u00f6glich sein wird und was nicht: \"so Sachen wie Interrail oder Trampen oder so was, das geht nicht mehr. Trampen auf jeden Fall nicht. Glaub ich. Na, muss man mal ausprobieren\" (03). Zudem beginnt mit der Existenz des Kindes eine \"Familialisierung\" der eigenen Lebensform - seit sie V\u00e4ter sind, sind sie mit der Partnerin zusammengezogen, was mit einem Verlust an Autonomie in zeitlicher und r\u00e4umlicher Hinsicht einhergeht: \"\u00dcberhaupt dann sind wir auch zusammengezogen. Ich war vorher 'n Einzelg\u00e4nger\" (23); \"ich war vorher ziemlich viel alleine und jetzt eigentlich gar nich\" (03); \"ich hab auf einmal so mein pers\u00f6nliches Reich verloren\" (23). 10 Die Zahlen in Klammern sind die Interviewnummern in der Reihenfolge, in der die Interviews gef\u00fchrt wurden. GENDER 2 | 2009 96 Nina Wehner Die Ver\u00e4nderungen durch die Vaterschaft umfassen auch die eigene Zukunftsperspektive. W\u00e4hrend die Befragten vor der Geburt des Kindes noch kein klares Berufsziel verfolgten, \u00e4ndert sich mit Eintreten der Vaterschaft auch die Auseinandersetzung mit der Zeit nach dem Studium, \"f\u00fcr das Kind sorgen k\u00f6nnen\" wird bedeutungsvoller, die Frage nach den M\u00f6glichkeiten eines eigenen Berufs aktueller. Zu ihrer Identit\u00e4t als junge M\u00e4nner und Studenten ist nun notwendigerweise die Rolle als Vater hinzugetreten, mit der sie sich auseinandersetzen m\u00fcssen und die in den eigenen Identit\u00e4tsentwurf integriert werden muss: \"Also ich trenn das halt auch so: Es gibt irgendwie mich und es gibt mich in der Familie ja? Das sind irgendwie so zwei paar Schuhe. Ich hab das eine mit dem andern Leben noch net so richtig kombiniert oder so. Oder es hat sich noch nicht so kombiniert irgendwie\" (23). Die Integration des Vater-Seins in die eigene Identit\u00e4t verl\u00e4uft teilweise schwierig und gestaltet sich widerst\u00e4ndig, etwa wenn die Vaterschaft bezogen auf die eigene Biogra fi e als \"zu fr\u00fche\" Einschr\u00e4nkung von Freiheit und Unabh\u00e4ngigkeit erlebt wird. Dieses bio-grafi sche \"zu fr\u00fch\" ist auch an Alterskonzepte gebunden: \"Ich bin erst f\u00fcnfundzwanzig. Vielleicht h\u00e4tt ich's noch 'n paar Jahre ohne Kinder ausgehalten. Ja, h\u00e4tt ich sicher\" (03). Begr\u00fcndungsbed\u00fcrftig ist bei diesem Typ, warum er zu diesem fr\u00fchen biografi schen Zeitpunkt Vater geworden ist. Das Studium steht nicht infrage und bedarf keiner Legi-timation, es war ja der 'eigentliche (biografi sche) Plan'. Es wird fortgesetzt, wenn auch unter ver\u00e4nderten und erschwerten Bedingungen. Die relevante Bedeutung der Familiengr\u00fcndung im Studium liegt bei diesem Typus vor allem auf der Ebene der individuell-pers\u00f6nlichen Bew\u00e4ltigung des Transfor-mationsprozesses, der mit der Vaterschaft einsetzt. Helfferich et al. verwenden in ihrer Studie \"M\u00e4nner leben\" daf\u00fcr den Begriff der \"Transformation freier M\u00e4nnlichkeit in die gebundene Vaterschaft\" (2005: 95). Der Student mit Kind muss seine Vaterschaft und die damit verbundenen alltagspraktischen und zuk\u00fcnftigen Konsequenzen in seine Identit\u00e4t und seine Lebensplanung integrieren, ohne dass er im Vorfeld darauf vorbe-reitet gewesen w\u00e4re bzw. sich subjektiv schon dazu bereit gef\u00fchlt h\u00e4tte. Vielmehr f\u00e4llt dieser Transformationsprozess bei diesem Typus just in die \"Moratoriumsphase\" des Studiums, die einerseits von Konzentration auf das Studium gepr\u00e4gt und andererseits von eigenen Bed\u00fcrfnissen der Selbstverwirklichung und Selbstfi ndung, von der Freiheit und Ungebundenheit des StudentInnenlebens bestimmt ist. 3.2 Typ 2 \"Berufst\u00e4tiger Vater im Studium\"Der zweite Typ, der \"berufst\u00e4tige Vater im Studium\" (drei F\u00e4lle) ist vom Alter, von seiner berufsbiografi schen Situation und seiner Partnerschaft an einem anderen Punkt. Diese Befragten sind eher Ende 20 bis Anfang 30, haben bereits einige Jahre in Ausbil-dungsberufen gearbeitet und sind sich mit ihren langj\u00e4hrigen Partnerinnen \u00fcber einen Kinderwunsch einig und im Klaren gewesen. Das Kind im Studium ist bei ihnen Reisch meine Frau zuf\u00e4llich schwanger geworde, so war's also bei uns net\" (21). sultat einer gemeinsamen Planung: \"Ich wei\u00df net wie's in andere Interviews vielleicht rausgekomme isch aber, so \u00e4h, ja dann bin ich zuf\u00e4llich schwanger gworde oder dann Entscheidend f\u00fcr die Realisierung des Kinderwunsches zu diesem Zeitpunkt ist entweder das eigene erreichte Alter: \"war auch klar irgendwie, ja, dass ich ja schon eben n GENDER 2 | 2009 Studentische V\u00e4ter - Pioniere neuer Vaterschaft? 97 gewisses Alter hab, und dann hab ich halt gesagt okay, jetz heiraten mer un irgendwie hab ich gedacht dann, ja jetz woll mer auch en Kind\" (17) oder die Planungsperspektive des Paares: \"war f\u00fcr uns eigentlich schon immer klar, dass wir ungef\u00e4hr mit drei\u00dfich auch Kinder kriegen wollten\" (19). Biografi sch ist bei diesem Typus das subjektive Zeitfenster f\u00fcr eine Vaterschaft also erreicht. Erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig in der Sichtweise dieser V\u00e4ter ist dementsprechend nicht, dass sie Vater geworden sind, das entspricht ja den W\u00fcnschen und der Normalit\u00e4tserwartung der Befragten, sondern dass sie zum Zeitpunkt ihrer Vaterschaft ihre Vollzeiterwerbst\u00e4tigkeit unterbrechen bzw. einschr\u00e4nken und ein Studium aufnehmen. Die Entscheidung f\u00fcr ein Studium des Vaters ist also mit fi nanziellen Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr die Familie verbunden und muss entsprechend gut begr\u00fcndet \"Dann kam zuerst die Kunde, dass die A schwanger is und danach drei Wochen danach kam der Be-scheid, dass ich zugelassen bin, das war nicht ganz leicht. Das hei\u00dft dass wer dann erst mal \u00e4hm, zwei und durchdacht werden: Wochen recht unemotional gerechnet haben, und uns selbst gefragt haben, wie wir das weiterf\u00fchren Das Studium stellt einen Kostenfaktor dar, den sich die Interviewpartner und ihre Fa-milien leisten k\u00f6nnen m\u00fcssen. Normalit\u00e4tshorizont ist hier eine Vollzeiterwerbst\u00e4tigkeit zum Zeitpunkt der Vaterschaft: \"Mir habe au, das einkalkuliert gehabt dass ich zwar k\u00f6nnen.\u0093 (19) studier aber dass mir trotzdem gern Kinder m\u00f6chte, mir h\u00e4tte ja rein theoretisch auch noch vier Jahre verh\u00fcten k\u00f6nnen\" (21). Die Legitimierung der Entscheidung f\u00fcr ein Studium trotz Vaterschaft funktioniert dar\u00fcber, dass das Studium als ein klar begrenzter Zeitraum angelegt ist und dezidiert dem Zweck der Weiterquali fi zierung dient. Der Erfolg des Studiums kn\u00fcpft sich f\u00fcr diese M\u00e4nner strikt daran, inwiefern es ihnen erm\u00f6glichen wird, anschlie\u00dfend eine ad\u00e4quat bezahlte Stelle zu fi nden und dar\u00fcber die eigene Familie fi nanziell besser absichern und versorgen zu k\u00f6nnen. Die Begr\u00fcndung verl\u00e4uft in diesem Fall also dar\u00fcber, dass der betreffende Vater f\u00fcr seine Familie studiert. Die Aufnahme seines Studiums zu diesem ungew\u00f6hnlichen Zeitpunkt wird von den V\u00e4tern im Studium als gemeinsames Projekt mit ihren Partnerinnen gerahmt, die Unterst\u00fctzung der Partnerin wird als Grundvoraussetzung daf\u00fcr genannt: \"da stand meine Dame zum Gl\u00fcck hinter mir\" (19), die Entschei-dung dazu als eine gemeinsame konstruiert: \"da ham wir uns \u00fcberlegt, das kriegen wir irgendwie hin\" (21). Die Bedeutung des Studiums ist entsprechend hoch, wenn auch ganz anders gelagert als beim ersten Typus. Um Selbstverwirklichung geht es hier weniger. Die Be-fragten dieser Gruppe identifi zieren sich klar als Berufst\u00e4tige (\"ich bin 'n berufst\u00e4tiger Mann mit Kind\" (21)) und grenzen sich von den 'normalen Studierenden' und deren Lebenswelt dezidiert ab: Noch zu Hause oder in Wohngemeinschaften wohnen, fi nanziell von den Eltern abh\u00e4ngig sein, ausgiebiges Ausgehen und Feiern und insgesamt ungebunden, mobil und fl exibel sein, entspricht ihrer eigenen Lebenssituation und ihrer Normalit\u00e4tsvorstellung nicht. Die Familiengr\u00fcndung im Studium ist hier die Erf\u00fcllung des Plans eines Paares, das zu diesem Zeitpunkt Kinder will. Die Rahmenbedingung, dass der Mann zeitgleich eine Weiterbildung in Form eines Studiums aufnimmt, bedarf besonderer Aufwendungen, die sich aber lohnen. Die Hindernisse und Einschr\u00e4nkungen, die sein Studium f\u00fcr die GENDER 2 | 2009 98 Nina Wehner Familie mit sich bringen, wiegen nicht so schwer, dass es gerechtfertigt erschiene, mit der Familiengr\u00fcndung noch zu warten. 3.3 Typ 3 \"Studentischer Vater mit hohem Betreuungsanteil\"Der dritte Typus (drei F\u00e4lle) zeichnet sich durch eine \u00fcberdurchschnittlich hohe Zust\u00e4n-digkeit f\u00fcr das Kind aus. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie sich bewusst entschieden das Studium erschien den studentischen V\u00e4tern mit hohem Betreuungsanteil in ihrer Situation als bestm\u00f6gliche Wahl. Die Verl\u00e4ufe, wie es zur Familiengr\u00fcndung kam, sehen haben, parallel zu ihrer Vaterschaft ein Studium aufzunehmen bzw. weiterzuf\u00fchren - dabei ganz unterschiedlich aus: Ein Interviewpartner wurde bereits als Abiturient ungeplant Vater. Er war nach dem Schulabschluss zun\u00e4chst ein Jahr mit dem Kind zu Hause. Die Mutter des Kindes be-gann ein Studium. Nach einem Jahr stand er vor der Frage, was er machen sollte: ganzen Tag weggewesen. Und das wollt ich nich und dann hab ich meine zweite Wahl, was ich auch Die Entscheidung f\u00fcr das Studium f\u00e4llt hier vor dem Hintergrund, dass eine Lehre in Teilzeit zu absolvieren nicht m\u00f6glich war, das Studium ist die \"zweite Wahl\", die aller-dings eine deutlich bessere Vereinbarkeit mit der Kinderbetreuung verspricht, f\u00fcr die er irgendwann mal machen wollte, ja, halt gemacht und hab Bio studiert\u0093 (25). \"Ich wollte eigentlich ne Ausbildung machen [...] so was handwerkliches, und da w\u00e4r ich ja au n sich klar zust\u00e4ndig sieht. Zwischenzeitlich hat die Kindsmutter sich von ihm getrennt und das Kind lebt \u00fcberwiegend bei ihm (alleinerziehender Vater). Bei einem anderen Interviewpartner dieses Typus' kam das Kind ebenfalls ungeplant: \"Das Kind muss ich sagen, war ne \u00dcberraschung. Also A.s Mutter sagte eines Tages, hoppla ich bin schwanger\" (09). Zu dem Zeitpunkt absolvierte er gerade eine Ausbildung, die er dann aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden abbrechen musste. In diesem Interview wird das Kind mit \"Druck\", einen Abschluss zu erlangen, verbunden: \"und grad bezogen auf das Kind war nat\u00fcrlich 'n gro\u00dfer Druck da dann auch'n Abschluss zu machen\" (09). Deshalb entschied er sich f\u00fcr die Aufnahme eines Bachelor-Studien-gangs. Die Mutter des Kindes arbeitete schon bald nach der Geburt wieder Vollzeit als Selbstst\u00e4ndige. Nach einem Jahr trennten sie sich, das Sorgerecht ist geteilt, die Tochter lebt \u00fcberwiegend bei der Mutter (Trennungsvater). Bei dem dritten Interviewpartner war die Familiengr\u00fcndung w\u00e4hrend seines Studiums bestimmten Alter ein Kind; er schloss sich dieser Planung an: \"Sie wollte ein Kind. Mit 26 sp\u00e4testens ein Kind. Sie wollte unbedingt und ich fand das auch ganz interessant\" (08). Er geplant. Seine Partnerin war bereits in ihrem Ausbildungsberuf t\u00e4tig und wollte in einem war zu dem Zeitpunkt bereits Student. Sie erhielt w\u00e4hrend der Schwangerschaft ein attraktives Job-Angebot, das sie auch annahm, er wechselte daraufhin die Hochschule und ging mit. Seitdem ist er Hausmann, Vater und Student und sie arbeitet Vollzeit (Hausmann). Das Studium erscheint in allen drei F\u00e4llen als passende Struktur, die zumindest kurz fristig die Umsetzung der eigenen Lebenspl\u00e4ne erm\u00f6glicht. Es kommt in der Per-spektive der studentischen V\u00e4ter mit hohem Betreuungsanteil als T\u00e4tigkeit neben der Vaterschaft in Frage. Beim alleinerziehenden Vater strukturiert die Vereinbarkeitsfrage alle seine weiteren Entscheidungen vor: \"das ganze Leben, tja das orientiert sich dann GENDER 2 | 2009 Studentische V\u00e4ter - Pioniere neuer Vaterschaft? 99 schon extrem am Kind und an dem was mit Kind halt m\u00f6glich is und was nich\" (25). Er studiert rein pragmatisch und besucht nur die Veranstaltungen, die von der Kinderbe-treuung her g\u00fcnstig liegen. Das Studium steht dabei als Ausbildung, die eine Vereinbar-keit mit seiner Vaterschaft erlaubt, im Vordergrund und weniger in inhaltlicher Hinsicht. Beim Trennungsvater geht der Plan, durch einen BA-Studiengang zu einem schnelfachbelastung\": Arbeit (Hi-Wi-Job), Kind und Studium. Dabei f\u00e4llt das Studium am ehe-sten unter den Tisch. Zum Zeitpunkt des Interviews hat er sich entschieden, das Studium abzubrechen und so nur noch die beiden Bereiche Arbeit und Kind verbinden zu m\u00fcssen.len Abschluss zu gelangen, nicht auf. Er f\u00fchlt sich \"zerrissen\" und leidet unter der \"DreiAuch der Hausmann ist zum Zeitpunkt des Interviews dabei, umzudisponieren. Sein Plan, neben seiner Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr das Kind und den Haushalt noch zu studieren, hat nicht funktioniert. Gegenw\u00e4rtig meldet er sich f\u00fcr ein Fernstudium an, in der Hoffnung, dass dies besser mit der Kinderbetreuung zu vereinbaren sein wird. Alle studentischen V\u00e4ter mit hohem Betreuungsanteil haben im Kern ein Vereinbarkeitsproblem zwischen Kinderbetreuung und Studium und suchen individuell nach L\u00f6-sungen daf\u00fcr. Hier kommt zum Tragen, dass sie - im Gegensatz zu den anderen beiden Typen - keine Partnerin haben, die sie bei der Kinderbetreuung substantiell entlastet und ihnen so erm\u00f6glicht, sich mehr auf das Studium zu konzentrieren. Ihr Studium hat nicht den Stellenwert, den das der \"berufst\u00e4tigen V\u00e4ter im Studium\" hat und die T\u00e4tigkeiten der Partnerinnen sind nicht nur als \"\u00dcberbr\u00fcckung\" angelegt. den befragten studierenden V\u00e4tern und ihren Partnerinnen aus? Welche Anspr\u00fcche an tionen zur Arbeitsteilung mit der Partnerin und die Vorstellungen von der eigenen Er-Egalit\u00e4t haben sie? Was erscheint erkl\u00e4rungs- oder begr\u00fcndungsbed\u00fcrftig? werbst\u00e4tigkeit und der der Partnerin. Wie sieht das Arrangement der Arbeitsteilung bei 4 Selbstpositionierungen und Vaterschaftskonstruktionen \"besondere V\u00e4ter\" dar? Aufschlussreich sind in dem Zusammenhang die Konstruk-Als was f\u00fcr V\u00e4ter positionieren sich nun die drei Typen? Inwiefern stellen sie sich als 4.1 Typ 1: Vaterschaft: Feuerprobe f\u00fcr Egalit\u00e4tsanspr\u00fcche Die Partnerinnen des Typus \"Student mit Kind\" studieren ebenfalls oder sind arbeitslos. Die zeitlichen Verp fl ichtungen jenseits der Zeit f\u00fcr die unmittelbare F\u00fcrsorgearbeit sind also unterschiedlich bei den dazugeh\u00f6rigen M\u00fcttern, jeweils aber fl exibler einteilbar als bei Erwerbst\u00e4tigen. Unabh\u00e4ngig davon fi nden sich bei den F\u00e4llen dieses Typus recht elaborierte Darstellungen von Egalit\u00e4tsanspr\u00fcchen. In den Interviews wird als normal herausgestellt, dass abwechselnd die Person f\u00fcr Kind und Hausarbeit zust\u00e4ndig ist, die gerade zu Hause ist; es gibt hier keine gr\u00f6\u00dfere Zust\u00e4ndigkeit der Mutter f\u00fcr das Kind und dies wird als selbstverst\u00e4ndlich konstruiert. Zugleich werden mit der ungeplant eingetretenen Vaterschaft die egalit\u00e4ren Anspr\u00fcche an das eigene Verhalten auf die Probe gestellt und in neuer Weise virulent: \"Ich hab so Angst vor diesem Vater-Mutter-Kind-Dings, Vater geht arbeiten, Mutter passt auf\u0091s Kind auf, bringt die Puschen abends - davor habe ich Angst, \u0091n bisschen. Weil ich mir irgendwie auch einbilde GENDER 2 | 2009 100 Nina Wehner zu wissen, dass es besser geht, als dieses Leben, dass es besseres gibt. Ja, nur die\u0091 - na ja \u00f6h ob ich dann auch so diesen Anspr\u00fcchen oder diesen \u00c4ngsten auch gerecht werde, das frage ich mich manchmal. Also ich meine, ich lass mich nicht bekochen und so, also das ist bl\u00f6d. Aber: Ha, wickel du das Kind Die Gefahr, in der allt\u00e4glichen Arbeitsteilung als Paar mit Kind trotz \"besseren Wis-sens\" in eine traditionellere Aufteilung \"abzurutschen\", wird als bestehend gesehen und doch oder so, so was hab ich sicher schon mal gesagt\u0093 (03).klar benannt. Unter den gegenw\u00e4rtigen Bedingungen des Studiums, das eine fl exible lisierungsschub zu vermeiden oder zumindest \"abzufedern\", ist noch nicht absehbar, erscheint aber als eine Anstrengung, welche die im Typus Student mit Kind zusammen-tert eine solche Aufteilung mit. Inwiefern es in Zukunft gelingen wird, den Traditiona-f\u00fcr Haushalt und Kind (noch) recht gut umsetzbar, das Studium gestattet und erleich-Zeiteinteilung erm\u00f6glicht, erscheint ein Arrangement abwechselnder Zust\u00e4ndigkeiten gefassten Interviewpartner von sich selbst verlangen. Unklar ist zugleich die beru fl iche Zukunft - zwar ist die Notwendigkeit, f\u00fcr das Kind sorgen zu m\u00fcssen, wichtiger gewor-den, aber die konkrete berufl iche T\u00e4tigkeit und die Frage nach Umfang und m\u00f6glichen Arbeitszeiten sind noch offen. Selbiges gilt f\u00fcr die k\u00fcnftigen T\u00e4tigkeiten der Partnerin-nen. Deutlich wird aber, dass diese Interviewpartner eine eigene, m\u00f6glichst den inhalt-lichen Interessen entsprechende Erwerbst\u00e4tigkeit anstreben und dies auch ihren Partneder Vaterschaft die \"Feuerprobe\", in der sie sich bew\u00e4hren m\u00fcssen.rinnen w\u00fcnschen. Bei dem Typus Student mit Kind sind die Selbst-Konstruktionen als \"M\u00e4nner mit Egalit\u00e4tsanspr\u00fcchen\" gewisserma\u00dfen noch \"im Fluss\": Auf der ideellen Ebene erscheinen sie klar und werden hochgehalten - in der Alltagsrealit\u00e4t beginnt mit Die Interviewpartner des Typus \"Berufst\u00e4tige V\u00e4ter im Studium\" positionieren sich in-4.2 Typ 2: Besondere V\u00e4ter auf Zeit sofern als besonders, als dass es in ihrer Sichtweise normal w\u00e4re, zum Zeitpunkt der Familiengr\u00fcndung Vollzeit erwerbst\u00e4tig und f\u00fcr das Familieneinkommen zust\u00e4ndig zu sein. Mit ihrem Studium weichen sie von dieser Normalit\u00e4t ab. In den Interviews wird herausgestellt, dass das Familienarrangement trotzdem funktioniert, ihr Handeln als V\u00e4-ter also nicht unverantwortlich ist. Legitimierungsbed\u00fcrftig ist dabei allerdings, dass das Studium es fi nanziell erforderlich macht, dass die Partnerinnen schon relativ fr\u00fch nach der Geburt wieder Teilzeit arbeiten gehen: \"das war dann fi nanziell notwendig, dass wir das so machen\" (17). Die familiale Arbeitsteilung ist bei diesem Typus nicht durch eine besondere Beteiligung der M\u00e4nner gekennzeichnet, obwohl die Partnerin (Teilzeit) erwerbst\u00e4tig ist. Im Gegenteil: Sein Studium wird als die wichtigere T\u00e4tigkeit gehandelt. Die entsprechende Legitimierungsfi gur sieht so aus, dass sie ihn weitgehend von der Hausarbeit und der Kinderbetreuung entlastet, damit er sich voll auf das Studium konzentrieren kann. Das Studium wird gleichgesetzt mit einer Vollzeiterwerbst\u00e4tigkeit. Es ist gewisserma\u00dfen die in Vollzeit betriebene beru fl iche Weiterbildung, die in Zukunft bessere beru fl iche und fi nanzielle M\u00f6glichkeiten verspricht. In den Darstellungen der Interviewpartner wird tes Arrangement handelt, um eine Investition in die Zukunft der Familie als Ganze. Aus dieser \"gemeinsamen Logik\" des Paares ist die Aufgabenteilung Konsens zwischen den dies damit gerechtfertigt, dass es sich um ein gemeinsam mit der Partnerin ausgehandelGENDER 2 | 2009 Studentische V\u00e4ter - Pioniere neuer Vaterschaft? 101 M\u00e4nnern und ihren Frauen: Beide leisten ihren Anteil dazu, dass er erfolgreich studiert und sich sein Studium nicht unn\u00f6tig verl\u00e4ngert. Beide arbeiten also gemeinsam auf das Ziel hin, dass er ein Familieneinkommen wird generieren k\u00f6nnen.11 Dass die Interviewpartner dieser Gruppe Studenten sind und nicht Vollzeit arbeiten, macht sich in ihrer Vaterschaft im Alltag praktisch allenfalls darin bemerkbar, dass sie in der Zeiteinteilung fl exibler sind als in der Aus\u00fcbung des Berufs - z. B. wenn das Kind krank ist. Die zeitlichen M\u00f6glichkeiten, ihr Kind dadurch im Alltag mehr und h\u00e4ufi ger zu sehen, sind unterschiedlich gro\u00df. Fest steht aber, dass auch die grunds\u00e4tzlich als bereichernd erlebte Erfahrung, mehr Zeit mit dem eigenen Kind zu verbringen, mehr von ihm mitzubekommen als der \"normale\", ganztags erwerbst\u00e4tige Vater, nichts daran \u00e4ndert, dass die V\u00e4ter dieses Typus nach dem Studium zu eben dieser \"Normalit\u00e4t\" zur\u00fcckkehren und Vollzeit arbeiten werden. Dies wird entweder unhinterfragt erwartet oder als unausweichliches Schicksal f\u00fcr einen Mann und Vater antizipiert. Fraglich ist allein, wie hoch das Stundenpensum sein wird: \"ich hoff halt nich, dass ich dann so n achtundvierzig oder zweiundf\u00fcnfzig Stundenvertrag krieg\" (17). Das eigene Kind wochentags \u00fcberwiegend nur schlafend zu erleben, wird als das normale Los berufst\u00e4tiger V\u00e4ter gesehen; dies geh\u00f6rt zu den unangenehmeren, aber unab\u00e4nderlichen \"Opfern\" der Vaterschaft - schlie\u00dflich ist man nun mal nicht die Mutter. Bei allen Interviewpartnern dieses Typus k\u00fcndigt sich bereits ein zweites Kind an ne Stelle hab\" (17). Die Besonderheit des Typus des berufst\u00e4tigen Vaters im Studium Vollzeitstelle voll eingeplant und Voraussetzung: \"das darf erst kommen, wenn ich dann bzw. ist ein zweites geplant. F\u00fcr die Familienerweiterung ist die (erneut) angestrebte beschr\u00e4nkt sich also wesentlich auf die begrenzte parallele Zeit von Familiengr\u00fcndung und eines als Weiterquali fi zierung betriebenen Studiums, eine weitergehende Ver\u00e4nderung in Richtung Aufweichung der Arbeitsteilung zwischen Vater und Mutter ist nicht vorgesehen und war auch nicht intendiert. 4.3 Typ 3: Vereinbarer und \"Nicht-Karriere-Typ\"Alle F\u00e4lle des dritten Typus positionieren sich von einer gemeinsamen Ausgangslage aus: Sie argumentieren aus der Erfahrung ihrer Vaterschaft und ihrem gro\u00dfen Anteil an F\u00fcrsorgearbeit f\u00fcr das Kind. In der Folge streben sie f\u00fcr ihre eigene berufl iche Zukunft t\u00e4tigen Vaters und setzen sich auf unterschiedliche Weise dazu ins Verh\u00e4ltnis.dezidiert keine Vollzeitstelle an. Alle antizipieren dabei die Norm des Vollzeit erwerbsDer alleinerziehende Vater tut dies pragmatisch und ohne explizite Abgrenzung von der Norm des Vollzeit erwerbst\u00e4tigen Vaters: \"w\u00fcnsch ich mir nat\u00fcrlich dass ich 'n tollen Job fi nd, der am besten vielleicht so sechzig siebzig f\u00fcmunsiebzig achtzig Prozent oder so was hat. So dass ich noch n bisschen Zeit f\u00fcr 's Kind auch hab, ne?\" (25). Wie schon zuvor bei der Aufnahme des Studiums ist f\u00fcr ihn die Vereinbarkeitsfrage zentral; infrage kommt insofern nur ein Stellenvolumen, das die Betreuung eines Kindes weiter erm\u00f6glicht. Die Positionierung des Trennungsvaters ist ambivalent: Einerseits lehnt er den Druck auf V\u00e4ter, erfolgreich zu sein und Vollzeit arbeiten zu m\u00fcssen, deutlich ab, er selbst hat 11 In allen Interviews dieses Typus ist die Traditionalit\u00e4t der Aufgabenteilung Anlass zur Rechtfertigung vor der Interviewerin - die traditionelle Aufteilung ist also auch in dieser Sichtweise nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich bzw. es wird davon ausgegangen, dass sie diskursiv nicht (mehr) als selbst-verst\u00e4ndlich dargestellt werden kann. GENDER 2 | 2009 102 Nina Wehner diesen leidvoll erfahren. Andererseits hat er den Ma\u00dfstab des Vollzeit berufst\u00e4tigen Va-ters als Norm verinnerlicht. Er misst sich selbst im Vergleich mit berufst\u00e4tigen V\u00e4tern \"\"n berufst\u00e4tiger Mann in meinem Alter, der stellt was dar. Der zahlt seine Steuern, der hat sich Dinge geleistet irgendwie, neben der Familie noch irgendwie, der stellt was dar auch. Und der is irgendwo an und bezeichnet sich in dieser Gegen\u00fcberstellung als \"gescheitert\" und minderwertig: nem gewissen Punkt angekommen und is fertich, ja, ich als Student bin noch l\u00e4ngst nich fertich\u0093. (09)Student-Sein wird hier als eine biografi sche Position gesehen, in der er eigentlich noch nicht den richtigen gesellschaftlichen Status f\u00fcr eine Vaterschaft hat. Dabei kann die ge-sellschaftlich notwendige Position f\u00fcr Vaterschaft von der pers\u00f6nlich empfundenen bio-grafi schen Position f\u00fcr Vaterschaft durchaus abweichen: \"Von meiner gesellschaftlichen Entwicklung her war's der falsche Zeitpunkt, von meiner pers\u00f6nlichen Entwicklung ir-gendwie hatte ich das Kind eigentlich meinetwegen zwei Jahre fr\u00fcher kriegen k\u00f6nnen\" (09). Die Vaterschaft im Studium erscheint in dieser Sicht nicht als eine gelungene Eman-zipation von der Norm des Vollzeit-Ern\u00e4hrers, das eigene \"Scheitern\" nicht als Freiheit davon oder \u00c4hnliches. Der Vollzeit berufst\u00e4tige Vater bleibt hier die - auch pers\u00f6nlich - g\u00fcltige Norm, an der sich der Interviewpartner misst, wenn er sie auch kritisch hinterfragt. Der Hausmann, der mit seiner Partnerin den \"Rollentausch\" lebt, positioniert sich und seine Partnerin deshalb explizit als \"kein normales Paar\" (08). Er begr\u00fcndet die Vollzeiterwerbst\u00e4tigkeit seiner Frau mit deren hervorragender Eignung f\u00fcr den Arbeits-markt und schreibt ihr dabei m\u00e4nnliche Eigenschaften zu, die positiv konnotiert sind. Sich selbst als Hausmann verweiblicht er hingegen explizit nicht. Er weitet vielmehr M\u00e4nnlichkeitsvorstellungen aus, die somit auch F\u00e4higkeiten und Kompetenzen im Umgang mit Kindern umfassen, wof\u00fcr er selbst als \"lebender Beweis\" gelten kann: \"M\u00e4n-ner k\u00f6nnen alles, wenn sie nur wollen - auch Kindererziehung\" (08). Erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig ist in diesem Interview: Er muss sich aufgrund seiner Position als Hausmann in der asymmetrischen Machtsituation, in der er sich befi ndet, absichern: \"Die berufst\u00e4tigen V\u00e4ter ham so eigentlich wirklich, wenn sie jemanden zu hause < haben> die M\u00f6glichkeit wahrscheinlich viel mehr zu entscheiden, ob sie Zeit mit dem Kind verbring wollen und wie viel Zeit, weil sie ja sicherlich diese Macht des Geldes haben. K\u00f6nnen ja mehr oder weniger die machen, theoretisch wenn sie wollte - wird sie aber nie tun.\u0093 (08)Leute erpressen, so ungef\u00e4hr ja? Ich hab jetzt keine Lust, is halt so. K\u00f6nnte meine Frau mit mir auch schlie\u00dfen und zu arbeiten: \"sie verdient gut, wir haben Geld\" (08). Vor diesem Hinter-Bezogen auf seine eigenen Berufspl\u00e4ne sieht er vorerst keine Eile, sein Studium abzugrund lastet auf seinem Studium momentan kein hoher Erwartungsdruck, er positioniert sich selbst als \"nich so der Karrieretyp\" (08). Diese Selbstpositionierung entlastet ihn von dem Druck, als Vater der Familienern\u00e4hrer sein zu m\u00fcssen - in seinem Fall \u00fcber-nimmt dies ja seine Frau. Alle studentischen V\u00e4ter mit hohem Betreuungsanteil positionieren sich in Abweiaus einer Notwendigkeit der Situation heraus, sie k\u00f6nnten gar nicht Vollzeit arbeiten, m\u00e4nnlich konnotiert ist. Der alleinerziehende Vater und der Trennungsvater tun dies chung von der Norm des Vollzeit berufst\u00e4tigen Vaters, wenn auch unterschiedlich. Sie alle \u00fcbernehmen mehrheitliche Anteile an der F\u00fcrsorge-Arbeit, die traditionell nicht auch wenn sie es wollten. Der Hausmann dagegen hat sich freiwillig in diese normabGENDER 2 | 2009 Studentische V\u00e4ter - Pioniere neuer Vaterschaft? 103 weichende Position begeben. Seine M\u00e4nnlichkeitskonstruktion ist insofern st\u00e4rker \"an-gegriffen\" und daher verteidigungsbed\u00fcrftiger, da er sich freiwillig in die \"unm\u00e4nnliche Position\" des Hausmanns begeben hat. Anders als beim zweiten Typus ist die Selbstpositionierung als Abweichung von der Norm des Vollzeit-Ern\u00e4hrers beim dritten Typus nicht nur als eine vor\u00fcbergehende, auf wenige Jahre beschr\u00e4nkte gedacht, sondern umfassender und auf Dauer gestellt: Die in diesem Typus zusammengefassten Interviewpartner sehen sich per se nicht als Vollzeit berufst\u00e4tige V\u00e4ter und planen entsprechend anders. Die Praxis als studierender Vater mit hohem Betreuungsanteil ohne Partnerin oder mit vollzeiterwerbst\u00e4tiger Partnerin bestimmt ihre Situation grundlegend und nachhaltig - sie sind bereits jetzt darauf angewiesen, ihr Studium mit der F\u00fcrsorge-Arbeit f\u00fcr ein Kind vereinbaren zu k\u00f6nnen und daher als \"Vereinbarer\" zu handeln und zu planen. 5 Diskussion Inwiefern k\u00f6nnen also die studierenden V\u00e4ter als \"Pioniere\" neuer Vaterschaftsmodelle gelten? Zun\u00e4chst muss festgehalten werden, dass sich an dem Zeitpunkt der Familiengr\u00fcndung im Studium allein noch nicht viel ablesen l\u00e4sst \u00fcber das Selbstverst\u00e4ndnis der M\u00e4nner als V\u00e4ter. Entscheidend erscheint vielmehr, in welcher biografi schen Position und in welcher partnerschaftlichen Situation sie sich be fi nden und welche Beweggr\u00fcnde sie daf\u00fcr haben, im Studium ein Kind zu bekommen bzw. parallel zu ihrer Vaterschaft zu studieren. Eine Frage war, inwiefern die Familiengr\u00fcndung im Studium eine strategische Wahl von M\u00e4nnern darstellt, mit dem Ziel, das Studium als Freiraum bewusst zu nutzen f\u00fcr eine eigene Vaterschaft jenseits der Vollzeit-Ern\u00e4hrer-Norm. Es hat sich gezeigt, dass dies - zumindest in meinem Sample - nicht der Fall ist. Die Vaterschaft im Studium war, sofern \u00fcberhaupt geplant, nicht aus einer solchen Intention vorgesehen. Dies kann entweder an der geringen Gr\u00f6\u00dfe des Samples liegen - so enth\u00e4lt es z. B. keine Studenten der explizit \"sozialen\" F\u00e4cher, in denen alternative Vaterschaftskonzepte und eine Orientierung an famili\u00e4ren Zielen eventuell st\u00e4rker vertreten sein k\u00f6nnten, und keine studentischen V\u00e4ter in einer Partnerschaft mit einer h\u00f6her qualifi zierten Frau. Oder es kann darin begr\u00fcndet erscheint eher als ein Transitionsprozess, eine \u00dcbergangsphase, bevor der eigentliche \"Ernst des Lebens\" beginnt. Eine \"Vorverlagerung\" der Familiengr\u00fcndung in diese Phase liegen, dass das Studium aus der Sicht der jungen M\u00e4nner keinen geeigneten Zeitraum f\u00fcr durchaus vorhandene emanzipatorische Vaterschaftskonzepte darstellt. Das Studium hinein geht f\u00fcr die Befragten anscheinend nicht in erster Linie mit einem Gewinn von M\u00f6glichkeiten einher, sondern macht eher Bew\u00e4ltigung und Einschr\u00e4nkung erforderlich. Auch das Planungsmuster, wie ich es bei einigen studentischen M\u00fcttern vorgefunden habe, nach dem die Familiengr\u00fcndung angesichts eines antizipierten Verein-barkeitskonfl ikts bewusst ins Studium gelegt wird, weil hier die Vereinbarkeit in der Kleinkindphase leichter zu bew\u00e4ltigen erscheint als w\u00e4hrend der Berufst\u00e4tigkeit, fi ndet sich bei den befragten Studenten so nicht. Daran l\u00e4sst sich die Vermutung kn\u00fcpfen, dass der Zeitpunkt f\u00fcr eine Familiengr\u00fcndung f\u00fcr Studenten zumindest in der Perspektive auf Vereinbarkeit nicht in der Weise planungsbed\u00fcrftig erscheint wie bei Studentinnen. GENDER 2 | 2009 104 Nina Wehner M\u00f6glicherweise stellt dies auch einen Hinweis daf\u00fcr dar, dass Studenten die Notwen-digkeit einer Vereinbarkeitsstrategie generell nicht a priori als fest einzuplanende Gr\u00f6\u00dfe in ihrem Leben mitber\u00fccksichtigen bzw. nicht die Notwendigkeit sehen, dies tun zu m\u00fcssen. Die befragten V\u00e4ter planen die Familiengr\u00fcndung im Studium also nicht strategisch, um eine vorg\u00e4ngige emanzipatorische Vision einer anderen Vaterschaft leben zu k\u00f6n-nen. Dennoch lassen sich in dieser Gruppe deutliche emanzipatorische Potenziale fi nden: Zum einen fi nden sich auf der Einstellungsebene - wie schon K\u00fcnzler zeigen konn te - bei studentischen V\u00e4tern sehr wohl Anspr\u00fcche an eine egalit\u00e4re Aufgabenteilung von Erwerbsarbeit, Hausarbeit und Kinderbetreuung mit der Frau. Diese lassen sich unter den Bedingungen eines Studiums auch leichter praktizieren und etablieren als in der Berufst\u00e4tigkeit mit mehr fi x gebundener Zeit. Das Studium mit seiner h\u00f6heren Flexibilit\u00e4t der Zeiteinteilung kann also - je nach Selbstverst\u00e4ndnis des Studenten und der Bedeutung, die dem Studium zukommt - durchaus als ein \"Freiraum\" fungieren, der g\u00fcnstige Bedingungen zur Etablierung egalit\u00e4rer Arrangements zur Arbeitsteilung bereith\u00e4lt. Inwiefern diese Aufgabenteilung dann auch \u00fcber die Transition beider Part-nerInnen vom Studium in den Beruf aufrecht erhalten werden kann und wird, ist eine andere Frage. Zum anderen werden Potenziale der Vaterschaft im Studium auf der Ebene der Praxis erkennbar. Unabh\u00e4ngig davon, ob dies zuvor bewusst geplant und gewollt war oder nicht: Ausgehend von der Erfahrung ihrer realen Vaterschaft unter den Bedingun-gen des Studiums entwickeln und praktizieren die befragten V\u00e4ter teilweise neue Va-terschaftsmodelle, die es ihnen erm\u00f6glichen (sollen), (weiter) mehr an der Betreuung ihrer Kinder beteiligt zu sein, als es die Konzeption des Vollzeit erwerbst\u00e4tigen Vaters vorsieht. Dadurch, dass sie im Studium unter Umst\u00e4nden mehr F\u00fcrsorge-Arbeit f\u00fcr ihr Kind \u00fcbernehmen, als sie dies als Erwerbst\u00e4tige k\u00f6nnten, ver\u00e4ndert sich m\u00f6glicher-weise ihre Perspektive auf Erwerbsarbeitsvolumen und (Alltags-)Gestaltung von Va-terschaft. So ist beispielsweise auch beim \"berufst\u00e4tigen Vater im Studium\" vorstellbar, dass er durch die Erfahrungen, als Student mehr Kontakt mit seinem Kind gehabt zu haben, bei einem weiteren Kind (wieder) M\u00f6glichkeiten sucht und nutzt, nicht \"nur\" der Ern\u00e4hrer-Vater zu sein, sondern auch mehr Betreuungs- und Erziehungsantei-le zu \u00fcbernehmen, z. B. im Rahmen der neuen Elterngeldregelung (\"Papa-Monate\"). nung und Strategie nicht als ausgewiesene Pioniere neuer Vaterschaftsmodelle - auf der Ebene der Einstellungen zu Egalit\u00e4t und der Praxis von gelebter Vaterschaft lassen sich Die hier untersuchten studierenden V\u00e4ter erscheinen so gesehen auf der Ebene von Pla-aber einige Potenziale fi nden. LiteraturverzeichnisAuferkorte-Michaelis, Nicole; Metz-G\u00f6ckel, Sigrid; Wergen, Jutta & Klein, Annette. (2005). Junge Elternschaft und Wissenschaftskarriere. Wie kinderfreundlich sind Wissenschaft und Universit\u00e4ten? 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Folglich m\u00fcssen sich M\u00e4nner heute mit dem Problem auseinandersetzen, ob und wie sie ihre Erwerbsarbeit reduzieren k\u00f6nnen, um diese Vorstellung von Vaterschaft zu erf\u00fcllen. Im vorliegenden Beitrag gehen wir der Frage nach, wie die Spannungen zwischen Berufs- und Familienvorstellungen aussehen, mit welchen Schwierigkeiten sich die von uns befragten M\u00e4nner konfrontiert sehen und welche L\u00f6sungen sie finden. Unsere Analyse basiert auf Interviews mit 30-j\u00e4hrigen M\u00e4nnern aus der deutschsprachigen Schweiz, die in geschlechtlich unterschiedlich konnotierten Berufsfeldern arbeiten. Insgesamt zeigen unsere Ergebnisse, dass das Erwerbspensum im Zusammenhang mit Elternschaft zunehmend auch bei M\u00e4nnern zur Disposition steht und die Diskussion um Teilzeitarbeit nach Berufsbranchen differenziert werden muss.","Many men today express the desire to be actively involved in their families. Our interviewees define good fatherhood primarily as the time a father can spend with his child. However, this desire conflicts with the demands of full-time employment and expected career paths. In order to fulfill their expectations of good fatherhood, we find that in one way or another they all have to deal with the question of whether and how to reduce their working hours when they have children. In this article we ask how this tension between men\u2019s career and family plans plays out and analyze the solutions men find (or do not find) for themselves. Our analysis is based on qualitative interviews with 30-year-old men in the German-speaking part of Switzerland who work in gender-typical, -neutral and -atypical professions. Overall, our findings show that full-time employment is no longer a given for men hoping to become fathers. Furthermore, we argue that the discussion about part-time employment needs to differentiate between professions."],"type":"publication","topic":["Mann","man","Vaterschaft","fatherhood","Familienarbeit","family work","Familie-Beruf","work-family balance","Teilzeitarbeit","part-time work","Elternschaft","parenthood","Karriere","career","Erwerbsverlauf","employment history","deutschsprachige Schweiz","German-speaking Switzerland"],"person":["Baumgarten, Diana","Wehner, Nina","Maihofer, Andrea","Schwiter, Karin","Alemann, Annette von","Beaufays, Sandra","Kortendiek, Beate"],"person_sort":"BaumgartenWehnerMaihofer","source":"In: Alte neue Ungleichheiten? 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Speziell durch die konstruktive Verschr\u00e4n kung von Familien- mit Geschlechterforschung hat sich eine Forschungsperspektive auf M\u00e4nner als V\u00e4ter etabliert, durch die die Wechselbeziehung zwischen familialen wie in den Blick ger\u00e4t (vgl. Bereswill 2006; Matzner 2004; Nentwich 2008 ; W ippermann\/ Calmbach\/Wippermann 2009). Dieses zunehmende Interesse an Vaterschaft als Unter \u0d75Fragen, die im Umgang mit dem Thema Elternschaft aus der Perspektive von M\u00e4nnern einer Heirat und auch nicht l\u00e4nger nur 'Frauensache'. Vaterschaft ist f\u00fcr M\u00e4nner inzwi-schen vielmehr eine biographische Option, die mit vielen Fragen verbunden ist: Was bedeutet es f\u00fcr mich, Vater zu werden? Was f\u00fcr ein Vater will ich sein? Welche gesell schaftlichen Erwartungen ans Vatersein nehme ich wahr? Gibt es unabdingbare Vor aussetzungen, die erf\u00fcllt sein m\u00fcssen, bevor ich mich auf eine eigene Familie einlassen Ein wesentlicher Bestandteil des Lebensentwurfs ist demnach die Auseinanderset zung mit den eigenen Erwartungen, aber auch \u00c4ngsten und Unsicherheite n im Zusam menhang mit Vaterschaft. Eine Palette ganz unterschiedlicher Gef\u00fchle und \u00dcberlegun biographischen Schritt sortiert und durchdacht sein. Dieser Prozess des 'Parat-Werdens', wie wir ihn genannt haben (Baumgarten et al. 2012), muss keineswegs immer bewusst verlaufen. Auch k\u00f6nnen je nach Person sehr verschiedene Aspekte unterschiedlich pro blematisch sein, wie zum Beispiel der Umgang mit einer ver\u00e4nderten \u00f6konomischen Situation oder das Entwickeln von Zutrauen in die pers\u00f6nlichen F\u00e4higkeiten als Vater. Zentral ist jedoch die Auseinandersetzung mit den eigenen Gef\u00fchlen sowie den wahrge nommenen gesellschaftlichen Anspr\u00fcchen an Vaterschaft. Wie die bestehende Literatur zeigt, ist es vielen M\u00e4nnern heute ein gro\u00dfes Be Wehner et al. 2010) zu sein, als dies in fr\u00fcheren Generationen der Fall war. Wichtig sind ihnen eine emotionale Zugewandtheit zur Familie, die M\u00f6glichkeit, sich mehr allt\u00e4glich - ler Bestandteil des Lebensentwurfs von M\u00e4nnern. Eine \"passive Rolle im Familienall tag Gleichzeitig besteht neben dem 'neuen' Wunsch, ein pr\u00e4senter, aktiver Vater zu sein, der im \u00dcbrigen zunehmend zu einer neuen gesellschaftlichen Anforderung wird, die sein, weiter fort. Das hei\u00dft: Das gegenw\u00e4rtige normative Ideal fordert einen 'anwesen 1 Ein herzlicher Dank gilt Matthias Luterbach, seit Kurzem Mitarbeiter im Pr ojekt und wissenschaftli cher Mitarbeiter am Zentrum Gender Studies, f\u00fcr seine Hinweise und ko nstruktiven Anmerkungen. Sonderheft 4 5_Gender_SH-16_Baumgarten_076-091.indd 77 03.11.2016 15:34:40 al. 2010: 5). Mit den sich darin abzeichnenden Widerspr\u00fcchen sehen sich viele M\u00e4nner beim \u00dcbergang in Vaterschaft und w\u00e4hrend ihres Vaterseins konfrontiert. Der Umfang an zu dem Zeitpensum, das sie f\u00fcr Erwerbsarbeit aufbringen wollen oder m \u00fcssen. Durch das gleichzeitige Nebeneinander alter und neuer Normen von Vaterschaft m\u00fcssen sich M\u00e4n ner derzeit sowohl mit ihrer Rolle als zuk\u00fcnftige Familienern\u00e4hrer auseinandersetzen als auch Ideen entwickeln, wie sie ihre Vaterschaft aktiv leben k\u00f6nnen. 2 Zusammenh\u00e4nge zwischen Elter nschaft und Teilzeitarbeit in der Schweiz f\u00fcr Statistik 2015a). F\u00fcr die Berufsperspektive bedeutet dies: Ausma\u00df und Verbindlich keit der Berufst\u00e4tigkeit von Frauen und M\u00e4nnern unterscheiden sich erheblich (Wehner\/ Maihofer\/Schwiter 2012) . Auch wenn Berufst\u00e4tigkeit f\u00fcr Frauen heute selbstverst\u00e4ndlich und wichtig f\u00fcr ihr Selbstbild und ihre Identit\u00e4t ist (Oechsle et al. 2009; Wehner 2012), stellt Elternschaft auch hierzulande noch immer eine markante Z\u00e4sur dar , vor allem was den Erwerbsumfang. Zwar ist die Erwerbs beteiligung von M\u00fcttern in der Schweiz etwas h\u00f6her als im EU-Durchschnitt, diese setzt sich allerdings in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe als andernorts aus Teilzeitarbeit zusammen (B\u00fchler\/ . Heye 2005) Nur 20 Prozent der M\u00fctter kehren nach einer kurzen Unterbrechung mit Vollzeit in den Beruf zur\u00fcck (Widmer\/Ritschard 2009). Dabei ist der Unterschied nach Branchen bei den Frauen deutlich geringer ausgepr\u00e4gt als bei den M\u00e4nnern: \"Die Teil -dern erreicht er nicht einmal ein Viertel des gemeinsamen Einkommens (Bundesamt f\u00fcr Statistik 2008: 20). Abh\u00e4ngigkeit vom Partner . 2 Ihr hoher Anteil in kleinen Teilzeitpensen erkl\u00e4rt sich einer seits durch die ungebrochen hohe Bedeutung von Mutterschaft. Daraus resultiert eine Denn andererseits sind diese vielen Teilzeitpensen einer Erwerbst\u00e4tigkeit im gr\u00f6\u00dferen Umfang ideell, aber auch strukturell entgegensteht. nachweislich nicht durchweg freiwillig: 18 Prozent der teilzeitbesch\u00e4ftigten M\u00fctter mit Schulkindern w\u00fcnschen sich ein h\u00f6heres Arbeitsvolumen (Bundesamt f\u00fcr Statistik 2008: 21) . W\u00e4hrend sich Mutterschaft in den Erwerbsverl\u00e4ufen von Frauen unmittelbar nie \u0d75von M\u00e4nnern. Eine Familiengr\u00fcndung tr\u00e4gt, im Gegenteil, oft zur Stabilisierung der be 2 Die Statistik unterscheidet nicht zwischen verheirateten und unverheirat eten Paar en und macht auch keine Aussagen zu gleichgeschlechtlichen Paaren mit Kindern. Sonderheft 4 5_Gender_SH-16_Baumgarten_076-091.indd 78 03.11.2016 15:34:41 Familiengr\u00fcndung eine Rolle spielen. steht dabei vor allem der Wunsch nach mehr Zeitautonomie (Pro Familia Schweiz 2011; -gen diesen Schritt bislang tats\u00e4chlich (Bundesamt f\u00fcr Statistik 2015b). Im Vordergrund t\u00e4tig sein zu k\u00f6nnen, oder weil sie kein Interesse an einem Vollzeiterwerb hatten. Selbst zeitpensum, um eine Aus- und Weiterbildung absolvieren oder in einem Nebenerwerb Bezogen auf unterschiedliche Berufsfelder zeigte sich, \u0d75dass vor allem M\u00e4nner, die im Unterrichts-, Gesundheits- und Sozialwesen sowie in den Teilzeitanteil bei M\u00e4nnern auf. Fast keine Teilzeit erwerbst\u00e4tigen M\u00e4nner gab es zudem sowie die Verkehrs- und Telekommunikationsbranche wiesen hingegen einen geringen \u0d75 Vor diesem Hintergrund m\u00f6chten wir im Folgenden analysieren, welche Vorstellun geschlechtsuntypischen Das Unterbrechen oder die Reduktion des Erwerbspensums der M\u00fctter und die damit eher noch zu intensivieren . Doch nicht zuletzt vor dem Hintergrund der hohen Wochenarbeitszeit in der Schweiz von 42 Stunden ist der Wunsch nach einer Reduzierung stark vorhanden: Neun von zehn erwerbst\u00e4tigen M\u00e4nnern in der Schweiz geben an, ihr Arbeitspensum verrin3aterschaft und T eilzeitarbeit in den Erz\u00e4hlungen V 30-j\u00e4hriger M\u00e4nner Berufen arbeiten, eine allf\u00e4llige Familiengr\u00fcndung 4 sowie ihre 3 Ein geschlechtstypischer Beruf ist dar\u00fcber de\u001eniert, dass mehr als 70 % der darin Arbeitenden einem Geschlecht angeh\u00f6ren. So stellen \u0082zahnmedizinische AssistentInnen\u0091 oder \u0082Sozialar beiter Innen\u0091 zum Beispiel frauentypische Berufe dar, w\u00e4hrend \u0082Lokf\u00fchrerIn\u0091 zu den m\u00e4nnertypischen Berufen z\u00e4hlt. Beispiel f\u00fcr eine geschlechtsneutrale Berufsgruppe sind die \u0082Detailhandelsange stellten\u0091. 4 Bei den allermeisten Interviewpartnerinnen und -partner n hat noch keine Familiengr\u00fcndung statt gefunden. In wenigen F\u00e4llen besteht zum Zeitpunkt des Interviews eine Schwangerschaft oder wurde vor wenigen Wochen das erste Kind geboren. Sonderheft 4 5_Gender_SH-16_Baumgarten_076-091.indd 79 03.11.2016 15:34:41 haben: weitere Berufst\u00e4tigkeit vorstellen. Hierf\u00fcr haben wir 48 problemzentrierte Interviews 5 Interviewpersonen rekrutierten wir aus dem Sample der sogenannten TREE-Studie. Im Rahmen dieser L\u00e4ngsschnittstudie wurden seit dem Jahr 2000 rund 6 000 Jugendli che in der gesamten Schweiz zu ihren Ausbildungs- und Erwerbsverl\u00e4ufen befragt. Die Ziehung der Interviewpersonen aus dem TREE-Sample erlaubte es uns, auf eine re zu ziehen, bei der die Erwerbsfelder bez\u00fcglich der Vereinbarkeit mit Familie unterpr\u00e4sentative Gruppe junger Erwachsener zur\u00fcckzugreifen und daraus eine Stichprobe schiedlich ausgestaltet sind. Um die Selbstdeutungen, Erwartungen und Zuschreibun gen der Interviewpersonen rekonstruieren und analysieren zu k\u00f6nnen, h aben wir mit dem rekonstruktiv-hermeneutischen Verfahren von Lucius-Hoene\/Deppermann (2004) gearbeitet. Zun\u00e4chst haben wir die subjektiven Sinnzusammenh\u00e4nge wie auch die dem Handeln und den Deutungen der Frauen und M\u00e4nner zugrunde liegenden kollektiv ge teilten Normen auf Einzelfallebene rekonstruiert. In der anschlie\u00dfenden interpretativen Querauswertung des Interviewmaterials haben wir uns bei der Erarbeitung von Fall M\u00e4nnerinterviews aus der deutschsprachigen Schweiz, wobei Aussagen aus den Frau--konzentriert. Die im Artikel vorgestellten Ergebnisse basieren auf der Auswertung der wie die Deutungsmuster von Vaterschaft\/M\u00e4nnlichkeit und Mutterschaft\/Weiblichkeit vergleichen und -kontrastierungen auf die Rekonstruktion der Erwerbsbiographien so Lebenspl\u00e4ne zun\u00e4chst auf, welch eine gro\u00dfe Rolle in den Vorstellungen von Vaterschaft \"Also ich w\u00e4re froh, wenn ich auch ein oder zwei Tage daheim bleiben k\u00f6nnte mit dem Kind, dass ich auch etwas davon habe.\u0093 (Informatiker) Verf\u00fcgung stehen, taucht als Argumentationsmuster in nahezu allen Interviews auf. Es scheint, M\u00e4nnern ist es heute gar nicht mehr anders m\u00f6glich, als i n dieser Form \u00fcber P\u001fege) mehr auf die Familie konzentrieren. Und die Zeit soll man sich auch bewusst nehmen.\u0093 (Stationsleiter \"Ich selber \u001end, dass die Erziehung, die Eltern-Kind-[Beziehung] Zeit braucht, oder. Und dass man sich die Zeit nehmen muss. Und (...) eben, man konzentriert sich aufs Kind zu der Zeit oder wird sich generell 5 Der Interviewleitfaden enth\u00e4lt sowohl narrative Elemente, die den Erz \u00e4hlverlauf der Interviewper sonen unterst\u00fctzen, als auch sogenannte Problemzentrierungen, die das Vorwissen der Forschen den sowie das heuristisch-analytische Rahmenkonzept mit einbeziehen (Witzel 1985). Sonderheft 4 5_Gender_SH-16_Baumgarten_076-091.indd 80 03.11.2016 15:34:41 oder am Wochenende sieht, gelesen werden (Maihofer et al. 2010; Wehner et al. 2010). \u0d75 \u0d75 Frauen statt, wenn es um die Wichtigkeit der eigenen Familie im Leben geht und was \u0d75-zuschreiben, diese Zeit bewusst wahrzunehmen und zu f\u00fcllen. Dies kann nochmals als Familiengr\u00fcndung zu sprechen, ohne dabei ihr Erwerbspensum und ihre sonstigen Prio \u0d75rit\u00e4ten zu relativieren und Familie als einen wichtigen Lebensbereich zu konzipieren, - hen. Haben sich M\u00e4nner bei den Ausf\u00fchrungen zu Vaterschaft in Interviews bisher eher Anfang an dabei zu sein. Es reicht nicht aus, wenn der Vater erst hinzukommt, wenn die \"(...) ich hab mir gesagt, einfach solang ich jetzt die Ausbild- m ache, m\u00f6chte ich eigentlich keine Kin die w\u00e4ren vier Jahre alt gewesen und dann h\u00e4tte ich mal was von ihnen gehabt.\u0093 (Wirtschaftspr\u00fcfer) der. Denn ich m\u00f6cht sie auch aufwachsen sehen und das h\u00e4tte ich bei diesem Beruf nicht gehabt. Also schlie\u00dfen: Ein schreiendes Baby zu beruhigen geh\u00f6rt f\u00fcr sie ebenso zur Vorstellung von Vaterschaft wie einer F\u00fcnfj\u00e4hrigen das Radfahren beizubringen. m\u00f6chten oder dies gar je tun werden; aber doch, dass sich ihr Verh\u00e4ltnis zur VollarbeitsDerErwerbspensum kritisch nachzudenken. So wird das Thema Teilzeit in den Interviews oft von den Befragten selbst eingebracht. Das bedeutet nicht, dass alle Teilzeit arbeiten teil einer m\u00e4nnlichen Erwerbsbiographie in Betracht gezogen und Vollarbeitszeit stellt einen relevanten Bezugspunkt dar, wenn M\u00e4nner ihr eigenes Erwerbspensum im Zukeine unhinterfragte Normalit\u00e4t mehr dar. Die Frage der Teilzeit stellt heute gleichsam zeit als V\u00e4ter deutlich ver\u00e4ndert. Teilzeitarbeit wird vermehrt als ein m\u00f6glicher Bestand- \u0d75\u0d75sammenhang mit Familie thematisieren. Dies wird besonders deutlich an einem Fall, in man einfach das Gef\u00fchl hat, ich verpasse was. Ich hab das Gef\u00fchl, das k\u00f6nnte schon sein, dass man dass ich mehr Zeit mit den Kindern verbringen kann, oder irgendwie dort mehr teilhaben kann dran. \"(...) Ich wei\u00df nicht, man bekommt nicht mit, wie sich die Kind er entwickeln, wie sie wachsen, dass nachher sagen m\u00fcsste, ja jetzt muss ich mich auch wieder anders arran gieren und sagen, da schauen, Das k\u00f6nnte ich mir vorstellen.\u0093 (Banker) Sonderheft 4 5_Gender_SH-16_Baumgarten_076-091.indd 81 03.11.2016 15:34:41 k\u00f6nnen. Es geht den Befragten weder um eine gerechte Aufteilung von Haus- und Fami Die Diskussion ist auf Paarebene also nicht politisch aufgeladen; der Mann als Emanzilienarbeit noch um eine Unterst\u00fctzung der Partnerin beim Wiedereinstieg in den Beruf. pationshelfer der Frau, diese Figur gibt es in unseren Interviews nicht. Hieran wird wie 2012; Maihofer 2014).gerechtere Aufgabenteilung in der Familie initiiert und nicht umgekehrt (Baumgarten derholt deutlich, wie vor allem die Emotionalisierung pers\u00f6nlicher Beziehungen eine unserer Interviewpartner herausarbeiten, die eng mit den jeweiligen Berufsfeldern der -selbstverst\u00e4ndlich eingefordert werden kann, kollidiert sie an anderer Stelle mit der jeBefragten zusammenh\u00e4ngen. W\u00e4hrend es Berufe gibt, in denen Teilzeit f\u00fcr M\u00e4nner Oft ist, wenn die Interviewpartner Teilzeit ansprechen, von einem 80%-Pensum die Rede: kein Problem damit, zu Hause zu bleiben, mich um die Kinder zu k\u00fcmmern und zu putzen.\u0093 (Kranken\"(...) wenn ich die M\u00f6glichkeit habe, auf 80 Prozent zu gehen, mache ich es mit viel Freude. Ich habe p\u001feger) Pensum vor: Auch in vielen Fraueninterviews kommt 'm\u00e4nnliche Teilzeitarbeit' prim\u00e4r in diesem Seite her und das habe ich begr\u00fc\u00dft, eine Bedingung, dass wenn wir ein Kind haben, dass er nicht mehr \"Bis Ende Jahr waren es hundert Prozent und ab Januar achtzig. Das war eigentlich auch von seiner Wochenende (...).\u0093 (P\u001fegefachfrau) hundert Prozent arbeiten will, dass er irgendwie auch noch was vom Kind haben will , abgesehen vom -Der freie Tag wird dabei als 'Papa-Tag' gedacht, an dem die M\u00e4nner alleine f\u00fcr die Be Ungew\u00f6hnliches oder Rechtfertigungsbed\u00fcrftiges darstellt: ich Teilzeit arbeiten'. Diese Haltung wird bei ihnen von einem Arbeitsumfeld getragen, in dem Teilzeitarbeit bei M\u00e4nnern akzeptiert wird und ein Einfordern derselben nichts \"Ich m\u00f6chte dann auch runterschrauben und das geht ja beim Lehrerberuf noch relativ gut. Man k\u00f6nnte ja auch 100 Prozent arbeiten und nur vier Tage, wenn das mit dem Stundenplan sehr gut geht, aber ganz sicherlich m\u00f6chte ich dann auch ein oder vielleicht sogar z wei Tage frei haben (...).\u0093 (Gym nasiallehrer) Der Interviewpartner rekurriert selbstverst\u00e4ndlich auf die vorhandenen M\u00f6glichkeiten in seinem Beruf, der zu den geschlechtsneutralen zu z\u00e4hlen ist. \u00c4hnliche Argumenta untypischen Umfeld arbeitet. Auch hier wird Vereinbarkeit positiv und realisierbar ge Sonderheft 4 5_Gender_SH-16_Baumgarten_076-091.indd 82 03.11.2016 15:34:41 dacht. Es stellt f\u00fcr ihn keine Schwierigkeit dar, seine Vorstellungen von Vereinbarkeit mit dem Arbeitgeber auszuhandeln: \"Also ich m\u00f6cht wenn\"s dann mal Familie gibt nat\u00fcrlich auch reduzieren. Ja, also ich hab sicher die Idee, dass ich meine Zeit habe mit den Kindern. (...) Gut, ich hab das Gef\u00fchl, ich \u001end \u00fcberall was, wo mi r Spa\u00df macht. Eben, ich bin recht \u001fexibel dadurch, ich k\u00f6nnte mir verschiedene Sachen vorstellen, also ich mein jetzt, Gesundheitssektor ist riesig. Es braucht \u00fcberall qual i\u001ezierte Leute und ich denke, dass es nicht ein Problem sein wird, dass ich irgendwo eine Anstellung \u001enden kann, die mir entspricht. Ja und wo ich auch meine famili\u00e4ren Pl\u00e4ne verwirklichen kann.\u0093 (Stationsleiter P\u001fege) Wie die Zitate deutlich machen, gehen die M\u00e4nner aus dieser Gruppe nicht nur davon aus, dass sie ihren Beruf auch in Teilzeit problemlos weiter aus\u00fcben, sondern dies auch auf dem Arbeitsmarkt gefragt zu sein. Das hohe Bewusstsein f\u00fcr den Wert der eigenen Arbeit kombiniert mit einem teilzeitfreundlichen Arbeitsumfeld macht 'm\u00e4nnliche Teil zeitarbeit' problemlos antizipierbar. Berufsfeldern arbeiten. Ausgehend von einer m\u00e4nnlichen Normalerwerbsbiographie innach Zeit mit der Familie gerecht zu werden als bei der eben geschilderten Gruppe. In -doch auch F\u00e4lle, bei denen es sich um einiges schwieriger gestaltet, dem eigenen Wunsch \"Das w\u00e4r eigentlich das einzige Problem, dass ich mir Karrierem\u00f6glichkeiten verbauen w\u00fcrde, wenn ich jetzt runterschraube, aber sehe ich jetzt nicht ein Gefahrenpotenzial.\u0093 (Wirtschaftspr\u00fcfer) -ser Idee wird ihm jedoch bewusst, dass die beiden Zeitfenster 'Familiengr\u00fcndung' und Branche weiter bedient. Diese basiert auf st\u00e4ndiger Pr\u00e4senz und Verf\u00fcgbarkeit als F\u00fchdenkt er in einem ersten Schritt auch als Teilzeit an. Im weiteren Ausformulieren die rungskraft. \"Wenn ich Richtung Leiter Rechnung oder Richtung CFO von einem Unternehmen (gehe), bei\u00dft sich das Ganze mit der Teilzeit wiederum. Aber ich denk mal, unterm Strich m\u00fcsste ich Entsche idung f\u00e4llen, ok, was m\u00f6chte ich. Ich m\u00f6chte zum aktuellen Zeitpunkt Priorit\u00e4t auf die Familie, die Karriere ein bis-schen auf schlummern und dann m\u00fcsste man sagen, ok, dann schiebe ich das ein bisschen ra us, denn das ist nicht verloren.\u0093 Vor diesem Hintergrund bef\u00fcrchtet er, f\u00fcr seine Teilzeit- und Vereinbarkeitsambitionen bestraft zu werden: Sonderheft 4 5_Gender_SH-16_Baumgarten_076-091.indd 83 03.11.2016 15:34:41 Interviewpartner versucht, seine individuellen M\u00f6glichkeiten zu entfa lten. dem Befragten, der ebenfalls als Wirtschaftspr\u00fcfer arbeitet. Befragt nach seinen Vorstel Stelle arbeitet er bis zu 55 Stunden die Woche. lungen von Familie macht er klar, dass die Familiengr\u00fcndung f\u00fcr ihn Anlass sein wird, sich eine neue Stelle mit anderen Arbeitsbedingungen zu suchen. Auf seiner jetzigen \"Ja, ich hab viele Betriebe gesehen und ich sah selten jemand, der in einer leitenden Position war, der weniger als 100 Prozent gearbeitet hat.\u0093 wird in der Soziologie bekanntlich auch als 'Rushhour of Life' (Sachverst\u00e4ndigenkom Frauen seit Jahrzehnten kennen, holt nun auch verst\u00e4rkt M\u00e4nner mit Familienorientie rung ein. Zentral ist dabei die Frage, inwiefern Teilzeit in welchem Umfang und wie \u0d76was ihm zwar kein reduziertes Erwerbspensum, jedoch zeitliche Flexibilit\u00e4t und \u00f6rtliche sieht dieser Interviewpartner zwei M\u00f6glichkeiten: Entweder macht er sich selbstst\u00e4ndig, nen zumindest f\u00fcr eine gewisse Zeit aufzuschieben. Dabei wird die Logik der Erwerbs arbeiten m\u00f6chte, das ist auf jeden Fall so. Aber eben, damit man sich auch um die Familie k\u00fcmmern k\u00f6nnte.\u0093 \"Also eben, wie ich vorher schon erw\u00e4hnt habe, ich denke sicher, dass ich in Zukunft einmal weniger Teilzeitarbeit h\u00e4lt er in seiner aktuellen Firma f\u00fcr unrealistisch. Auch ist er unsicher, inwieweit ein reduziertes Erwerbspensum in seiner Branche \u00fcberhaupt m \u00f6glich ist: \"Also ich habe jetzt eigentlich will mal sagen einen Job, den ich sic her noch f\u00fcnf Jahre machen k\u00f6nnte. Also ich denke es gibt bei uns auch so eine Grenze, wo man dann vielleicht voll auf Karriereleiter setzen muss, ansonsten wird es dann schwierig bei der Firma zu bleiben. Aber da h\u00e4tte ich siche r noch drei, vier Jahre bis das so w\u00e4re.\u0093 Einen Ausweg sieht er darin, auf eine Stelle mit geregelten Arbeitszeiten und weniger Arbeitsumfang zu wechseln: \"Und aber ja, also Zukunftspl\u00e4ne sicher: Ich werde wahrscheinlich in ein konstanteres Arbeitsumfeld wechseln. Und \u00e4h weniger Arbeit, ja, das sicher halt.\u0093 f\u00fcr sie de facto bereits eine Erwerbsreduktion dar.Prozent und nicht 120 bis 150 Prozent betr\u00e4gt. Eine geregelte 42-Stunden-Woche stellt M\u00e4nner folglich darin, auf einer Stelle zu arbeiten, bei der ihr Pensum tats\u00e4chlich 100 Sonderheft 4 5_Gender_SH-16_Baumgarten_076-091.indd 84 03.11.2016 15:34:41 muss\u0d75. Zudem zeichnet sich ab, dass in der Diskussion \u00fcber Vereinbarkeitsm\u00f6glichkeiten typischen und teilweise auch in geschlechtsneutralen Branchen wie dem Lehrerberuf Teilzeit oft kollegial verhandelbar ist, \u00fcberlegen sich die Befragten in den m\u00e4nnertypi Hier zeigt sich in unserem Material deutlich, wie die vergeschlechtlichten Arbeitslogischen Branchen, ob \u00fcberhaupt und wenn ja, wie lange ihnen Teilzeit 'verziehen' wird. Zusammenfassend l\u00e4sst sich festhalten: Ein vollzeitliches Erwerbspensum bildet zwar Teilzeiterwerbst\u00e4tigkeit f\u00fcr V\u00e4ter damit vom Status der Ausnahme oder Sonderform in Erw\u00e4gung zu ziehen. Unabh\u00e4ngig von ihrer pers\u00f6nlichen Pr\u00e4ferenz verschiebt sich kaum mehr m\u00f6glich, \u00fcber Vaterschaft zu sprechen, ohne dabei Teilzeitarbeit zumindest nach wie vor den Ausgangspunkt der \u00dcberlegungen zur Vereinbarkeit von Familie und 4 Schlussfolgerungen Mit der Pluralisierung familialer Lebensformen und der sich verringernde n Wirk Vorstellungen von Vaterschaft und Mutterschaft in Bewegung geraten. Damit einherm\u00e4chtigkeit des traditionellen b\u00fcrgerlichen Familienmodells sind auch die normativen mehr per se aufgrund der Geschlechterzugeh\u00f6rigkeit, sondern muss im Alltag ausgegehend werden Zust\u00e4ndigkeiten und F\u00fcrsorgepraxen neu verhandelt. Wer wann was mittlerweile beide Geschlechter \"ein Bewusstsein f\u00fcr die Nachteile eines traditionalen (Schier 2014: 256f.) Bei den M\u00e4nnern werden die Ver\u00e4nderungen gesellschaftlicher Normen an der Bruchlinie zwischen herk\u00f6mmlichen M\u00e4nnlichkeitskonstruktionen und neuen Vater schaftsvorstellungen besonders deutlich. Wenngleich Erwerbst\u00e4tigkeit f\u00fcr deren Identi t\u00e4t nach wie vor zentral und f\u00fcr viele Ausdruck ihrer Sorge Familie ist, gibt es eine um bem\u00fchen und sich vermehrt auch steigende Zahl von M\u00e4nnern, die sich um ein neues Verh\u00e4ltnis von Beruf und Familie in der Familie engagieren m\u00f6chten. Geschlechter -minante Norm vom Mannsein mit ihren Bestimmungsmerkmalen: wei\u00df, heterosexuell, Norm, auf die Bezug genommen wird bzw. genommen werden muss. Gleichzeitig ver liert auch sie zunehmend ihre Wirkm\u00e4chtigkeit und wird zumindest teilweise infrage diese M\u00e4nnlichkeitsvorstellung als problematisch probleme mit sich bringt. Anders als bei Frauen, die Familie mit Beruf vereinbaren Sonderheft 4 5_Gender_SH-16_Baumgarten_076-091.indd 85 03.11.2016 15:34:41 Die m\u00fcssen, steht bei M\u00e4nnern die Vereinbarkeit von Beruf mit Familie im Vordergrund. Gleichwohl ist Vaterschaft damit f\u00fcr sie verst\u00e4rkt zu einem eigenen Lebensthema ge Erstens scheidung siehe Maihofer et al. 2010: 4) zunehmend deutlich(er) formulieren und Generativit\u00e4t verst\u00e4rkt zu ihrem eigenen statt einem vermittelten Themenfeld machen (Baumgarten et al. 2012). Ein wesentlicher Aspekt ist hierbei der \"Wunsch nach einer Dies bedeutet dass M\u00e4nner sich heute bei der Antizipation von Vaterschaft zweitens, mit der M\u00f6glichkeit von Teilzeitarbeit auseinandersetzen m\u00fcssen. Das aber gestaltet sich nach der jeweils herrschenden Berufskultur sowie den vergeschlechtlichten Struk-turen der Arbeitswelt unterschiedlich problematisch. Wie sich zeigt, geht Vaterschaft in \u0d75des famili\u00e4ren zu reduzieren, jedoch auf eine als hochgradig widerst\u00e4ndige oder doch als widerst\u00e4ndig imaginierte Arbeitskultur. Dort bricht sich die Option Teilzeit \"an den terschaft m\u00fcssen in diesem Fall \"nicht nur normativ gew\u00fcnscht, sondern auch faktisch \u0d75 Gerade dort werden die Widerspr\u00fcche zwischen neuen Vor stellungen von Vaterschaft und den herrschenden Berufskulturen und -strukturen zuneh men. In den Interviews manifestiert sich dieses Spannungsfeld in l\u00e4ngeren Passagen des Suchens, in denen die Befragten dar\u00fcber nachdenken, wie eine Erwerbsreduktion viel f\u00fchren jedoch zu Argumentationen, die auf eine 'Erwerbsreduktion auf 100 %' inklusi ve geregelter Arbeitszeiten und m\u00f6glichst weniger \u00dcberstunden hinauslaufen. W\u00e4hrend sich Frauen beim \u00dcbergang in Elternschaft f\u00fcr das Phasenmodell entscheiden, versu Damit versch\u00e4rft sich drittens en' Anforderungen und W\u00fcnschen alltagspraktisch zu entsprechen. Wie genau dies aussehen kann und welches Bild von (f\u00fcrsorglicher) M\u00e4nnlichkeit dabei entsteht, ist \u0d75die probieren, den hohen Anforderungen im Erwerbs- wie Familienleben gerecht zu Es ist viertens an der Umgangsweise der befragten M\u00e4nner mit ihrer Lebensla \u0d75von Berufs- und Familienvorstellungen nicht auch als strukturelles Problem wahrnehmen. Einer neoliberalen Logik folgend ist in den Interviews stets von der 'Verantwor m\u00fcssen. Oft ist auch vom 'Gl\u00fcck' die Rede, einen guten Beruf, einen toleranten Chef Sonderheft 4 5_Gender_SH-16_Baumgarten_076-091.indd 86 03.11.2016 15:34:41 oder einen g\u00fcnstigen Arbeitsplatz zu haben, an dem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie den eigenen Vorstellungen entsprechend gelebt werden kann. Ein gelingender Lebensentwurf ist damit zu einem hoch individualisierten Projekt geworden, in dem die Individuen ihr Leben selbstverantwortlich planen und strukturelle Hemmnisse ei genverantwortlich l\u00f6sen m\u00fcssen. Allerdings zeigen unsere Ergebnisse, dass Entschei dungs- und Handlungsf\u00e4higkeit gerade nicht allein vom Willen der einzelnen Personen auch eine Frage der gesellschaftlich-kulturellen Lebens- und Arbeitsbedingungen sind, Puchert\/G\u00e4rtner\/H\u00f6yng 2005). Neben dem Zugang zu Erwerbspensums bei Vaterschaft unproblematisch m\u00f6glich ist.ellen Ressourcen sind dies nicht zuletzt Arbeitsumfelder, in welchen eine Reduktion des Gerade deshalb sollten die Forderungen nach gesellschaftlichen Bedingungen der Erm\u00f6glichung individueller Lebensgestaltung zunehmend lauter werden. Letztlich k\u00f6nnte sich so die neoliberale Anrufung nach Eigenverantwortung und Selbstsorge als Bumerang erweisen, n\u00e4mlich wenn der Entzug ihrer Realisierbarkeit sich immer deutli cher als Verhinderung der \u00dcberwindung traditioneller Geschlechterverh\u00e4ltnisse erweist Literaturverzeichnis Baumgarten, Diana (2012). V\u00e4ter von Teenagern. Sichtweisen von V\u00e4tern und ihren jugendlichen Kindern auf ihre Beziehung. Opladen: Budrich UniPress. Andreas Eickhorst (Hrsg.), Das V\u00e4ter-Handbuch. Theorie, Forschung, Praxis (S. 415 Gie\u00dfen: Psychosozial-Verlag. Vaterschaft im Wandel. Multidisziplin\u00e4re Analysen und Perspektiven Bereswill, Mechthild (2006). aus geschlechtertheoretischer Sicht. Weinheim: Juventa. Die \u00fcberforderte Generation. Arbeit und Familie in der Wissensgesellschaft. Opladen u. a.: Verlag Barbara Budrich. B \u0d75W\u00fcnschen. In Heinz Walter (Hrsg.), M\u00e4nner als V\u00e4ter. 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Diskursive Aneignungen und habitualisierte Praxis\u00ab. Wiesbaden: VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften Nilges. Auswertung eines Experiments in S\u00fcdindien. Duisburger Arbeitspapiere Ostasienwissenschaften, Nummer 63\/2005, pp. 152-168.<\/a> ","pdf_url":""},{"view":"Meuser, M. (2012). Vaterschaft im Wandel. Herausforderungen, Optionen, Ambivalen- zen. Wiesbaden: VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften. Mutter + Vater = Eltern? Sozialer Wandel, Elternrollen und Soziale Arbeit, pp. 63-80.<\/a> ","pdf_url":""},{"view":"Nentwich, J. (2004). Die Gleichzeitigkeit von Differenz und Gleichheit: Konstruktionen von Gleichstellung und Geschlecht in Sprachspielen. K\u00f6nigstein\/Taunus: Ulrike Helmer Verlag. Nentwich. Feminism Psychology, 18(2), pp. 207-230.<\/a> ","pdf_url":""},{"view":"Schweiz, P. F. (2011). Was M\u00e4nner wollen! Studie zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Bern: pp. 20-20.","pdf_url":""},{"view":"Puchert, R., G\u00e4rtner, M., H\u00f6yng, S. (2005). 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Gespr\u00e4chsforschung -Online-Zeitschrift zur verbalen Interaktion, Ausgabe 5, 2.<\/a> ","pdf_url":""},{"view":"Possinger, J., Possinger, J., R. (2013). Vaterschaft im Spannungsfeld von Erwerbs-und Familienleben: \u201aNeuen V\u00e4tern' auf der Spur [Fatherhood between the poles of working and family life. On the trail of new fathers. Wiesbaden, Germany: VS Verlag f\u00fcr Sozial- wissenschaften. \"Neuen V\u00e4tern\" auf der Spur, pp. 3-658.<\/a> ","pdf_url":""},{"view":"Maihofer, A. (2014). Familiale Lebensformen zwischen Wandel und Persis- tenz. Eine zeitdiagnostische Zwischenbetrachtung. Wiesbaden: Springer Fach- medien Wiesbaden. Wissen -Methode -Geschlecht: Erfassen des fraglos Gegebenen. 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So w\u00fcnschen sich 60 Prozent der milienarbeiten - die Betreuung, Versorgung und Erziehung der Kinder sowie die Hausdurch die beide die Chance haben, f\u00fcr die Familie da und zugleich erwerbst\u00e4tig zu sein Paare mit Kindern unter drei Jahren eine solche partnerschaftliche Aufgabenverteilung, --wenigen auch realisiert wird: eine in der Paarbeziehung geteilte Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr FaPotenziale einer Lebensform, die von vielen in der BRD zwar gew\u00fcnscht, aber von nur Im Folgenden geht es auf der Basis einer qualitativ-empirischen Untersuchung um die (BMFSFJ 2015: 60), doch nur ca. 6 Prozent leben dieses Modell auch (W ippermann 2014: 62). 1- Zur Persistenz geschlechtsbezogener Arbeitsteilungen in der BRD tragen ge sellschaftliche Rahmenbedingungen - insbesondere wohlfahrtsstaatliche Regulierungen \u0d75 GENDER Sonderheft 4, S. 108-123 7_Gender_SH-16_Flaake_108-123.indd 108 02.11.2016 17:37:26 \u0d75 2, aber auch in den Einzelnen tief verankerte tradierte Geschlechterbilder. So bedeutet die Entschei dung f\u00fcr ein egalit\u00e4res Familienarrangement mit den entsprechenden gleichgewichtigen Mustern der Erwerbsbeteiligung f\u00fcr Paare immer auch die Ausei nandersetzung mit er schwerenden \u00e4u\u00dferen Bedingungen sowie mit im Laufe der Lebensgeschichte erwor benen eigenen inneren Bindungen an tradierte geschlechtsbezogene Orientierungs- und Verhaltensmuster. Zugleich zeigen Erfahrungen von M\u00fcttern und V\u00e4tern, die trotz der vorhandenen -duktiven Potenziale einer solchen Lebensform, Potenziale, die sich auch in den Erfah rungen der T\u00f6chter und S\u00f6hne widerspiegeln und auf die sozialpolitische Relevanz unterst\u00fctzender gesellschaftlicher Rahmenbedingungen f\u00fcr eine solche Lebensform verweisen. Im Zentrum der folgenden Darstellung steht eine psychologisch-sozialwis senschaftlich orientierte Perspektive auf ver\u00e4nderte Elternschaft. Insbesondere wird der Frage nachgegangen, inwieweit durch eine solche Neukonstellierung von Elternschaft \u0d75 2 Zur Studie - methodisches V orgehen und \u00dcberblick \u00fcber zentrale Ergebnisse -schaft (zur ausf\u00fchrlichen Darstellung der Ergebnisse vgl. Flaake 2014).und Sozialisationsprozessen in Familien mit einer in der Paarbeziehung geteilten ElternDie folgenden Analysen sind Teil einer umfassenderen Studie zu Familiendynamiken 3 In die Untersuchung einbezogen sind 14 Familien 4, in denen sich die Eltern von Anbeginn an die Verantwortung f\u00fcr die Betreuung, Versorgung und Erziehung der Kin der sowie die Hausarbeiten geteilt haben. Den Frauen hat diese Aufgabenteilung mit dem Partner eine kontinuierliche Erwerbst\u00e4tigkeit erm\u00f6glicht. In drei dieser Familien sind die Frauen Vollzeit und die M\u00e4nner nicht oder nur geringf\u00fcgig erwerbst\u00e4tig und 2 Zu institutionell verankerten und traditionelle Verh\u00e4ltnisse festschreibenden Geschlechterbildern vgl. die Analysen von Seehaus\/Rose (2015) in Einrichtungen, die mit Ge burten befasst sind. folgenden Darstellungen der Erfahrungen der Eltern beziehen sich wesentlich auf die in den 3 Die Interviews abschlie\u00dfend - so oder in \u00e4hnlicher Formulierung gestellte Frage: \"Wenn Sie sich noch einmal entscheiden k\u00f6nnten, wie Sie als Familie leben m\u00f6chten , gibt es da etwas, das Sie jetzt gerne anders machen w\u00fcrden? Was sch\u00e4tzen Sie an der von Ihnen gew\u00e4hlten Lebensform? Was haben Sie als schwierig erlebt?\u0093 Diese Ausgangsfrage wurde entsprechend des Verlaufs der Antworten erg\u00e4nzt durch weitere Nachfragen nach positiven Erfahrungen sowie als problematisch erlebten Aspekten. In den Interviews mit den T\u00f6chtern und S\u00f6hnen wurde nach den als positiv und als schwierig erlebten Aspekten der in ihrer Familie praktizierten Arbeitsteilung gefragt, zu dem nach den eigenen Vorstellungen von einer f\u00fcr sie selbst sp\u00e4ter als w\u00fcnschenswert erachteten Lebensgestaltung. 4 Zu ausgew\u00e4hlten Ber eichen wurden auch Interviews aus Familien einbezogen, in denen nicht alle Mitglieder befragt werden konnten. Sonderheft 4 7_Gender_SH-16_Flaake_108-123.indd 109 02.11.2016 17:37:26 zeitgestaltungen gegeben ist. f\u00fcr die Familienarbeiten zust\u00e4ndig gewesen. 5 Diese Familien werden in den folgenden Darstellungen nur partiell ber\u00fccksichtigt. In den \u00fcbrigen Familien haben beide Eltern umfassende \u00dcbernahme familialer Alltagsaufgaben m\u00f6glich ist. Die Elternpaare der in repr\u00e4sentieren ein st\u00e4dtisch orientiertes westdeutsches Mittelschichtmilieu mit hohem Ausbildungsniveau und ohne Einwanderungsgeschichte. 6 Es sind zudem Familien, in 7 Befragt worden sind M\u00fctter und V\u00e4ter sowie deren T\u00f6ch ter und S\u00f6hne, die zwischen 13 und 27 Jahren alt und damit in einer lebensgeschichtli neu konstellieren bzw. schon konstelliert haben. Die Familienmitglieder sind getrennt chen Phase waren, in der sich Geschlechterbilder und geschlechtsbezogene Identit\u00e4ten den, in dem lediglich zentrale Themenbereiche aufgef\u00fchrt waren. Zur Auswertung der analytischen Vorgehen. 8 Die Fokussierung auf Familien aus einem nicht migrantisch gepr\u00e4gten st\u00e4dtischen Mittelschichtmilieu l\u00e4sst keine Aussagen zu \u00fcber allgemeinere Orientierungsmuster von Paaren in der BRD, die sich um eine in ihrer Beziehung ge 5 In diesen Familien versuchen die M\u00fctter, ihre geringere zeitliche Pr\u00e4senz zu Hause durch ein be als geteilte Elternschaft im Sinne einer Gleichzeitigkeit von m\u00fctterlichem und v\u00e4terlichem Engagek\u00f6nnen die Strukturen aller in die Untersuchung einbezogener Familien gekennzeichnet werden sonderes Familienengagement in der zur Verf\u00fcgung stehenden Zeit zu kompensieren. Insofern ment. 6 Der Kontakt zu den in die Untersuchung einbezogenen Familien kam zustand e nach dem starke zahlenm\u00e4\u00dfige Pr\u00e4senz von akademisch Ausgebildeten - k ann mit diesen Zugangswegen zu \"Schneeballsystem\u0093: Studierende, die an den die Studie begleitenden Lehrveranstaltungen an der Universit\u00e4t Oldenburg teilgenommen haben, sowie Kolleginnen und Kolle gen wurden gebeten, sich in ihrem Umfeld nach Familien zu erkundigen, die die genannten Kriterien erf\u00fc llen. Zudem wurden die Interviewpartnerinnen und -partner nach weiteren Kontaktm\u00f6glichkeiten gefragt. Die soziale Zusammensetzung der in die Untersuchung einbezogenen Familien insbesondere die den Befragten zusammenh\u00e4ngen. In einigen Studien mit vergleichbarem thematischen Schwer punkt \u001fndet sich jedoch eine \u00e4hnliche soziale Zusammensetzung der in die Untersuchung ein deutschsprachigen Schweiz B\u00fcrgisser\/Baumgarten 2006: 28f.). Auch V\u00e4 ter, die das Elterngeld nutbezogenen Paare (vgl. R\u00fcling 2007: 75; \u00e4hnlich Ehnis 2009: 66; bezogen auf eine Studie in der zen, haben mehrheitlich einen Hochschulabschluss (vgl. Pfahl\/Reuy\u00df 2 009: 45f.) bzw. sind h\u00f6her quali\u001fziert und haben h\u00f6here beru\u001eiche Positionen als V\u00e4ter, die kein Elterngeld beziehen (BMFSFJ 2015: 51). 7 Bezogen auf die V\u00e4ter wur de als Kriterium f\u00fcr die Auswahl der Familien festgelegt, dass sie si ch nach eigenen Angaben und denen der Partnerin - schon fr\u00fchzeitig mi ndestens ebenso umfassend wie die M\u00fctter an der Kinderbetreuung und -erziehung sowie der Hausarbeit beteiligt haben. 8 In einem ersten Schritt wur den nach einem psychoanalytisch orientierten Verfahren zentrale Mus ter und Themen der Interviews und der Familien herausgearbeitet. Dabei w aren neben den mani m\u00f6glich, auch latente, nicht bewusste Gehalte herauszuarbeiten. In ei nem zweiten Schritt wurden Vorgehen zu best\u00e4tigen oder aber zu modi\u001fzieren bzw. abzulehnen galt (zur Methode vgl. Flaake diese Muster und Themen als Vermutungen benutzt, die es durch ein genaues textanalytisches in der es sowohl um die Dynamiken in der Paarbeziehung als auch um die I nteraktionsmuster und die Dynamiken in der Interpretationsgruppe Mittel zum Verstehen; auf diese Weise war es festen Gehalten der Interviews auch an Besonderheiten des Textes sich festmachende Irritationen zwischen den V\u00e4tern bzw. M\u00fcttern und zu deren S\u00f6hnen bzw. T\u00f6chtern geht.2014; Klein 2000). Auf dieser Basis wurde f\u00fcr jede Familie eine ausf\u00fchrliche Fallstudie erarbeitet, Sonderheft 4 7_Gender_SH-16_Flaake_108-123.indd 110 02.11.2016 17:37:26 teilte Elternschaft bem\u00fchen. Es lassen sich jedoch Aussagen machen \u00fcber m\u00f6gliche Formen der Ausgestaltung einer solchen Lebensform und damit auch deren produktive Potenziale. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Entscheidung von Paaren f\u00fcr eine nicht den tradierten Mustern entsprechende Familien- und Lebensform mit besonderen He tigkeit des Neugeborenen und kleinen Kindes. F\u00fcr Frauen geht es wesentlich darum, normative Bilder einer \u0082guten Mutter\u0091 zu relativieren und Muttersein ohne Schuldgerausforderungen verbunden ist. F\u00fcr M\u00e4nner steht als Anforderung im Zentrum, die zugewiesenen familienbezogenen T\u00e4tigkeiten zu integrieren in ein positiv besetztes Selbstbild, zudem sich den Verunsicherungen zu stellen, die ausgel\u00f6st werden durch die \u0d75- f\u00fchle zu verbinden mit einem Engagement in Aktivit\u00e4tsbereichen au\u00dferhalb der Familie. Alle in die Untersuchung einbezogenen Paare, M\u00e4nner ebenso wie Frauen, beschreiben f\u00fcr sich entsprechende Lernprozesse und Ver\u00e4nderungen, zum Teil nach heftigen Kon mit eigenen bisher als selbstverst\u00e4ndlich erlebten Orientierungs- und Verhaltensmustern. Zudem wird in den Schilderungen deutlich, dass eine Lebensform, in der beide Elternteile Beruf und Familie miteinander verbinden wollen, mit einem hohen Koordi nations- und Organisationsaufwand verbunden ist. Es muss immer wieder abgesprochen werden, wer wann f\u00fcr welche Aufgabe zust\u00e4ndig ist, die Zeiten der Eltern in Familie \u0d75 nen, die die Kinder besuchen - vor allem Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen - koordiniert werden. Erschwert werden diese Koordinationsprozesse durch Unverein Planbarkeit - und denen von elterlicher F\u00fcrsorge, die zeitlich nicht beliebig plan- und \u0d76 Trotz dieser - in gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ebenso wie lebensge schichtlich erworbenen geschlechtsbezogenen Orientierungs- und Verhaltensmustern verankerten - Schwierigkeiten \u00fcberwiegen in der nachtr\u00e4glichen Einsch\u00e4tzung jedoch f\u00fcr alle Befragten die positiven Seiten der von ihnen gew\u00e4hlten Lebensform: der mit dem Partner, der Partnerin gemeinsamen Verantwortung f\u00fcr die Familienarbeiten bei zu meist gleichzeitiger Berufst\u00e4tigkeit beider. 9 In den Schilderungen von Frauen und M\u00e4n der befragten Frauen berichten, dass sie die durch die Beteiligung des Partners an Faminern stehen dabei unterschiedliche, als positiv erlebte Aspekte im Vordergrund. Viele Entlastung erlebt haben, nicht alleine f\u00fcr die Entwicklung der Kinder verantwortlich zu sein. F\u00fcr nahezu alle M\u00e4nner war die Chance, eine intensive und ko ntinuierliche Bezie hung zu ihren Kindern entwickeln zu k\u00f6nnen, besonders wichtig. Einige der Befragten schildern zudem, dass \u00fcber die gemeinsame Gestaltung der Beziehung zu den Kindern eine besondere Bindung in der Paarbeziehung entstanden ist. Auch bei den Kindern 9 Zu \u00e4hnlichen Ergebnissen kommen die Studie von Margr et B\u00fcrgisser in der deutschsprachigen Schweiz (B\u00fcrgisser\/Baumgarten 2006: 79ff.) sowie die Studie von Patrick Ehnis \u00fcber V\u00e4ter in Er ziehungszeiten (Ehnis 2009: 165ff.). Sonderheft 4 7_Gender_SH-16_Flaake_108-123.indd 111 02.11.2016 17:37:26 dominiert - mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung bei T\u00f6chtern und S\u00f6hnen - eine positive Sichtweise auf die Lebensform, in der sie aufgewachsen sind. 3 Erfahrungen der Frauen - Bedeutung beru\u001ficher Arbeit In der r\u00fcckblickenden Einsch\u00e4tzung ihrer Lebensform betonen fast alle befragten Frau en, dass sie es als \u00fcberaus positiv erlebt haben, trotz Mutterschaft kontinuierlich er ging die Initiative dazu st\u00e4rker von ihnen aus als vom Partner. Diese Erwartungen haben sich f\u00fcr die \u00fcberwiegende Mehrzahl der Befragten erf\u00fcllt und pr\u00e4gen die wertsch\u00e4tzenmit dem Partner geteilte Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Familienarbeiten zu entscheiden, bei einigen Diese Perspektive war f\u00fcr viele ein Motiv, sich schon vor der Geburt des Kindes f\u00fcr eine de Sichtweise auf die von ihnen gew\u00e4hlte Lebensform. Deutlich wird in vielen Schilderungen die Befriedigung, die die Frauen mit ihrer -ten: \"Ich bin mit Leib und Seele Lehrerin und wollte auch als Mutter weiter arbeiten\" (F1w) 10liche Pl\u00e4ne entwickeln und mich um eine Position in der Schulleitung bewerben\" (F3w).Auch die Frauen, die Vollzeit erwerbst\u00e4tig sind und darunter leiden, dass sie zu we [der Partner, K. F.] nicht diesen Part [der Familienarbeiten, K. F.] \u00fcbernehmen w\u00fcrde\" sondere wegen der Hausarbeit, kann sie die \u00dcbernahme der Familienarbe iten durch ihn (F12w).\u0d75h\u00e4tte\" (F11w). \u00c4hnlich sieht es eine andere Befragte in einer \u00e4hnlichen Lebenssituation: \u0d75\"Ich bin ein ganzes St\u00fcck freier im Umgang mit meiner Zeit, mit meinen Interessen. Das -machen kann, ich w\u00e4re sehr ungl\u00fccklich gewesen, wenn ich zu Hause geblieben w\u00e4re meine Arbeit total gern und bin da sehr engagiert. Ich bin total froh, dass ich meinen Job die Zust\u00e4ndigkeit des Partners f\u00fcr die Familienarbeiten haben. So beschreibt eine der nig f\u00fcr die Familie da sein k\u00f6nnen, sch\u00e4tzen die M\u00f6glichkeiten, die sie im Beruf durch 4 Erfahrungen der Frauen - Entlastungen als M\u00fctter Viele der Befragten sch\u00e4tzen an der von ihnen gew\u00e4hlten Lebensform zudem die Ent lastungen, die damit f\u00fcr sie als M\u00fctter verbunden gewesen sind. Sichtbar werden damit auch die Belastungen, die mit einer prim\u00e4r von den Frauen verantworteten Zust\u00e4ndig 10 Die Abk\u00fcrzungen bezeichnen in anonymisierter Form die jeweilige Famil ie und das Geschlecht der Befragten (w steht dabei f\u00fcr weiblich, m f\u00fcr m\u00e4nnlich). Sonderheft 4 7_Gender_SH-16_Flaake_108-123.indd 112 02.11.2016 17:37:26 Verantwortung (F10w). So kann eine mit dem Partner von Anbeginn an geteilte Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die Ge staltung der Beziehung zum Kind Frauen entlasten vom Druck idealisierender Mut terbilder, die eine von Anfang an st\u00f6rungsfreie und nur durch liebevolle Gef\u00fchle be stimmte Beziehung zum Kind nahelegen. Auch die potenziellen Belastungen und Ver unsicherungen durch den Umgang mit einem Neugeborenen k\u00f6nnen sichtbar werden wie M\u00e4nner - ambivalente Gef\u00fchle zugestehen und dadurch die Beziehung zum Kind entspannter gestalten k\u00f6nnen. \u0d75 lassen, das ist sehr erleichternd\" (F11w). In einigen Interviews wird angesprochen, dass Mutterschaft auch mit als bedrohlich erlebten Gef\u00fchlen verbunden sein kann. keit f\u00fcr die Entwicklung der Kinder verbunden sein k\u00f6nnen. Viele der Befragten beschreiben f\u00fcr sich ein Ringen mit inneren Bindungen an normative Bilder einer \"guten Mutter\", das bei den meisten zu einer Relativierung ihrer Bedeutsamkeit als Mutter - Voraussetzung f\u00fcr eine gelingende, mit dem Partner geteilte Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die Kin der - gef\u00fchrt hat, eine Relativierung, die als schmerzlich, zugleich aber auch als entlas Partner ausschlie\u00dfende Bindung an den kleinen Sohn entwickelt hatte und sich dann ihtend geschildert wird. So berichtet eine der Befragten, die zun\u00e4chst eine sehr enge, den rer \u00dcberforderung bewusst wurde: \"Da war mal \"ne Woche, in der ich alleine zust\u00e4ndig war, weil Lothar [der Partner, K. F.] zu \"ner Fortbildung war. Da hab ich gemerkt, wenn das Kind hat dazu beigetragen, dass sie ihren Partner st\u00e4rker und schlie\u00dflich gleichgeich nicht mehr kann, das ist ja ganz schlecht. Weil das Kind ist da und muss versorgt werden\" (F8w). Diese Erfahrung von \u00dcberforderung bei alleiniger Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr \u078cwichtig einbezogen hat, eine Ver\u00e4nderung, die sie sch\u00e4tzt: \"Dass Lothar sich so beteiligt hat, war sehr erleichternd, weil ich es schwierig fand, die ganze Verantwortung allein zu viel zu viel war. Wenn dann einer nach Hause kommt und sich dann weiter k\u00fcmmert, ist dere Frauen: \"Es gab Phasen, da hab ich heulend in der Ecke gesessen, weil das einfach 11 In den Schilderungen dieser Frauen wird die Entlastung besonders deutlich, die es bedeutet, nicht alleine f\u00fcr ein Kind zust\u00e4ndig ge einige haben das Stillen zwar als intensiv, aber auch als bedrohlich f\u00fcr die eigene psyBeziehungsaufnahme zum Neugeborenen f\u00e4hig und haben es als erleichternd erlebt, wesen zu sein. Einige waren aufgrund eigener Probleme nach der Geburt ni cht zu einer -chische Stabilit\u00e4t erfahren, sodass die M\u00f6glichkeit, dem Partner selbstverst\u00e4ndlich das 11 Studien zur Situation von Elter n nach der Geburt machen deutlich, dass der intensive Kontakt zu einem Neugeborenen f\u00fcr M\u00fctter und V\u00e4ter oft mit einer inneren Destabilisierung, einer Ver\u001e\u00fcs sigung psychischer Strukturen verbunden ist, die die M\u00f6glichkeit bietet, sich neuen Erfahrungen zu \u00f6ffnen, aber auch als bedrohlich erlebt werden kann (vgl. z. B. Ahlheim 2009). Sonderheft 4 7_Gender_SH-16_Flaake_108-123.indd 113 02.11.2016 17:37:26 5 Erfahrungen der M\u00e4nner - Gestalten der Beziehungen zu den Kindern Nahezu allen befragten V\u00e4tern ist bewusst, dass sich ihnen durch eine in der Paarbezie \u0d75 tionellen Lebensform - prim\u00e4re Zust\u00e4ndigkeit der Frauen f\u00fcr die Familienarbeiten und vollzeitige Erwerbst\u00e4tigkeit der M\u00e4nner - st\u00e4rker verschlossen geblieben w\u00e4re: die Ent wicklung einer intensiven und innigen Beziehung zu den Kindern von Anbeginn an und \u0d75 ten erlebt wird. 12 Begrenzte Karrierechancen durch die Beteiligung an Familienarbeiten haben demgegen\u00fcber kaum eine Bedeutung. Die Befragten, die auf ein st\u00e4rkeres beruf liches Engagement zugunsten der Familie verzichtet haben, bedauern es nicht, auch f\u00fcr sie stehen die positiven Erfahrungen mit ihrer Lebensgestaltung im Vordergrund: \"Weil ich viel zu Hause war, war das durchg\u00e4ngig intensiv mit den Kindern, es war sch\u00f6n, sich mit ihnen zu besch\u00e4ftigen, ich habe mich gefreut, jeden Tag, jede Woche ihre Ver ganz intensiv mitzuerleben, wie sich die Kinder entwickeln. Das Leben war dadurch, diesen Vater wohl \"erf\u00fcllter\", als er es mit weniger Zeit f\u00fcr die Kinder und st\u00e4rkerer Konzentration auf den Beruf f\u00fcr m\u00f6glich gehalten hat. dass ich sehr viel Zeit mit meinen Kindern verbracht habe, erf\u00fcllter\" (F2m) - und f\u00fcr Diese Wertsch\u00e4tzung der Beziehung zu den Kindern ist bei einem Teil der V\u00e4ter die Zeit nach der Geburt gab es bei ihnen \u00c4ngste und Vorbehalte, sich auf eine intensi ve Beziehung zum Kind einzulassen. Die \u00dcberwindung dieser \u00c4ngste und Vorbehalte \u0d75So beschreiben einige, dass sie sich durch die intensive Beziehung zu ihren Kindern \u0d75 \u0d75pers\u00f6nlicher Weiterentwicklung wird betont: \"Die Beteiligung an der Erziehung hat ein f\u00fcr ihn wesentlicher Aspekt seiner pers\u00f6nlichen Weiterentwicklung, der es ihm erS\u00f6hnen mit seinen eigenen fr\u00fcheren Erfahrungen als Kind auseinandersetzen konnte, geworden\" (F4m). Ein Vater schildert, dass er sich durch die intensive Beziehung zu den seitens der Partnerin - auf seinen kleinen Sohn einlassen konnte. \u00c4hnliches berichtet \u0d75begl\u00fcckend, Vater zu sein, ich m\u00f6chte das nicht missen\" (F8m), schildert ein Vater seine \u0d75 m\u00f6glicht hat, sich den S\u00f6hnen gegen\u00fcber anders zu verhalten, als er es selbst erlebt hat: \"Das war wichtig f\u00fcr meine pers\u00f6nliche Entwicklung. Es war eine sehr reiche Zeit. Wenn man kleine Kinder ernst nimmt, kommen viele eigene Familiendinge wieder hoch. Es hat mich be reichert in der 12 Zu \u00e4hnlichen Ergebnissen vgl. die Studie von Margret B\u00fcrgisser und Diana Baumgarten in der deutschsprachigen Schweiz (B\u00fcrgisser\/Baumgarten 2006: 92f.) sowie d ie Studie von Johanna Possinger \u00fcber Erfahrungen von V\u00e4tern mit Elternzeit (Possinger 2013). Sonderheft 4 7_Gender_SH-16_Flaake_108-123.indd 114 02.11.2016 17:37:26 F\u00e4higkeit, mich mit meinen eigenen Lebensthemen und famili\u00e4ren Belastungen auseinanderzusetzen und Dinge ganz bewusst anders zu gestalten, als ich sie erlebt habe.\u0093 (F6m) M\u00f6glich wurde diese \"pers\u00f6nliche Entwicklung\", weil dieser Vater sich von der \"Le konnte: \"Die Kinder mit ihrer Lebendigkeit und ihrer Energie, das habe ich bei beiden als so bereichernd erlebt, es hat viele Verkrampfungen bei mir gel\u00f6st\" (F6m). Auch V\u00e4ter, die sich in ihrem Selbstverst\u00e4ndnis als Mann bedroht gef\u00fchlt haben, weil die Partnerin vollzeit- und sie selbst nicht erwerbst\u00e4tig und f\u00fcr die Familienar diese Familienform erm\u00f6glicht hat. Als problematisch und das Selbstbewusstsein bebeiten zust\u00e4ndig waren, sch\u00e4tzen die intensive Beziehung zu den Kindern, die ihnen Verantwortung f\u00fcr die Kinder.eintr\u00e4chtigend wird prim\u00e4r die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Hausarbeiten erlebt, weniger aber die 13 So charakterisiert ein Befragter seine Lebenssituation: \"Ich bin nicht gerne Hausmann, aber ich bin sehr gerne Vater\" (F11m). Die Beziehung zu den Kindern ist ein Bereich, den er sehr sch\u00e4tzt und der zu einem Zentrum seines Selbstgef\u00fchls geworden ist. \"Es hat mich auf jeden Fall gl\u00fcckli cher gemacht. Auch das Zuneigung-Geben, Liebe-Geben, Umsorgen. Das war sonst in meinem Leben nicht drin, \u0d75 rungsprozesse. Nach der Geburt des Sohnes hatte dieser Vater zun\u00e4chst gro\u00dfe Vorbe halte und \u00c4ngste, sich auf eine Beziehung zu ihm einzulassen. Nach der \u00dcberwindung \u0d75k\u00f6rperlich nahe und sinnliche Beziehung zum kleinen Sohn zu entwickeln. Seine Erin\u0d75 nerungen an die S\u00e4uglingszeit zeigen die gro\u00dfe N\u00e4he zwischen Vater und Sohn: \"Das ist `ne Zeit von Auf-dem-Arm-Halten, dran riechen, dem typischen Kleinen-Babygeruch, dieser kleine warme Kopf, der hier ist oder war (deutet auf seine Schulter), dieses fast kein Gewicht, dass man ihn fast \u00fcberall mit hintragen kann. Dieses leichte Kn\u00f6ddern, diese kleinen Ger\u00e4usche\" (F11m). Er scheint den \"kleinen warmen Kopf\" des Kindes noch immer an seiner Schulter zu sp\u00fcren - er spricht zun\u00e4chst im Pr\u00e4sens davon -, der Geruch des kleinen Sohnes und dessen Ger\u00e4usche sind ihm auch noch nach 13 Jahren sinnlich pr\u00e4sent. Diese Erfahrungen sind die Basis f\u00fcr seine auch gegenw\u00e4rtig innige Beziehung zum Sohn wie auch zu seiner sp\u00e4ter geborenen Tochter. Wenn er mit den bei \"Ich erlebe den Kontakt zu den Kindern sehr intensiv. Mit ihnen hier zu sitzen, das ist ein ganz eigener Ort, wo ich das Gef\u00fchl hab, die Welt ist so richtig. Das sind Gl\u00fccksmoden zusammen ist, entsteht f\u00fcr ihn eine besondere Atmosph\u00e4re - \"ein ganz eigener Ort\", an dem er sich \"gl\u00fccklich\" und in innerer \u00dcbereinstimmung mit seiner \"Welt\" f\u00fchlt: mente\" (F11m). Er beschlie\u00dft den R\u00fcckblick auf seine bisherigen Erfahrungen: \"Eine erf\u00fcllendere Zeit kann ich mir nicht vorstellen.\" In diesen Schilderungen wird deutlich, dass Kinder f\u00fcr M\u00e4nner - wenn sie die M\u00f6glichkeit zu einer zeitlich umfassenden Pr\u00e4 senz in der Familie haben - zu einem zentralen Lebensinhalt werden k\u00f6nnen. Es entste hen eine innige Verbundenheit und innere N\u00e4he zu ihnen, wie sie bisher wesentlich f\u00fcr Frauen in einer traditionellen Familienform kennzeichnend waren. 13 Zu \u00e4hnlichen Ergebnissen vgl. Patrick Ehnis in seiner Studie \u00fcber V\u00e4ter in Erziehungszeiten (Ehnis 2009: 173f.). Sonderheft 4 7_Gender_SH-16_Flaake_108-123.indd 115 02.11.2016 17:37:26 6 Geteilte Elter nschaft als verbindendes Element in der Paarbeziehung Viele Befragte, Frauen ebenso wie M\u00e4nner, berichten, dass sie die gemeinsame Zust\u00e4n digkeit f\u00fcr die Kinder als verbindend in ihrer Beziehung erlebt haben und die von ihnen -ein sehr viel wichtigeres Element ihrer Lebensgestaltung. Eine gleichgewichtige ZuBereich neben dem zeitlich bedeutsameren des Berufs, f\u00fcr die M\u00fctter sind sie dagegen gen in den zentralen Themen und Interessen eines Paares: F\u00fcr V\u00e4ter sind die Kinder ein mit vollzeitiger Erwerbst\u00e4tigkeit der M\u00e4nner und prim\u00e4rer Zust\u00e4ndigkeit der Frauen f\u00fcr \u0d75gew\u00e4hlte Lebensweise auch aus diesem Grund sch\u00e4tzen. Eine traditionelle Familienform ist\" (F6w). Kern der Gemeinsamkeit waren f\u00fcr dieses Paar kontinuierliche Gespr\u00e4che \u00fcber das Wohlergehen der S\u00f6hne - \"Wir haben immer wieder \u00fcberlegt, was gut ist f\u00fcr \u0d75unsere Kinder\" (F6m) -, zudem das gemeinsame Bew\u00e4ltigen von Schwierigkeiten und die Freude an Positivem: \"Wir waren gemeinsam stolz\" (F6m).Wir haben unsere Elternschaft als etwas Gemeinsames erlebt, etwas, das wir gemeinsam Bereicherndes erlebt haben. Wir haben uns immer dar\u00fcber verst\u00e4ndigt, wie sch\u00f6n das ches schildert ein anderes Paar: \"Es war unser gemeinsames Projekt, Kinder zu haben. -interessant geblieben. Es ist die gemeinsame B\u00fchne, auf der wir leben\" (F4m). \u00c4hnligr\u00fcnden und zu organisieren war unser Gemeinschaftsprojekt, etwas, das uns verbindet als trennend erlebt wurden: \"Unsere Berufswelten haben uns getrennt, eine Familie zu den beiden S\u00f6hnen f\u00fcr sie ein \"Gemeinschaftsprojekt\" war, w\u00e4hrend die \"Berufswelten\" \u0d75Auseinandersetzungen hinweg - eine intensive Verbundenheit und Gemeinsamkeit in Ein anderes Paar schildert, dass sie sich durch die gemeinsame Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr den Sohn besser kennen und dadurch auch intensiver sch\u00e4tzen gelernt h aben. [des Partners, K. F.] Art, mit Sven umzugehen, hab ich dann auch gemerkt, dass er ein ganz liebevoller Mensch ist, der sich k\u00fcmmert und aufmerksam ist\u0093 (F8w); \"Wir haben uns durch das Kind mehr kenimmer weiter kennengelernt, haben immer wieder was Neues entdeckt am anderen. Und durch Lothars festgestellt, dass wir ganz \u00e4hnlich sind in der Frage, wie gehen wir mit einem Kind um. Wir haben uns \"Durch Svens Erziehung ist ein gro\u00dfer Bereich der Gemeinsamkeit zwischen uns entstanden. Wir haben nengelernt, und ich glaube, dass wir uns dadurch gegenseitig emotional mehr ge\u00f6ffnet haben\u0093 (F8m). deres Engagement in der ihnen dort zur Verf\u00fcgung stehenden Zeit zu kompensieren. Dazu geh\u00f6ren auch intensive Gespr\u00e4che mit dem Partner \u00fcber die Kinder. So sieht eine Auch in Familien, in denen die Frauen durch ihre vollzeitige Erwerbst\u00e4tigkeit zeitlich weitaus weniger als ihre f\u00fcr die Familienarbeiten zust\u00e4ndigen Partner zu Hause pr\u00e4sent sind, gibt es in der Paarbeziehung eine Gemeinsamkeit \u00fcber die Erziehung der Kinder. Anders als in vielen traditionellen Konstellationen, in denen es die M\u00e4nner sind, die Vollzeit erwerbst\u00e4tig und tags\u00fcber nicht zu Hause sind, bem\u00fchen sich die voll berufs-t\u00e4tigen Frauen, ihre zeitlich ausgedehnte Abwesenheit von zu Hause durch ein besonSonderheft 4 7_Gender_SH-16_Flaake_108-123.indd 116 02.11.2016 17:37:26 Befragte - obwohl sie tags\u00fcber nicht zu Hause ist - die \"Erziehung\" der Kinder als \"ge - gen und intensiven\" Gespr\u00e4chen \u00fcber die Kinder, ein Element in der Paarbeziehung, das in seinen Augen \"Stagnation\" verhindert und f\u00fcr \"Bewegung\" in der Beziehung sorgt (F12m). Ein Paar in einer \u00e4hnlichen Lebenssituation berichtet Entsprechendes: \"Wir reden derzeit jeden Abend, wenn die Kinder im Bett sind, noch \"ne Stunde \u00fcber sie, wir \u00fcber die Kinder\" (F11m). Die Befragte hat \u00fcber die Schilderungen ihres Partners auf eine Weise teil am Aufwachsen der Kinder, die ihr ein mit dem Partner \u0082gemeinsames Erleben\u0091 erm\u00f6glicht: \"Es ist sch\u00f6n, wenn man die Entwicklung der Kinder gemeinsam erlebt, z. B. wenn Rolf [der Partner, K. F.], wenn ich nach Hause kam, gesagt hat, Lars [der Sohn, K. F.] hat sich gedreht\" (F11w). So ist sie einbezogen in die \u0082sch\u00f6nen Erfah rungen\u0091 mit dem Sohn und genie\u00dft sie gemeinsam mit dem Partner: \"Das sind sch\u00f6ne Erfahrungen, die f\u00fcr mich und Rolf das Herz immer wieder haben aufbl\u00fc hen lassen\" (F11w). Von einem anderen Paar in \u00e4hnlicher Lebenssituation wird der gemeinsame Stolz auf die Kinder als besonders verbindend geschildert: \"Wir sind sehr stolz auf un sere Kinder\" (F10m), ein Stolz, der f\u00fcr die Mutter mit einer gro\u00dfen Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr den Partner verbunden ist: \"Er hat seinen Job perfekt gemacht\" (F 10w). 7 Erfahrungen der T\u00f6chter und S\u00f6hne ihren Eltern praktizierte geteilte Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Familienarbeiten als positiv und in ihrem Prozess des Heranwachsens als bereichernd erlebt.Fast alle in die Untersuchung einbezogenen jungen Frauen und M\u00e4nner haben die von 14 Mutter und Vater waren zeit lich umfassend f\u00fcr sie pr\u00e4sent und mit ihren jeweiligen unterschiedlichen Orientierun gen und Verhaltensmustern verf\u00fcgbar, zu beiden haben sich vertrauensvolle, von wech Verstrickungen mit einem Elternteil konnte die ebenso vertraute Beziehung zum jeweils anderen Elternteil entlastend wirken. Besonders pr\u00e4gnant beschreibt eine 27-j\u00e4hrige Frau die f\u00fcr sie produktiven Seiten einer umfassenden Pr\u00e4senz beid er Eltern: \"Das ist halt \"ne sehr g\u00fcnstige Konstellation, war es auch schon f\u00fcr mich als Kind, dass meine Eltern beide viel zu Hause waren. Weil das einfach unglaublich viele Kr\u00e4fte und M\u00f6g lichkeiten freigesetzt hat\" (F1T1) 15 . Vor dem Hintergrund dieser Gemeinsamkeiten betonen die befragten jungen Frauen und jungen M\u00e4nner jeweils unterschiedliche f\u00fcr sie wichtige Aspekte einer geteilten Elternschaft. Viele der befragten jungen Frauen berichten, dass die Familienkonstellation, in der sie aufgewachsen sind, ihr Selbstbewusstsein gef\u00f6rdert hat. Einige vermuten, dass sie ein ausgepr\u00e4gteres Selbstbewusstsein entwickeln konnten, als es unter traditionellen 14 Eine Ausnahme macht lediglich eine junge Frau, der en Eltern sich im Prozess ihres Heranwachsens zeitweise getrennt haben. 15 T steht im Folgenden f\u00fcr T ochter, S f\u00fcr Sohn, die Ziffer 1 bei Familien mit mehreren T\u00f6chtern oder S\u00f6hnen f\u00fcr die oder den \u00c4lteren, 2 f\u00fcr die oder den J\u00fcngeren. Sonderheft 4 7_Gender_SH-16_Flaake_108-123.indd 117 02.11.2016 17:37:26 Verh\u00e4ltnissen m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. F\u00fcr dieses Selbstbewusstsein werden insbesonde re zwei Faktoren als wichtig angesehen: die Beziehungserfahrungen mit dem Vater und die kontinuierliche Berufst\u00e4tigkeit der Mutter. Einigen der befragten jungen Frauen hat die intensive Beziehung zum Vater und die \u0d75auch gegen\u00fcber anderen Personen m\u00e4nnlichen Geschlechts tragf\u00e4higes Selbstbewusst sein zu entwickeln. So berichtet eine 20-j\u00e4hrige Frau: \"Ich glaube, wir w\u00e4ren nicht so gegen\u00fcber anderen M\u00e4nnern auftritt oder in der Schule gegen\u00fcber Jungs in der Klasse, dass man da einfach selbstbewusst auftritt\" (F2T2). Die kontinuierliche Erwerbst\u00e4tig eine andere berichtet: \"Sie ist jetzt Abteilungsleiterin geworden, da bin ich stolz drauf\" \u00c4hnlich \u00e4u\u00dfert sich eine 16-J\u00e4hrige: \"Toll, dass sie so Karriere gemacht hat\" (F3T). Und Lebensbereich au\u00dferhalb der Familie und einem entsprechenden Selbstbewusstsein pr\u00e4(F10T). Auch wenn einige Frauen sich trotz als befriedigend erlebter Berufst\u00e4tigkeit in eine gute Mutter zu sein, sind sie doch f\u00fcr die T\u00f6chter als Frauen mit einem eigenen sch\u00e4tze ich sehr, sie ist unglaublich engagiert, es macht ihr unglaublich Spa\u00df. Und das ist f\u00fcr mich schon so \"n Vorbild auch, so engagiert und selbstbewusst im Beruf\" (F2T1). der Familie st\u00e4rker mit ihrem Bem\u00fchen zeigen, auch f\u00fcr die Familie da und den Kindern Vater auch immer da war, konnte sie [die Mutter, K. F.] immer berufst\u00e4tig sein. Und das besetzten Lebensbereich au\u00dferhalb der Familie zu erleben, eine Erfahrung, die zu einem dass es f\u00fcr sie wichtig gewesen ist, die Mutter auch als Frau mit einem eigenen, positiv ebenfalls als Quelle von Selbstbewusstsein gesehen. Einige der jungen Frauen betonen, entsprechenden Erfolge ihrer M\u00fctter. Dazu eine 22-j\u00e4hrige Frau: \"Dadurch, dass mein keit der Mutter, die durch die zuverl\u00e4ssige Pr\u00e4senz des Vaters m\u00f6glich wurde, wird sent. In den Schilderungen der jungen M\u00e4nner dominiert ein anderer Schwerpunkt, wenn es um die Bedeutung einer geteilten Elternschaft f\u00fcr eigene Entwicklungen geht. Viele von ihnen beschreiben als f\u00fcr sie wichtigen und positiven Aspekt, dass durch die zeit lich umfassende Pr\u00e4senz des Vaters eine tragf\u00e4hige Beziehung zu ihm entstehen konn te, gerade auch - wie einige berichten - vor dem Hintergrund einer emotionalen und k\u00f6rperlichen Distanziertheit des Vaters. Seine zeitliche Pr\u00e4senz habe es \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich gemacht, N\u00e4he und Vertrautheit mit ihm zu entwickeln. \"Ich h\u00e4tte bestimmt nicht so \"n Bezug zu meinem Vater. Er w\u00e4re mir bestimmt dann nicht so wichtig. Dann w\u00fcsste ich gar nicht so richtig, wie mein Vater ist, weil der ist schon sehr verschlossen\" (F16S), schildert ein 22-j\u00e4hriger Mann diese Konstellation. \u00c4hnlich \u00e4u\u00dfern sich andere: \"Dadurch, dass er sehr viel zu Hause ist, k\u00f6nnen wir viel zusammen machen. Sonst w\u00e4re das Verh\u00e4ltnis ganz anders. Ich glaube, dann w\u00fcrde ich mich gar nicht an meinen Vater nem Vater. Wenn er voll gearbeitet h\u00e4tte, w\u00e4r das \"ne sehr abwesende Rolle gewesen. So war es sch\u00f6n\" (F4S2). So ist die M\u00f6glichkeit, eine nahe und vertrauensvolle Beziehung zum Vater zu ent wickeln, f\u00fcr viele der befragten jungen M\u00e4nner - trotz der von einigen vermissten inten siven emotionalen und k\u00f6rperlichen N\u00e4he zu ihm - ein zentrales produktives Potenzial Sonderheft 4 7_Gender_SH-16_Flaake_108-123.indd 118 02.11.2016 17:37:26 der zwischen den Eltern geteilten Verantwortlichkeit f\u00fcr die Familienarbeiten. Die gro\u00dfe Bedeutung, die diese Facette einer geteilten Elternschaft f\u00fcr die S\u00f6hne hat, zeigt, wie wenig selbstverst\u00e4ndlich und zugleich wichtig eine enge und vertrauensvolle Beziehung zum Vater f\u00fcr junge M\u00e4nner ist. 8 Res\u00fcmee Die Erfahrungen von M\u00fcttern und V\u00e4tern mit einer Lebensform, in der beide gleicher ma\u00dfen in Beruf und Familie pr\u00e4sent und aktiv sind, machen deutlich, dass sich Entfal tungsm\u00f6glichkeiten und Entwicklungschancen f\u00fcr beide Geschlechter erweitern, wenn tradierte Muster f\u00fcr Aufgabenverteilungen aufgeweicht werden. Zugleich zeigen sich die Vereinseitigungen und Beschr\u00e4nkungen, die mit diesen tradierten Mustern f\u00fcr Frau-en und M\u00e4nner verbunden sind. Die befragten Frauen erleben es als gro\u00dfe Bereicherung ihres Lebens, als Mutter kontinuierlich im Beruf t\u00e4tig sein und dort langfristigen Perspektiven folgen zu k\u00f6n zu k\u00f6nnen, ist f\u00fcr sie eine gleichgewichtige Verantwortungs\u00fcbernahme ihrer Partner f\u00fcr den Bereich der Familie, eine Voraussetzung, die den befragten Frauen schon vor ihrer Mutterschaft bewusst war und viele von ihnen zur Entscheidung f\u00fcr eine in der Paarnen. Voraussetzung, um einen solchen Lebensentwurf relativ belastungsfrei umsetzen beziehung geteilte Elternschaft gef\u00fchrt hat. Die Konzentration als Mutter auf nur einen Lebensbereich, die Familie, wird als Einschr\u00e4nkung von Gestaltungs- und Entwick lungsm\u00f6glichkeiten gesehen, die Verbindung beider - Beruf und Familie - als Basis \u0d75 F\u00fcr die befragten M\u00e4nner hat sich durch die mit der Partnerin geteilte Elternschaft \u0d75 bezogenen Mustern folgenden Lebensweise st\u00e4rker verschlossen gewesen w\u00e4re: die Gestaltung einer intensiven und innigen Beziehung zu ihren Kindern von Anbeginn an und \u00fcber alle Lebensphasen hinweg und damit die Chance zur Entfaltung f\u00fcrsorg Erwerbst\u00e4tigkeit bereit sind, umfassend f\u00fcr ihre Kinder da zu sein, sind die M\u00f6glichkeiden tradierten Mustern folgenden berufszentrierten Lebensgestaltung mit vollzeitiger licher und liebevoll beziehungsorientierter Kompetenzen. Auch wenn V\u00e4ter mit einer \u0d75V\u00e4ter, die zun\u00e4chst \u00c4ngste und Vorbehalte hatten, sich auf all jene Gef\u00fchlsqualit\u00e4ten ten dazu durch die eingeschr\u00e4nkten zeitlichen Bedingungen doch begrenzt. So basiert die Entwicklung tragf\u00e4higer Beziehungen zwischen Eltern und Kindern auch auf der M\u00f6glichkeit, im Alltag umfassend Zeit miteinander verbringen zu k\u00f6nnen. \"Sorge f\u00fcr die heranwachsende Generation [...] ist mit einem Engagement in der Zeit verbunden vgl. auch King\/Busch 2012). Eine solche M\u00f6glichkeit ist V\u00e4tern in Familien mit einer geteilten Elternschaft gegeben. Die befragten M\u00e4nner erfahren diese Dimension ihres Lebens als Bereicherung und Quelle pers\u00f6nlicher Weiterentwicklungen. Insbesondere \u0d75 Sonderheft 4 7_Gender_SH-16_Flaake_108-123.indd 119 02.11.2016 17:37:26 mit einer Vielzahl widerspr\u00fcchlicher Gef\u00fchle verbunden sein kann, mit begl\u00fccken den mit relativiert werden. Deutlich wird in den Interviews mit Frauen, dass Mutterschaft Erlebensweisen. Vor diesem Hintergrund werden die Vereinseitigungen eines stark um -sonders deutlich: F\u00fcrsorge, Zuwendung, Zuneigung und W\u00e4rme zu geben hat in solchen \u0d76 Ein wesentliches, Geschlechterbilder langfristig ver\u00e4nderndes Potenzial einer in der Paarbeziehung geteilten Verantwortung und Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Familienarbeiten besteht zudem in der M\u00f6glichkeit, dass idealisierende Vorstellungen von einer \u0082guten Mutter\u0091, von den besonderen Qualit\u00e4ten, \u00fcber die M\u00fctter f\u00fcr die Beziehungsgestaltung zum Neuebenso wie mit be\u00e4ngstigenden, mit Gef\u00fchlen von \u00dcberforderung und Versagens\u00e4ngs erleichternd erlebt, nicht alleine f\u00fcr die Betreuung und Versorgung des Neugeborenen zust\u00e4ndig gewesen zu sein, und auch in sp\u00e4teren Entwicklungsphasen die Verantwor tung und Zust\u00e4ndigkeit mit dem Partner teilen zu k\u00f6nnen. In den Interviews mit V\u00e4tern zeigt sich, dass sie - wenn sie sich von Anbeginn an einlassen k\u00f6nnen auf eine intensive, emotional und k\u00f6rperlich nahe Beziehung zum Kind - ebenso wie M\u00fctter in der Lage sind zu innigen fr\u00fchen Beziehungsgestaltungen. 16 Durch Schwangerschaft, Geburt und Wenn es dem Paar nach der Geburt jedoch gelingt, eine zwischen ihnen ausgewogene Beziehung zum Kind herzustellen, und die M\u00e4nner sich den Angeboten des NeugeboreStillen haben Frauen zun\u00e4chst zwar eine engere leibliche Bindung an das Neugeborene. -Sohn oder der kleinen Tochter m\u00f6glich, die gepr\u00e4gt ist von intensiver, auch k\u00f6rperli\u0d75k\u00f6nnen, ist V\u00e4tern ebenso wie M\u00fcttern die Entwicklung einer Beziehung zum kleinen \u0d75 erfahrungen und einer geschlechter\u00fcbergreifenden Perspektive auf M\u00fctterlichkeit vgl. Kr\u00fcger-Kirn 2016). Auch die befragten T\u00f6chter und S\u00f6hne schildern das Aufwachsen in einer Familien form, in der M\u00fctter und V\u00e4ter von Anbeginn an gleicherma\u00dfen f\u00fcr sie pr\u00e4sent und in nicht den tradierten Mustern entsprechenden Aktivit\u00e4ten sichtbar waren, als bereichern de Erfahrung. Die T\u00f6chter betonen die Bedeutung, die es f\u00fcr sie hatte, \u00fcber allt\u00e4gliche \u0d75 Familie - ebenfalls eine Quelle f\u00fcr das eigene Selbstbewusstsein. F\u00fcr d ie S\u00f6hne steht ter entwickelt zu haben, eine Erfahrung, die die Basis sein kann f\u00fcr ein Beziehungsver-die Erfahrung im Vordergrund, eine vertrauensvolle und tragf\u00e4hige Beziehung zum Vades Selbstbewusstsein entwickeln zu k\u00f6nnen. Zudem hat ihnen das Erleben der Mutter f\u00fcr die sach- und fachbezogenen Kompetenzen und Leistungen der Mutter jenseits der \u0d75 st\u00e4ndnis unter M\u00e4nnern, in dem Vertrautheit und emotionale N\u00e4he Raum haben. Die grundlegende Zufriedenheit der befragten M\u00fctter und V\u00e4ter mit der von ihnen 16 Vgl. dazu auch die Ergebnisse einer bindungstheor etisch orientierten, longitudinalen Studie von Horst Nickel (2002). Sonderheft 4 7_Gender_SH-16_Flaake_108-123.indd 120 02.11.2016 17:37:27 Schwierigkeiten. Eine Lebensform, in der Eltern gleichgewichtig in Familie und Beruf aktiv sind, ist \u0d75-form unterst\u00fctzende gesellschaftliche Rahmenbedingungen sind bisher jedoch nicht in emotionaler und k\u00f6rperlicher N\u00e4he zu Kindern und die von M\u00e4nnlichkeitskonst ruktio\u0d75 f\u00fcr familiale Alltagsaufgabennen um die Dimension von F\u00fcrsorglichkeit, liebevoller Bezogenheit und Verantwortung handen. Unzul\u00e4ngliche gesellschaftliche Rahmenbedingungen - etwa der hohe Organisations- und Koordinationsaufwand, z. B. durch die Notwendigkeit einer Abstimmung mit den Zeiten der Einrichtungen, die die Kinder besuchen, sowie Unvereinbarkeiten zwischen den Logiken von elterlicher F\u00fcrsorge und Erwerbsarbeit - sind dabei ebenso von Bedeutung wie innere Bindungen an lebensgeschichtlich erworbene, geschlechts bezogene Orientierungs- und Verhaltensmuster, die eher Tradiertes nahelegen und deren dert. Diese Schwierigkeiten haben auch Auswirkungen auf die Paarbeziehung. Insbe machte. Dabei wird die Beziehung zu den Kindern als die Paarbeziehung besonders die die Beziehung nicht sprengte, sondern immer wieder Einigungsprozesse m\u00f6glich verbindendes Element und spezielle Qualit\u00e4t der gew\u00e4hlten Lebensform hervorgeho Betreuung, Versorgung und Erziehung der Kinder hat sich ein gemeinsamer Lebensbeben. Durch die mit dem Partner, der Partnerin gleichgewichtige Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die Beziehung gesehen wird. Die gemeinsame Freude an den Kindern und der Stolz auf sie M\u00e4nner st\u00e4rker trennen, - bei vielen als Basis f\u00fcr die Stabi lit\u00e4t und Lebendigkeit ihrer Zust\u00e4ndigkeit der Frauen f\u00fcr die Kinder und die meist vollzeitige Erwerbst\u00e4tigkeit der Arbeitsteilung, durch die sich die Interessenschwerpunkte des Paares durch die prim\u00e4re reich entwickelt, der - anders als in Familien mit einer den tradierten Mustern folgenden \u0d75 \u0d75verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu setzen.Schritt hin zur Weiterentwicklung entsprechender unterst\u00fctzender Rahmenbedingungen es von staatlicher Seite M\u00f6glichkeiten gibt, mit \u00fcberschaubaren Kosten Anreize f\u00fcr eine Modell f\u00fcr eine Familienarbeitszeit vorgeschlagen. Dieses Modell macht deutlich, dass Wissenschaftlern des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW) entwickelten 17 Ein solches Angebot kann Eltern - auch solche mit weniger privilegierten Arbeitsbedingungen als die von uns untersuchten - ermutigen, sich f\u00fcr eine Form der Lebensgestaltung zu entscheiden, die \u0d7518 , die Relativierung gesellschaftlicher Bilder einer \u0082guten 17 Das Modell der Familienarbeitszeit sieht vor , dass M\u00fctter und V\u00e4ter, die beide gleichzeitig im Um fang von 80 % einer Vollzeitstelle - das sind etwa 30 Stunden in der Woche - erwerbst\u00e4tig sind, eine aus Steuergeldern \u001fnanzierte Lohnersatzleistung erhalten (BMFSFJ 2015: 60). 18 Ein Signal f\u00fcr die Zust\u00e4ndigkeit auch der M\u00e4nner f\u00fcr ihr e Kinder von Anbeginn an und die entspre chende Relativierung des Beru\u001eichen zugunsten des Famili\u00e4ren ging Ende 2015 vom Schauspiel Frankfurt aus. Eine ausverkaufte Vorstellung wurde kurz vor Beginn abgesagt und damit hohe Sonderheft 4 7_Gender_SH-16_Flaake_108-123.indd 121 02.11.2016 17:37:27 531-92202-7 King, Vera (2011). Beschleunigte Lebensf\u00fchrung - ewiger Aufbruch. Neue kulturelle Muster der Verarbeitung und Abwehr von Verg\u00e4nglichkeit in Lebenslauf und Generationenbeziehungen. Psyche - Zeitschrift f\u00fcr Psychoanalyse und ihre Anwendungen, (65), 1061-1088. King, Vera & Busch, Katharina (2012). Widerspr\u00fcchliche Zeiten des Aufwachsens - F\u00fcrsorge, Zeitnot und Optimierungsstreben in Familien. Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, (1), 7-23. Klein, Regina (2000). Am Anfang steht das letzte Wort. Eine Ann\u00e4herung an die \"Wahrheit\" der tiefenhermeneutischen Erkenntnis. (1), 77-97.BIOS, 13 K\u00f6nig, Tomke (2012). Familie hei\u00dft Arbeit teilen. Transformationen der symbolischen Geschlechterordnung. Konstanz: UVK. Kr\u00fcger-Kirn, Helga (2016). Mutterschaft - Vaterschaft - Elternschaft. Eine sch\u00f6pferische Krise. In Helga Kr\u00fcger-Kirn, Marita Metz-Becker & Ingrid Rieken (Hrsg.), Mutterbilder. Kulturhistorische, sozialpolitische und psychoanalytische Perspektiven (S. 149-164). Gie\u00dfen: Psychosozial. Nickel, Horst (2002). V\u00e4ter und ihre Kinder vor und nach der Geburt. Befunde zum \u00dcbergang zur Vaterschaft aus deutscher und kulturvergleichender Perspektive. In Heinz Walter (Hrsg.), Mutter\u0091, durch die M\u00fctterlichkeit als vereinbar mit wichtigen Aktivit\u00e4tsbereichen au\u00dfer halb der Familie gesehen und f\u00fcr Frauen eine entlastetere Gestaltungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr ein Leben sowohl mit Kindern als auch mit au\u00dferfamilialem Engagement m\u00f6glich wird. Literaturverzeichnis Haubl, Frank Dammasch & Heinz Krebs (Hrsg.), Riskante Kindheit. Psychoanalyse und Bildungsprozesse org\/10.13109\/9783666454141.15 Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.). (2015). Familienreport 2014. Leistungen Wirkungen Trends. Berlin. B\u00fcrgisser, Margret & Baumgarten, Diana (2006). Kinder in unterschiedlichen Familienformen. Wie lebt es sich im egalit\u00e4ren, wie im traditionellen Modell? Z\u00fcrich: R\u00fcegger. Ehnis, Patrick (2009). V\u00e4ter und Erziehungszeiten. Politische, kulturelle und subjektive Bedingungen f\u00fcr mehr Engagement in der Familie. Frankfurt\/Main: Ulrike Helmer. Flaake, Karin (2014). Neue M\u00fctter - neue V\u00e4ter. Eine empirische Studie zu ver\u00e4nderten Geschlechterbeziehungen in Familien. Gie\u00dfen: Psychosozial. He\u00df, Pamela (2010). Geschlechterkonstruktionen nach der Wende. Auf dem Weg zu einer gemeinsamen politischen Kultur? \u001fnanzielle Verluste in Kauf genommen, um einem Schauspieler die Anwesenheit bei der Geburt seines Kindes zu erm\u00f6glichen: \"Unser Ensemblemitglied [...] ist b ei seiner Frau im Krei\u00dfsaal. Entge Vater unabk\u00f6mmlich ist. Wir bitten um Ihr Verst\u00e4ndnis, dass wir daher die heutige Vorstellung [...] - \"unabk\u00f6mmlich\u0093. gen aller Vorhersagen von heute fr\u00fch l\u00e4sst sich der neue Erdenb\u00fcrger so viel Zeit, dass der k\u00fcnftige damit \u00f6ffentlich in wichtigen famili\u00e4ren Funktionen sichtbar: Sie sind - zumindest bei der Geburt kurzfristig und ersatzlos entfallen lassen m\u00fcssen\u0093 (Aushang am Th eatereingang). M\u00e4nner werden Sonderheft 4 7_Gender_SH-16_Flaake_108-123.indd 122 02.11.2016 17:37:27 E-Mail: M\u00e4nner als V\u00e4ter. Sozialwissenschaftliche Theorie und Empirie (S. 555-584). Gie\u00dfen: Psychosozial. Pfahl, Svenja & Reuy\u00df, Stefan (unter Mitarbeit von Katrin Menke) (2009). Das neue Elterngeld. Erfahrungen und betriebliche Nutzungsbedingungen von V\u00e4tern. Eine explorative Studie. D\u00fcsseldorf: Hans-B\u00f6ckler-Stiftung. Possinger, Johanna (2013). Vaterschaft im Spannungsfeld von Erwerbs- und Familienleben. \"Neuen V\u00e4tern\" auf der Spur. 658-00709-6 R\u00fcling, Anneli (2007). Jenseits der Traditionalisierungsfallen. Wie Eltern sich Familien- und Erwerbsarbeit teilen. Frankfurt\/Main: Campus. aus Institutionen der Natalit\u00e4t. GENDER, 7 v7i3.20845 Wippermann, Carsten (2014). Jungen und M\u00e4nner im Spagat: Zwischen Rollenbildern und Alltagspraxis. Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung zu Einstellungen und Verhalten. Hrsg. v. Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Berlin. Karin Flaake, Prof. (i. R.) Dr., pensionierte Hochschullehrerin f\u00fcr Soziologie mit dem Schwer punkt Frauen- und Geschlechterforschung an der Carl von Ossietzky Universit\u00e4t Oldenburg. Arbeitsschwerpunkte: Geschlecht und Sozialisation, Sozialpsychologie der Geschlechterverh\u00e4ltnisSonderheft 4 7_Gender_SH-16_Flaake_108-123.indd 123 02.11.2016 17:37:27 ","related_references":[{"view":"M. (n.d.). durch die M\u00fctterlichkeit als vereinbar mit wichtigen Aktivit\u00e4tsbereichen au\u00dfer- halb der Familie gesehen und f\u00fcr Frauen eine entlastetere Gestaltungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr ein Leben sowohl mit Kindern als auch mit au\u00dferfamilialem Engagement m\u00f6glich wird. Literaturverzeichnis.","pdf_url":""},{"view":"Ahlheim, R., Behnke, R., C., Meuser, M. (2009). Elternschaft -Entwicklungsprozess und Konfl iktpotenzial. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. Riskante Kindheit. Psychoanalyse und Bildungsprozesse, pp. 15-35.<\/a> ","pdf_url":""},{"view":"B\u00fcrgisser, M., Baumgarten, D., P., Ehnis, B. B., P. (2006). Kinder in unterschiedlichen Familienformen. Wie lebt es sich im egalit\u00e4ren, wie im traditionellen Modell? Z\u00fcrich: R\u00fcegger D\u00f6ge. Farmington Hills: R\u00fcegger. Politische, kulturelle und subjektive Bedin- gun gen f\u00fcr mehr Engagement in der Familie.<\/a> ","pdf_url":""},{"view":"Ehnis, P. (2009). 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Arbeitsschwerpunkte: Soziologie der Ge-schlechterverh\u00e4ltnisse, Techniksoziologie, Organisationssoziologie, qualitative Methoden, Sozio-logie sozialer Praktiken. Kontakt: Universit\u00e4t zu K\u00f6ln, Gronewaldstra\u00dfe 2, 50931 K\u00f6lnE-Mail: diana.lengersdorf@uni-koeln.de Nina Wehner Diana Baumgarten, 2012: V\u00e4ter von Teenagern. Sichtweisen von V\u00e4tern und ihren jugendlichen Kindern auf ihre Beziehung. Opladen, Berlin, To-ronto: Budrich UniPress. 217 Seiten. 24,90 Euro wenigen dazu vorliegenden Studien fokussieren vor allem auf besondere V\u00e4tergruppen schungsgegenstand. W\u00e4hrend V\u00e4ter also allm\u00e4hlich mehr in den Blick kommen, exis-tieren noch immer kaum Untersuchungen \u00fcber die Vater-Kind-Beziehung (S. 20). Die wie etwa \"neue\" V\u00e4ter, soziale oder schwule V\u00e4ter. Studien zur weiterhin h\u00e4utigte - Vaterschaft und V\u00e4terlichkeit etablierten sich erst in den letzten Jahren als For-Beim Thema Elternschaft reproduzierte die Familienforschung lange Zeit implizit eine Hauptzust\u00e4ndigkeit von M\u00fcttern f\u00fcr Kinder, indem sie sich vor allem mit ihnen besch\u00e4f-fi gsten Konstellation - dem mit seinen leiblichen Kindern zusammenlebenden Vater - gibt es bisher kaum. In ihrer j\u00fcngst erschienenen Dissertation legt Diana Baumgarten nun eigene empirische Ergebnisse zu diesem innerfamilialen Verh\u00e4ltnis vor. Die Arbeit ist zugleich ein Pl\u00e4doyer, V\u00e4ter und deren Kinder als eigenst\u00e4ndigen Untersuchungsgegen-stand ernst zu nehmen, daher stellt Baumgarten die Sichtweisen von V\u00e4tern und deren jugendlichen Kindern auf ihre Beziehung zueinander ins Zentrum. In einem qualitativen Design hat sie acht Vater-Kind-Paarungen miteinander verglichen. Sie f\u00fchrte teilnarra-tive Leitfadeninterviews mit acht Deutschschweizer V\u00e4tern (zwischen 46 und 58 Jahre alt) und deren jugendlichen Kindern (zwischen 16 und 21 Jahre alt). Die Autorin gibt zun\u00e4chst einen \u00dcberblick \u00fcber den Stand der Forschung zu Vaterschaft und V\u00e4tern in Familiensoziologie, Psychologie und P\u00e4dagogik. Sie diskutiert unter ande-rem bindungs- und beziehungstheoretische Ans\u00e4tze und kritisiert die Dominanz entwick-lungspsychologischer Ans\u00e4tze, in denen der Vater entweder keine Rolle spielt oder nur bez\u00fcglich seines EinAufbau fl usses auf die sozio-kognitive und emotionale Entwicklung des Kindes interessiert (S. 28). In den folgenden Kapiteln pr\u00e4sentiert sie ihre Forschungsfragen und erl\u00e4utert das methodische Vorgehen. Das Zentrum der Arbeit bildet die anschlie\u00dfende umfangreiche Darstellung der aus dem Interviewmaterial entwickelten V\u00e4tertypologie. Baumgarten unterscheidet drei V\u00e4tertypen: die \"\u00e4quivalenten V\u00e4ter\", die \"supplement\u00e4GENDER 3 | 2013 164 Rezensionen ren V\u00e4ter\" und die \"Satelliten-V\u00e4ter\". Zentrales Kontrastierungsmerkmal dieser Typolo-gie ist die Selbstpositionierung der M\u00e4nner innerhalb ihrer Familie - inwiefern sie sich selbst als gleichwertig mit der Mutter (\"\u00e4quivalent\"), als nachgeordneter, erg\u00e4nzender El-Die drei V\u00e4tertypen werden im Ergebnisteil detailliert vorgestellt. Sie unterscheiden sich unter anderem darin, wie ihr Kinderwunsch gelagert war: Die \u00e4quivalenten V\u00e4ter weisen Drei V\u00e4tertypenternteil (\"supplement\u00e4r\") oder als vom Zentrum der Familie entfernt (\"Satelliten\") sehen.am st\u00e4rksten einen eigenst\u00e4ndigen Kinderwunsch auf, der auch unabh\u00e4ngig von ihrer Partnerin existierte und auf ein Kind als Beziehungsgegen\u00fcber zielte, w\u00e4hrend die supplement\u00e4ren V\u00e4ter sich ein Kind erst im Laufe ihrer konkreten Partnerschaft vorstellen konnten und die Satelliten-V\u00e4ter dies vor allem als Wunsch ihrer Partnerin beschreiben. Sie haben auch unterschiedliche (Ideal-)Vorstellungen von der Beziehung zu ihren Kin-dern: Die \u00e4quivalenten V\u00e4ter messen dem gemeinsamen Alltag eine hohe Bedeutung bei, bei den anderen beiden V\u00e4tertypen sind au\u00dferallt\u00e4gliche gemeinsame Events bzw. gemeinsame Freizeitbet\u00e4tigungen wichtiger. Dies schl\u00e4gt sich auch in einer unterschied-lichen Art der eigenen Beziehungsgestaltung nieder. W\u00e4hrend die \u00e4quivalenten V\u00e4ter vor allem die allt\u00e4gliche Kommunikation mit den Kindern betonen, heben die supplement\u00e4ren V\u00e4ter auf die Bedeutung gemeinsamer (vom Vater initiierter) Erlebnisse ab; die Sa-telliten-V\u00e4ter nutzen vorhandene \u00dcbereinstimmungen von Freizeitinteressen zwischen verglichen, bevor zentrale Ergebnisse in Anbindung an geschlechtertheoretische Annah-wiefern die Sichtweisen der Kinder mit denen der zugeh\u00f6rigen V\u00e4ter \u00fcbereinstimmen. In der Schlussdiskussion werden die V\u00e4tertypen nochmals verdichtet zusammengefasst und ihnen und ihren Kindern. Am Schluss jeder Typendarstellung vergleicht die Autorin, in-men und bestehende Forschungsarbeiten formuliert werden. Hohe Anspr\u00fcche an die Vater-Kind-BeziehungBaumgarten geht der Frage nach, was Vater-Kind-Beziehungen aus Sicht der Beteilig-ten ausmacht. In ihrem Fazit verzeichnet sie einen allen V\u00e4tertypen gemeinsamen hohen Anspruch an eine gute Vater-Kind-Beziehung: So unterschiedlich ihre Vorstellungen und Handlungsweisen als V\u00e4ter auch sind, f\u00fcr alle V\u00e4ter ist es sehr bedeutsam, eine ei-genst\u00e4ndige emotionale Beziehung zum eigenen Kind zu haben (S. 179f.). Des Weiteren fl ektiert die Autorin \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge der beschriebenen v\u00e4terlichen Selbst-re wahrnehmungen und Praxen mit M\u00e4nnlichkeitskonstruktionen. Sie verweist beispiels-weise auf den Stellenwert von (Au\u00dfen-)Aktivit\u00e4ten mit dem Kind als Bestandteil von F\u00fcrsorglichkeit von V\u00e4tern. Speziell au\u00dferallt\u00e4gliche v\u00e4terliche Aktivit\u00e4ten wie Ausfl \u00fcge, die gerne kritisiert werden (,V\u00e4ter konzentrieren sich nur auf die Besch\u00e4ftigungen mit Freizeitwert'), rekonstruiert Baumgarten als eine eigene M\u00f6glichkeit v\u00e4terlicher F\u00fcrsorge gerade traditionell orientierter V\u00e4ter: ,Indem sich V\u00e4ter auf den eher m\u00e4nnlich besetzten au\u00dferfamilialen Bereich konzentrieren, k\u00f6nnen sie sich an der F\u00fcrsorge f\u00fcr ihre Kinder beteiligen, ohne ihre Vorstellungen \u00fcber Geschlecht ver\u00e4ndern zu m\u00fcssen' (S. 181). Schlie\u00dflich wirft sie die Frage auf, inwiefern \"emotional-f\u00fcrsorgliche Vaterschaft\", wie etwa bei den \u00e4quivalenten V\u00e4tern beschrieben, Bestandteil \"hegemonialer M\u00e4nnGENDER 3 | 2013 Rezensionen 165 lichkeit\" (S. 185f.) sein kann. Zumindest wird mit dem Typus des \u00e4quivalenten Vaters ein empirisch auffi ndbares Beispiel vorgestellt, wie v\u00e4terliches Handeln als gleichwertiVaterschaft ausgehebelt werden kann. M\u00fctter und V\u00e4ter m\u00fcssen nicht in allen Bereichen ges elterliches Tun angesehen und damit das Hierarchieverh\u00e4ltnis zwischen Mutter- und das Gleiche tun - sie k\u00f6nnen je eigene Zust\u00e4ndigkeiten im Umgang mit den Kindern haben -, entscheidend ist ein Verst\u00e4ndnis von Gleichwertigkeit als Elternteil. \"Dies erm\u00f6glicht V\u00e4tern eine Selbstpositionierung, die ohne Mutterschaft als st\u00e4ndige Bezugs-folie auskommt\" (S. 184). Mit ihrem konsequent auf V\u00e4ter und deren Kinder ausgerichteten Analysefokus leistet Diana Baumgarten einen wichtigen empirischen Beitrag zur Familienforschung sowie Res\u00fcmee zur Mutter etc.), ist es doch ein gro\u00dfes Anliegen dieser Studie, die Eigenst\u00e4ndigkeit Familie in den Interviews mit den M\u00e4nnern offensichtlich so zentral war, ist ein frappie-der Vater-Kind-Beziehung herauszuarbeiten. Dass diese Positionierung innerhalb der render Befund. Anscheinend ist es ihnen nicht m\u00f6glich, \u00fcber die eigene Vaterschaft zu V\u00e4tertypen dem Vergleich zur Mutter ein so starkes Gewicht zukommt (\"\u00e4quivalent\" zur Forschung zu Vaterschaft\/V\u00e4terlichkeit und M\u00e4nnlichkeit. Zwei Irritationen traten bei der Lekt\u00fcre auf: In der Ergebnisdarstellung erstaunt, dass bei der Benennung der sprechen, ohne eine Relationierung zur Mutter vorzunehmen. Eine zweite Irritation macht sich am Untertitel des Buches fest: W\u00e4hrend dieser hung zum Vater bleibt recht beschr\u00e4nkt. Es ist durchaus interessant, zu lesen, inwiefern aus den V\u00e4terinterviews hinaus.fen, welche eigenen Themen und Motive sich aus den Interviews mit den Teenagerkin-die Einsch\u00e4tzungen der Kinder mit denen der V\u00e4ter \u00fcbereinstimmen, aber es bleibt of-dern bez\u00fcglich deren Beziehung zu ihren V\u00e4tern rekonstruieren lie\u00dfen - \u00fcber diejenigen den eher als eine Art Validierungsinstanz hinzugezogen, ihre Sichtweise auf die Bezie-auf ihre Beziehung zueinander verspricht, bildet sich im Aufbau der Ergebniskapitel ab, einen gleichberechtigten Anteil der Sichtweisen von V\u00e4tern und jugendlichen Kindern dass vor allem die V\u00e4ter im Zentrum der Analyse stehen; die jugendlichen Kinder werDessen ungeachtet liest sich das Buch in allen Teilen sehr gut und informativ. Die der und mit den erg\u00e4nzenden Sichtweisen der jeweiligen Kinder sehr plastisch. Insge-Tuns sichtbar\" (S. 5) zu machen.samt wird damit der Anspruch der Autorin eingel\u00f6st, \"die Vielgestaltigkeit v\u00e4terlichen V\u00e4tertypen werden in der detaillierten Beschreibung, in der Kontrastierung untereinanNina WehnerZur Person, Dr., wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum Gender Studies der Universit\u00e4t Basel. Arbeitsschwerpunkte: Familiengr\u00fcndungsprozesse, M\u00e4nnlichkeit, Geschlechterungleich-Kontakt: Zentrum Gender Studies, Petersgraben 9\/11, CH-4051 Baselheiten, qualitative Methoden. 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