{"hits":{"total":{"value":10,"relation":"eq"},"hits":[{"_index":"gesis-21-05-2026-02-00-54","_id":"dzi-solit-000187551","_version":1,"_seq_no":73214,"_primary_term":1,"found":true,"_source":{"title":"Vom Wandel des Gewaltmonopols oder der Aufstieg der pr\u00e4ventiven Sicherheitsordnung","id":"dzi-solit-000187551","date":"2010","date_recency":"2010","abstract":"Der Beitrag untersucht einige wenige der grundlegenden Ver\u00e4nderungen der wohlfahrtsstaatlichen Ordnungsform der Gewalt, die mit dem Aufstieg der pr\u00e4ventiven Sicherheitsordnung verbunden sind. Insbesondere ber\u00fccksichtigt er, dass Au\u00dfen- und Binnenseite des staatlichen Gewaltmonopols, \u00e4u\u00dfere und innere Sicherheit, eng miteinander verbunden sind. Unter den Ver\u00e4nderungen, die betrachtet werden, sind: die Militarisierung der Polizei und Verpolizeilichung des Milit\u00e4rs, die Entdifferenzierung von Krieg und Kriminalit\u00e4t und die Wiederkehr der Unsicherheit.","portal_url":"http:\/\/sowiport.gesis.org\/search\/id\/dzi-solit-000187551","type":"publication","topic":["Staat","Pr\u00e4vention","Ordnung","Polizei","Milit\u00e4r","Krieg","Kriminalit\u00e4t","Sozialstaat","Gewalt","Strukturwandel","Macht","Sicherheit"],"person":["Trotha, Trutz von"],"person_sort":"Trotha","source":"In: Kriminologisches Journal, Jg. 42, 2010, Nr. 3, S. 218-234 : Lit., 2010","links":[],"subtype":"journal_article","publisher":"DZI","database":"DZI - SoLit","document_type":"Zeitschriftenaufsatz","coreAuthor":["Trotha, Trutz von"],"coreJournalTitle":"Kriminologisches Journal","coreZsband":"Jg. 42, 2010, Nr. 3, S. 218-234 : Lit.","coreLanguage":["Deutsch (DE)"],"data_source":"GESIS-Literaturpool","link_count":0,"gesis_own":1,"fulltext":0,"index_source":"OUTCITE","literature_collection":"GESIS-Literaturpool"},"system_type":"BASE","doc_rank":1,"rid":28959810},{"_index":"gesis-21-05-2026-02-00-54","_id":"gesis-solis-00352239","_version":1,"_seq_no":83934,"_primary_term":1,"found":true,"_source":{"title":"Gew\u00e4hrleistung von Schutz und Ordnung im Schatten des Leviathan : zu kooperativ erstellten und kommerziell angebotenen, protektiven Leistungen","id":"gesis-solis-00352239","date":"1998","date_recency":"1998","abstract":"Der Beitrag zum Thema 'Eingriffsstaat und \u00f6ffentliche Sicherheit' setzt sich mit drei typischen Erscheinungsformen protektiver Leistungen auseinander: (1) mit den sogenannten 'Pr\u00e4ventionsr\u00e4ten', (2) mit einer '(gesellschafts-)vertraglichen Form', die von den Protagonisten der Public Management-Bewegung als 'echte' Public Private Partnership angesehen wird, sowie (3) mit der f\u00fcr die kommerzielle Sicherheitsindustrie typischen 'Sicherheitsarbeit' in \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Bereichen. In einem ersten Schritt wird zun\u00e4chst das Konzept der sozialen Kontrolle skizziert. Im Anschluss folgen einige Festlegungen und Pr\u00e4zisierungen zum Gewaltbegriff unter besonderer Ber\u00fccksichtung von M. Webers definitorischer Fassung des Gewaltmonopols. Diesem Abschnitt ist ein Exkurs beigegeben, der einen stimmigen Umgang mit Webers B\u00fcrokratiemodell anmahnt, aber auch daran erinnert, dass auch die Unternehmenskultur im Schatten formal-rechtlich abgesicherter Vertr\u00e4ge 'non-contractual relations' voraussetzt, die \u00fcber Vertrauen und Exklusion gesteuert werden, wie dies auch der Fall ist bei den Vorverhandlungen der Rechtsnormen vollziehenden Verwaltung. Der dritte Schritt er\u00f6rtert noch einmal den Doppelcharakter von Gewalt, indem ihre ordnungsbedrohende wie ordnungsstiftende Funktion beschrieben wird. Der vierte Schritt umfasst sodann die Diskussion der drei Erscheinungsformen protektiver Leistungen wie auch naheliegender Folgerungen. Abschlie\u00dfend machen die Ausf\u00fchrungen auf einen eigent\u00fcmlichen Zusammenhang aufmerksam: dass der n\u00e4mliche Trend zur \u00d6konomisierung, dem ja u.a. die Privatisierung staatlicher Sozialkontrolle ihren gegenw\u00e4rtigen Boom (mit-)verdankt, zu einer erheblichen Kriminalit\u00e4tsbelastung vor allem in der Form von Eigentumskriminalit\u00e4t f\u00fchrt, deren Anstieg ihrerseits der kommerziellen Sicherheitsindustrie die au\u00dfer Frage stehende rege Nachfrage beschert. (ICG2)","portal_url":"http:\/\/sowiport.gesis.org\/search\/id\/gesis-solis-00352239","type":"publication","topic":["\u00f6ffentliche Ordnung","innere Sicherheit","staatliche Einflussnahme","staatliche Lenkung","Weber, Max","Privatisierung","Sicherheit","Management","\u00f6ffentliche Verwaltung","\u00d6konomisierung","soziale Kontrolle","Gewaltmonopol","B\u00fcrokratie","Kriminalit\u00e4t","Kooperation","Kommerzialisierung"],"person":["Treiber, Hubert"],"person_sort":"Treiber","source":"In: Eingriffsstaat und \u00f6ffentliche Sicherheit, Beitr\u00e4ge zur R\u00fcckbesinnung auf die hoheitliche Verwaltung, Klaus Lenk ; Rainer Pr\u00e4torius , Baden-Baden, Nomos Verl.-Ges., 1998, S. 9-41","links":[],"subtype":"in_proceedings","publisher":"GESIS","database":"SOLIS - Sozialwissenschaftliches Literaturinformationssystem","document_type":"Sammelwerksbeitrag","coreAuthor":["Treiber, Hubert"],"coreSjahr":"1998","coreSverl":"Nomos Verl.-Ges.","coreSatit":"Eingriffsstaat und \u00f6ffentliche Sicherheit","coreSseries":["Staatslehre und politische Verwaltung"],"corePagerange":"9-41","coreIsbn":"3-7890-5563-8","coredoctypelitadd":["Aufsatz","Kongresspapier, Kongressbericht"],"coreLanguage":["Deutsch (DE)"],"coreSort":"Baden-Baden","data_source":"GESIS-Literaturpool","link_count":0,"gesis_own":1,"fulltext":0,"index_source":"OUTCITE","literature_collection":"GESIS-Literaturpool"},"system_type":"EXP","doc_rank":2,"rid":28959810},{"_index":"gesis-21-05-2026-02-00-54","_id":"gesis-bib-82315","_version":1,"_seq_no":14943,"_primary_term":1,"found":true,"_source":{"coreAuthor":["Trotha, Trutz von"],"coredoctypelitadd":["Monographie"],"coreLanguage":["Deutsch (DE)"],"coreSatit":"Politische Institutionen im Wandel, 1995","database":"GESIS - Bibliothek","data_source":"GESIS-BIB","document_type":"Sammelwerksbeitrag","fulltext":0,"gesis_own":1,"library_location":["K\u00f6ln 087-060"],"person":["Trotha, Trutz von"],"person_sort":"Trotha","publisher":"GESIS","source":"In: Politische Institutionen im Wandel, 1995","subtype":"in_proceedings","title":"Ordnungsformen der Gewalt oder Aussichten auf das Ende des staatliche Gewaltmonopols","topic":["Sammelwerksbeitrag","politische Systeme","vergleichende Studien"],"type":"gesis_bib","id":"gesis-bib-82315","index_source":"GESIS-BIB"},"system_type":"BASE","doc_rank":3,"rid":28959810},{"_index":"gesis-21-05-2026-02-00-54","_id":"gesis-solis-00383083","_version":1,"_seq_no":73655,"_primary_term":1,"found":true,"_source":{"title":"Sicherheit - Pr\u00e4vention - neue Risiken : zum Wandel moderner Staatlichkeit und ihrer rechtlichen Handlungsformen","id":"gesis-solis-00383083","date":"2007","date_recency":"2007","abstract":"Der Verfasser setzt sich zun\u00e4chst aus wissens- und machtsoziologischer Perspektive mit den Konzepten Risiko und Gefahr und den Rationalit\u00e4tsgrundlagen der Pr\u00e4vention auseinander. Er konstatiert eine paradoxe Konstellation, in der kriminalpr\u00e4ventive Ans\u00e4tze permanent ihre eigene Notwendigkeit reproduzieren, Pr\u00e4vention also Kriminalit\u00e4t als bedrohliche Tatsache erschafft. Vor diesem Hintergrund werden Aspekte eines m\u00f6glichen Rechtsformenwandels analysiert, die in der Folge zunehmender rechtsstaatlicher Pr\u00e4ventivstrategien zu beobachten sind. Es entsteht ein umfassender Vorsorgestaat, der immer weitere Aspekte der Lebensf\u00fchrung in den Bereich der politischen Gew\u00e4hrleistung einbezieht. Das Bed\u00fcrfnis nach Sicherheit steigt mit steigenden Sicherheitsstandards. Die \"Pr\u00e4ventivgesellschaft\" ist die Kehrseite der Risikogesellschaft. 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Das gemeinsame Prinzip und die Quelle der Lust auf Strafe freizulegen, verlagert die Perspektive von der Oberfl\u00e4che der Auswirkungen punitiver Politik auf die Einbettungen des Straf- und Kontrollsystems in soziale, wirtschaftliche und kulturelle Bedingungen. Es geht hierbei um die Homologien des p\u00f6nalen Feldes mit den Strukturver\u00e4nderungen der Gesellschaft und ihren sonstigen Teilsystemen der \u00d6konomie, der Politik, der Kultur und des Sozialen. Die politische \u00d6konomie der westlichen Gesellschaften seit den 1980er Jahren, so die hier zu verfolgende These, treibt die Straflust an und schreibt die strafrechtliche Kontrolle um.\" (Autorenreferat)","portal_url":"http:\/\/www.ssoar.info\/ssoar\/handle\/document\/44122","type":"publication","topic":["Bundesrepublik Deutschland","Neoliberalismus","innere Sicherheit","Punitivit\u00e4t","politische \u00d6konomie","Sicherheit","Strafe","Strafrecht","historische Entwicklung","soziales Problem","soziale Kontrolle","Rechtspolitik","Weltbild","Privatisierung","Kriminalit\u00e4t","Kriminologie","\u00d6konomisierung","Alltag","Wettbewerb","Deregulierung"],"person":["Klimke, Daniela"],"person_sort":"Klimke","source":"In: Soziale Probleme, 24, 2013, 1, 137-163","links":[{"label":"URN","link":"http:\/\/nbn-resolving.de\/urn:nbn:de:0168-ssoar-441222"}],"subtype":"journal_article","document_type":"Zeitschriftenartikel","institutions":["Centaurus-Verlag"],"coreAuthor":["Klimke, Daniela"],"coreSjahr":"2013","coreJournalTitle":"Soziale Probleme","coreZsband":"24","coreZsnummer":"1","coreLanguage":"de","urn":"urn:nbn:de:0168-ssoar-441222","coreIssn":"0939-608X","data_source":"GESIS-SSOAR","index_source":"GESIS-SSOAR","database":"SSOAR - Social Science Open Access Repository","link_count":0,"gesis_own":1,"fulltext":1,"metadata_quality":10,"full_text":" sion eine aversive Haltung vor, das Erkenntnispotenzial des Konzepts des Benennung des Neoliberalismus politisch notwendig ist, um dem Widerstand gegen seinen fortschreitenden Marsch einen Inhalt, einen Schwerpunkt und eine Sch\u00e4rfe zu geben\". Gleichwohl herrscht gerade in der deutschen Diskusan und schreibt die strafrechtliche Kontrolle um. seit den 1980er Jahren, so die hier zu verfolgende These, treibt die Straflust tur und des Sozialen. Die politische \u00d6konomie der westlichen Gesellschaften sellschaft und ihren sonstigen Teilsystemen der \u00d6konomie, der Politik, der Kuldie Homologien des p\u00f6nalen Feldes mit den Strukturver\u00e4nderungen der Getems in soziale, wirtschaftliche und kulturelle Bedingungen. Es geht hierbei um Auswirkungen punitiver Politik auf die Einbettungen des Straf- und Kontrollsysmus, werden nur mit spitzen Fingern aufgenommen. Mag man in der erkl\u00e4renden Variable des Neoliberalismus auch eine \"'chaotische' Abstraktion\" erkennen, so votiert Hall (2011: 706) trotz aller Vorl\u00e4ufigkeit daf\u00fcr, \"dass die Lust auf Strafe freizulegen, verlagert die Perspektive von der Oberfl\u00e4che der und ohne Widerspr\u00fcche verlaufen. Das gemeinsame Prinzip und die Quelle der Die Politische \u00d6konomie der Sicherheit von Daniela Klimke Zusammenfassung Neoliberalisierung und Punitivit\u00e4t bestimmen die Marschrichtung der westlichen Gesellschaften, auch wenn beide Entwicklungen keineswegs einheitlich 1. Einleitung Wie sich die gegenw\u00e4rtige politische \u00d6konomie in das Feld der Sicherheit \u00fcbersetzt, ist bislang von der Kriminolog ie und Soziologie kaum aufgegriffen worden. Die politische \u00d6konomie als wesentliches strukturierendes Prinzip der Wandlungen westlicher Gesellschaften zu verstehen, mag anachronistisch wirken. \u00d6konomische Kategorien, erst recht das Konzept des Neoliberalis- chen Organisationsprinzipien auf den P unkt gebracht hat. Nach der neoliberalen Doktrin solle sich der \"Herrschaftsbereich des Marktes auf alle Felder menschlichen Handelns ausdehnen\" (Harvey 2007: 10). Die au\u00dfer\u00f6konomimenbedingung des Marktes\" existiert, \"die Gesellschaft keine eigenst\u00e4ndige Kategorie\" mehr bildet (Ptak 2007: 51). \"It's the economy, stupid\", so hie\u00df die eindringliche Formel, auf die Bill Clinton den Wandel der gesellschaftlitur-Firma\" konstruiert wird (ebd.: 172). Eben jener parallele Umbau zur Markt- und Sicherheitsgesellschaft auf der Grundlage derselben neoliberalen Strukturprinzipien soll im Folgenden herausgearbeitet werden. Die Zur\u00fcckhaltung und Distanzierung der Soziologie gegen\u00fcber dem Konzept des Neoliberalismus \u00fcberrascht umso mehr, als seine Vertreter es in ihren Worten einst nicht an entschie dener Deutlichkeit ihrer Forderungen mangeln lie\u00dfen. \"There is no such thing as society\" lautete ein Zitat, in dem Margaret Thatcher die neoliberalen Grundprinzipien aufzeigte. Im Kern ginge es darum, dass \"die Gesellschaft im neoliberalen Weltbild nur als RahDK] sich bezieht, zusammengeh\u00f6ren k\u00f6nnen\", etwa wenn es um die Korrespondenz geht zwischen marktbasierten Techniken, mit denen sich sowohl Staatlichkeit ver\u00e4ndert als auch der \"'responsibilisierte' B\u00fcrger\" als \"Minianationalen Ausformungen und Brechungen zu geben, wodurch einige grundlegende Pfade der Sicherheitspolitiken bestimmt werden. Das Konzept des Neoliberalismus umfasst au\u00dferdem eine Vielzahl sozialer Gegenst\u00e4nde, etwa die \u00f6konomische Doktrin, die Interessenpolitik, das Weltsystem, die globale kulturelle Formation und die gouvernementale Rationalit\u00e4t (Ferguson 2009: 170 138 [Soziale Probleme] 24. Jahrgang 2013, Heft 1 Daniela Klimke Neoliberalismus zu nutzen. Die Beschreibung von Megatrends wie dem Neoliberalismus bietet allerlei Einfallstore f\u00fcr die Kritik, in der auch berechtigt etwa die Ber\u00fccksichtigung von (interna tionalen) Differenzen und Spezifika eingefordert wird. Tats\u00e4chlich werden mit der Behauptung eines gemeinsamen politisch-\u00f6konomischen Nenners, auf dem ein Teil der internationalen kriminalpolitischen Entwicklungen beru ht, sehr unterschiedliche historische Bedingungen und Entwicklungen der Neoliberalisierung und der Sicherheitspolitik in den einzelnen L\u00e4ndern eingeebnet. Gleichwohl scheint es, eine ausreichende gemeinsame Basis neoliberaler Gestaltungsprinzipien jenseits der f.). Die Verwendung dieses Begriffs rechtfertige sich aber dann, wenn das Einende seiner verschiedenen Bedeutungen herausgearbeitet werden soll in dem Sinne ei nes \"Reflektierens dar\u00fcber, wie die eigentlich unterschiedlichen Dinge, auf die es [das Wort 'Neoliberalismus', duen aus ihren sozialen Bez\u00fcgen verstehen (Honneth 1994: 24). Jeder als seines Gl\u00fcckes Schmied \"jenseits von Stand und Klasse\" und auch abseits die mit einer gewissen \u00dcbersetzung auch das Feld der Inneren Sicherheit bestimmen. 2. Privatisierung Auf der sozialstrukturellen Ebene l\u00e4sst sich unter Privatisierung eine Form der Individualisierung als Herausl\u00f6sung bis hin zur Vereinzelung der Indivieindeutig [...] sind, muss der Staat seine Macht nutzen, um Marktsysteme durchzusetzen oder zu erfinden \" (Harvey 2007: 84). Die hierf\u00fcr einschl\u00e4gigen Stichworte lauten 'Privatisierung', 'Wettbewerb' und 'Deregulierung', genenraten, der umso h\u00f6her ausf\u00e4llt, je neoliberal avancierter eine Gesellschaft ist ( Cavadino\/Dignan 2007 : 448). Die Autoren dieser Studie erkl\u00e4ren, die \"neoliberalen Gesellschaften tendier en dazu, beides zu exkludieren: Diejenigen, die im \u00f6konomischen Marktpla tz durchfallen und diejenigen, die darin versagen, das Recht einzuhalten\" ( Cavadino\/Dignan 2006 : 448), denn \"punitive Haltungen sind im \u00f6konomischen System nicht nur verk\u00f6rpert, sondern eingebettet\" (Cavadino\/Dignan 2007: 88). Neoliberalisierte Gesellschaften zeichnen sich durch eine Ideologi e freier M\u00e4rkte und - als Zwillingskonzept - einem ausgepr\u00e4gt individualistischen Ethos aus. \" Als oberster Wert gilt das Prinzip der Konkurrenz, und dies auf allen Ebenen: zwischen Individuen, Unternehmen und territorialen Einheiten [...]. Die Grundregeln der Marktkonkurrenz sind nat\u00fcrlich strikt einzuhalten. Wo diese Regeln nicht [Soziale Probleme] 139 Die Politische \u00d6konomie der Sicherheit 24. Jahrgang 2013, Heft 1 schen Bereiche seien nach \u00f6konomischen Prinzipien umzugestalten. Der \"\u00f6konomische Imperialismus\" (G.S. Becker 1993) kolonisiere hiernach die Gesellschaft, er werde zum \"operativen Mechanismus\" (Demirovi 2008: 25). Dem Markt und den \u00f6konomischen Ge staltungsprinzipien wird eine \u00fcber das Wirtschaften hinausreichende \u00dcberlegenheit zugeschrieben, gesellschaftliche Prozesse besser zu steuern. Der neoliberale Umbau zielt mithin auf den gesellschaftlichen Kernbestand. Es besteht wohl keine zuf\u00e4llige Koinzidenz zwischen der Neoliberalisierung einer Gesellschaft und ihrer Betonung von law and order . Wacquant (2012: 690, 692) macht einen \"zweifachen 'Rechtsdrall'\" des \"neoliberalen Leviathan\" aus, der in einer Bewegung die M\u00e4rkte liberalisiert und das Strafregime versch\u00e4rft. Eindr\u00fccklich zeigt sich dies an dem Indikator der Gefan- auf die Spr\u00fcnge. Die Idee rational Vor- und Nachteile einer Handlung abw\u00e4gender Subjekte grundiert die Responsibilisierungsst rategie. Heruntergebrochen auf die Vernunft, den gesunden Menschenverstand, werden die ehemals anerkannten gesellschaftlichen Bedingungen des menschlichen Handelns au\u00dfer Kraft gesetzt. Nicht mehr die gro\u00dfen Fragen von Gerechtigkeit, Lebenschancen, sozilogische Krise (Young 1986) der 1970er Jahre, in der die soziale Verursachung von Kriminalit\u00e4t und damit zugleich der Rehabilitationsansatz (\"nothing works\") in Verruf kamen, verhalf der \u00d6konomisierung von Kriminalit\u00e4t nalit\u00e4t gedeiht entlang der Rational Choice Theorie, die aus den Subjekten nutzenorientierte Handelnde konstruiert. Damit entfallen weitgehend gesellschaftliche Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze f\u00fcr Kriminalit\u00e4t (Garland 2008: 195). Die \u00e4tio(sowohl f\u00fcr den T\u00e4ter als auch f\u00fcr das potenzielle Opfer) [...], statt einer moralischen Abweichung, die speziell erkl\u00e4rt zu werden br\u00e4uchte\" (Garland 1996: 451). Dienten zuvor die autorit\u00e4r vermittelten gemeinsam geteilten Werte und Normen der Konformit\u00e4t der Gesellschaftsmitglieder, wandelt sich die ehemalige Werteordnung in einen Marktplatz der Gelegenheiten und ihrer \u00f6konomisch angeleiteten Steuerung. Die entmoralisierte Alltagskrimine normale und moralisch weitgehend neutrale Nutzung einer g\u00fcnstigen Gelegenheit oder als stabiles Merkmal de r Pers\u00f6nlichkeit des Handelnden, als 'Hang'. Die Alltagskriminologie erkl\u00e4rt Devianz als eine vor dem Hintergrund der gestiegenen Bedeutung von Kriminal it\u00e4t normale und routinisierte Gefahr sp\u00e4tmodernen Lebens. Kriminalit\u00e4t sei hiernach ein \"kalkulierbares Risiko 140 [Soziale Probleme] 24. Jahrgang 2013, Heft 1 Daniela Klimke der root causes gesellschaftlicher Kriminalit\u00e4tserkl\u00e4rungen entspricht der privatisierten Daseinsform der Subjekte, die nun als Unternehmer ihrer selbst handeln sollen. Mit der Privatisierung \u00e4ndern sich die Zurechnungsregeln der Verantwortung f\u00fcr Erfolg, Scheitern und auch f\u00fcr Delinquenz, die nun jenseits sozialer Ursachen allein auf dem Konto der Handelnden zu verbuchen sind (Garland 2008: 195). Die Kriminalit\u00e4 tsursachen werden konsequent entsozialisiert. Der unter wohlfahrtsstaatlichen Bedingungen als homo sociologicus gedachte Abweichler wird durch zwei Typen von Kriminalit\u00e4tsvorstellungen verdr\u00e4ngt: den homo oeconomicus und den homo monstrosus . In beiden Figuren werden Normbr\u00fcche nicht mehr als Folge zeitweiligen Ausscherens aus einer allgemein geteilten sozialen Ordnung, als Straucheln gefasst. Stattdessen wird die rechtswidrige Neigung verallgemeinert, entweder als ei- Wellen der Emp\u00f6rung \u00fcber 'gierige Manager' aufsteigen, beschreibt das Prinzip \"getting something for nothing\" gerade das erfolgreiche Markthandeln. Denn das Wirtschaften richtet sich ergebnisorientiert aus, w\u00e4hrend der durch M\u00fchsal und geduldige Investition in eine ferne Zukunft aus, sondern dadurch, dass er spontan Chancen ergreift, sich als 'findig' erweist und Konkurrenten ausstechen kann (Br\u00f6ckling 2004: 273). Auch wenn zeitweilig hiervon immer weiter abger\u00fcckt wird, Gratifikation eher der Zuf\u00e4lligkeit guter Gelegenheiten geschuldet ist (Neckel 1991, 2000; Steinert 2008). Der Entrepreneur als Leitlinie der Subjektivierung zeichnet sich gerade nicht mehr und mehr zu einem Prinzip der sozial\u00f6konomischen Verlierer. Gerade im Management sozialer Marginalit\u00e4t und im p\u00f6nalen Sektor erf\u00e4hrt der Leistungsbegriff eine Renaissance, und dies in Zeiten, da im Erwerbsleben teiligungen der sozial\u00f6konomischen Randlagen aufzufangen, er w\u00fcrde sie sogar erst erschaffen haben, indem durch sie der \"unmittelbare Zusammenhang von Arbeit bzw. individueller Le istung und Gegenleistung aufgel\u00f6st\" werde (Bischoff 1990: 1232). In der Kritik scheint einerseits eine alte Leistungsmoral auf, die nicht mehr zum neoliberalen Nutzenmaximierer in einer Erfolgsgesellschaft passt. Andererseits sc hafft nach neoliberaler Doktrin erst die Abschaffung oder wenigstens eine minimale Versorgung durch staatliche Sozialleistungen die 'freien' Wettbewer bsbedingungen, unter denen sich die abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten unabh\u00e4ngig von der 'Gegenleistung' verdingen m\u00fcssen. Das meritokratische Gerechtigkeitsideal, das schon in wohlfahrtsstaatlichen Zeiten mehr kleinb\u00fcrgerliche Illusion als Realit\u00e4t war, wird unterdes oliberalisierung nicht nur in den US A mit neokonservativen Elementen, die vor allem den Sozialstaat und eine Umverteilungspolitik von oben nach unten als Problem ausmachen. Der Wohlfahrtsstaat sei nicht nur unf\u00e4hig, BenachAlltag zu bew\u00e4ltigen und die Zukunft zu berechnen. Erfolg (im Gegensatz zu Leistung) wie auch ein Misslingen mu ss individuellen F\u00e4higkeiten und der Willensentscheidung zugeschrieben werden. Doch diese konsequente \u00d6konomisierung des Sozialen bleibt in Teilen programmatisch und weist manche Br\u00fcche sowohl in den Alltagsvorstellungen als auch in den politischen Verlautbarungen auf. Vermischt wird die Ne[Soziale Probleme] 141 Die Politische \u00d6konomie der Sicherheit 24. Jahrgang 2013, Heft 1 al\u00f6konomischer Ressourcenverteilung und Disziplin, die die paternalistischen Gro\u00dfstrategien bewegten, bilden das Ei ngriffsfeld kriminalpr\u00e4ventiver Arbeit. Nun ist jeder auf sich selbst und seine Kompetenz zur\u00fcckgeworfen, den che Unterst\u00fctzung angewiesen ist. vergewisserung, das eigene Leben im Griff zu haben. Hall (2011: 715 Leben der \"Sozialschmarotzer\" finanzieren muss und den Kunden, verk\u00f6rpert durch die \"gl\u00fcckliche Hausfrau\", die den Konsummarkt nutzt; ausgeschlossen sei damit die Vorstellung eines \"ehrenwerten B\u00fcrgers\", der auf \u00f6ffentlian elementare Alltagserfahrungen ankn\u00fcpfen kann, soziale Verh\u00e4ltnisse moralisiert und auf \u00fcberraschende Weise Gerechtigkeitsgesichtspunkte mobilisiert\" (Demirovi 2008: 20). Das \u00fcberkommene Leistungsideal scheint umso mehr als sicherheitsstiftende Illusion in un\u00fcbersichtlichen Zeiten zu wirken, wie der sozial\u00f6konomische Status auch der Mittelschichten pr ek\u00e4r wird. In dem Ma\u00dfe, wie der nicht nur gef\u00e4hrdet ist, sondern eine Dekla ssierung als individueller Abstieg infolge pers\u00f6nlicher Inkompetenz erscheint, dient die moralische Verachtung gegen\u00fcber devianten Lebensformen als Leistungsverweigerer auch der SelbstMarkt geht. Je weniger Orientierungsmarken der entfesselte Markt bietet, desto leichter scheint es zu fallen, \"ein breites Geflecht von sozialen Kompromissen zu zerrei\u00dfen. Daf\u00fcr wird eine Strategie verwendet, die sehr h\u00e4ufig r\u00fcck, um die 'Nutzlosen' aus der Marktteilnahme auszuschlie\u00dfen. Das meritokratische Gerechtigkeitsideal, das f\u00fcr das normale Wirtschaften abgel\u00f6st wird, wird in Teilen wiederbelebt, wenn es um die Zugangsbedingungen zum 405), wird leistungsmoralisch verstanden. Diese f\u00fcr eine Marktgesellschaft unpassende Perspektive auf ihre Verlierer markiert einen der Br\u00fcche mit der \u00f6konomischen Strukturlogik und greift stattdessen auf Disziplinarideen zuDie Figur des undeserving poor , der die eines undeserving criminal zur Seite gestellt werden kann, da beide demselben Komplex an Ressentiments und derselben S\u00fcndenbockfunktion entspringen (Hogan\/Chiricos\/Gertz 2005: 142 [Soziale Probleme] 24. Jahrgang 2013, Heft 1 Daniela Klimke 'Input' nicht belohnt wird (Neckel\/Dr\u00f6ge 2002: 105). Je weniger Leistung f\u00fcr einen Erfolg eingesetzt werden musste, als desto gelungener erscheint das Markthandeln. Ganz anders dagegen wird gerade das Handeln der sozialen Randlagen gerahmt. Die Idee des Verdienstes als Relation zwischen eingesetzter Leistung und der Gegenleistung grundiert den Zugriff auf Arme und Kriminelle. f.) macht zwei diskursive Figuren aus, die der Neoliberalismus produziert: den Steuerzahler als hart arbeitenden Mann, der mit seinen hohen Abgaben das h\u00f6hen, um den verbrecherischen Gewinn zu schm\u00e4lern (Sack 2003). Diese Politik fasst Kriminalit\u00e4t als Markt, auf dem nicht auf die Parameter der Nachfrage nach Kriminalit\u00e4t eingewirkt, sondern auf der Angebotsseite reguliert wird. Eine nachfrageorientierte Kriminalit\u00e4tskontrolle w\u00fcrde an den Ursachen von Verbrechen ansetzen (Armut, soziale Ausschlie\u00dfung o. minalit\u00e4t geschieht \u00fcber ihre Verteuerung. Der Abschied von der nachfrageorientierten Kriminalpolitik zum angebotsorientierten Konzept Innere Sicherheit zielt darauf ab, die Kosten einer Straftat f\u00fcr die potenziellen T\u00e4ter zu erAnspr\u00fcche versagt bleiben, wenn er seinen kontraktuellen Verpflichtungen nicht nachkommt, wird auf das Nutzenka lk\u00fcl des Kriminellen ebenfalls mit negativer Kostenerh\u00f6hung eingewirkt. Die marktf\u00f6rmige Regulation der Kribekommt und dem gerade diese zeitgem\u00e4\u00dfe Marktg\u00e4ngigkeit vorgeworfen wird. Auf beide moralisch gebildeten Kategorien unverdienter Staatsklienten, die freilich eine gro\u00dfe Schnittmenge bilden, wird dann aber auf \u00f6konomische Weise reagiert. Erscheint der Arme nicht mehr so sehr als Bed\u00fcrftiger, denn als Kunde mit eigener Leistungsverpflichtung (\"Fordern und F\u00f6rdern\"), dem sicherheit, die nunmehr bis tief in die Mittelschicht hineinreicht, ihren Glauben [...] in der Praxis zu ersch\u00fcttern droht \" (Wacquant 2009: 127). Der unw\u00fcrdige Arme und Kriminelle ist derjenige, der nicht leistet und trotzdem bedient, denn indem \" sie die Armen den W\u00f6lfen vorwerfen, k\u00f6nnen die Staatseliten das ideologische Primat des me ritokratischen Individualismus gerade zu dem Zeitpunkt behaupten, zu dem die Verallgemeinerung der sozialen Unindividuellen Anstrengung gedacht werden will, legitimiert sich damit zugleich die unnachgiebige Bestrafung derjenigen, die diesen Anforderungen auszuweichen scheinen. Von der Politik werden diese Ressentiments gerne 965). In Zeiten der Pflicht zur Selbstaktivierung dienen dann solche Figuren der Warnung, dass dort unten der Moloch nichtresponsibilisierbarer Daseinsweisen lauert. Denn wenn das Lebensgeschick als eine Frage der redlichen Gef\u00fchl der Ungerechtigkeit) in Rachsucht umschl\u00e4gt\" (Young 2003: 405). Die gef\u00e4hrlichen und unw\u00fcrdigen Armen werden leicht zur Projektionsfl\u00e4che misslungener Lebensf\u00fchrung - \"a body beyond governance\" (Skeggs 2005: [Soziale Probleme] 143 Die Politische \u00d6konomie der Sicherheit 24. Jahrgang 2013, Heft 1 So verschiebt sich das Unbehagen an den anomischen Strukturen des Erfolgs auf die individuelle Ablehnung der Erfolglosen. \"Es ist die Erfahrung von Einschr\u00e4nkung und Aufopferung, wodurch ein einfaches Missfallen (ein \u00e4.). Die angebotsorientierte Kriminalpolitik wirkt stattdessen auf die Kostenseite f\u00fcr Effektivit\u00e4t im Gebrauch der Ressource n der Kriminaljustiz\" betont werden (Garland 1996: 455). F\u00fcr staatliche Organisationen bedeutet Privatisierung deren Umbau und \"Verschlankung\", indem ehemals staatliche Aufgaben auf falls eingef\u00fchrt sind (Garland 2008: 236). Die staatliche Kriminalit\u00e4tskontrolle wird unter ein \u00f6konomisches Regime des Qualit\u00e4tsmanagements gestellt, womit \"\u00d6konomie, Effizienz, und ner Sicherungsaufgaben auf individuell bew\u00e4ltigbare pers\u00f6nliche Vorsorge der staatlichen Entlastung, aber stellt da r\u00fcber hinaus auch \"eine neue Form des 'Regierens aus der Distanz'\" dar, wie sie f\u00fcr andere Politikbereiche ebenHand zu nehmen. \u00c4hnlich wie es auch in den Bereichen sozialer Risiken, wie Arbeitslosigkeit, Altersversorgung und Krankheit geschieht, dient das Herunterbrechen umfassender, ehemals von staatlichen Institutionen \u00fcbernommedelle von Rational Choice, Routine Activity etc. machen das Risiko zumindest der Alltagskriminalit\u00e4t zu einer Fr age der Vorsorge mithilfe situativer Kriminalpr\u00e4vention. Die wohlfahrtsstaat liche Strategie einer staatlichen \"souver\u00e4nen Kriminalit\u00e4tskontrolle\" wird f\u00fcr diesen Kriminalit\u00e4tssektor durch die \"pr\u00e4ventive Partnerschaft\" verdr\u00e4ngt (Garland 1996: 451 staat bestanden, wurde mit der Abspaltung der Kriminalit\u00e4t von ihren sozialen Bez\u00fcgen ein Problembereich erschaffen, dessen pr\u00e4ventive Bearbeitung auch Laien abverlangt werden kann. Die alltagstheoretischen Erkl\u00e4rungsmoin den Prozess der Sicherheitsherstellung miteinbezogen werden. W\u00e4hrend die sozialtechnologischen Gro\u00dfstrategien zur Kriminalit\u00e4tspr\u00e4vention paternalistisch-monopolistische Strukturen voraussetzen, wie sie im Wohlfahrtslange eine solche Segregation daf\u00fcr so rgt, dass das soziale System reibungsloser funktioniert \", kommentiert Garland (2008: 327). Mit der Strategie einer \u00d6konomisierung von Kriminalit\u00e4t wird zugleich die Kriminalpr\u00e4vention marktf\u00f6rmig um gebaut und in Teilen privatisiert. Denn erst wenn sich die Mittel zur Kriminalit\u00e4tspr\u00e4vention an die bekannten Strategien des Wirtschaftshandelns angleichen, k\u00f6nnen verschiedene Akteure 144 [Soziale Probleme] 24. Jahrgang 2013, Heft 1 Daniela Klimke die Straftatbegehung ein, indem beispielsweise das Entdeckungsrisiko und die Strafrahmen erh\u00f6ht werden. \" Ein solcher Ansatz passt gut zu einer Sozial- und Wirtschaftspolitik, die ganze Gruppen von Menschen ausschlie\u00dft, soff.). Privatisierung umfasst mithin auch die Responsibilis ierung der B\u00fcrger, einen Teil der kriminalpr\u00e4ventiven Aufgaben f\u00fcr sich und f\u00fcr andere (das reicht von den internationalen Aktionen \"Wachsamer Nachbar\", der Zivilcourage bis hin zu den in Deutschland seltenen B\u00fcrgerwehren und Gated Communities) selbst in die net dies einer \"economy of excess\" zu, die auf einer \"Nullsummen-RisikoLogik\" beruht, wonach \"praktisch jede Erh\u00f6hung der Sicherheit, ganz gleich misch vern\u00fcnftige Ma\u00df \u00fcberschritten wird. Betrachtet man die Ergebnisse internationaler Wirkungsforschung, l\u00e4sst sich die Strafpolitik leicht als Fehlinvestition erkennen (vgl. Kury, in diesem Band). Hallsworth (2000: 148) ordtions- und Sanktionskosten andererseits aufrecht zu erhalten. Ist diese Kriminalpolitik ihrer Funktion nach \u00f6konomisch orientiert, sind es die Investitionen in die Sicherheit allerdings nicht immer, so dass hier leicht das \u00f6konok\u00fcl unterstellt wird wie sie auch die kr iminalpr\u00e4ventiven Strategien anleitet. Die Verwaltung von Kriminalit\u00e4t zielt gem\u00e4\u00df den Marktregeln darauf ab, eine Balance zwischen Kriminalit\u00e4tskosten auf der einen Seite und Pr\u00e4vengungen ambivalente Folgen. Die Souver\u00e4n it\u00e4t des Staates ist mit einem umfassenden Sicherheitsversprechen vor allerlei Risiken verbunden worden (Garland 2008: 207; von Trotha 2010b : 221). Aber diese Schutzfunktion, auch vor Kriminalit\u00e4t st\u00f6\u00dft an Grenzen der Bezahlbarkeit, Machbarkeit und insbesondere der politischen Rationalit\u00e4t. Hiernach st\u00e4nde die exzessive Kriminalit\u00e4tskontrolle entgegen den \u00f6konom isierten Vorgaben, die lediglich eine Art Gleichgewichtszustand, nicht ab er die Eliminierung von Kriminalit\u00e4t bezwecken. Das moralfreie Management von Kriminalit\u00e4t basiert auf einer \u00f6konomischen Kosten-Nutzen-Rechnung, die sowohl dem Straft\u00e4ter als KalKonkurrenz gilt als Schl\u00fcsselkonzept des Neoliberalismus (Harvey 2007: 84), dem zugetraut wird, Kr\u00e4fte zu mobilisieren und Innovation anzureizen. F\u00fcr die staatliche Bearbeitung von Devianz zeitigen die Wettbewerbsbedinschafft mit den bekannten Auswirkungen, \"das staatliche Gewaltmonopol selbst zur Disposition\" zu stellen (von Trotha 2010b). 3. Wettbewerb Wettbewerb beschreibt die nat\u00fcrliche Strukturbedingung des unternehmerischen Handelns, zu dem Individuen und Organisationen angehalten sind. cherheitsaufgaben an private Anbieter. Damit bereitet Privatisierung Wettbewerb vor, indem es staatlich-monopolis tische Strukturen aufbricht und einen Markt verschiedener Anbieter auf dem Feld der Inneren Sicherheit [Soziale Probleme] 145 Die Politische \u00d6konomie der Sicherheit 24. Jahrgang 2013, Heft 1 private Akteure \u00fcbertragen (Outsourcing) und staatliches Eigentum, das Familiensilber, an nicht-staatliche Akteure ver\u00e4u\u00dfert werden. Auf die Innere Sicherheit \u00fcbertragen, bedeutet Privatisierung die teilweise Delegation von Si- 32 aber auch gegen W\u00e4hlerstimmen - feilgeboten wird. Sicherheit kann nie in ausreichendem Ma\u00dfe gew\u00e4hrleistet sein. anwachsen \" (von Trotha 2010b: 222). Die \"lim its of sovereignty\" (Garland 1996) sind mithin in der Vermarktlichung von Sicherheit bereits angelegt. Mit dem Verst\u00e4ndnis des Staates als ei n dezentralisiertes sicherheitsproduzierendes Unternehmen, das freilich nach wie vor an den Schalthebeln der Macht sitzt, sind alle auch aus der Marktwirtschaft bekannten \u00f6konomischen Mechanismen verbunden. Eine der schwerwiegenden Folgen der \u00d6konomisierung des Sicherheitsmarktes ist die weniger faktische als diskursiv hergestellte Verknappung von Sicherheit. Gefahrlosigkeit wird zum raren Gut, das zum Tausch - zum Kauf, regelt werden. Mit Blick auf die Reorganisation des Gewaltmonopols hei\u00dft das, da\u00df seit Jahren die private Sicherhe itsindustrie und private Sicherheitsdienstleistungen auf der Binnen- wie auf der Au\u00dfenseite des Gewaltmonopols ebenso f\u00fcr die staatliche Kriminalit\u00e4tskontrolle gilt und durch einen MultiAgency-Approach gew\u00e4hrleistet wird: \" Die umfassende Vorsorge soll in wachsendem Ma\u00dfe nicht mehr durch den Staat, sondern durch den Markt geihre Bestimmung \"vom Herrschaftsmonopolisten zum Herrschaftsmanager\" (Genschel\/Zangl 2007: 10). Damit passt die Konzeption des souver\u00e4nen Staates als Inhaber des Gewaltmonopols nicht zum Wettbewerbsprinzip, das zur\u00fcck, wie so oft behauptet. Staatliche Herrschaft dehnt sich sogar aus \"durch Deregulierung und Privatisier ung, durch Lokalisierung und 'contracting out' seiner Aktivit\u00e4ten\" (Brown 1995: 18). Dabei ver\u00e4ndert Staatlichkeit fizierung von Sicherheit erst erm\u00f6glicht , indem sie die Kriminalit\u00e4tskontrolle in Teilen entprofessionalisiert und auf die Schultern staatlicher, privatwirtschaftlicher und ziviler Akteure verteilt. Der Staat zieht sich dabei aber nicht 146 [Soziale Probleme] 24. Jahrgang 2013, Heft 1 Daniela Klimke wie klein und spekulativ, f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit ausreicht, nahezu jeden Anstieg des Risikos f\u00fcr Straft\u00e4ter zu rechtfertigen, ganz gleich wie substanziell und sicher\" er ausf\u00e4llt (Simon 2007: 195). Es ist gerade das Aufgeben umfassender integrativer Sicherheitsstrategien wohlfahrtsstaatlicher Pr\u00e4gung zugun sten kleinr\u00e4umlich ansetzender und die Kriminalit\u00e4t nur situativ erschwerender Vorkehrungen, die die KommodiIn dem Ma\u00dfe, wie Sicherheit zum lautstarken Argument einer popularisierten Kriminalpolitik wird (Sack 2004: ff.), wie St\u00e4dte miteinander um den Faktor Schutz vor Kriminalit\u00e4t konkurrieren, wie nachbarschaftliche Wachsamkeit zur B\u00fcrgeraufgabe erkl\u00e4rt wird usw., wird der Preis f\u00fcr Sicherheit in die H\u00f6he getrieben, ohne sie je- d\u00e4chtigen beschnitten zugunsten seines Gegenparts, dem Kriminalit\u00e4tsopfer (Simon 2007: 115). \" Die Heiligsprechung der Opfer macht jeden Gedanken an die T\u00e4ter weitgehend null und nich tig. Das Nullsummenspiel, das angeblich zwischen beiden stattfindet, so rgt daf\u00fcr, dass jedes Zeichen des Mitgef\u00fchls f\u00fcr Straft\u00e4ter, jeder Hinweis auf ihre Rechte, jedes Bem\u00fchen, ihre Strah\u00e4ltnis zwischen Polizei und Verd\u00e4chtig en als Konkurrenzverh\u00e4ltnis gedacht, in dem die Rechte der einen Seite denen der anderen gegen\u00fcber gestellt werden. Mit derselben punitiven Aufrechnung werden auch die Rechte des Ver151). Der Wettbewerb hat sich unterdes derart verallgemeinert, dass er als Deutungsrahmen auch auf die Strafjustiz \u00fcbertragen wird. So wird etwa das Versystem immer ausdr\u00fccklicher ein Strafrechtsservice f\u00fcr Opfer und die \"moralische Majorit\u00e4t\" wird. Gerechtigkeit f\u00fcr die Opfer bekommt eine h\u00f6here Priorit\u00e4t, als den T\u00e4tern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen\" (Squires 2006: se f\u00fcr die Politik, die mit legislativem Aktionismus und harscher Strafrhetorik auf die Gunst der W\u00e4hlerschaft schielt. \"In einem Wettbewerb der Demonstration von Loyalit\u00e4t gegen\u00fcber Op fern als abstrakte und verallgemeinerte \u00d6ffentlichkeit\" werde die nachhaltigste Strafe - das Gef\u00e4ngnis, wenn die Todesstrafe nicht m\u00f6glich ist - bevorzugt (Simon 2007: 164). Nicht nur f\u00fcr britische Verh\u00e4ltnisse trifft daher die Diagnose zu, dass \"das Strafrechtsvon Sicherheit, wie Foucault (2004: 73) bemerkt. Sicherheit tendiert dazu, sich auszudehnen und \"immer weitr\u00e4umigere Kreisl\u00e4ufe zu organisieren oder sich jedenfalls entwickeln zu lassen.\" Eine weitere Folge der Marktkonkurrenz zwischen Sicherheitsanbietern, wozu nicht allein die prosperierende n privatwirtschaftlichen Unternehmen auf diesem Sektor zu z\u00e4hlen sind, sondern alle Akteure, die sich auf dem Feld der Sicherheitsherstellung profilieren, f\u00fchrt dar\u00fcber hinaus zu einer Verst\u00e4rkung einer Serviceorientierung mit Blick auf den Kundenkreis - die faktischen und potenziellen Kriminalit\u00e4tsopfer. Dies gilt in besonders fataler Weinen Akteure auch sein mag. Die marktf\u00f6rmige Sicherheitsproduktion f\u00fchrt nur r\u00e4umlich und situativ zu mehr Sicherheit. Jede geschlossene Sicherheitsl\u00fccke verweist auf die vielen noch offenen. Dies ist ein strukturelles Problem [Soziale Probleme] 147 Die Politische \u00d6konomie der Sicherheit 24. Jahrgang 2013, Heft 1 mals in gew\u00fcnschtem Umfang gew\u00e4hrle isten zu k\u00f6nnen. Die Folge ist ein prinzipielles Ungleichgewicht zwisch en (hoher) Nachfrage und (geringem) Angebot, ganz gleich wie umfassend das Sicherheitsengagement der einzel- Einfluss dieser \u00f6konomistischen Einstellung auf die Bewertung von Randgruppen untersucht. Eine sozial\u00f6konomisch prek\u00e4re Lage der Befragten f\u00fchre zur Abwertung von sozialen Gruppen \u00fcber N\u00fctzlichkeitskriterien (Heitmeyer\/ schicht, sondern sind v. scheinlich h\u00e4lt\" (Lengfeld\/Hirschle 2010: 198). Diese Erfahrung von sozialen Abstiegs\u00e4ngsten in der immer weitere Bev\u00f6lkerungsteile umfassenden \"Zone der Pr ekarit\u00e4t\" (Castel 2000) hat einen tiefgreifenden Einstellungswandel zur Folge, der Solidarit\u00e4t durch Konkurrenz-, Effizienz- und N\u00fctzlichkeitsdenken ersetzt. In der Bielefelder Langzeitforschung zur \"Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit\" wurde der Niedergang des Wohlfahrtsstaates f\u00fchrte zu einem Statusverlust und zu \"Selbstzweifeln\" dieser professionellen Eliten (Garland 2004: 49-51). Die gesellschaftliche Mitte ist in \u00f6konomisch unsicheren Verh\u00e4ltnissen nicht mehr der Hort von Stabilit\u00e4t, sondern gerade hier ist \"die Expansion einer sozial sehr vielf\u00e4ltigen Zone der Instabilit \u00e4t und Br\u00fcchigkeit\" (Vogel 2005: 38) zu beobachten. Die Abstiegs\u00e4ngste beschr\u00e4nken sich nicht auf die untere MittelRationalit\u00e4t, mit \"H\u00f6flichkeit\" und \"inter nalisierter Selbstkontrolle\" die Rachegef\u00fchle gegen\u00fcber Delinquenten im Zaum zu halten (Vaughan 2002: 201203; Garland 2004: 47 20. Jahrhundert wesentlich von den Mittels chichten getragen, haben sich unterdessen ihre Strafmentalit\u00e4ten grundlegend gewandelt. Die kulturelle Basis f\u00fcr die einst ge\u00fcbte Nachsicht mit dem T\u00e4ter bestand in jenem Nachweis der 148 [Soziale Probleme] 24. Jahrgang 2013, Heft 1 Daniela Klimke fen zu humanisieren, problemlos als Beleidigung der Opfer und ihrer Angeh\u00f6rigen hingestellt werden kann \" (Garland 2008: 264). Das Publikum dieser viktimistische n Kriminalpolitik mag wohl weniger durch echtes Mitgef\u00fchl oder durch Furcht vor eigener Betroffenheit von Kriminalit\u00e4t in seiner Solidarit\u00e4t mit den neuen Protagonisten des Strafverfahrens angeleitet sein, als durch schiere Straflust. Wurden die Strafreformen im ff.). Zu dieser Zeit waren die Mittelschichten wesentlich Nutznie\u00dfer des Wohlfahrtsstaats als Gewinner der Bildungsreform und als Arbeitnehmer im \u00f6ffentlichen Sektor. Unter versch\u00e4rften Wettbewerbsbeding ungen, denen sich gerade die Mittelschichten mit der objektiv begr\u00fc ndeten Angst vor der Deklassierung ausgesetzt sehen, wie es unl\u00e4ngst das Deutsche Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung festgestellt hat (Goebel 2010), n\u00e4hren sie die punitiven Einstellungen. Der a. in der Mitte dieser Schicht besonders ausgepr\u00e4gt, weil sie \"Prekarisierungstendenzen in der unteren Mittelschicht und in den Unterschichten beobachtet, deren Eintreten sie auch bei sich selbst f\u00fcr wahr- beit, Erziehungs- und Sexualberatung\" etabliert (Bourdieu 1982: 581; vgl. auch Schulze 1992: 313). Eben jene Berufe arbeiten mit gro\u00dfem Erfolg an der Bedarfsherstellung der von ihnen angebotenen Dienstleistungen. Vermarktet wird hier oft genug die eigene kleinb\u00fcrgerliche Problemsicht verletzbarer Pers\u00f6nlichkeitsentwicklungen. Und von eben jenen Berufsfeldern geht wesentlich die viktimistische Punitivierung, v. auf die ver\u00e4nderten kleinb\u00fcrgerlichen Befindlichkeiten zur\u00fcck. Dieses kleinb\u00fcrgerliche Milieu hat sich h\u00e4ufig (mit einem gro\u00dfen Frauenanteil) in den neueren Berufsfeldern der \"Sozialarbeit, der Erwachsenenbildung, KulturarBesch\u00e4digung\" (Schulze 1992: 314). Die \"Vulnerabilit\u00e4t\" (vgl. Skogan\/Maxfield 1981; Hale 1996: 95), die sich in der Viktimologie zur Generalformel bei der Erkl\u00e4rung von Kriminalit\u00e4tsfurcht entwickelt hat, geht so wesentlich sundheit und Sexualit\u00e4t (Bourdieu 1982: 578). \"Doch ist der Innere Kern empfindlich; seine Entwicklung kann leicht gest\u00f6rt werden. Fast immer ist das subjektive Modell des Inneren Kerns verbunden mit Vorstellungen seiner verabschieden sich sowohl pers\u00f6nlich wie auch hinsichtlich der gesellschaftlichen Einstellungen vom Disziplinierungsideal des Wohlfahrtsstaates. Nicht die Anpassung an eine \u00e4u\u00dfere Wirklichkeit wird erstrebt, sondern die Hervorbringung eines inneren Kerns. Diese \"neue Innerlichkeit\" mit ihrer Vereinigung von \"K\u00f6rper und Geist, Ge f\u00fchl und Intellekt, Politik und Person\" (Vester\/Oertzen\/Geiling 1993: 212, 219) bef\u00f6rdert einen Kult um GeStrafmentalit\u00e4ten. Die um die ehemal s in Aussicht gestellten Aufstiegschancen \"geprellte Generation\" (Bourdieu 1982: 241) der j\u00fcngeren und gebildeten Mittelschicht wendete die alte kleinb\u00fcr gerliche Pflichthaltung individualistisch-reflexiv zur \"Pflicht zum Genuss\" (ebd.: 576). Das \"Neue Kleinb\u00fcrgertum\" (Bourdieu 1982), die \"Ganzheitlichen\" (Vester\/Oertzen\/Geiling 1993) oder das von Schulze (1992) so bezeichnete \"Selbstverwirklichungsmilieu\" sellschaft\" w\u00fcnsche (Hradil\/Schmidt 2007: 214). \u00dcberdies sorgt der Abschied vom Leistungsideal der alten Mittelschichten hin zum Bestreben nach Selbstverwirklichung f\u00fcr einen Umschwung der [Soziale Probleme] 149 Die Politische \u00d6konomie der Sicherheit 24. Jahrgang 2013, Heft 1 Endrikat 2008: 62 f.). In Teilen der Mittelschicht nehme dieser \"Sozialdarwinismus\" die Gestalt eines \"radikalen Individualismus\" an, der entsolidarisierende Einstellungen beinhalte und die Schaffung einer \"geschlossenen Gea. im Sexualfeld aus. Die Angst vor dem Abstieg wird nun mit Ressentiments gegen jene bew\u00e4ltigt, denen man in der Sozialhierarchie gef\u00e4hrlich naher\u00fcckt. W\u00e4hrend der Fordismus eine \"segregierte Struktur, eine Arbeitsteilung spezialisierter Be- h\u00e4ltnisse Flexibilit\u00e4t erst erm\u00f6glichen\" (Legnaro 2010: 61). wird, sondern fester Bestandteil der Besch\u00e4ftigungsbedingungen, die den Antrieb f\u00fcr Flexibilit\u00e4t erst mit der Be drohung durch Prekarisierung schaffen. \"Flexibilit\u00e4t erzwingt prekarisierte und prek\u00e4re Verh\u00e4ltnisse, wie solche Vergen, befristete Stellen und dergleichen sind der Preis f\u00fcr die mit der Deregulierung erwartete St\u00e4rkung von Innovation und Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Doch das Prekarit\u00e4tsrisiko ist nicht etwas, das notgedrungen in Kauf genommen regulierung des Arbeitsmarktes etwa dient der flexiblen Umgestaltung, indem historisch erk\u00e4mpfte Schutzrechte der Arbeitnehmer in Richtung bedarfsgerechter Besch\u00e4ftigung abgebaut werden. Prek\u00e4re Besch\u00e4ftigungsbedingungenheit abgetrotzt werden kann. 4. Deregulierung Ein weiterer, den vorangegangenen Stichw\u00f6rtern zugrundeliegender Prozess hin zur Ausdehnung und St\u00e4rkung des Markthandelns umfasst den Abbau staatlicher Regelungen, die das Nutzenmaximieren begrenzt haben. Die Dekeit unscharf, Inklusion ist prek\u00e4r geworden (Young 2003: 399). Eine punitive Radikalisierung der Mittelschichten folgt hiernach aus existenziellen Unsicherheiten, die sich aus den sich verwischenden sozial\u00f6konomischen Grenzen ergeben. Punitivit\u00e4t k\u00e4me so die Funktion zu, durch harsche Strafforderungen der Versch\u00e4rfung von Konkurrenz und 'Transgression' eine moralische Hierarchie entgegen zu setzen, der wenigstens eine ideelle Status\u00fcberlerend der prosperierenden Periode des W ohlfahrtsstaates auszeichneten, ein gewisses Ma\u00df an Statussicherheit voraussetzt, wie sie sich aus der klassengem\u00e4\u00dfen Sozialstruktur ergab. Inzwischen sind die Grenzen der Zugeh\u00f6rigUmgang mit den Abweichlern vermag die eigene Tugendhaftigkeit gleicherma\u00dfen ins rechte Licht zu r\u00fccken (Cohen 1965: 6 muster, wonach Abgrenzungsgewinne aus der Behauptung eigener moralischer H\u00f6herwertigkeit gezogen werden. Sowohl die punitive Abgrenzung gegen\u00fcber Straft\u00e4tern als auch das Votum f\u00fcr einen toleranten und gro\u00dfz\u00fcgigen 150 [Soziale Probleme] 24. Jahrgang 2013, Heft 1 Daniela Klimke reiche\" umfasste, ist die Sp\u00e4tmoderne gerade durch \"verschwommene Grenzen\" gekennzeichnet (Young 2003: 397). Die ehemals ge\u00fcbte Nachsicht mit Devianz und ihrer nun erbitterten Bek\u00e4mpfung folgt demselben Distinktionsf.). Es ist jedoch anzunehmen, dass die letztgenannte Haltung, durch die sich die Mittelschichten w\u00e4h- schlossen wurde, scheint sp\u00e4ter als Systemzwang in Gestalt von TINA - There is no alternative - wieder auf mit der Folge, dass der \"Staat an Autonomie und Handlungsf\u00e4higkeit sowie an demokratischer Substanz einb\u00fc\u00dft\" (Hadass sie unwiderruflich sind\", indem internationale Vertr\u00e4ge mit faktisch unver\u00e4nderbaren Regeln die Nationalstaates auf den einmal beschlossenen Neoliberalisierungskurs festlegen (Altvater 2008: 53). Was einst politisch benormalen Wirtschaftens ist). Damit \"operiert die politische Rationalit\u00e4t des Neoliberalismus mit dem 'gewaltt\u00e4tigen Schatten des Leviathan'\" (Virchow 2008: 225). Ist das globalisierte Wirtschaften aber erst einmal von einigen Fesseln politischer Einflussnahme befreit und vert raglich fixiert, l\u00e4sst sich seine Dynamik schwerlich aufhalten. \"Neoliberale Grunds\u00e4tze werden so verankert, erschaffen, auszudehnen und zu sichern, indem er etwa restaurative politische Kr\u00e4fte zur\u00fcckdr\u00e4ngt und den Markt vor Kriminalit\u00e4t sch\u00fctzt, soweit sie als Bedrohung des Marktes wahrgenommen wird (und nicht etwa selbst Teil des naturw\u00fcchsig (Wacquant 2012: 688 senkonflikte zwischen Gewinnstreben und Sicherung ehemals \u00f6ffentlicher Aufgaben einer Reregulierung der Deregulierung, etwa im Fall der Privatisierung der Arbeitsvermittlung (Hickel 1991: 715). Staatsinterventionen sind also nach wie vor und in verst\u00e4rktem Ma\u00df notwendig. Sie dienen jedoch nun einem anderen Zweck. Sie sollen den Markt nicht mehr sozialpolitisch durchdri ngen und einhegen, sondern die Marktfreiheit politisch herstellen und sch\u00fctzen. Auch wird der Staat durch die St\u00e4rkung des Marktes nicht geschw\u00e4cht, sondern im Gegenteil, der Neoliberalismus bedarf eines starken Staates. Denn es obliegt ihm, die Marktfreiheit zu baren politischen Geschehens auf das Feld der Inneren Sicherheit. Staatliche Macht zieht sich zwar durch Deregulierung nicht zur\u00fcck. Die Herstellung der Marktordnung folgt ja gerade politischen Entscheidungen und geschieht nicht den Verlierern des Marktes. Eine weitere Folge dieses durchgesetzten Primats der Marktprinzipien gegen\u00fcber sozialpolitischer Regulation und Begrenzung unternehmerischen Handelns liegt in einer Verlagerung des sicht[Soziale Probleme] 151 Die Politische \u00d6konomie der Sicherheit 24. Jahrgang 2013, Heft 1 Die Deregulierung wirkt sich damit zum einen unmittelbar als gesellschaftliche Instabilit\u00e4t und Transgression aus mit den oben skizzierten Wirkungen auf das Sanktionsklima als Instrument moralischer Abgrenzung von ff.). Es ist \u00fcberdies fraglich, ob Deregulierung \u00fcberhaupt eine Reduktion staatlicher Regeln bedeutet (Ptak 2008: 67). Gerade im Bereich der Privatisierung bed\u00fcrfen die eintretenden Interes- Marketings anlehnt, indem zuvor ermittelt wird, \"was die 'Kundschaft' haben will\", um diesen Bedarf als Politik zu inszenieren (ebd.: 32). demokratischem Willen in den supranat ionalen Organisationen verliert und verw\u00e4ssert, l\u00e4sst sich mit der Kriminalit\u00e4tskontrolle \u00fcberwiegend innerhalb der territorialen Grenzen halten. Politik bedeutet aber auch und vor allem Kommunikation. Unter postpolitischen Bedingungen bestehen die demokratischen Formen weiter und werden sogar optimiert, wenngleich sich para llel dazu vermehrt Politikaktivit\u00e4ten jenseits der demokratischen Verfahren v. formative Handlung, welche exemplifiziert, was absolute Macht bedeutet\" (Garland 1996: 461). \u00dcberdies steckt der Nationalstaat weitgehend noch immer das Feld der Inneren Sicherheit ab. Was sich an Regierungsmacht und feld der Kriminalit\u00e4tskontrolle, auf dem wirkm\u00e4chtig und entschlossen durchregiert werden kann. Hier l\u00e4sst sich m\u00fchelos der Mythos vom starken Staat aufrechterhalten, denn \"Strafe ist ein Akt souver\u00e4ner Macht, eine pereinem \"Unterbietungswettkampf bzw. race to the bottom im Arbeitsrecht, bei den Steuern und somit auch bei der Qu alit\u00e4t der \u00f6ffentlichen Leistungen\" (Crouch 2008: 49). Das abgegebene Terrain der Regierungskunst wird durch eine Politik der Inneren Sicherheit wettzumachen versucht. Die Kriminalit\u00e4tskontrolle bietet einen verlockenden (Neben)-Schauplatz in postdemokratischen Zeiten, der gleich mehrere Vorteile politischer Darstellung verspricht: Jenseits der verminderten staatlichen Steuerungsm\u00f6glichkeiten im ehemaligen Kerngesch\u00e4ft der Regierungskunst, der Wirtschafts- und Sozialpolitik, bleibt das Aktions152 [Soziale Probleme] 24. Jahrgang 2013, Heft 1 Daniela Klimke bermas 2006: 150). Nicht nur reduzieren sich die Steuerungsressourcen der Nationalstaaten, sondern sie werden \u00fcberdies durch die Exit-Option globaler Unternehmen noch weiter in die zuvor eingeschlagene Richtung gedr\u00e4ngt in a. in Gestalt der NGOs etablieren. Die demokratischen Institutionen sind unterdes vor allem eines, ein Ritual, das kaum noch Politik beinhaltet. Di e demokratischen Verfahrensweisen werden aufrechterhalten als Fassade und Spektakel, ohne indes noch mit den wichtigen politischen Entscheidungen verkn\u00fcpft zu sein. \"Im Schatten dieser politischen Inszenierung wird die reale Politik hinter verschlossenen T\u00fcren gemacht: von gew\u00e4hlten Regierungen und Eliten, die vor allem die Interessen der Wirtschaft vertreten\" (Crouch 2008: 10). Das Wahlpublikum bekommt nunmehr expressive Symbolpolitik pr\u00e4sentiert, die sich an die Regeln des M\u00e4chtige dem Guten, Urspr\u00fcnglichen und Wehrlosen (Janssen 2008: 21) in einer moralischen Eindeutigkeit gegen\u00fcbergestellt wird, wie sie soziale Vorg\u00e4nge sonst nicht zu bieten haben. Gerade dem Kind als Opfer kommt eine 2011: 80). Zugleich produziert Sexualkriminalit\u00e4t infolge der feministischen und neokonservativen Neubestimmung sexueller Adressierungen eine m\u00e4rchenhafte Konstellation, in der das vollkommen B\u00f6se, Degenerierte und erahnt an ihr den Verfall moralischer Ordnung. Am Werk ist hier \"assoziative Logik, magisches Denken, die Logik der Panik\", die sich \"nach \u00e4lteren Ideen von Gefahr, Tabu und ritueller Beschmutzung\" ausrichten (Lancaster schwingen konnte (Duttge\/H\u00f6rnle\/Renzikowski 2004: 1072). Sexualkriminalit\u00e4t, eine kriminalstatistische Margin alie von nicht einmal einem Prozent der Hellfeldkriminalit\u00e4t, kommt in erster Linie ein symbolischer Wert zu. Man insbesondere Delikte k\u00f6rperlicher Gewalt. Die gr\u00f6\u00dfte metaphorische Verdichtung kommt hierbei den Sexualdelikten zu, weshalb sich Sexualkriminalit\u00e4t als \"signal crime\" (Innes 2004) \"zum Motor der Kriminalpolitik\" auftragen, soweit sie \"Lagebeherrschung\" imstande sind zu kommunizieren (Kunz 2010: 16). Ein Ventil der Unsicherheit bieten nach Edelman (2005: 138) die \"Verdichtungssymbole\", \"die unterschiedliche \u00c4ngste und Emotionen vereinen\", ohne sich an der Wirklichkeit messen lassen zu m\u00fcssen (ebd.: 5). Als solche Symbole eignen sich die Gef\u00e4hrdungen der Inneren Sicherheit und hierbei stellen lassen\" und nah an der Stimmung der Bev\u00f6lkerung operieren. Diese Unsicherheitsabsorption \u00fcber stark ersche inende F\u00fchrer ist nicht auf die Politik begrenzt, sondern l\u00e4sst sich ebenso auf Strafverfolgungsinstanzen \u00fcberWeise kennzeichnet Garland (2008: 209) die Erfolgskriterien der aktuellen Kriminalpolitik, in der die politischen Reaktionen attraktiv erscheinen, \"die sich am leichtesten als stark, klug und entweder effektiv oder expressiv darcherheit versprechen und Identifizierung erm\u00f6glichen\" sucht (Edelman 2005: 58). Damit verst\u00e4rke sich die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr politische F\u00fchrung, die sich \"als Protagonist gegen einen fiktiven Feind\" geriert (ebd.: 62). In \u00e4hnlicher [Soziale Probleme] 153 Die Politische \u00d6konomie der Sicherheit 24. Jahrgang 2013, Heft 1 In der \"Postdemokratie\" schreibt Colin Crouch f\u00fcr die postindustrielle Gesellschaft in Teilen fort, was Murray Edelman in seiner Studie \"Politik als Ritual\" so \u00fcberzeugend herausgestellt ha t. Hiernach seien es \"Entfremdung, Orientierungsverlust und die fehlende Aussicht, in dieser komplexen und verunsichernden Welt, sein Schicksal selbst in die Hand nehmen zu k\u00f6nnen\", die dazu f\u00fchrten, dass man \"Zuflucht zu abstrakten Symbolen, die einem Si- stellungen freiliegt. Der l\u00e4sst sich als eine Art atavistische Restmoral verstehen, die die urspr\u00fcnglichsten Unrechts empfindungen beinhaltet - eine Art \"p\u00f6naler Regression\" (Radzinowicz 1991). Und nicht zuletzt l\u00e4sst sich ein wusstseins mobilisieren lassen. Folgt man der Argumentation Durkheims, tr\u00e4gt sich das kollektive Bewusstsein mit der Individualisierung von den R\u00e4ndern her ab, bis der Kernbestand gesellschaftlich geteilter normativer Vorschaffen und die ansonsten abverlangte Rationalit\u00e4t f\u00fcr einen Moment vergessen machen. Unsicherheit entl\u00e4dt sich mithin dort, wohin die Individualisierung noch nicht vorgedrungen ist und sich noch Kr\u00e4fte des Kollektivbenismen liegt\" (Bauman 2000: 81) - \"ein utopisches Experiment: eine soziale Reinigung mit den Mitteln des Strafrechts\" (Downes 2001: 65). Diese Personifizierung des verursachenden B\u00f6sen folgt der Tendenz von Marktgesellschaften, alle \"politischen Kategorien in psychologische\" umzuwandeln (Sennett 1986: 329). Dabei verschiebt sich die Wahrnehmung von Risiken, womit kollektiv erlittenes Unr echt individualisiert und in Objekten wiedererscheint, die sich als spontane Gef\u00fchlsanker eignen (G\u00fcnther\/Honneth 2008: 15). Atavistische Rachsucht (Young 2003) und Vergeltung d\u00fcrfen sich angesichts der Gefahren gegen die Gemeinschaft der Opfer Geltung vermeinschaft sicher geschieden sind und damit das \"Endziel postmoderner Strafgesetzgebung\" erreicht ist, das \"in der Reinstitutionalisierung der uralten Dialektik von Befleckung\/Reinigung und der sie begleitenden Opfermechamen des Opfers spricht, spricht im Namen von uns allen [...]\" (Garland 2008: 56). Gemeinsame Feinde k\u00f6nnen als essentiell Andere betrachtet werden, die durch eine moralische Schneise von Gut und B\u00f6se von der vorgestellten Geund potenziellen Opfern besteht. \"Das Opfer stellt in gewissem Sinne einen viel repr\u00e4sentativeren Charakter dar, dessen Erfahrung als allgemein und kollektiv statt als individuell und atypisch betrachtet wird. Wer immer im NaDer Viktimismus entsch\u00e4rft die pers\u00f6nl ichen Risikozumutungen. Er hebt die Vereinzelung individueller Selbstsorg e zugunsten einer Gemeinschaft von Betroffenen auf - auch wenn sie nur als gedachtes Kollektiv aus gef\u00fchlten 154 [Soziale Probleme] 24. Jahrgang 2013, Heft 1 Daniela Klimke emblematische Bedeutung zu, insofern es die dem Kriminalit\u00e4tsopfer ohnehin zugeschriebenen Attribute von Unsc huld, Reinheit, Hilflosigkeit, Zuwendungsbed\u00fcrftigkeit noch \u00fcberh\u00f6ht (Pratt 2005: 266). Diese reinen Opferlagen lassen si ch in Anspr\u00fcche umwandeln. Sie entsprechen einer Regression auf die Stufe von Zuwendungsberechtigung ohne Vorleistung und Gemeinschaftlichkeit abseits jeglicher Selbstverantwortung. wird zum Widerpart oder Ausfall von Politik (Waever 1995: 56 macht [...], indem das Thema als eine solche Bedrohung dargestellt wird\" (Buzan\/Waever\/de Wilde 1998: 24). Damit umschreiben die Autoren der Kopenhagener Schule \u00e4hnlich wie Agambe n (2004: 22) die Aushebelung des politischen Betriebs \u00fcber die Innere Sicherheit: \"entsprechend der gegenw\u00e4rtigen Tendenz in allen westlichen Demokratien wird die Erkl\u00e4rung des Ausrecht (B\u00fchler-Niederberger 2005) - Versch\u00e4rfungen durchgepeitscht, als kenne man keine Parteien mehr. So erscheinen Sicherheitskonzepte leicht als Heilsbotschaft, der Anbieter von Sicherheit als Retter in der Not. Sicherheit Schecks aus. Es symbolisiert sich\" (ebd.: 1006). Die Suche nach Sicherheit \u00fcber Strafr echt verengt und fixiert das kriminalpolitische Terrain auf Law and Order . Die Besessenheit von dem Thema 'Innere Sicherheit' und ihre einseitige Behandlung als alternativloser Wertstandpunkt m\u00fcndet in eine Depolitisierung der Innenpolitik. In fast trauter parlamentarischer Einigkeit werden - besonders eindr\u00fccklich im SexualstrafDas symbolische Strafrecht scheint \"ohne R\u00fccksicht auf seine Bewirkungspotenzen alle Aufgaben an sich zu ziehen, die ihm vom politischen System angeboten werden\" (Hassemer 2001: 1004). Das Strafrecht gibt \"ungedeckte zum Allheilmittel gegen gesellschaftlic he Problemlagen entwickelt. \"Verbrechen und Strafen werden zu komplexit\u00e4tsreduzierenden Chiffren f\u00fcr die sich diskursiv mit ihrer Befindlichkeit befassende Angstkultur\" (Kunz 2010: 16). Dieser Konnex zur Wirksamkeit, der in der \"evidenzbasierten Kriminalpr\u00e4vention\" beschworen wird, ist f\u00fcr den Bereich des Strafrechts gel\u00f6st worden in dem Ma\u00dfe wie sich das Strafrecht vom begrenzenden Rechtsg\u00fcterschutz \"imstande ist, die dr\u00e4ngenden gese llschaftlichen Probleme zu sehen und ihnen mit den sch\u00e4rfsten Instrumenten zu begegnen\" (Hassemer 2001: 1009). Wobei vom Strafrecht nicht tats\u00e4chliche Probleml\u00f6sungen zu erwarten sind. gert hat: auf das Feld der Inneren Sicherheit. Aktionsm\u00e4chtig tritt der Gesetzgeber auf, nicht zuf\u00e4llig durch eine Vielzahl von strafrechtlichen Versch\u00e4rfungen gerade im Sexualstrafrecht, der [Soziale Probleme] 155 Die Politische \u00d6konomie der Sicherheit 24. Jahrgang 2013, Heft 1 Adressat der Forderungen nach Ausschluss und Bestrafung der Feinde ausmachen. F\u00fcr die Abwehr \"des B\u00f6sen\" zeigt sich der Staat verantwortlich, der von den Opfern dort angerufen wird, wohin er seine Ansprechbarkeit verlaf.) und resultiert aus einem sekuritisierenden Sprechakt als eine \"selbstreferenzielle Praxis, da es diese Praxis ist, die aus einem Sachverhalt ein Sicherheitsproblem Feld der Politik zu \u00fcberlassen. Altvater (2008: 57) kommentiert das Verh\u00e4ltnis von \u00d6konomie und Politik, in dem si ch die Deregulierung des Wirtschaftens auf den Bereich des Rechts \u00fcbertr\u00e4gt: \" Die Nationalstaaten fungieren im Zeitalter neoliberaler Globalisierung eh er als 'H\u00fcter des Standorts' denn als 'H\u00fcter der Verfassung', sorgen f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des jeweils 'eiab, die das Strafrecht zwinge, ihr eine kurzfristig verwertbare und effektive Rechtsbasis f\u00fcr die \"G\u00fctersicherheit\" zur Verf\u00fcgung zu stellen (2000: 49). Sodann betont Jakobs (ebd.: 54) aber auch die \u00d6konomisierung des Sozialen, unter deren Schwergewicht das Recht unter Druck stehe, auf die ver\u00e4nderten sozialen Bedingungen zu reagieren, um nicht in einer \"wirtschaftlich dominierten Gesellschaft mangels Effektivit\u00e4t marginalisiert\" zu werden und das keine durchg\u00e4ngigen und vorrangigen Ziele von Strafe mehr. Jakobs begr\u00fcndet eine Unvermeidlichke it des Feindstrafrechts mit zwei Entwicklungen: Einmal hebt er auf die \"international agierende Wirtschaft\" trakter Gef\u00e4hrdungsdelikte und sog. \"Klim aschutzdelikte\" (Straftaten, die ein rechts(staats)feindliches Klima schaffen. Die Besserung und Wiedereingliederung der Straft\u00e4ter, jedenfalls soweit es sich um \"Feinde\" handelt, sind Das Mittel, welches das Feindstrafrecht hierf\u00fcr vorsieht, ist das der Exklusion (Jakobs 2000). Die zentralen Kennzeichen des Feindstrafrechts seien (ebd.: 51 Punkt gebracht. Danach werde der Straft\u00e4ter, der die staatliche Rechtsordnung auf Dauer nicht respektiert und ihr zuwiderhandelt, zum nicht ansprechbaren Adressaten des Strafrechts erkl\u00e4rt, der bek\u00e4mpft werden m\u00fcsse. 20). Am eindr\u00fccklichsten hat G\u00fcnther Jakobs diese Entwicklung des Strafrechts vom begrenzten Rechtsg\u00fcterschutz zum umfassenden gesellschaftlichen Steuerungsprogramm mit dem Begriff des Feindstrafrechts auf den 156 [Soziale Probleme] 24. Jahrgang 2013, Heft 1 Daniela Klimke nahmezustands zunehmend ersetzt durch eine beispiellose Ausweitung des Sicherheitsparadigmas als normaler Technik des Regierens.\" Ein permanenter Ausnahmezustand, zu dessen Ausrufung der Souver\u00e4n bem\u00e4chtigt ist und der Souver\u00e4nit\u00e4t begr\u00fcndet, l\u00e4sst sich in der steten Erosion des rechtsstaatlichen Strafrechts erkennen. Die rechtsstaatliche \"Freiheitslogik\" werde von einer \"pr\u00e4ventiven Sicherheitslogik\" ersetzt (Haffke 2005: f.) eine Vorverlagerung der Strafbarkeit von der Begehung einer Tat auf deren Vorbereitung, keine dieser Vorverlagerung entsprechende Reduktion der Strafe, eine Bek\u00e4mpfungsgesetzgebung im Hinblick auf bestimmte Delikte, die Einschr\u00e4nkung prozessualer Garantien sowie die Einf\u00fchrung abs- Opfer sieht, zu einer Abneigung gegen\u00fcber Formen und Verfahren [f\u00fchrt]\" (ebd.: 33). Rechtsstaatlichkeit bedarf des Citoyens, der selbstbewusst die Machtbegrenzung, die Z\u00e4hmung des Leviathans fordert (von Trotha 2010a: 35). Das Opfer dagegen verlangt umfassenden Schutz durch den Staat, nicht vor dem Staat. Der B\u00fcrger der Sp\u00e4tmoderne will keine politische Teilhabe, \" die neuen Modell-B\u00fcrger sind \u00dcberlebende, welche immer in einem Trauma leben; das gesch\u00e4digte Opfer verlangt nach blu tiger Gerechtigkeit; das politische Subjekt definiert sich eher \u00fcber Vulner abilit\u00e4t und Gef\u00e4hrdungen als \u00fcber Rechte und Freiheiten. Diese B\u00fcrger k\u00f6nnen den Staat nur f\u00fcr Schutz oder Strafe in Anspruch nehmen, k\u00f6nnen nur zwischen den emotionalen Registern von Furcht und Wut schwanken \" (Lancaster 2011: 16). Sind die Marktmechanismen mit der Neoliberalisierung nicht mehr in den Kategorien von Gerechtigkeit erfassbar, sondern abstrakter in den Bereich des Rechts gestellt, wird der kollektive Kampf durch die freie Vertragsauszu 'streng' geschm\u00e4ht\" und \"ihre Flexib ilisierung\" gefordert wird (Silva-S\u00e1nchez 2003: 14). In etwa gleicher Weise werden die historisch errungenen Sozialstaatsprinzipien, mit denen das freie Spiel des Marktes eingehegt wurde, leichtfertig suspendiert mit dem Versprechen auf globale Wettbewerbsf\u00e4higkeit und damit auf Wohlstand und Arbeitspl\u00e4tze. So wohl f\u00fcr die Wirtschafts- als auch f\u00fcr die Kriminalpolitik trifft daher zu, dass das \" 'naive' Verlangen nach Wirksamkeit bei der Erlangung der ersehnten Sicherheit und Zufriedenheit von Seiten einer menschlichen Gemeinschaft, die sich selbst vor allem als der nach Rettung aus der Not verlangt und dabei nicht mehr viel auf abstrakte Prinzipien und Formen gibt. Das umfassende Schutzversprechen, das vom Strafrecht auszugehen scheint, hebelt dessen Restriktionen auf, die nun \"als [Soziale Probleme] 157 Die Politische \u00d6konomie der Sicherheit 24. Jahrgang 2013, Heft 1 genen' Wirtschaftsstandortes im globalen Wettbewerb und ordnen diesem Ziel alle anderen Politikoptionen unter \". Die partielle Entkoppelung des Strafrechts von rechtsstaatlichen Prinzipien entspricht der Logik der Deregul ierung in der Wirtschaft. Und beide Entwicklungen scheinen sich aus dersel ben Quelle zu speisen. Die Deregulierungen in der Wirtschafts- und in der Rechtssph\u00e4re werden eingef\u00fchrt und begr\u00fcndet mit dem oben schon als TINA bezeichneten Systemzwang, der sich aus einem breiten Krisenbewusstsein speist. Krisen der Wirtschaft wie auch die krisenhaft bedrohte Innere Sicherheit verallgemeinern den Opferstatus, Innere Sicherheit zum zentralen gemeinsamen politischen Anliegen. Literatur tik erh\u00f6rt werden. Auf dem Feld der Kriminalit\u00e4t entladen sich die Gef\u00fchle der Ungerechtigkeit, die der Sph\u00e4re des Wirtschaftens entzogen wurden - erscheint jene als Privatangelegenheit der individuellen Kompetenz, wird die 158 [Soziale Probleme] 24. Jahrgang 2013, Heft 1 Daniela Klimke handlung der einzelnen Marktteilnehmer verdr\u00e4ngt. Damit entzieht sich der Markt der politischen Beurteilung und des Streits kollektiver Akteure um ihren Anteil (vgl. Ranci\u00e8re 2002: 118 ff.). Aber das Gerechtigkeitsgef\u00fchl erscheint andernorts mit umso gr\u00f6\u00dferer Vehemenz wieder, n\u00e4mlich auf dem Feld der Kriminalit\u00e4t. Hier versammelt sich das Leid, das sich an Opfer bindet, denen Gewalt angetan wurde. Mit ihnen ist die Solidarit\u00e4t m\u00f6glich, die im Rahmen der Individualisierung der Soziallage entzogen wurde. Hier kann m\u00fchelos und spontan eine Gemeinschaft Mitleidender hergestellt werden, aus der entschiedene kriminalpolitische Forderungen artikuliert und von der PoliAgamben, Giorgio, 2004: Ausnahmezustand, Frankfurt\/M.: Suhrkamp. Altvater, Elmar, 2008: Globalisierter Neoliberalismus. S. 50-68 in: Butterwegge, C.\/L\u00f6sch, B.\/ Ptak, R. (Hrsg.), Neoliberalismus, Wiesbaden: VS - Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften. Bauman, Zygmunt, 2000: Krise der Politik. Hamburg: Hamburger Edition. 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Jahrgang, 200 5 , Heft 2 Ordnungen der Exklusion - Ordnungen der Gewalt. Eine Frage der Ehre? \u00dcberlegungen zur Analyse des Zusammenhangs von Exklusion und Gewalt Axel Groenemeyer 5 Der 'Schm etterlingseffekt' oder die eingeschr\u00e4nkte Voraussehbarkeit des sozialen Handelns. Kommentar zu Axel Groenemeyer: \"Ordnungen der Exklusion - Ordnungen der Gewalt. Eine Frage der Ehre?\" Trutz von Trotha 41 Politik gegen sozialr\u00e4umlich konzentrierte Benacht eiligung - Ein Fallbeispiel Melanie Ratzka 54 B\u00fcrgerinitiativen gegen die Errichtung forensischer Psychiatrien in der Bev\u00f6lkerungseinsch\u00e4tzung - rgebnisse einer FallstudieE Wichard Puls, Ilja Ruhl, Sarah M\u00fcmken, Marko Heyse, Nina Wild und Hanns Wienold 74 Problematisierungsformen sozialp\u00e4dagogischer Praxis - Eine empirische Ann\u00e4herung an instellungen zu sozialen Problemen und ihrer BearbeitungE Bernd Dollinger und J\u00fcrgen Raithel 92 ISSN 0939 - 608X Der 'Schmetterlingseffekt' oder die eingeschr\u00e4nkte Voraussehbarkeit des sozialen Handelns Kommentar zu Axel Groenemeyer \"Ordnungen der Exklusion - Ordnungen der Gewalt. Eine Frage der Ehre?\" 1 von Trutz v. Trotha Bei solch souver\u00e4nem Zugriff auf die Kr iminologie und Soziologie der Kriminalit\u00e4t, wie Axel Groenemeyer sie in seinem Beitrag dokumentiert, macht er es einem Kommentator alles andere als leicht. Me ine wenigen Anmerkungen beschr\u00e4nke ich deshalb darauf, die eine oder andere \u00dcber legung aus meiner Sicht zu akzentuieren oder zu erg\u00e4nzen. Ich beginne mit dem Schluss von Axel Groenemeyers Ausf\u00fchrungen, weil sie uns mitten in die inhaltliche und methodisch-methodologische Debatte \u00fcber Gewalt f\u00fchren. Axel Groenemeyer verwendet hier zwei Metaphern. Die Metaphern lassen all die selbstbewu\u00dfte Strenge hinter sich, di e die Auseinandersetzung mit der Theorie und empirischen Erforschung der Gewalt be stimmt und setzen das anr\u00fchrende und poetische Bild an die Stelle der Urs achenerforschung der Gewalt. In Ankn\u00fcpfung an Charles Tilly vergleicht Axel Groe nemeyer die Gewalt mit dem Wetter, das wechselhaft und \"in gewisser Weise\" unvorhe rsehbar ist und an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten unterschie dliche Ursachen hat, um anschlie\u00dfend noch einen Schritt weiter zu gehen und si ch der ber\u00fchmten und flatterhaften Metapher aus einem Vortrag des Meteorologen Edward Lorenz aus dem Jahr 1972 zu bedienen. 2 Ich gehe davon aus, dass wir im Rahmen der kriminologisch-kriminalsoziologischen Erforschung und Theorie der Gewalt weder Tillys Wetter- noch die Schmetterlingsmetaphorik der Chaosforschung ben\u00f6 tigen, dass sie uns eher auf die falsche F\u00e4hrte locken. Anders als in der Chaosphysik, in der die Schmetterlingsmetaphorik die Sensitivit\u00e4t oder Nichtl inearit\u00e4t dynamischer physikal ischer Verh\u00e4ltnisse bezeichnet, aber die kausale Grundstruktur nicht aufhebt, 3 markieren bei Tilly und Groenemeyer die Wetter- und Schmetterli ngsmetaphoriken die Grenze des kausalanalytischen Zugangs, der zuvor als der Zugang zur Gewalt bestimmt wurde, welcher der Kriminologie und Kriminalsoziologi e eigen ist. Ich will hier die Sache einmal umdrehen. Statt mit der Schmette rlingsmetaphorik den Raum zu bezeichnen, in dem das der Wissenschaft abholde Geschwisterpaar der \u00dcberraschung und 42 Soziale Probleme, 16. Jg., 2005 des Schicksals herrschen, will ich das Pr oblem der Unvorhersehbarkeit der Gewalt zum Ausgangspunkt meiner Anmerkungen machen - und zwar, weil ich drei Gesichtspunkte f\u00fcr die Analyse der Gewalt deutlich machen will. Erstens: Anders als die Auswirkungen des Fl\u00fcgelschlags eines Schmetterlings in Brasilien auf einen Tornado in Texas l\u00e4 sst sich das, was scheinbar unvorhersehbar an der Gewalt ist, genau und handfest bestimmen. Zweitens folgt aus der analytischen Konzeptualisierung der Unvorher sehbarkeit der Gewalt ein Argument f\u00fcr den Wechsel, den die \u00dcberlegungen von Axel Groenemeyer enthalten: von der 'Ursachenforschung' zu einem Konzept von 'Ordnungen der Gewalt', in dem nach meinem Verst\u00e4ndnis allerdings die Di mensionen von Herrschaft und Recht einen wichtigeren Platz als in den Ausf\u00fchr ungen von Axel Groenemeyer einnehmen. Und, drittens , f\u00fchrt die Unvorhersehbarkeit der Gewalt in den Kern des sachlichempirischen Zusammenhangs von Ar mut, Marginalit\u00e4t und Gewalt. 1. Die Unvorhersehbarkeit der Gewalt oder die vierfache Entgrenzung des menschlichen Gewaltverh\u00e4ltnisses Gewalt ist eine Form der Macht , des \"Verm\u00f6gens\" des Menschen, \"sich gegen fremde Kr\u00e4fte durchzusetzen\" (Popitz 1999: 22). Sie ist Aktionsmacht, ein Tun, ein Antun, gegr\u00fcndet auf die k\u00f6rperliche und ma terielle Verletzungsmacht und Verletzungsoffenheit des Menschen. Dieses Verm \u00f6gen des Menschen zeichnet sich durch vier Entgrenzungen aus: Die Motivationen zur Gewalt sind so unterschiedlich und vielf\u00e4ltig, dass sie sich einer \u00fcberschauba ren Liste entziehen. Sie ist ebenso eine Ausdrucksform unserer Leidenschaften wie ein Handwerkszeug f\u00fcr \"alle denkba-ren Zwecke\" (S. 50). Kein genetisches Programm schr\u00e4nkt die Gewaltt\u00e4tigkeit des Menschen auf bestimmte Situationen ein. Der Mensch muss ni e, aber er kann immer gewaltsam handeln, in allen Situati onen, Feste feiernd oder im routinierten Vollzug von Befehlen zu t\u00f6ten. Unter Bezugnahme auf Konrad Lorenz verw eist Popitz zu Recht auf die scheinbare \"Anlasslosigkeit\" vieler aggressiver Akte hin (S. 49), was nicht hei\u00dft, dass sie keinen 'Anlass' haben, sondern nur, dass die Suche nach objektiven Situations-merkmalen als Ausl\u00f6ser von Gewalt ledi glich begrenzte Erfolgschancen hat um kann jeder werden T\u00e4teres zur\u00fcckhaltend auszudr\u00fccken. Gewalt ist eine 'Jedermannsressource' und zum als eingebildeter Befehlsempf\u00e4nger nach den experimentellen Arrangements des Milg ram-Experiments (Milgram 1974), als betrunkener Ehemann, Amok laufender Gymnasiast, Kick suchender Fu\u00dfballfan oder ver\u00e4rgerter Parkplatzsucher. Und schlie\u00dflic h lehren uns die Pal\u00e4ontologen (Keeley 1996) und Historiker ebenso wie die Tageszeitungen, dass den Opferkategorien keine Grenzen gesetzt sind. Wie jeder zum T\u00e4 ter, kann auch jeder zum Opfer werden, ob jung oder alt, m\u00e4nnlich oder weiblich, reich oder arm. Worauf verweist diese vierfache Entg renzung des menschlichen Gewaltverh\u00e4ltnisses unter dem Gesichtspunkt der Unvorhersehbarkeit der Gewalt? von Trotha: Der Schmetterlingseffekt 43 Im Einklang mit den Ausf\u00fchrungen von Ax el Groenemeyer zeigt die Entgrenzung des menschlichen Gewaltverh\u00e4ltnisses die Grenzen einer kausalanalytischen und methodisch in korrelationsstatistische Wahrscheinlichkeiten \u00fcbersetzten Suche bestimmte objektive Situationsmerkmale noch bestimmte T\u00e4ter- und Opferkatego-nach den 'Ursachen' von Gewalt. Sie deckt die Grenzen der M\u00f6glichkeit auf, Ge-walt vorherzusagen. Weder bestimmte Motivationen und bestimmte Zwecke, weder rien und schon gar nicht im kausalanalytischen Sinne beanspruchte Bedingunge n 'makrostruktureller' Art - geben uns eine sichere Grundlage f\u00fcr die Erkl\u00e4rung von Gewalt. Hinzu kommt, dass Gewalt typisc herweise ein dynamischer Proze\u00df ist. Diese Dynamik l\u00e4\u00dft sich einerseits al s Konfliktdynamik von Eskalationsprozessen der Gewalt, als 'Gewaltspirale', andere rseits als Gewaltdynamik im engen Sinne, als Proze\u00df einer Gewalt analysieren, die si ch selbst entgrenzt. Beide Formen der Analyse sind schon h\u00e4ufig praktiziert worden - und, wenn ich den eindrucksvollen \u00dcberblick von Axel Groenemeyer \u00fcber den Theorie- und Forschungsstand erg\u00e4nzen wollte, dann w\u00fcrde ich diese dynamische Sicht von Gewalt unterstreichen, von den Arbeiten von Short und St rodtbeck (1965) \u00fcber Status prozesse in jugendlichen Banden der Chicagoer Southsid e bis zu Sofskys \"Traktat \u00fcber die Gewalt\" (Sofsky 1996). 2. Von der \u00c4tiologie zur 'dichten Beschreibung' von Gewalt Aber anders, als nach meinem Verst\u00e4 ndnis die Ausf\u00fchrungen von Axel Groenemeyer anzudeuten scheinen, ist die Unvor aussehbarkeit von Gewalt, welche in der Entgrenzung des menschlichen Gewaltverh\u00e4 ltnisses und der Dynamik der Gewalt liegt, nicht die Grenze, sondern der Kern je der (soziologischen) Gewaltanalyse. Allerdings erfordert dies einen Wechsel in Methodologie und Methode. Dieser Wechsel scheint, wie schon angedeutet, Axel Gr oenemeyer selbst zu verfolgen, wenn er seine Ausf\u00fchrungen in einer T ypologie (Schaubild 5) zusammenfasst, in der, wenn man die Typologie von rechts nach links liest, die sozialen und kulturellen \"Ordnungen der Gewalt\", aber nicht mehr der kausalanalytische Reduktionismus vorherrscht. Es ist der Wechsel von einer \u00c4 tiologie der Gewalt zu einer Konzeptualisierung von 'Ordnungen der Gewalt\". Nach meinen Vorstellungen m\u00fcsste eine solche Konzeptualisierung methodisch auf der 'dichten Beschreibung' im Sinne von Clifford Geertz zu beruhen, allerdings eines Geertz, dessen programmatischer Aufs atz \u00fcber 'thick description' im Lichte seines tats\u00e4chlichen Vorgehens z.B. beim Studium \u00fcber den Hahnenkampf in Bali (Geertz 1994a) gelesen werden sollte, und die sich nicht die kulturalistischen und hermeneutischen Radikalisierungen zu eigen macht, welche Geertz zum Teil selbst und besonders seine Nachfolger in der 'Writing Culture'-Debatte vorgetragen haben (Geertz 1994b). 4 Im Anschluss an die 'dichte Beschreibung' ist der Zweck der Konzeptualisierung demzufolge auch nich t, Vorhersagen im strikten Sinne und nach dem Muster der Ursachenforsc hung zu machen. Ein handlungstheoretisch 44 Soziale Probleme, 16. Jg., 2005 fundierter, aber darin nicht aufgehende r Begriffsrahmen und die von ihm hergestellten Bez\u00fcge zwischen den verschiedenen analytischen Dimensionen des Konzepts m\u00fcssen jedoch in der Lage sein, wie Geertz sagt, \"haltbare Interpretationen\" und Analysen, wie ich, weniger hermen eutisch angeleitet, erg\u00e4nzen w\u00fcrde \"auch beim Auftauchen neuer sozialer Ph\u00e4nomene bereitzust ellen\" (Geertz 1994b: 38). Wie k\u00f6nnte eine solche 'dichte Beschr eibung' der Gewalt und das auf ihr aufbauende Konzept von 'Ordnungen der Gewalt aussehen? Sie m\u00fcsste, wie ich schon an anderer Stelle ausf\u00fchrlich argumentiert habe (von Trotha 1997), mit den 'Tatsachen der Gewalt' beginnen, von denen di e oben genannten ebenso zum Kern geh\u00f6ren wie die Tatsachen, dass Gewalt eine 'normale' Machtaktion und Konfliktstrategie ist, dass sie demzufolge auch dem zweckrationalen Handeln zuzuschlagen ist, wie Axel Groenemeyer zu Recht in sein en Kategorien von der Gewalt als Marktmechanismus und als Begleiterscheinung von Eigentumskriminalit\u00e4t hervorhebt aber ebenfalls auf diese Formen aus meiner Sicht unangemessen verk\u00fcrzt. Das Element der Zweckrationalit\u00e4t trifft auf ein breites Spektrum gewaltt\u00e4tiger Aktionsmacht zu. Es ist vermutlich unser er Neigung, Gewalt zu delegitimieren oder gar zu pathologisieren, 5 zuzuschreiben, dass wir die hohe Effizienz von Gewalt bei der Durchsetzung \"aller denkbaren Zweck e\" vorschnell in Abrede stellen. Zu den Tatsachen der Gewalt ist zu rechnen, dass Gewalt die Zeit und Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft neu ordnet, dass sie eine erinnerungsm\u00e4chtige und eine Wirklichkeit des K\u00f6rpers, der sinnliche n Erfahrung und der Gef\u00fchle ist, dass Gewalt fasziniert, in besonderer Weise unser e Vorstellungswelt besetzt, und alle Gewalt sich vor dem Horizont der absoluten Gewalt, des T\u00f6tens und Get\u00f6tet-Werdens, vollzieht. Dies nur als g\u00e4nzlich unvollst\u00e4ndige Liste dessen, was eine 'dichte Beschreibung' der Gewalt auf der \"mikroskopischen\" Ebene, um den Begriff von Geertz (1994b: 30) aufzunehmen, in Betracht zu ziehen h\u00e4tte. Aber damit ist es nicht getan - und dies wird besonders deutlich, wenn man, wie erw\u00e4hnt, Geertz Konzept der 'dichten Beschreibung' im Lichte seiner Studien liest. 'Dichte Beschreibung' hei\u00dft gleichfa lls, dass wir die Institutionalisierungsprozesse und institutionalisierten Form en der Gewalt untersuchen, in denen die Gewalt in je besonderen Ordnungen verfestig t wird, die der wissenschaftliche Beobachter zu Typen organisieren und dere n Beziehungen untereinander er untersuchen kann. Zu den wichtigsten Institutionalisierungen geh\u00f6ren das Gewaltmonopol und die mit ihm verbundenen Institutionen, allen vor an das Recht und die Organe des Justiz- und Strafverfolgungssystems - und die Armee sollte dabei nicht vergessen werden. In diesem Zusammenhang teile ich ebenfalls nicht den kausalanalytischen Reduktionismus von Axel Groenemeyer, der, wie er sagt und in Schaubild 5 zusammenfasst, die \"Ineffektiv it\u00e4t des Gewaltmonopols\" lediglich in der Erscheinung der 'illegalen M\u00e4rkte' thematisiert wissen will. Die Tatsache, Form und Reichweite des Gewaltmonopols sind f\u00fcr die gesamt e soziale Ordnung so grundlegend, dass keine Gewalt unabh\u00e4ngig von der \"Effektivit\u00e4t des Gewaltmonopols\" gedacht wer- von Trotha: Der Schmetterlingseffekt 45 den kann (siehe Hanser\/Trotha 2002). Dazu ge h\u00f6rt in gleicher Weise z.B. die kulturelle Ordnung der Ehre, die insbesondere in denjenigen Ordnungen besonders ausgepr\u00e4gt ist, die entweder kein Gewaltm onopol eingerichtet haben oder an die das staatliche Gewaltmonopol nur eingeschr\u00e4nkt heranreicht. Auch erstaunt jemanden wie mich, der zu den Hochzeiten des Labeling-Ansatzes kriminalsoziologisch einen anderen Weg gegangen ist, wie nachrangig inzwischen wieder dessen wesentlichen Einsichten \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge zwisch en den Arbeitsweisen der Strafverfolgungseinrichtungen und den Formen der Krim inalit\u00e4t im kriminologischen Diskurs geworden sind. Das gilt nicht zuletzt und im Besonderen f\u00fcr die Wirklichkeit der Prekarit\u00e4t und Marginalit\u00e4t, die im Mittelpunkt der Au sf\u00fchrungen von Axel Groenemeyer stehen. Die Wirklichkeit der Prekarit\u00e4t ist auch eine Welt, in der polizeiliche \u00dcbergriffe und polizeiliche Willk\u00fcr oder die undurch schaubare Eingriffsfreudigkeit von Sozial\u00e4mtern, Bew\u00e4hrungshilfe und Justiz verallt\u00e4glicht sind wenigstens aus der Sicht der betroffenen Menschen. Und zumindest f\u00fcr die USA gilt noch immer der Befund des 'Kerner Report' von 1968, dass polizeiliche Willk\u00fcr sowohl als langfristi-ge Erfahrung in afroamerikanischen Nachbarschaften als auch als unmittelbarer Ausl\u00f6ser von Aufruhr eine Schl\u00fcsselrolle hat. 6 Es scheint, dass die heutige Nachrangigkeit des Labeling-Ansatzes der Prei s f\u00fcr die stets schwierige Verbindung zwischen Wissenschaft und pointiertem gese llschaftspolitischem Engagement ist, das eines der augenf\u00e4lligen Triebf edern der Labeling-Theorie war. Die wesentlichen Institutionalisierungsprozesse schlie\u00dfen ebenfalls die Bedeutungsseite sozialen Verhaltens, das, was man 'Kultur' nennt, ein. Im Einklang mit einer kausalanalytischen kriminologisc hen Methodologie und zugunsten einer reduktionistischen Vorstellung von Kultur weic ht Axel Groenemeyer hier deutlich von dem ab, was Ethnologen oder historisch e Anthropologen heute unter 'Kultur' verstehen und von einer 'dichten Beschrei bung' aufgegeben ist. Kultur ist komplexer als 'Werte' nach dem Verst\u00e4ndnis der Anomietheorie und selbst komplexer als das 'kulturelle Kapital', auf das sich Axel Groenemeyer bezieht, wenn man, wie ich den Text von Axel Groenemeyer gelese n habe, den Akzent auf Kapital im Sinr', das ist das Gewebe nehme (Bourdieu 1982). 'Kultune von Ressource und nicht auf das Adjektiv 'kulturell' legt, was ich Bourdieu ent-von Bedeutungen in Artefakten, Sprache, Habitus, allt\u00e4glicher Le bensf\u00fchrung, Symbolen, Riten, des Wissens, der Relevanz- und Glaubenssysteme, der Diskurse und Legitimationen und selbstverst\u00e4ndlich auch der gesellschaftlichen 'Werte', die gesamtgesellschaftliche Kul-turen ebenso wie besondere soziale Schi chten und Milieus, Nachbarschaften, (abweichende) Subkulturen oder Lebensstile weben. Diese sozio\u00f6konomisch, ethnisch, politisch differenzierten und, nicht zu vergessen, historisch konstituierten Bedeutungs gewebe folgen nicht den kausalanalytischen Pfeilschemata, auf die sie Axel Groenemeyer verk\u00fcrzt. Sie sind ebenso 'abh\u00e4ngige' wie 'unabh\u00e4ngige Variablen', um mich einmal der Sprache einer kausalanalytischen Methodologie zu bedienen. Tats\u00e4chlich sind sie keine 'Variablen', sondern komplexe Bedeutungsmuster, die sich ohne Unterla\u00df ver\u00e4ndern, auf die 46 Soziale Probleme, 16. Jg., 2005 hin der soziale Akteur hande lt, und zu deren Wandel er mit seinem Handeln beitr\u00e4gt. Demzufolge ist die Bedeutung der Gewalt keine feststehende Gr\u00f6\u00dfe. Axel Groenemeyer betont dies zu Recht gleich zu Beginn seiner \u00dcberlegungen. Die Bedeutung der Gewalt ist im Gegenteil eine hoch umstrittenes und konflikttr\u00e4chtiges Bedeutungsmuster, allerdings nicht nur, wie Axel Groenemeyer nach dem Ve rfas-sungsverst\u00e4ndnis der gegenw\u00e4rtigen Demokr atien und ihrer Eliten unterstellt, weil es an einem zivilisatori schen Ideal von Gewaltlosigkeit gemessen wird, sondern weil es mit jeder Macht, ganz unabh\u00e4ngig von einem spezifischen politischen und historischen Ideal der Gewaltlosigkeit, di e Rechtfertigungsbed\u00fcrftigkeit der Macht teilt. 3. Prekarit\u00e4t, die eingeschr\u00e4nkte Voraussehbarkeit des Handelns und Gewalt Unvorhersehbarkeit ist nich t nur ein Signum der Gewalt. Reduzierte Voraussehbarkeit ist gleichfalls ein Schl\u00fcssel f\u00fc r die Wirklichkeiten der Prekarit\u00e4t und ein Bindeglied zwischen der Welt der Prekar it\u00e4t und den Erscheinungsformen der Gewalt. Es gibt zwischen Prekarit\u00e4t und Gewalt ein Entsprechungsverh\u00e4ltnis. Als Gordon Rose 1966 die Anomietheorie Mertonscher Pr\u00e4gung einer harschen Kritik unterwarf, meinte er, es sei viel wichtiger, ein Konzept zu entwickeln, das die \"Verl\u00e4\u00dflichkeit von Handlungen anderer in bezug auf spezifische Verhaltensbereiche\" (Rose 1966: 40 f.) zum Gegenstand ha t. Ich habe diesen Einwand von Rose damals sehr ernst genommen und versucht, ein Konzept des Elendsviertels und eine Theorie der Kriminalit\u00e4t jugendlicher Banden zu formulieren, in der dieser Sachverhalt ein Schl\u00fcssel f\u00fcr die Lebens verh\u00e4ltnisse von Elendsvierteln und die \"Vergesellschaftung\" 7 und Abweichungsformen jugendlicher Banden ist (Trotha 1974). Meine These war, dass die Angeh\u00f6rig en von Elendsvierte ln, also von einer Welt zugespitzter Prekarit\u00e4t, im Zusa mmenspiel von Arbeitslosigkeit, \u00f6konomischer Unsicherheit oder schlichter Verelendung, vergle ichsweise schlechten Gesundheitsverh\u00e4ltnissen, kultureller Vielfalt, ethnischer und terr itorialer Segmentierung, partikularistischen Loyalit\u00e4ten, reduz ierter Normierung und reduzierter Sanktionierung, um nur einige wenige Merkmale von Elendsvierteln zu nennen, in einer Wirklichkeit eingeschr\u00e4nkter Voraussehbarkeit des Handelns leben. Die reduzierte Voraussehbarkeit des Handeln s findet sich dar\u00fcber hinaus in den kulturellen Mustern wieder, die Walter B. Mi ller in einem viel zi tierten Aufsatz als \"Kristallisationspunkte\" der Unterklasse be stimmt hat (Miller 1968). In seiner \u00dcbersicht \u00fcber Modelle sozialer Desorgan isation spricht Axel Groenemeyer zahlreiche Erscheinungen der sozialen Ordnungen von Elendsvierteln an, welche die Grundlage meiner These von der reduzierten Voraussehbarkeit des Handelns bilden, so dass ich vermute, dass der Kern meiner damaligen \u00dcberlegungen immer noch zutreffend ist (siehe Shor t 1990, insbesondere S. 204 f.). von Trotha: Der Schmetterlingseffekt 47 Hier jedoch will ich nur auf das Entspr echungsverh\u00e4ltnis zwischen der eingeschr\u00e4nkten Voraussehbarkeit des Handeln s in Elendsvierteln und Gewalt eingehen. Unter 'Entsprechungsverh\u00e4ltnis' verstehe ich, dass zwischen zwei oder mehr soziahung im strengen Sinne besteht, und die len Erscheinungen keine Kausalit\u00e4tsbezie 'Entsprechung' realite r nicht notwendig is t. Aber die ihrer Bedeutung und Funktion nach enge 'Verwandtschaft' zwischen zw ei oder mehr sozialen Erscheinungen machen sie wechselseitig einander 'passend'. Si e stehen in einem Verh\u00e4ltnis der Affinit\u00e4t zueinander, so dass das Auftreten der einen Erscheinung typischerweise mit dem Auftreten der anderen ve rbunden ist. Die 'Logik' de r einen findet sich in der 'Logik' der anderen sozialen Er scheinung oder ist ihr komplement\u00e4r. 8 Welcher Art sind die Entsprechungen zw ischen der reduzierten Voraussehbarkeit des Handelns unter den Lebensverh\u00e4l tnissen der Prekarit\u00e4t und Gewalt? Auf der Grundlage der Unterstellung, dass der Befund \u00fcber die eingeschr\u00e4 nkte Voraus-sehbarkeit des Handelns in den Lebensverh \u00e4ltnissen der Prekarit\u00e4t zutrifft, beschr\u00e4nke ich mich darauf, einige Hinweise auf das Element der reduzierten Voraussehbarkeit des Handelns in der Erfahr ungswirklichkeit der Gewalt zu geben. Mit diesem Fokus auf die Unvoraussehbarkei t des Handelns in der Gegenw\u00e4rtigkeit von Gewalt lasse ich viele andere Merkmale der Gewalt unber\u00fccksichtigt, welche den Vergesellschaftungsbe dingungen der Prekarit\u00e4t komplement\u00e4r sind. Vorrangig geh\u00f6ren dazu die Sachverhalte, dass die Gewalt unter den Bedingungen eingeweise unmissverst\u00e4ndlich und eindeutig ist lns ungew\u00f6hnlich effektiv und vergleichs-schr\u00e4nkter Voraussehbarkeit des Hande (f\u00fcr diese beiden Aspekte von Gewalt siehe Trotha 1994, S. 39-41). Die Wirklichkeit der Gewalt ist eine Wirklichkeit eingeschr\u00e4nkter Voraussehbark eit. Das gilt von der gewaltt\u00e4tigen ehelichen Auseinandersetzung \u00fcber den Raub\u00fcberfall bis zum Krieg. Diese reduzierte Voraussehbarkeit des Handelns in der Konfrontation mit Gewalt ist in der \"Gewaltzeit\" (Sofsky 1997), in der Dynamik gewaltt\u00e4tiger Situationen und in der existenziellen Dringlichkeit dessen, was auf dem Spiel st eht, n\u00e4mlich die k\u00f6rperliche Unversehrtheit oder gar das Leben, zu finden. Alltag das ist die Erfahrung von Gleichma \u00df und Wiederholung. Der Alltag ist von Routinen, d.h. dem Erwart- und Vorherse hbaren, bestimmt. Seine Allt\u00e4glichkeit ist verankert in einem Fundament au s Habitualisierungen, Gewohnheiten und sozialen Normen und Rollen, den Garanten der Voraussehbarkeit sozialen Handelns. 9 Die Wirklichkeit der Gewalt ist stattd essen das Gegenteil von der allt\u00e4glichen Wirklichkeit. 10 Gewalt 'bricht aus' und 'herein', pl\u00f6tzlich' geht es los' - wobei zahlreichen Gewaltformen, vom Raub\u00fcbe rfall bis zum Krieg, eigen und Bedingung ihres Erfolges ist, dass sie die \u00dcbe rraschung geplant herbeif\u00fchren. Die Alltagszeit h\u00e4lt an und macht einer dynamisierten Erfahr ungswirklichkeit Platz, die sp\u00e4testens im Fall imaginierter oder tats\u00e4chlich drohender Verletzungen oder gar des Todes auf die unmittelbare Situation der gewaltt\u00e4tigen Auseinandersetzung verk\u00fcrzt ist. Die Zeit der Gewalt ist die Jetztzeit, ihr Ort das Hier. Gewalt ist eine Wirklichkeit der unmittelbaren und situativen Zeit. Das gewaltt\u00e4tige Tun ist gleichg\u00fcltig gegen\u00fcber der Vergangenheit. 11 Ebenso wenig schert sich die gewaltt\u00e4tige 48 Soziale Probleme, 16. Jg., 2005 Aktionsmacht um das Morgen. Der Gedanke , was nach der Gewalt kommt, geht in der Dringlichkeit der Aufgabe unter, im Hier und Jetzt der Gewalt erfolgreich zu bestehen. Gewalt vereinnahmt den Gewaltt\u00e4tigen und das Opfer in der Unmittelbarkeit des Jetzt. Das ist immer auch eine Entlastung von den Bindungen der Vergangenheit und den Verpflichtungen der Zukunft und Teil der Erfahrung von 'Freiheit', welche besonders dem Verla ngen nach Selbst\u00e4ndigkeit m\u00e4nnlicher Jugendlicher und junger Erwachsener, den gewa ltt\u00e4tigen Protagonist en der Prekarit\u00e4t, entspricht. Gleichfalls entspricht jugendlicher M\u00e4nnl ichkeit, dass die Ge waltzeit eine risikoreiche Zeit ist. Risikoreich ist die Gewa lt immer f\u00fcr das Opfer, aber ebenso f\u00fcr den T\u00e4ter, selbst wenn er alle Vorkehr ungen getroffen zu habe n glaubt, das Risiko der Gewalt ausgeschaltet zu haben hier bestehen nur graduelle Unterschiede zwischen professionellen Kriminellen, Heerf\u00fchrern und Staatspr\u00e4sidenten, welche von kriegerischer Aktionsmacht fasziniert sind und politisch auf sie setzen. Gewaltzeit ist 'Risikozeit' auf dreifache Weise: De rjenige, der mit Gewa lt beginnt, kann sich nicht sicher sein, dass er si egreich und zu welchen Kosten bestehen wird; derjenige, der angegriffen wird, wei\u00df nicht, ob er den Angriff abwehren kann, und wie gro\u00df seine Verletzungen und Verluste sein werd en. Dar\u00fcber hinaus enth\u00e4lt die Gewaltzeit eine Antinomie. Angesiede lt im Hier und Jetzt hat die Gewalt, drittens, eine offene risikobehaftete Zukunft. Daf\u00fcr steht de r Zirkel der Rache, der f\u00fcr Gesellschaften ohne Gewaltmonopol typisch ist. Das ex emplifizieren die verschiedenen Varianten des \"asymmetrischen Krieges\", der noc h den scheinbar triumphalen Sieger in eine milit\u00e4rische Auseinandersetzung mit offenem Ende verwickelt (siehe M\u00fcnkler 2002a, 200b). Das verdeutlichen die psychisc hen Verletzungen, die das Opfer ein ten Sachverhalt von Verj\u00e4hrungsfristen zum Ausdruck, innerhalb derer der Gewalt-t\u00e4tige dem Risiko des Zugriffs der Stra dem f\u00fcr unsere Gesellschaften schlich-Leben lang begleiten k\u00f6nnen. Das kommt in fverfolgungsorgane und der Justiz ausgesetzt ist. Oder schlie\u00dflich meldet sich das Risiko der Gewalt in der scheinbaren 'Anlasslosigkeit' zur\u00fcck, in der eine individuelle wie kollektive Erfahrungsgeschichte von Willk\u00fcr und Gewalt zu ei nem \u00fcberraschenden Schrei der gewaltt\u00e4tigen Wut wird. Die eingeschr\u00e4nkte Voraussehbarkeit des Handelns geh\u00f6rt si cherlich zu den folgenreichsten Kennzeichen von Lebenswi rklichkeiten unter den Bedingungen der Gewalt. Sie ist nach Hobbes die Geburtsstunde und Legi timationsgrundlage f\u00fcr den Leviathan, dessen Ordnungsleistung dari n besteht, \u00fcber das Gewaltmonopol die Unvoraussehbarkeit sozialen Handelns ei nzuschr\u00e4nken und Allt\u00e4glichkeit im Verkehr der Menschen zu gew\u00e4hrleisten. Nichts anderes formuliert das Kernargument von Elias' Theorie der Zivilisationsprozesses, insofern nach dieser Theorie erst mit dem Gewaltmonopol jene Voraussehbarke it, Sicherheit, \"Langsicht\" und damit Planbarkeit sozialen Handelns entsteht, de rer Interaktionskette n bed\u00fcrfen, um sich in der Weise wie in der europ\u00e4ischen Ne uzeit ausweiten und komplexer werden zu k\u00f6nnen (Elias 1976). Entsprechend ist die Welt der Prekarit\u00e4t eine, um es sehr verk\u00fcrzt zu sagen, 'provinzielle Welt'. Die reduzierte Voraussehbarkeit des Handelns, von Trotha: Der Schmetterlingseffekt 49 welche die \u00f6konomischen, gesundheitlichen, sozialen und kulturellen Lebensverh\u00e4ltnisse zum Signum des so zialen Handelns in der Erfahrungswirklichkeit der Prekarit\u00e4t machen, orientiert das sozial e Handeln auf das Hier und das Jetzt. Die gewaltt\u00e4tige Aktionsmacht entspricht dieser Logik der Vergesellschaftung im dunklen Schatten der eingeschr\u00e4nkten Vora ussehbarkeit des Handelns. Sie spitzt diese Logik gleichsam zu und gew\u00e4hrleis tet im gleichen Zug ihren Bestand. 4. \" ... reicht manchmal der Fl\u00fcgel schlag eines Schmetterlings um ein Gewitter auszul\u00f6sen\" oder Konklusion Zu Beginn habe ich den Vorbehalt ge\u00e4u\u00dfert , dass der Schmetterlingseffekt der Meteorologen in der metaphorischen Verw endungsweise von Axel Groenemeyer uns auf die falsche F\u00e4hrte zu f\u00fchren vermag. Gilt dieser Vorbehalt uneingeschr\u00e4nkt weiter? Ja und Nein. Er gilt , insofern die Metapher uns davon a bh\u00e4lt, mit der Analyse der Gewalt genau dort zu beginnen, wo wir den Kern der 'Tatsachen der Gewalt' suchen m\u00fcssen. Er gilt, weil das Entsprechungsverh\u00e4 ltnis von Prekarit\u00e4t und Gewalt \u00fcber die reduzierte Voraussehbarkeit des Handelns ni cht zur Geschichte der Metaphorik des Schmetterlingseffektes passt. Der Schmetter lingseffekt steht in einer langen Tradition des Nachdenkens \u00fcber den Sachverhalt, dass 'kleine Ursachen gro\u00dfe Wirkungen' haben (siehe Schlichting 1998). Die eingeschr\u00e4nkte Voraussehbarkeit des Handelns ist jedoch alles andere als ein 'kleiner' Sachverhalt. Sie liegt im Kern des s und wirft ihren SchattenVergesellschaftungsprozesse 12 auch dort, wo soziale Normen, Rollen, Institutionen und die a llt\u00e4gliche Ordnung der Unvoraussehbarkeit des Handelns Paroli zu bieten versuchen. Der Vorbehalt gilt auch, weil die Ge-schichte der Prekar it\u00e4t und Randst\u00e4ndigkeit insbesondere aus der fragw\u00fcrdigen Distanz der Universalgeschichte - nicht mit allzu vielen Ereignissen aufwarten kann, in denen die Menschen aus der Welt der Prekarit\u00e4t 'Gro\u00dfe Geschichte' gemacht haben. Das Leid, die Lebenskonflikte un d die Gewalt in de r Prekarit\u00e4t sind nur ausnahmsweise zu Tornados der gese llschaftlichen Ver\u00e4nderung angewachsen. F\u00fcr die Welt der Prekarit\u00e4t trifft an alog und unbarmherzig zu, was nach Angaben von Denis Diderot, einer der Philosophen de r franz\u00f6sischen Aufkl\u00e4rung, in seiner Auseinandersetzung mit den Implikationen eines strengen Determinismus auf den Punkt gebracht hat: \"Glauben Sie denn wa hrhaft, da\u00df das Ausschlagen eines Pferdes auf dem Lande in Frankreich den Fl ug eines Schmetterlings auf den SondeInseln verwirrt?\" 13 Zur Erfahrungswirklichkeit der Pr ekarit\u00e4t geh\u00f6rt, dass diejenigen, die sie nicht teilen, im besten Fall di e beschr\u00e4nkten M\u00f6glichkeiten der sozialen Sicherungssysteme gelten lassen, vom Mitleid ersch\u00fcttert sind und der Tugend der misericordia folgen, im Normalfall sich nicht k\u00fcmmern und schlicht gleichg\u00fcltig sind und im schlechtesten Fall die unz\u00e4hlig en Mischungsverh\u00e4ltnisse aus dem kulturellen und sozialen Reser voir der Ausgrenzung zu erkennen geben. So viel zum 'Ja'. 50 Soziale Probleme, 16. Jg., 2005 Zum 'Nein': Der Vorbehalt gilt nicht , weil Axel Groenemeyer zweifellos Recht hat, dass Gewalt nicht vorhersagbar ist. Er gilt nicht im Sinne der Anlasslosigkeit der Gewalt, mit der eine scheinbar allt\u00e4g liche und gew\u00f6hnliche Situation von Willk\u00fcr, Gewalt, Verachtung oder Ausgrenz ung den Sturm des Aufruhrs und der Wut ausl\u00f6st. Er gilt nicht, weil dann und wann die verallt\u00e4glichte 'ordin\u00e4re' Gewalt zum gesellschaftlichen Fl\u00e4chenbrand des Umstur zes werden kann. Er gilt nicht, weil die 'periphere' Gewalt in der Tat gro\u00dfe, weltgeschichtliche Wirkungen haben kann. Die Geschichte der Imperien ist auch die Geschichte ihres Zerfalls, der mit den 'Kleinen Kriegen' an den R\u00e4ndern der Imperien seinen Anfang nimmt (M\u00fcnkler 2005: 167-212). Und der Vorbehal t gilt nicht, wenn wir di e Grenze, die Axel Groenemeyer mit der Wetter- und Schmetterlingsmetaphorik der Ursachenforschung zieht, zum Anla\u00df nehmen, uns wenigsten f\u00fcr einen Augenblick von den Fragen, die eine empirischen Sozialwissenschaft beantworten kann, zu l\u00f6sen, und die moralphilosophische Dimension in der Gr oenemeyerschen Formulierung erkennen. Sie besagt, dass zwischen der Gewalt und ihrem Anlass immer ei n Verh\u00e4ltnis v\u00f6lliger Unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit besteht. Anmerkungen 1 Vortrag auf dem Kolloquium Crime et ins\u00e9curit\u00e9: un demi-si \u00e8cle de bouleversements. Colloque international en l'honneur de Philippe Robert . (Versailles, 29. September-1. Oktober 2005). 2 Der Satz von Lorenz hie\u00df: \"Kann der Fl\u00fcgelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas ausl\u00f6sen?\" (zit. Nach Schlichting 1998: 304 f.). Die Metapher wurde zum Signum Argument im parareligi\u00f6sen und umweltbewegten Gespr\u00e4ch \u00fcber die Ganzheitlichkeit der Natur. Orte und das Wetterph\u00e4nomen, das Lorenz' Metaphorik enthielt, und ist heute ein 'schlagendes' der Chaosforschung, machte Karriere in den Massenmedien, ver\u00e4nderte dabei die Tierart, die 3 Der Lorenz'sche Satz hat eine lange Tradition in der Physik, vielen anderen Wissenschaften und in der Literatur, insofern er dem alten Problem nachgeht, dass kleine Ursachen gro\u00dfe Wirkungen haben k\u00f6nnen. Bei dem theoretischen Physiker He nri Poincar\u00e9 hei\u00dft es in diesem kausalen Sinne: \"Nur zehn Grad mehr oder weniger an irgendeiner Stelle [...] und ein Zyklon bricht hier und nicht dort aus\" (zit n. Schlichting 1998). 4 Zur Debatte um \"writing culture \" , siehe Berg\/Fuchs (1993) und Gottowik (1997). 5 Diese Neigung hat eine lange Tradition im abendl \u00e4ndischen Denken und findet sich in der Trennung von Macht und Gewalt in der politischen Philosophie wieder. Hannah Arendts Arbeiten zur Gewalt sind hierf\u00fcr nur eines der ber\u00fchmten und eindrucksvollsten Beispiele (siehe Arendt 1970). 6 In einer Untersuchung von vier postkolonialen Kriegen in Schwarzafrika best\u00e4tigt Albert Wirz den amerikanischen Befund \u00fcber den Ausbruch von Gewaltt\u00e4tigkeiten (Wirz 1982). 7 \"Vergesellschaftung\" wird hier im Sinne von Georg Simmel (1968\/1908) gebraucht. 8 Die Kategorie des 'Entsprechungsverh\u00e4ltnisses' lehnt sich an, aber ist nicht identisch mit Webers Kategorie der 'Wahlverwandtschaft' (siehe Weber 1988: 83; ebenfalls Treiber 1984, insbe-sondere S. 50 f. sowie zur Unterscheidung von \"Ursache\" und \"Bedingung\", Abbagnano 1959, S. 50-52). 9 Zu den hier verwendeten Begriffen der sozialen Norm und der sozialen Rolle und zum Zusammenhang zwischen sozialen Normen und der Voraussehbarkeit von Handeln, siehe Trotha (1974) und Popitz (1980). von Trotha: Der Schmetterlingseffekt 51 10 Nicht wenige kollektive Feste, z.B. die Fastn acht, in denen der Alltag und das Gewohnte auf den Kopf gestellt werden, gehen typischerweise mit Ge walt einher, ritualisiert oder nicht (siehe Le Roy Ladurie 1979). Bis heute haben insbesondere Jugend- und Subkulturen nicht aufgeh\u00f6rt, rituelle Anl\u00e4sse f\u00fcr Gewalt zu schaffen und die Gewalt zu diesen Anl\u00e4ssen mehr oder minder fellos l\u00e4sst sich auch die Gewalt verallt\u00e4glichen. Diese Formen geh\u00f6ren sogar zu den gesteiger-ten und grauenerregendsten Weisen der Gewalt zu ritualisieren; beispielhaft sind die Berliner 'Chaostage' oder das Stra\u00dfburger Sylvester. Zwei- vom verallt\u00e4glichten Tod in den Todestrakten von Gef\u00e4ngnissen, von den Gewaltm\u00e4rkten und den Folterkellern der Geheimpolizeien bis zu den Gaskammern der nazistischen Vernichtungsindustrie. Aber die Verallt\u00e4glichung der Gewalt ist, zum einen, haupts\u00e4chlich eine Sache der T\u00e4te r, und, zum anderen, zeigen noch die spezifischen Formen verallt\u00e4glichter Gewalt Krieg, Konzentrationslager, Strafkolonie, die Hinterzimmer der sadomasochistischen Pornographie oder die Wohnungen der Mi\u00dfhandlung von Frauen und Kindern und die psychischen Wunden, die sie schl\u00e4gt, dass hier das ganz und gar Unallt\u00e4gliche verallt\u00e4glicht ist. 11 Allerdings k\u00f6nnen biographische und geschich tlichen Erfahrungen, das institutionalisierte Ged\u00e4chtnis der sozialen Gruppen und V\u00f6lker, darunt er besonders die historis chen Mythen, zu kaum zu \u00fcbersch\u00e4tzenden Antriebskr\u00e4ften f\u00fcr Gewalt und zu machtvollen Rechtfertigungsmuster von Gewalt werden. 12 Der 'Schatten'-Metapher bediene ich mich unmitte lbar in Anlehnung an die rechtssoziologische und -ethnologische Diskussion \u00fcber den 'Scha tten des Leviathan'; siehe Spittler 1980; Trotha 1987: 1-27. 13 Gaston Bachelard (1971: 149) schreibt diesen Satz Denis Diderots ber\u00fchmten Aufsatz von 1770 \u00fcber die \" Principes philosophiques sur la mati\u00e8re et le mouvement \u00bb zu (in : Oeuvres philo-sophiques, hrsg. von Paul Verni\u00e8 re, Paris: Bordas, 1990). Vermutlich hat sich Bachelard hier aber \u00fcber die Quelle geirrt. Dieser Satz findet sich nicht in dem von Bachelard genannten Essay von Diderot. Leider ist es mir nicht gelungen, den Autor des Satzes und die entsprechende Quel-le ausfindig zu machen. Literatur Abbagnano, Nicola, 1959: Problemi di Sociologia. Turin: Taylor. ce. New York: Harcourt-Brace. Bachelard, Gaston, 1971: \u00c9pist\u00e9mologie. (hrsg. von Dominique Lecourt). Paris: Presses Universitai-Arendt, Hannah, 1970: On Violen res de France. Berg, Eberhard\/Fuchs, Martin (Hrsg.), 1993: Kultu r, soziale Praxis, Text. Die Krise der ethnographischen Repr\u00e4sentation. Frankfurt\/M.: Suhrkamp. Bourdieu, Pierre, 1982: Die feinen Unterschiede . Kritik der gesellschaftlic hen Urteilskraft. Frankfurt\/M.: Suhrkamp. [fr. org. 1979: La Distinctio n. Critique sociale du jugement. Paris, \u00c9d. de Minuit]. Elias, Norbert, 1976: \u00dcber den Proze\u00df der Ziv ilisation. 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