{"hits":{"total":{"value":9,"relation":"eq"},"hits":[{"_index":"gesis-21-05-2026-02-00-54","_id":"gesis-ssoar-51188","_version":3,"_seq_no":96243,"_primary_term":1,"found":true,"_source":{"title":"transcultura_Deutschland und Mexiko: Kulturelle Verflechtungen in einer globalisierten Welt","id":"gesis-ssoar-51188","date":"2015","date_recency":"2015","abstract":"Mexiko und Deutschland haben mehr gemein als auf\nden ersten Blick ersichtlich: Beide sind Gesellschaften\nim Umbruch, jede auf ihre Weise im \u00dcbergang von der\nBehauptung autorit\u00e4rer und nationaler Einheitskulturen\nhin zur Anerkennung demokratischer Vielfalt und\nKomplexit\u00e4t. Beide verf\u00fcgen \u00fcber schillernde Hauptst\u00e4dte\nmit internationaler Ausstrahlung und sind zudem in\nGrenzregionen situiert, an den Schnittstellen zwischen\nNord und S\u00fcd (Mexiko) und zwischen Ost und West\n(Deutschland).\nDie Brosch\u00fcre gibt einen \u00dcberblick der jeweiligen\nKulturbilder und skizziert Themen und Schnittstellen f\u00fcr\ntranskulturelle Kooperationen zwischen Deutschland und\nMexiko inklusive Praxisbeispielen.","portal_url":"http:\/\/www.ssoar.info\/ssoar\/handle\/document\/51188","type":"publication","topic":["Bundesrepublik Deutschland","soziale Partizipation","Mexiko","Kunst","internationale Zusammenarbeit","Mobilit\u00e4t","Kultur","ausw\u00e4rtige Kulturpolitik"],"person":["Huffschmid, Anne"],"person_sort":"Huffschmid","links":[{"label":"URN","link":"http:\/\/nbn-resolving.de\/urn:nbn:de:0168-ssoar-51188-9"}],"document_type":"Forschungsbericht","institutions":["Institut f\u00fcr Auslandsbeziehungen"],"coreAuthor":["Huffschmid, Anne"],"coreSjahr":"2015","publishLocation_str_mv":"Stuttgart","coreLanguage":"de","urn":"urn:nbn:de:0168-ssoar-51188-9","data_source":"GESIS-SSOAR","index_source":"GESIS-SSOAR","database":"SSOAR - Social Science Open Access Repository","link_count":0,"gesis_own":1,"fulltext":1,"metadata_quality":10,"full_text":" \u015d\u0128\u0102\u0372\u011a\u015d\u019f\u017d\u0176\u01b5\u016f\u019a\u01b5\u018c\u01b5\u0176\u011a\u01b5\u0198\u011e\u0176\u0189\u017d\u016f\u015d\u019f\u016c transcultura_ \u011e\u01b5\u019a\u0190\u0110\u015a\u016f\u0102\u0176\u011a\u01b5\u0176\u011a\u011e\u01c6\u015d\u016c\u017d \u0231\u011a\u0231\u0231\u0231\u0231 \u0176\u0176\u011e\u01b5\u012b\u0190\u0110\u015a\u0175\u015d\u011a Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Im Netz der Kulturen - vom Mehrwert kultureller Grenz\u00fcberschreitungen......................... 2 1. Kulturbilder ............................................................................................................... 3 2. Samen und Verbindungen - Marksteine der bisherigen kulturellen Kooperation....... 6 3. Transkulturelle Provokationen - thematische Plattformen und Achsen f\u00fcr 2016 .......9 4. St\u00e4dtisches Leben als (trans)kulturelle Erfahrung .................................................... 10 5. Der Wert der Stadt: st\u00e4dtische Fragen als thematische Plattformen ........................ 12 6. Wer und mit wem .................................................................................................... 16 7. Weitere Schnittstellen: Piraterie, Gewalt, Grenzkulturen und Kulturdialog .............. 17 8. Mapping Mexico: Regionale Knotenpunkte im Netz der kulturellen Kooperation .... 20 9. Grenzg\u00e4nge(r) der Kunst ..........................................................................................22 Fazit: transkulturelle Bande jenseits von P\u00e4dagogik und Imagepolitik ...............................24 Zur Autorin .......................................................................................................................26 ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko Im Netz der Kulturen Im Netz der Kulturen \u0ca6 Mexiko und Deutschland haben mehr gemein als auf den ersten Blick ersichtlich. Beide sind Gesellschaften im Umbruch, jede auf ihre Weise im \u00dcbergang von der Behauptung autorit\u00e4rer und nationaler Einheitskulturen hin zur Anerkennung demokratischer Vielfalt und Komplexit\u00e4t. Beide verf\u00fcgen \u00fcber schillernde Hauptst\u00e4dte mit internationaler Ausstrahlung, die weltweit f\u00fcr die Verhei\u00dfungen wie Verwerfungen postmoderner Urbanit\u00e4t stehen. Beide L\u00e4nder sind zudem in Grenzregionen situiert, an den Schnittstellen zwischen Nord und S\u00fcd, zwischen Ost und West, und bringen festgef\u00fcgte Kartografien ins Wanken: Geographisch gesehen liegt Mexiko in Nordamerika und zumindest die deutsche Hauptstadt in Osteuropa. Im Folgenden geht es anl\u00e4sslich des f\u00fcr 2016 geplanten Deutschlandjahrs in Mexiko um Gr\u00fcnde, warum sich Mexikaner f\u00fcr Alemania und Deutsche f\u00fcr Mexiko interessieren sollen. Dabei bietet die Tatsache, dass genau zur selben Zeit ein Mexiko-Jahr in Deutschland realisiert werden soll, die einzigartige Chance, das \u00fcberholte Konzept einer nationalen Leistungsschau zu \u00fcberwinden und kulturellen Austausch und Lernprozesse zu gemeinsamen Themen und in neuen Formaten zu initiieren. Kulturaustausch wird meist in der Metapher des Br\u00fccken bauens beschrieben. So eing\u00e4ngig das Bild erscheinen mag, bleibt es doch der Vorstellung verhaftet, dass kultureller Austausch stets tiefe Gr\u00e4ben oder gar Abgr\u00fcnde zwischen separaten Kulturen zu \u00fcberwinden hat. Geht man hingegen davon aus, dass kulturelle Konfigurationen Lateinamerikas wie auch Europas als Ergebnis einer entangled history, die mit der Kolonisierung der Amerikas ihren Lauf nahm, zu lesen sind, dann liegt die Metapher des Netzes n\u00e4her \u022e nicht erst als Bild f\u00fcr die Struktur technologisch bef\u00f6 rderter neuer Kommunikation, sondern auch schon f\u00fcr historisch gewachsene Verflochtenheit. In dieses kulturelle Netz sind die am Austausch beteiligten L\u00e4nder, hier Deutschland auf der einen und Mexiko auf der anderen Seite, h\u00f6chst unterschiedlich eingewoben. Sinn und Zweck kultureller Kooperationen zwischen Nationen werden denkbar unterschiedlich formuliert. Ein traditioneller Ansatz ist die Projektion eigener kultureller Leistungen und Marken zur Profilierung eines nationalen Branding im internationalen Nationenwettbewerb. Zweigleisiger angelegt ist die kulturelle Grundierung einer postulierten strategischen Partnerschaft, wie die Sprachregelung \u00fcber das deutschmexikanische Verh\u00e4ltnis derzeit lautet, die jedoch vorrangig wirtschaftlichen oder geopolitischen Erw\u00e4gungen entspricht; die kulturelle Softpower wird in diesem ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 2 1. Kulturbilder Ansatz stets auf ihre \u022e wenn auch beidseitige \u022e Zweckdienlichkeit gepr\u00fcft. Eher der Selbsterkenntnis hingegen dient der Austausch von Wissens- und Kulturleistungen zwischen kulturell produktiven Gesellschaften, die im Spiegel der anderen die eigene Lage besser vergegenw\u00e4rtigen wollen. Einen tats\u00e4chlich grenz- wie kultur\u00fcberschreitenden Ansatz stellen schlie\u00dflich die gemeinsame Kultur- und Wissensproduktion dar. Dabei wird davon auszugehen, dass beides niemals aus den spezifischen Kontexten ihrer Entstehung zu l\u00f6sen ist, kulturelle Innovationen aber stets in den Zwischenr\u00e4umen und an den Kreuzungspunkten entstehen. Diesem Verst\u00e4ndnis f\u00fchlt sich der vorliegende Text verpflichtet. 1. Kulturbilde r Kulturbegegnungen sind ohne kulturelle Projektionen, also auch die stereotype (unterkomplexe, vereinfachende) Wahrnehmung des oder der Anderen kaum zu haben. Wer kulturelle Images differenzieren und aktualisieren will, sollte zun\u00e4chst wissen, welche Kulturbilder \u00fcberhaupt wirkm\u00e4chtig sind und die Erwartungen aneinander pr\u00e4gen. Dabei f\u00e4chern sich diese Bilder in der kulturellen \u01ee \u0098\u0097\u009d\u008a-\"\u0097\u008a\u009d\"\u0098\u0097\u0203 , also der Begegnung und Erfahrung miteinander, immer weiter auf und generieren gegenseitige Lern- und \u00dcberraschun gseffekte \u022e auch in Bezug auf jeweilige Selbstbilder. Was die Bilder vom Anderen vor allem pr\u00e4gt, das f\u00e4llt bei der Sondierung der interkulturellen Bilder und Erfahrungen schon auf den ersten Blick auf1, ist ihre grundlegende Widerspr\u00fcchlichkeit. In Bezug auf Deutschland dominiert offenbar der Eindruck einer gut organisierten Moderne, die von ihrer Weltmachtstellung ebenso gepr\u00e4gt ist wie von der Vorstellung der grunds\u00e4tzlichen Plan- und Organisierbarkeit der privaten und beruflichen Lebenswelten. Bei n\u00e4he rer Betrachtung f\u00e4chert sich dieses positiv konnotierte Gesamtbild in eine Reihe aufschlussreicher Polarit\u00e4ten auf. Etwa die Spannung zwischen dem Topos der Kreativit\u00e4t und dem der Disziplin: \u01ee6\u008e\u0097\u0097 ich etwas mit Deutschland verbinde, dann ist es die Diszi\u0099\u0095\"\u0097\u0203\u01f0 sagt der mexikanische K\u00fcnstler Abraham Cruzvillegas, ehemaliger DAAD-Stipendiat in Berlin. Das ist keineswegs pejorativ gemeint und wird mit Eigenschaften wie Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, 1 Dieser Text basiert auf einer Forschungsrecherche zum Thema, darunter rund 35 Interviews mit Kulturschaffenden und -mittlern an deutsch-mexikanischen Schnittstellen. F\u00fcr die deutschsprachige Langfassung der Studie: https:\/\/media.ifa.de\/index.php?lang=0&cl=search&searchparam=Huffschmid ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 3 1. Kulturbilder Effizienz und Qualit\u00e4tsbewusstsein assoziiert, geb\u00fcndelt in dem ber\u00fchmten RittersportSlogan, an den Cruzvillegas liebevoll erinnert: quadratisch, praktisch, gut. Der Philosoph und Medienk\u00fcnstler Javier Toscano, der in Deutschland \u00fcber Walter Benjamin promoviert hat, spricht von einer \u01ee\u0006\"\u009c\u00a3\"\u0099\u0095\"\u0097 des \u0006\u008e\u0097\"\u008e\u0097\u009c\u0203 wie auch, gewisserma\u00dfen komplement\u00e4r dazu, von einer \u01ee\u0006\"\u009c\u00a3\"\u0099\u0095\"\u0097 der \u0007-\u0099\u008f\"\u0097\u008d\u009c\u008a-\"\u008e\"\u009d\u0203\u01f0 als der besonderen Bereitschaft deutscher Dichter und Schreiber, sich in die \u01ee\u008e\"\u0090\u008e\u0097\u008e Subjektivit\u00e4t zu \u009f\u008e\u009b\u009c\u008e\u0097\"\u008e\u0097\u0203\u01ef Weitere Polarit\u00e4ten finden sich zwischen dem Eindruck von Effizienz und einem besonderen Talent f\u00fcr Organisation und Krisenmanagement und zugleich eine erh\u00f6hte Experimentierfreudigkeit. Oder zwischen dem konstatierten Hang zu TechnikPerfektionismus und Solidit\u00e4t und zugleich zu Pioniergeist und Innovation. Registriert wird einerseits eine in Deutschland allgegenw\u00e4rtige Geschichtsobsession und andererseits so etwas wie einen Willen zum Fortschritt, die allseits bewunderte Kraft und F\u00e4higkeit zur \u00dcberwindung historischer Notlagen, das \u01ee \u008e\u009b\u008a\u009e\u009c\"\u0098--\u008e\u0097 aus den 1\u009e\"\u0097\u008e\u0097\u0203\u01f0 wie Cruzvillegas es nennt. Widerspr\u00fcchlich ist auch, wie Deutsche zum einen mit emotionaler Zur\u00fcckhaltung und k\u00fchler Strukturiertheit assoziiert werden und zugleich mit \u01ee-\u008e\u0097\u009c\u008c\u0091\u0095\"\u008c\u0091\u008e\u009b 6\u00a7\u009b-\u008e\u0203\u01f0 so der K\u00fcnstler Erick Meyenberg, und einer \u00fcberdurchschnittlichen \u01ee\u0010\u008e\u009e\u0090\"\u008e\u009b nach au\u00dfen, auf andere \u0104\u00a7\u0097\u008d\u008e\u009b\u0203 (Toscano). Die \u00dcberzeugung von der Regulierbarkeit des Alltags m\u00fcndet aus mexikanischer Sicht allzu oft in einem exzessiven B\u00fcrokratiekult und damit auch in administrative Kuriosit\u00e4ten wie Hundesteuer. Zugleich sehen viele das Leben in Deutschland durch eine ausgepr\u00e4gte und liberale Kultur des \u00d6ffentlichen bestimmt, vom \u00f6ffentlichen Streiten in Talkshows bis hin zu einer vergleichsweise ungenierten Freik\u00f6rperkultur. Einen interessanten Bruch mit dem Klischee (und Selbstbild) vom deutschen Machertum stellt die Beobachtung einer geradezu zelebrierten Gem\u00e4chlichkeit im deutschen Sommer dar. \u01ee\u0006\"\u008e Leute waren geradezu Profis darin, die Zeit zu verschwenden und einfach nichts zu \u009d\u009e\u0097\u0203\u01f0 so der Soundk\u00fcnstler Israel Mart\u00ednez, der in einer K\u00fcn stlerresidenz den Berliner Sommer verbracht hat.2 Die bestaunten urbanen M\u00fc\u00dfigg\u00e4nger h\u00e4tten ihre Zeit nicht in klassische Arbeit investiert, sondern \u01ee\"\u0097 die eigene Gesundheit, Freunde oder das Genie\u00dfen des \u00f6ffentlichen Raums\u0203\u01ef 2 Siehe dazu die Video-Installation \"spend time, waste time\u035e : https:\/\/vimeo.com\/58076752 ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 4 1. Kulturbilder Eine interessante Parallelit\u00e4t zwischen zwei so klischeetr\u00e4chtigen wie erfahrungsbasierten Kulturbildern, n\u00e4mlich die Korruption in Mexiko und die B\u00fcrokratie in Deutschland, konstatiert die in Berlin lebende K\u00fcnstlerin Mariana Castillo Deball. Dabei erf\u00fclle die institutionalisierte Korruption offenbar eine \u00e4hnlich regulierende Funktion wie die deutsche B\u00fcrokratie, beides seien \u01ee2\u00a2\u009c\u009d\u008e-\u008e des \u00dcberlebens und des \u009e\u009c\u0090\u0095\u008e\"\u008c\u0091\u009c\u0203\u01f0 bei denen Bewohner und insbesondere Ausl\u00e4nder\/-innen die Regeln kennen oder baldm\u00f6glichst erlernen m\u00fcssen. Derart differenzierte Bilder von der Kulturnation Alemania jenseits \u01eeA\"\u008e\u009b -Wurst \u022e B\"\u009d\u0098\u008b\u008e\u009b\u008f\u008e\u009c\u009d\u0203 sind bislang jedoch dem mexikanischen Bildungsb\u00fcrgertum vorbehalten, also den Angeh\u00f6rigen der Bildungs- und Kultureliten, die vom kulturellen Austausch bislang profitieren, klassische Musik oder philosophische Diskurse rezipieren konnten. In anderen sozialen Schichten ist deutsche Kultur jenseits vom Bier-Klischee oder auch dem fatalen Dreiklang \u01ee Autobahn-Technologie\"\u009d\u0095\u008e\u009b\u0203 eher wenig bekannt. Das hat auch damit zu tun, dass es \u022e mit Ausnahme der elektronischen Musik \u022e wenig international anschlussf\u00e4hige Popul\u00e4rkultur produziert hat. Weniger widerspr\u00fcchlich als eher streng bin\u00e4r ist wiederum das in Europa und auch in Deutschland vorherrschende Mexiko-Bild. Dieses habe sich, so der Literaturwissenschaftler Friedrich Schmidt-Welle, seit Mitte des 19. Jahrhunderts \u01ee\"Grunde nicht \u0090\u008e\u00a7\u0097\u008d\u008e\u009b\u009d\u0203\u01ef Strukturiert sei es stets durch die Doppelgesichtigkeit zwischen einem folklorisierten \u01eeC\u008a\u009b\u008a\u008d\"\u008e\u009c\u0203 und einer barbarischen \u01ee \u00e3\u0095\u0095\u008e\u0203\u01ef W\u00e4h rend das ParadiesBild sich aus den begeisterten Berichten des Berliner Natur- und Reiseforschers Alexander von Humboldt speist, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts fast ein Jahr durch Mexiko tourte, verdankt sich das Barbarei-Bild, so Schmidt-Welle, unter anderem der Hinrichtung des auf Betreibens Napoleons III nach Mexiko exportierten und dort ungl\u00fccklich regierenden Kaiser Maximilian (1864-1867). Verst\u00e4rkt wurde es durch die \u01ee\u008e\u0097\u009d\u008f\u008e\u009c\u009c\u008e\u0095\u009d\u008e\u0203 mexikanische Revolution (1910-1917) und seither in der deutschen \u00d6f fentlichkeit immer wieder aktualisiert, sei es durch die politischen Morde in den 1990er Jahre oder in den letzten Jahren vor allem durch die mit dem sogenannten Drogenkrieg verbundene Gewalteskalation. Hier geraten die Bilder des Terrors aus dem neuen mexikanischen Alltag, der von einem grausigen Territorialkrieg zwischen konkurrierenden und mit Teilen des politischen Apparats verfilzten Kartelle bestimmt ist, oft zu einem Bild archaischer Barbarei: ganz so, als sei die exzessive Gewalt in der kulturellen Genetik der ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 5 2. Samen und Verbindungen - Marksteine der bisherigen kulturellen Kooperation Mexikaner vorprogrammiert und nicht der Auswuchs von \u022e auch in anderen Teilen der Welt \u022e strategisch gef\u00fchrten Kriegen der Moderne um M\u00e4rkte und Territorien. Auch in der Kulturproduktion bleiben Mexiko-Bilder oft in vormodernen Schemata befangen. Selbst eine Ikone der modernen Malerei wie Frida Kahlo wird in Deutschland, durchaus gem\u00e4\u00df ihrer eigenen \u01ee\"\u0097\u008d\"\u0090\u008e\u0097\u008e\u0097\u0203 Selbstinszenierung, als naiv oder triebhaft folklorisiert. 2. Samen und Verbindungen \u0ca6 Kulturproduktionen aus Deutschland haben in Mexiko eine lange Tradition. Vor allem nach der Gr\u00fcndung des dortigen Goethe-Instituts 1966 wurden unaufh\u00f6rlich Filme, Musik- und Theaterproduktionen, bildende K\u00fcnste und Diskurse in den mexikanischen Kulturkreislauf eingespeist. Erinnert seien hier nur einige wenige Marksteine der letzten Dekade, die sich besonders in das interkulturelle Ged\u00e4chtnis eingeschrieben haben. Einer dieser Marksteine war zweifellos das Festival der elektronischen Musik, \u01ee Tecnogeist\u0203 , das das Goethe-Institut im Fr\u00fchjahr 2000 im Zentrum von Mexiko-Stadt organisierte \u022e die bislang spektakul\u00e4rste deutsch-mexikanische Veranstaltung im \u00f6ffentlichen Raum der Megastadt. Zehn Tage lang trafen sich deutsche \u0006\f\u0201\u009c mit mexikanischen Kollegen in Clubs, bei Workshops, Raves und schlie\u00dflich bei der ersten Techno-Parade im Stadtzentrum, bei der einige Zehntausend mexikanischer Raver, in ihrer Heimat bis dahin oft als degeneriert stigmatisiert, erstmals tanzend und bei voller Lautst\u00e4rke durch die historische Altstadt zogen.3 F\u00fcr die mexikanische Technoszene diente die interkulturelle Klangschaltung dazu, endlich \u01ee\u008d\"\u008e Membran des Untergrunds zu \u008d\u009e\u009b\u008c\u0091\u008b\u009b\u008e\u008c\u0091\u008e\u0097\u0203\u01f0 wie ein mexikanischer DJ damals sagte. Auch in den Folgejahren wurde jedes Fr\u00fchjahr ein \u01ee Tecnogeist\u0203 , stets in Zusammenarbeit mit dem renommierten \u01ee Festival del Centro Hist\u00f3rico \u0203 , organisiert; beim allj\u00e4hrlichen \u01ee CervantinoTheaterfestival\u0203 wird bis heute eine noche electr\u00f3nica alemana veranstaltet. Der Erfolg von \u01ee Tecnogeist\u0203 sei vor allem seinem \u01ee atalysator-\u0007\u008f\u008f\u008e\"\u009d\u0203 zu verdanken, erinnert Bernd Scherer, damaliger Leiter des Goethe-Instituts in Mexiko und heute Intendant des Haus der Kulturen der Welt. \u01ee\u0006\"\u008e Mexikaner waren in erster Linie von sich selbst \u00fb\u008b\u008e\u009b\u009b\u008a\u009c\u008c\u0091\u009d\u0203\u01f0 so Scherer. Die Begegnung wurde zum \u01ee \u008a\u009d\u008a\u0095\u00a2\u009c\u008a\u009d\u0098\u009b\u01f0 um die eigene Kunst und Kultur besser zu \u009f\u008e\u009b\u009c\u009d\u008e\u0091\u008e\u0097\u0203\u01ef 3 Siehe dazu den Dokumentarfilm \" Tecnogeist 2000\u035e , den Anne Huffschmid und Christiane Burkhard realisiert haben (Goethe-Institut, 2001) ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 6 2. Samen und Verbindungen - Marksteine der bisherigen kulturellen Kooperation Zwei Jahre sp\u00e4ter brachte das Stadtkunstprojekt \u01ee agua-Wasser\u0203 das bis dahin \u00f6ffentlich kaum diskutierte und erst recht nicht k\u00fcnstlerisch bearbeitete Thema Wasser auf die Agenda der mexikanischen \u00d6ffentlichkeit. \u00dcber das gesamte Stadtgebiet verteilt thematisierten mexikanische und deutsche K\u00fcnstler\/innen das Wasser als knappe Ressource, essenzielle Infrastruktur und vor allem auch als verdr\u00e4ngte Geschichte der einstigen Lagunenstadt Tenochtitl\u00e1n. Diese wurde von den Eroberern nach und nach trockengelegt. \u01ee\u0006\"\u008e Spanier haben das Wasser als Feind \u008b\u008e\u0091\u008a\u0097\u008d\u008e\u0095\u009d\u0203\u01f0 notierte Alexander von Humboldt in seinen Reisetageb\u00fcchern.4 Die Industrialisierung lie\u00df sp\u00e4ter die letzten Flussl\u00e4ufe in Rohren verschwinden. In der Ausstellung wurden einstige Wasserl\u00e4ufe markiert, Bushaltestellen zu Flachbooten umfunktioniert, eine ber\u00fchmte Stadtpalme wurde mit W\u00fcstensand umsch\u00fcttet, es gab zeremonielle Wasser-Begr\u00e4bnisse oder auch eine Salamander-Ausstellung in der U-Bahn. Erstmals waren K\u00fcnstler\/innen an der multidisziplin\u00e4ren Untersuchung st\u00e4dtischer Fragen beteiligt. Dabei wurden andere Arten von Wissen zutage gef\u00f6rdert, wie etwa bei den Hidrovochos, den mit Segeln ausger\u00fcsteten \u01ee6\u008a\u009c\u009c\u008e\u009b\u009d\u008a\u00a1\"\u009c\u0203 der Konzeptk\u00fcnstlerin Helen Escobedo. Zwanzig solcher Segeltaxis kurvten ein paar Wochen lang durch die Innenstadt. Die Taxifahrer waren angehalten, ihre Fahrg\u00e4ste in Gespr\u00e4che \u00fcber das Wasser zu verwickeln und die Antworten mit einem Band aufzunehmen \u022e Wasser fungierte in dieser interaktiven Installation als Medium des Transports aber eben auch der Kommunikation. Ebenfalls mit Ressourcen, diesmal mit dem Fokus auf Recycling als kreative M\u00fcllverwertung, besch\u00e4ftigte sich zehn Jahre sp\u00e4ter, im Jahr 2012, das Kunstprojekt \u01ee ReMex. Die Macht der K\u00fcnste \u0203 , das \u00fcber anderthalb Jahre lief und der Zusammenarbeit mit europ\u00e4ischen Partnern (Schweden, Frankreich, Gro\u00dfbritannien und Polen) zu verdanken war. In den von K\u00fcnstlern und Designern angeleiteten Workshops lernten Teilnehmende einen sch\u00f6pferischen Umgang mit allen Arten von Abfallprodukten wie auch eine Sch\u00e4rfung des urbanen Bewusstseins. Vermittelt wurden ressourcenschonende Interventionen in die urbane Imagination, etwa durch Stencils, die negativ in die Schmutzschichten eingekratzt werden oder Light-Graffiti. Vor allem aber ging es um Techniken wie das Upcycling von Textilabf\u00e4llen durch Modedesignerinnen, die Herstellung formsch\u00f6ner Kompostierungsanlagen oder um die k\u00fcnstlerische Verarbeitung von Plastikm\u00fcll. 4 Siehe dazu den gleichnamigen Katalog \" agua-Wasser\u035e (Mexiko-Stadt 2003, Goethe-Institut\/UNAM, S. 14) ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 7 2. Samen und Verbindungen - Marksteine der bisherigen kulturellen Kooperation Spezialisiert auf die Umwandlung von Plastikabfall in Kunst und Alltagsdesign ist der Berliner K\u00fcnstler Gerhard \u01ee6\u0098\u0098\u008d\u00a2\u0203 B\u00e4r . In der von ihm selbst entwickelten Prozedur werden Plastikabf\u00e4lle zu einer formbaren Masse verschmolzen, die dann weiterverarbeitet werden kann. Das Prinzip seiner weltweit operierenden Kunstplattform Socialplastics ist so einfach wie raffiniert: Es geht um Wertsch\u00e4tzung (von Plastik als Ressource) und Wertsch\u00f6pfung (die Inwertsetzung von wertlosem M\u00fcll), um Ressourcenbewusstsein, \u00e4sthetischen Mehrwert und schlie\u00dflich sogar um kulturellen Erkenntnisgewinn \u022e wenn betrachtet wird, welche Kultur welchen Abfall hervorbringt und welche Gegenst\u00e4nde wiederum aus ihm entstehen. Seit 2010 ist B\u00e4r in Mexiko unterwegs. Am Anfang stand ein zweiw\u00f6chiger Workshop in einer Nachbarschaftsinitiative, Asamblea Miravalle, am Rand der Megastadt. Vermittelt wurde hier Basiswissen f\u00fcr die Verarbeitung der Plastikmasse in St\u00fchle, Beh\u00e4lter oder Papierk\u00f6rbe. Seither ist B\u00e4r immer wieder zu Follow-ups nach Mexiko gekommen. Die Werkstatt in Miravalle l\u00e4uft bis heute, die Kontakte wurden immer weiter ausgebaut \u022e von der Design-Fakult\u00e4t der Nationaluniversit\u00e4t bis zu einem Fischerdorf am Pazifik. Socialplastics in Mexiko ist die Geschichte eines au\u00dfergew\u00f6hnlich nachhaltigen Kulturaustauschs. Interessant w\u00e4re, die Dynamik dieses \u01ee\u0007\u009b\u008f\u0098\u0095\u0090\u009c\u0203 zu rekonstruieren \u022e etwa in Gestalt einer Ausstellung oder einer Publikation \u022e wie also eine Idee und kulturelle Praxis von einem Ort zum anderen wandert, wie sie \u00fcbersetzt und adaptiert wird, wie sich dabei globale und lokale Techniken und \u00c4sthetiken verschr\u00e4nken. Dem zunehmend aktuellen Themenkomplex Gewalt n\u00e4herte sich der 2012 im Zusammenarbeit mit den franz\u00f6sischen Kulturinstitut IFAL entwickelte Zyklus \u01ee Cultura en las C\u00e1rceles \u0203 (Kultur in den Gef\u00e4n gnissen). In einem internationalen Symposium, an dem der Dokumentarfilmregisseur Thomas Heise und das Berliner Gef\u00e4ngnistheater aufBruch teilnahm, diskutiert man \u00fcber Erfahrungen und M\u00f6glichkeiten von Kulturarbeit mit Strafgefangenen. In einem weiteren experimentellen Projekt wurde jugendlichen H\u00e4ftlingen im offenen Vollzug eine kleine Filmschule angeboten. Dabei bekamen die Teilnehmer cineastische Expertise vermittelt und sollten abschlie\u00dfend einen Filmzyklus zum Thema Menschenrechte zusammenstellen. In der Schulung sei es vor allem um \u01ee1\u008e\u009c\u0099\u008e\"\u009d und auch um Kunsterfahrung\u0203 gegangen, erinnert GI-Leiter Reinhard Maiworm. Ein innovatives Format, mit einem angrenzenden Thema, war auch das B\u00fchnenst\u00fcck \u01ee n Haufen \u0098\u0091\u0095\u008e\u0203 (auf Spanisch: Plata quemada), das vom Berliner MaximGorki-Theater mit deutschen und mexikanischen Schauspielern sowie einer Gruppe maskierter Lucha Libre-K\u00e4mpfer erarbeitet wurde. Neuartig war hier vor allem Einbezug der popul\u00e4ren mexikanischen Volkskultur, die ihre einstudierte \u01ee\u0005\u0091\u0098\u009b\u008e\u0098\u0090\u009b\u008a\u0099\u0091\"\u008e der Gewalt mit einer unglaublichen Perfektion \u008b\u008e\u009d\u009b\u008e\"\u008b\u008e\u0097\u0203\u01f0 so Maiworm. ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 8 3. Transkulturelle Provokationen - thematische Plattformen und Achsen f\u00fcr 2016 Deutlich wird im R\u00fcckblick, dass kollaborative und prozessuale Formate hier eine besonders produktive Rolle spielten. Wichtig war, dass dabei f\u00fcr das Gegen\u00fcber relevante Themen aufgegriffen werden (Jugendkultur, Ressourcen, Gewalt) und neue Wege der institutionellen Kooperation wie auch der Pr\u00e4sentation, jenseits der klassischen Kunstr\u00e4ume, ausgelotet werden. Deutlich wird an Erfolgsprojekten wie \u01ee Tecnogeist\u0203 , dass es keinerlei Widerspruch zwischen Leuchtt\u00fcrmen und der vielbeschworenen Nachhaltigkeit geben muss. Neben den spektakul\u00e4ren Gro\u00dfveranstaltungen waren es hier vor allem die Vielzahl von Lernformaten und die informellen Begegnungen, die nach Aussage der Teilnehmenden den Geist des Austauschs gepr\u00e4gt haben. Kooperationsprojekte sollten immer auch Austauschprozesse in Gang setzen, die notwendig offenen Ausgang haben. Denn dabei werden kulturelle \u01ee2\u008a-\u008e\u0097\u0203 ausges\u00e4t, wie GI-Mitarbeiterin Jenny M\u00fcgel es nennt, von denen \u01ee \"\u009b selber nicht wissen, ob es eine Sonnenblume oder was anderes \"\u009b\u008d\u0203\u01ef 3. Transkulturelle Provokationen \u0ca6 \u01ee\u0006\u008e\u009b wahre Austausch sind nicht die \b\u008e\u009c\u009d\"\u009f\u008a\u0095\u009c\u0203\u01f0 sagt Liliana Salda\u00f1a, Leiterin des Palastes der Sch\u00f6nen K\u00fcnste, die wohl prunkvollste B\u00fchne der mexikanischen Megastadt. Nat\u00fcrlich h\u00e4tte sie gerne die Berliner Philharmoniker zu sich eingeladen, aber die seien so teuer, \u01ee\u008d\u008a\u009c\u009c ich lieber ein Flugzeug voller Mexikaner nach Berlin in die Philharmonie \u008e\"\u0097\u0095\u008a\u008d\u008e\u0203\u01ef Doch jenseits dieser ausgewiesen \u01ee\u009c\u008c\u0091\u00e3\u0097\u008e\u0097\u0203 K\u00fcnste gehe es in der reisenden Kunst heute vielmehr um \u01eeC\u009b\u0098\u009f\u0098\"\u008a\u009d\"\u0098\u0097\u008e\u0097\u0203 und \u01ee \u000b\u0097\u009d\u008e\u009b\u009f\u008e\u0097\u009d\"\u0098\u0097\u008e\u0097\u0203 \u022e f\u00fcr Salda\u00f1a, die in den 1990er Jahren viele Jahre als Schauspielerin an der Berliner Volksb\u00fchne gearbeitet hat, zwei Schl\u00fcsselbegriffe eines grenz\u00fcberschreitenden Kulturdialogs. Welche thematischen Achsen und Felder kommen nun als Knotenpunkte und Schnittstellen einer neuen kulturellen Vernetzung zwischen beiden L\u00e4ndern infrage? Als besonders anschlussf\u00e4hig wird hier das weite Feld des Urbanen. Warum, sei im folgenden Abschnitt zun\u00e4chst kurz erl\u00e4utert. Im Anschluss daran werden einzelne urbane Themen von gro\u00dfer Relevanz sowie andere m\u00f6gliche thematische Schnittstellen f\u00fcr die kulturelle Kooperation aufgef\u00e4chert. ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 9 4. St\u00e4dtisches Leben als (trans)kulturelle Erfahrung 4. St \u00e4 dtisches Leben als (trans)kultu relle Erfahrung St\u00e4dte sind gesellschaftliche und damit auch interkulturelle Laboratorien. Hier werden kulturelle Vertrautheit und Fremdheit, das eigene Fremdsein wie auch andere kulturelle Kodierungen kondensiert erfahren und zugleich, zumindest in St\u00e4d ten mit kosmopolitischer Textur, aufgebrochen. Diese Erfahrung haben mexikanische Kulturschaffende vor allem in Berlin gemacht. Die deutsche Hauptstadt wurde f\u00fcr viele zum Vehikel kultureller Grenz\u00fcberschreitungen und damit auch f\u00fcr die Genese neuer, unerwarteter Bilder von Deutschen, die in der R\u00fcckspiegelung wiederum f\u00fcr Einheimische von Interesse sind. Ungewohnt sind f\u00fcr Mexikaner\/innen immer wieder, besonders vor dem Hintergrund ihrer eigenen \u00fcberbordenden Hauptstadt, die por\u00f6sen Berliner Stadtlandschaften, ihre Weitl\u00e4ufigkeit und ihre vielen \u01eeE \"\u009c\u008c\u0091\u008e\u0097\u009b\u00a7\u009e-\u008e\u0203 und \u01eeW\u008b\u008e\u009b\u0090\u00a7\u0097\u0090\u008e\u0203\u01f0 wie Abraham Cruzvillegas sagt. \u01ee\u0006\u008a bist du in einer der gesch\u00e4ftigsten Stra\u00dfen Berlin und es sind kaum Menschen auf den 2\u009d\u009b\u008a\u0107\u008e\u0097\u0203\u01f0 beschreibt die zwischen Berlin, New York und Mexiko-Stadt pendelnde K\u00fcnstlerin Julieta Aranda die fehlende Dichte. Auffallend ist zudem das Phantasma der Teilung, die \u01ee\"--\u008e\u009b pr\u00e4sente Abwesenheit der \u000f\u008a\u009e\u008e\u009b\u0203 und die allerorten konstatierte \u01ee\u0104\u008e\u008b\u008e\u0097\u008d\"\u0090\"\u008e\"\u009d der 1\u009e\"\u0097\u008e\u0097\u0203 , wie Cruzvillegas sagt, die von den Schrecken der Vergangenheit aber auch von abgestorbenen Bauvisionen zeugen k\u00f6nnen. Als pr\u00e4gend f\u00fcr das st\u00e4dtische Leben beschreiben viele zudem den allgegenw\u00e4rtigen Einfluss der Natur \u022e der Einfluss der Jahreszeiten auf Gem\u00fct und Verhalten der Bewohner\/innen, das Trauma der verdunkelten Wintermonate wie auch die \u01ee\u0007\u009e\u0099\u0091\u0098\u009b\"\u008e des \b\u009b\u00fb\u0091\u0095\"\u0097\u0090\u009c\u0203\u01f0 der in Mexiko immer nur \u01ee\u008e\"\u0097\u008e 2\u008c\u0091\u008a\u009e\u008f\u008e\u0097\u009c\u009d\u008e\u009b\u008d\u008e\"\u0098\u009b\u008a\u009d\"\u0098\u0097\u0203\u01f0 so Erick Meyenberg, gewesen sei. Natur aber meint auch die Zug\u00e4nglichkeit der Kan\u00e4le und Seen, die Ahnung von Wildnis in der Begegnung mit F\u00fcchsen, all die unbebauten und jeder Funktionalit\u00e4t entzogenen Orte, die einen \u01ee1\u008a\u009e- der Freiheit \"\u0098\u0097\u008f\"\u0090\u009e\u009b\"\u008e\u009b\u008e\u0097\u0203 (Cruzvillegas). Die relative Unbek\u00fcmmertheit des Berliner Stadtraums f\u00e4llt vor allem K\u00fcnstlern auf, die aus einer besonders gewaltgeplagten Region kommen, wie Israel Mart\u00ednez aus Guadalajara, der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt Mexikos, die seit einigen Jahren von Gewaltexzessen heimgesucht wird. Andere konstatieren zugleich eine effektivere Regulierung des Stadtraums. Daraus resultiert ein interessanter Widerspruch zwischen Freiz\u00fcgigkeit und Regulierung, also zwischen der \u01ee\u000f\u00e3\u0090\u0095\"\u008c\u0091\"\u008e\"\u009d der Neuerfindung, der \u00d6ffnung, Freiheit und der Qualit\u00e4t des Seins und Daseins (ser y estar\u01fc\u0203\u01f0 wie die K\u00fcnstlerin Verena Grimm schreibt, und zwar ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 10 St\u00e4dtisches Leben als (trans)kulturelle Erfahrung \u01ee\u0098\u008b \u0098\u0091\u0095 hier jedes Tier, jeder Baum und jeder Bewohner irgendwie katalogisiert \u009c\"\u0097\u008d\u0203\u01ef 5 Zugleich registrieren auch mexikanische Kulturschaffende die un\u00fcbersehbare \u00dcberformung einzelner Stadtteile durch Kurz- oder Langzeittourismus, die Touristifizierung, die sich auf Infrastrukturen und Mietspiegel auswirkt. Eine \u00e4hnliche Entwicklung l\u00e4sst sich in manchen Barrios in Mexiko-Stadt, beobachten. Denn auch in Mexiko wird seit einigen Jahren das Gespenst der Gentrifizierung erlebt und diskutiert, in Gestalt der Ansiedlung von Bars und Boutiquen, Clubs und Galerien in den historischen Quartieren der Stadt. Auch in der internationalen Diskussion gelten beide Hauptst\u00e4dte jeweils als Paradigmen: Berlin f\u00fcr eine komplexe Metropolisierung der \u01ee\u008e\u009e\u009b\u0098\u0099\u00a7\"\u009c\u008c\u0091\u008e\u0097 2\u009d\u008a\u008d\u009d\u0203 im 20. und vor allem im 21. Jahrhunderts, Mexiko-Stadt hingegen f\u00fcr die weltweit gef\u00fchrte Debatte um die Entwicklung von Megacities.6 Ein Indiz f\u00fcr die Bedeutung der mexikanischen Hauptstadt ist die Tatsache, dass das internationale Kompetenznetzwerk Urban Age Initiative, das die Alfred Herrhausen-Stiftung mit der London School of Economics initiiert hat, einige ihrer wichtigsten Konferenzen (2006, 2009) in Mexiko-Stadt abhielt. Zudem war es eine Nachbarschaftsinitiative Asamblea Miravalle aus dem gigantischen Stadtbezirk Iztapalapa, die hier im Jahr 2010 den international ausgeschriebenen \u01ee Urban Age Award\u0203 zugesprochen bekam. Die Asamblea Miravalle, in der sp\u00e4ter auch Gerhard B\u00e4rs \u01ee\u009c\u0098\u00a3\"\u008a\u0095\u008e C\u0095\u008a\u009c\u009d\"\"\u0203 operierte, hatte eine stillgelegte M\u00fcllkippe wieder zu st\u00e4dtischem Leben erweckt \u022e und mittels Biogem\u00fcse und Kulturwerkst\u00e4tten in einen \u00f6ffentlichen, gemeinschaftlich genutzten und bewirtschafteten Raum verwandelt.7 5 Zitat aus der unver\u00f6ffentlichten Textsammlung \" Muevate por tu ciudad\u035e (2014), die neun Essays mexikanischer Autor(inn)en \u00fcber Berlin versammelt (koordiniert von Valentina Rojas Loa). 6 Vgl. dazu den Band \" Metr\u00f3polis desbordadas. Poder, memoria y cultura en el espacio urbano\u035e , eine Koedition zwischen der Universidad Aut\u00f3noma de la Ciudad de M\u00e9xico, der FU Berlin und CONACYT (herausgegeben von Alejandra Cerda, Anne Huffschmid, Iv\u00e1n Azuara y Stefan Rinke, Mexiko-Stadt 2011) 7 N\u00e4heres: http:\/\/comunidadmiravalle.blogspot.de\/ ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 11 5. Der Wert der Stadt: st\u00e4dtische Fragen als thematische Plattformen 5. Der Wert der Stadt: st \u00e4 dtische Fra gen als thematische Plattformen St\u00e4dtische Bewegungen und Mobilit\u00e4t \/\/ Ein Motiv von kaum bestreitbarer Relevanz, insbesondere mit Blick auf die \u00fcberbordenden Verkehrsstr\u00f6me in Mexiko-Stadt, ist das der urbanen Mobilit\u00e4t. Aus mexikanischer Sicht stellen sich f\u00fcr deutsche Partner hier besonders drei Herausforderungen: der Ausbau der in Mexiko bislang noch zaghaften Fahrradkultur, die elektronisch betriebene Mobilit\u00e4t und das Konzept des \u022e in Deutschland schon relativ weit verbreiteten \u022e Carsharing. So waren in deutschen Gro\u00dfst\u00e4dten 2014 mehr als 750.000 Nutzer\/innen bei einem der 150 registrierten Carsharing-Anbieter angemeldet.8 Dagegen sind die coches compartidos f\u00fcr mexikanische Metropolen noch Neuland: Erst im Fr\u00fchjahr 2012 ging hier der erste mexikanische Carsharing-Anbieter an den Markt mit einer Flotte von bislang gerade 40 Fahrzeugen und einigen Dutzend Stationen. Eingeschrieben sind bislang nur einige Tausend Nutzer\/innen, was auch mit den noch vergleichsweise hohen Geb\u00fchren zu tun haben mag. Allerdings setzt eine neue verkehrspolitische Rationalit\u00e4t voraus, das tats\u00e4chliche Verkehrsverhalten und auch die Imaginarios des Mobilen \u022e also die Bilder und Bedeutungen von Auto, Fahrrad, Bussen und U-Bahnen \u022e zu kennen. Denn die Bereitschaft zu Carsharing, Autoverzicht oder Fahrradgebrauch ist ja nicht nur eine Frage der Infrastruktur, sondern auch eine der urbanen Alltagskultur und der realexistierenden Nutzungen und Bed\u00fcrfnisse. Geboten sind also Studien zu Motiven, Logiken und Bewegungsmuster st\u00e4dtischer Akteure. Daf\u00fcr bieten sich Methoden partizipativer Kartierungen und thematischer Mappings an, wie sie etwa das argentinische Grafiker-Duo Iconoclasistas aus Buenos Aires seit langem zu urbanen Bewegungsabl\u00e4ufen in Lateinamerika erarbeitet.9 Zudem hei\u00dft urbane Mobilit\u00e4t ja nicht nur Verkehr, sondern auch alle Arten von urbanen M\u00e4rkte n und Umschlagpl\u00e4tzen, an denen mehr oder weniger informelle Waren und Dienste gehandelt werden. Von Interesse w\u00e4 ren hier zum Beispiel die in deutschen Gro\u00dfst\u00e4dten zunehmend pr\u00e4senten sharing economies, auch im Vergleich zu den in Mexiko schon l\u00e4nger tradierten Tauschkulturen (trueque) und anderen \u01ee\u009c\u0098\u0095\"\u008d\u008a\u009b\"\u009c\u008c\u0091\u008e\u0097 [\"\u0098\u0097\u0098-\"\u008e\u0097\u0203 (economias solidarias). Gutes Leben und \u00f6ffentlicher Raum \/\/ Ein zentrales Motiv sind die \u00f6ffentlichen R\u00e4ume als urbane Kreuzungspunkte und damit verbunden die Frage nach einer spezifisch urbanen Lebensqualit\u00e4t. Was bedeutet es, wenn man eine Losung wie das 8 S\u00fcddeutsche Zeitung, 25. April 2014 9 N\u00e4heres unter: http:\/\/www.iconoclasistas.net\/ ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 12 5. Der Wert der Stadt: st\u00e4dtische Fragen als thematische Plattformen lateinamerikanische \u01ee buen vivir\u0203 mit der internationalen Losung \u01ee Recht auf die Stadt\u0203 zu einem \u01ee Recht auf gutes Leben in der 2\u009d\u008a\u008d\u009d\u0203 zusammen f\u00fchrt? Gemeint w\u00e4re hier das st\u00e4dtische Miteinander jenseits \u01ee\u008d\u008e\u009b eigenen vier 6\u00a7\u0097\u008d\u008e\u0203 in den geteilten \u00f6ffentlichen R\u00e4umen der St\u00e4dte. Dies betrifft Fragen nach Infrastruktur und Investitionen, Besitzverh\u00e4ltnissen und Raumproduktion10 ebenso wie die nach dem Verh\u00e4ltnis zwischen virtueller und analoger \u00d6ffentlichkeit. Konflikt und Demokratie: B\u00fcrgerbeteiligung als Herausforderung \/\/ Ein eng damit verbundenes Thema ist die Teilhabe von Stadtbewohner\/innen an den urbanen Entscheidungen, also die Frage nach Wirkung und Reichweite von B\u00fcrgerbeteiligung (participaci\u00f3n ciudadana) bei Bauvorhaben oder auch B\u00fcrgerhaushalten (presupuesto participativo). Von Interesse f\u00fcr mexikanische Kulturakteure sind hier Erfahrungen bei kontrovers diskutierten Bauprojekten \u022e wie die Bebauung des Spreeufers durch das private Investorenprojekt Mediaspree, das 2008 durch ein B\u00fcrgerbegehren zu Fall gebracht wurde oder auch im Sommer 2014 die gleichfalls per B\u00fcrgerquorum gestoppte Randbebauung des Tempelhofer Feldes. Auch bei anderen konfliktiven Feldern, etwa die Touristifizierung von Barrios und Quartieren stellt sich durchaus die Frage nach den M\u00f6glichkeiten von B\u00fcrgerbeteiligung. Damit einher geht die Debatte, ob es so etwas wie urbane Inwertsetzung ohne Verdr\u00e4ngung geben kann und welche Rolle stadtpolitische Interventionen in diesen Prozessen spielen k\u00f6nnen. Hardware des Urbanen: Flugh\u00e4fen und andere Infrastrukturen \/\/ F\u00fcr Besucher\/innen aus dem Megamoloch Mexiko-Stadt muss das eigent\u00fcmliche Berliner Flughafendreieck als bemerkenswerte Kombination aus Effizienz und Laissez Faire erscheinen: der eigentlich l\u00e4ngst \u00fcberforderte aber immer noch funktionierende Flughafen Tegel \u01fb\u01ee\"\u008c\u0091 liebe es, wie klein er \"\u009c\u009d\u01f7\u0203\u01f0 so Cruzvillegas), seine Gegenpole sind das enorme Territorium von Tempelhof, eine so seltsame wie wundervolle urbane Megabrache, sowie die Dauerbaustelle des k\u00fcnftigen Gro\u00dfflughafens im S\u00fcden Berlins, an dessen permanenter Unfertigkeit sich der Mythos des deutschen Perfektionismus bricht. Die Flughafenfrage ist besonders interessant mit Blick auf die Pl\u00e4ne zu einem neuen Superflughafen in MexikoStadt, bei dem der bereits existierende Airport unter Federf\u00fchrung von Norman Foster zu einem \u01ee\u0090\"\u0090\u008a\u0097\u009d\"\u009c\u008c\u0091\u008e\u0097 \u0006\u009b\u008e\u0091\"\u009b\u008e\u009e\u00a3\u0203\u01f0 so die S\u00fcddeutsche Zeitung vom 5. September 2014, ausgebaut werden soll \u022e und gegen den sich schon jetzt soziale Proteste formieren. Von 10 Beispiele von neuartigen raumproduzierenden Akteuren in Berlin sind das Kollektiv f\u00fcr experimentelle Architektur raumlabor (http:\/\/raumlabor.net\/), das sich auf tempor\u00e4re R\u00e4ume spezialisiert hat, sowie das ZKU-Center for art and urbanistics in einem ehemaligen G\u00fcterbahnhof (ZKU, http:\/\/www.zkuberlin.org\/). ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 13 5. Der Wert der Stadt: st\u00e4dtische Fragen als thematische Plattformen gro\u00dfem Interesse sind f\u00fcr Mexikaner zudem die deutschen Erfahrungen in der postindustriellen Umnutzung von Industriebrachen und Ruinenlandschaften in Berlin, Hamburg oder auch dem Ruhrgebiet. Ein Beispiel ist das \u01ee\u0006\u008e\u009d\u009b\u0098\"\u009d -C\u009b\u0098\u0093\u008e\"\u009d\u0203\u01f0 das diverse st\u00e4dtische Akteure11 anl\u00e4sslich der bevorstehenden Schlie\u00dfung der Opel-Werke in Bochum Ende 2014 ins Leben gerufen haben und wo es \u022e unter dem markanten Motto \u01ee This is not Detroit\u0203 \u022e kulturelle Strategien \u01ee\u0090\u008e\u0090\u008e\u0097 die B\u0091\u0097-\u008a\u008c\u0091\u009d\u0203 erprobt werden sollen. Urbane Software: Sightseeing, Soundscapes und H\u00f6rformate \/\/ Ankn\u00fcpfungspunkte bieten auch die urbanen Alltagskulturen, Bilderwelten oder auch Soundlandschaften. Hier bietet sich die Nutzung des eigentlich touristischen Formats der Stadtrundg\u00e4nge f\u00fcr ungew\u00f6hnliche und erkenntnisf\u00f6rdernde Zug\u00e4nge an, wie sie etwa der Verein querstadtein12 in Berlin mit seinen von Obdachlosen organisierten Stadtf\u00fchrungen anbietet. Das mexikanische Kollektiv nerivela13 und ihr Initiator Javier Toscano haben sich auf die Erkundung von urbanem Alltagshandeln durch Methoden des Mappings und der Stadtbegehung spezialisiert. \u01ee[\u008f\u008f\u008e\u0097\u009d\u0095\"\u008c\u0091\u008e Kunst als monumentale Geste interessiert uns nicht mehr, wir wollen lieber etwas machen, das mit dem Verhalten der Menschen zu tun \u0091\u008a\u009d\u0203\u01f0 so Toscano. Ein vielversprechendes Feld sind zudem urbane Soundlandschaften, also Motive von L\u00e4rm und Stille, aber auch Orientierung und Desorientierung, zu denen bereits mit Soundk\u00fcnstlern aus beiden L\u00e4ndern recherchiert wird. Mexiko zeichnet sich durch eine tiefverankerte und schicht\u00fcbergreifende H\u00f6r - und Radio-Kultur aus, insbesondere in Mexiko-Stadt als Stadt der weiten Wege kommt dem H\u00f6ren besondere Bedeutung zu. Zur Erzeugung von Aufmerksamkeit f\u00fcr \u01ee\u008d\u008e\u009e\u009d\u009c\u008c\u0091\u008e \u000b\u0097\u009d\u008e\u009b\u009f\u008e\u0097\u009d\"\u0098\u0097\u008e\u0097\u0203 bietet sich somit die Entwicklung von H\u00f6rformaten (H\u00f6rspiels, H\u00f6rbuch) an.14 Der Bauch der Stadt: urban food und urban commons \/\/ Ein Motiv von zunehmender Bedeutung ist das der \u01ee\u009e\u009b\u008b\u008a\u0097\u008e\u0097 \u0007\u009b\u0097\u00a7\u0091\u009b\u009e\u0097\u0090\u0203\u01f0 das weltweit unter den Schlagworten urban farming, urban gardening oder auch guerilla gardening kursiert. Dabei ber\u00fchrt die Frage, wie und wovon St\u00e4dte und ihre Bewohner\/innen sich ern\u00e4hren, \u00f6kologische wie \u00f6konomische Aspekte (Selbstversorgung, food politics) ebenso wie Ess- und Alltagskulturen. Einige 11 Darunter Urbane K\u00fcnste Ruhr und das Schauspielhaus Bochum; N\u00e4heres unter http:\/\/www.thisisnotdetroit.de\/ 12 N\u00e4heres unter: http:\/\/querstadtein.org\/de\/ 13 N\u00e4heres: http:\/\/nerivela.org\/ und http:\/\/www.urbana.guru\/ 14 Nutzbar w\u00e4re zudem die Tatsache, dass Carmen Arestegui, eine der renommiertesten Journalistinnen Mexikos, seit Jahren der Jury f\u00fc r den Walter-Reuter-Medienpreis vorsitzt. Der in Andenken an den in Mexiko exilierten Berliner Fotografen eingerichteten Preis wird Jahr f\u00fcr Jahr f\u00fcr herausragende journalistische Arbeiten in Text und Bild zu einem j\u00e4hrlichen Schwerpunktthema (2014: \"die Herausforderungen der Korruption\u035e) vergeben. N\u00e4heres: http:\/\/www.papwr.org\/ ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 14 5. Der Wert der Stadt: st\u00e4dtische Fragen als thematische Plattformen deutsche St\u00e4dte gelten seit einiger Zeit als Pioniere auf diesem Gebiet; vielzitiertes Paradebeispiel ist der \u01ee Prinzessinnengarten\u0203 in Berlin, eine ehemalige Kreuzberger Stadtbrache, die vor einigen Jahren in einen florierenden Kr\u00e4uter -und Gem\u00fcseg\u00e4rten in Kisten und K\u00fcbeln verwandelt wurde. Die Idee war einem der Gr\u00fcnder in Kuba gekommen, wo aus der Knappheit selbstorganisierte G\u00e4rten (huertas urbanas) entstanden waren. Ging es in Havanna prim\u00e4r um Versorgung mit frischem Gem\u00fcse, so steht f\u00fcr den \u01ee Prinzessinnengarten\u0203 eher das kultur\u00fcbergreifende Miteinander, die urbane Bildung und die st\u00e4dtische Selbsterm\u00e4chtigung im Vordergrund. Allgemein gilt Berlin als zentraler Bezugspunkt f\u00fcr die weltweite Debatte um neue urbane \u00d6konomien und \u00d6kologien, kritische Raumpraxen und Vergemeinschaftungen \u022e bekannt als urban commoning.15 Dass st\u00e4dtische R\u00e4ume und das urbane Gemeinwohl permanent in politischen Prozessen ausgehandelt werden, ist f\u00fcr die mexikanische Hauptstadt, in der st\u00e4dtisches Leben und Wirtschaften einem andauernden, oft informellen Aushandeln unterliegt, eine durchaus vertraute Erkenntnis.16 Die Stadt und ihre \u01ee\u0203 \/\/ Ein weiterer Topos der internationalen Stadtdiskussion, f\u00fcr die Berlin paradigmatisch steht, ist die Creative City. In Berlin galt seit den 1990er Jahren neben einer hervorragenden Wissensinfrastruktur vor allem die Kulturund Kreativwirtschaft als einer der Standortvorteile der an Industrie armen neuen Hauptstadt. Besonders freischaffende Kultur- und Medienschaffende fanden hier aufgrund bezahlbarer Wohn- und Atelierr\u00e4ume aber auch aufgrund \u01ee\u0091\"\u009c\u009d\u0098\u009b\"\u009c\u008c\u0091 bedingter Heterogenit\u00e4t und Durch-\"\u009c\u008c\u0091\u009e\u0097\u0090\u0203\u01f0 wie das unabh\u00e4ngige B\u00fcndnis Haben und Brauchen17 betont, Bedingungen vor, die die Stadt zu einem produktiven kulturellen Labor werden lie\u00dfen. Diese Bedingungen haben sich durch Immobilienspekulation und urbane Aufwertungsprozesse massiv ver\u00e4ndert. So wird in Berlin heute vehement, gerade von Seiten der freien Kulturschaffenden, um die Bereitstellung billiger Ateliers und Kunstf\u00f6rderung, aber auch um Stadtentwicklung und die Verteidigung von Mieter und nicht nur Eigent\u00fcmerinteressen gestritten. Die Frage, wie Kreative zur urbanen Entwicklung beitragen bzw. von ihr profitieren, ist auch f\u00fcr Mexiko-Stadt, in dessen Innenstadt \u00e4hnliche Prozesse zu verzeichnen sind, von gro\u00dfem Interesse. 15 Vgl. dazu auch den Band \" Make_Shift City\u035e (Berlin 2014, jovis, hg. von Fergueson\/Urban Drift Project) 16 Vgl. dazu den Band \"Verhandlungssache Mexiko Stadt. Umk\u00e4mpfte R\u00e4ume, Stadtaneignungen, Imaginarios urbanos\u035e (Berlin 2008, b_books, hg. von Becker u.a.) 17 N\u00e4heres: http:habenundbrauchen.de ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 15 6. Wer und mit wem 6. Wer u nd mit wem Ein Forum f\u00fcr neue st\u00e4dte\u00fcbergreifende Dialoge bietet die seit 1993 bestehende St\u00e4dtepartnerschaft zwischen den beiden Hauptstadtregierungen. Von Seiten der Berliner Senatsverwaltung und seiner neuen Amerika-Verantwortlichen Esther Keller besteht ein erkl\u00e4rtes Interesse an der Neubelebung dieser urbanen Partnerschaft. Ein interessanter Counterpart f\u00fcr Berlin w\u00e4re hier beispielsweise das Laboratorio para la Ciudad18 , das als 2013 gegr\u00fcndeter Thinktank der mexikanischen Stadtregierung fungiert und \u0205\u008b\u00fb\u009b\u0090\u008e\u009b\u0097\u008a\u0091\u008e\u0201 L\u00f6sungen zu Problemen der Mobilit\u00e4t, urbaner Mitbestimmung oder e-governance erarbeitet. Bislang experimentiert dieses \u01ee2\u009d\u008a\u008d\u009d\u0095\u008a\u008b\u0098\u009b\u0203 mit Formaten wie Fu\u00dfg\u00e4ngerforschung oder Wahrnehmungsworkshops, organisiert interdisziplin\u00e4re Veranstaltungen wie das \u01ee\u0006\u008a\u009d\u008e\u0097\u008f\u008e\u009c\u009d\"\u009f\u008a\u0095\u0203 , \u01ee HackDF\u0203 oder das internationale Stadtfestival \u01ee mextropoli\u0203 19 und l\u00e4dt ausl\u00e4ndische K\u00fcnstler\/innen und andere Experten zu urbanen Themen, wie etwa st\u00e4dtische Ern\u00e4hrung, ein.20 Auf den \u00f6ffentlichen Nahverkehr und die nicht-motorisierte Fortbewegung spezialisiert ist die in New York gegr\u00fcndete und seit 2006 in Mexiko ans\u00e4ssige internationale NGO Institute for Transportation and Development Policy (ITDP). F\u00fcr das ITDP liegt die L\u00f6sung der dr\u00e4ngenden Stau- und Verschmutzungsprobleme vor allem im Ausbau des metropolitanen Schnellbusnetzes, der 2005 eingef\u00fchrte Metrobus oder in der F\u00f6rderung der Fahrradnutzung, die durch die Einf\u00fchrung eines Leihfahrradsystems (die sogenannten Ecobicis) angekurbelt werden sollte. Dabei solle das Fahrrad auch \u01ee\u008a\u0097 sozialem Status gewinnen, nicht nur f\u00fcr diejenigen, die sich sowieso kein Auto leisten \"\u00e3\u0097\u0097\u008e\u0097\u0203 sagt ITDP-Direktor Bernardo Barranda; mindestens ebenso wichtig sei jedoch die Ausweitung der Ecobicis auf die \u00e4rmeren Randbezirke. Um eine \u01ee\b\u008a\u0091\u009b\u009b\u008a\u008d\"\u009e\u0095\u009d\u009e \u009b\u0203 zu bef\u00f6rdern, wurde eigens eine Ausstellung in Auftrag gegeben, die 2015 in einem innerst\u00e4dtischen Museum (Museo Franz Mayer) er\u00f6ffnet. Den Ausbau von Elektroautos h\u00e4lt Barranda hingegen \u01ee\u0097\"\u008c\u0091\u009d f\u00fcr die zentrale \u0104\u00e3\u009c\u009e\u0097\u0090\u0203\u01f0 da ja auch die Stromherstellung energie- und ressourcenpolitisch problematisch sei. Das Interesse an deutscher Expertise 18 N\u00e4heres: http:\/\/labplc.mx\/ 19 N\u00e4heres: http:\/\/www.mextropoli.mx\/. Bei mextropoli waren St\u00e4dte wie New York, Helsinki, London, Sevilla oder Bogota beteiligt; mit deutschen St\u00e4dten gab es bislang keine Kooperation. 20 Ein Beispiel ist die US-K\u00fcnstlerin Nicole Twilley, die nach einer mehrw\u00f6chigen Recherche am Lebensmittelgro\u00dfmarkt Central de Abasto ein Poster entwarf, das sie als Tortilla-Einwickelpapier an Tortillab\u00e4ckereien in den 250 \u00fcberdachten M\u00e4rkten in der Stadt verteilte. ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 16 7. Weitere Schnittstellen: Piraterie, Gewalt, Grenzkulturen und Kulturdialog richtet sich hier vielmehr auf den Bereich des Carsharing und der sogenannten Umweltzonen in deutschen Innenst\u00e4dten. Ein Projekt, das st\u00e4dtische Fragen aus einer dezidiert k\u00fcnstlerischen Perspektive angeht, ist das von Osvaldo S\u00e1nchez geleitete neue InSITE-Edition, das seit 2013 in dem Traditionsquartier Santa Maria la Ribera in Mexiko-Stadt operiert. S\u00e1nchez, einer der interessantesten und international versiertesten Kuratoren Mexikos, hat in den 1990er Jahren das internationale Kunstfestival inSITE an der Nordgrenze Mexikos begr\u00fcndet. So wie die Grenze zuvor \u01ee\u008a\u0095\u009c kritische Topografie von gro\u00dfer Bedeutung \u008a\u009b\u0203 um Globalisierungsprozesse zu verstehen und sichtbar zu machen, so der Kurator, so richte sich das Interesse nun auf das Quartier, in dem \u01eeC\u009b\u0098\u00a3\u008e\u009c\u009c\u008e der Lokalisierung und die Produktion von \u0104\u0098\"\u008a\u0095\"\u009d\u00a7\u009d\u008e\u0097\u0203 bearbeitet werden sollen. Geleitet wird die k\u00fcnstlerische Exploration von der Frage, wie in diesem gesellschaftlichen Mikrokosmos soziale Bande, Nachbarschaften und Zugeh\u00f6rigkeiten entstehen. \u00dcber f\u00fcnf Jahre will das InSITE-Team ein eigens erworbenes Geb\u00e4ude in ein \u01ee\u009c\u0098\u00a3\"\u008a\u0095\u008e\u009c \u0104\u008a\u008b\u0098\u009b\u0203 verwandeln, das k\u00fcnstlerische Interventionen in den urbanen Alltag produziert. Internationale K\u00fcnstler\/innen, darunter etwa auch die argentinischen Iconoclasistas, werden in dem ehemaligen Wohnhaus an einer belebten Stra\u00dfe zwischen Kirche und Markt unterkommen. Es sei jedoch kein Gemeindezentrum, das kulturelle Dienstleistungen anbietet, stellt S\u00e1nchez klar, sondern soll l\u00e4ngerfristige und ergebnisoffene Prozesse ansto\u00dfen, also \u01ee\u0097\"\u008c\u0091\u009d Kulturkonsum, sondern \u000b\u0097\u009d\u008e\u009b\u008a\"\u009d\"\u0098\u0097\u0203 bef\u00f6rdern. Im Mittelpunkt steht die Erkundung aber auch Ver\u00e4nderung des st\u00e4dtischen Alltags, etwa in Bezug auf Zeit\u00f6konomien und Mikropolitiken jenseits eines profitgesteuerten Wirtschaftens. Als wichtiges Thema wird auch hier wieder das Thema der urbanen Ern\u00e4hrung genannt, stets in Verbindung mit kommunit\u00e4ren Prozessen \u022e etwa in Bezug auf die K\u00e4ufer und Verk\u00e4ufer der lokalen Markthalle (es gibt in Santa Maria de la Ribera keine Superm\u00e4rkte) \u022e und dem, was S\u00e1nchez \u01eeA\u00fb\u009b\u0090\u008e\u009b\u008b\u008e \u009e\u009c\u009c\u009d\u009c\u008e\"\u0097 (conciencia c\u00edvica )\u0203 nennt. 7. Weitere Schnittstellen: Piraterie, Gewalt, Grenzkulturen und Kulturdialog Piraten, Urheber und die digitale Welt \/\/ Eine f\u00fcr beide L\u00e4nder relevante Achse, die es kulturell auszuloten g\u00e4lte, betrifft das Verh\u00e4ltnis zwischen Digitalisierung und gesellschaftlichem Alltag. Dies umfasst sowohl Themen wie Medienkulturen und urbane smartness (der Einsatz digitaler Technologien zur Optimierung des st\u00e4dtischen Alltags) wie auch Wissensproduktion und -zirkulation in Archiven und Bibliotheken, etwa bei der ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 17 7. Weitere Schnittstellen: Piraterie, Gewalt, Grenzkulturen und Kulturdialog Digitalisierung und Patrimonialisierung von Wissensbest\u00e4nden und materiellem Kulturerbe. Auch das Feld der Piraterie und der Urheberrechte ist angesichts des anstehenden transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP f\u00fcr beide L\u00e4nder von gro\u00dfer Relevanz. Mexiko gilt unter Experten seit langem als \u01ee\u0007\u0095 Dorado der C\"\u009b\u008a\u009d\u008e\u009b\"\u008e\u0203\u01f0 wie der Politikwissenschaftler G\u00fcnther Maihold feststellt, der zudem \u01ee\u008e\"\u0097\u008e gro\u00dfe \u0010\u008a\u008c\u0091\u008f\u009b\u008a\u0090\u008e\u0203 an Expertisen und Debatten zu diesem Thema konstatiert. Als Kick-off organisiert das Goethe-Institut in Mexiko-Stadt bereits 2015 im Format einer so genannten KorsakowShow, ein interaktives Multikanal-Narrativ, die Veranstaltung \u01eeC\"\u009b\u008a\u009d\u008e\u009b\"\u008e \u022e Moral und \u0097\u008a\u009b\u008c\u0091\"\u008e\u0203 mit dem Medienk\u00fcnstler Florian Thalhofer. Gewalt, Trauma und die K\u00fcnste \/\/ Eine der gegenw\u00e4rtig dr\u00e4ngendsten Themen ist in Mexiko die eskalierende Gewalt, die Massaker und Verschwundenen. im Kontext der blutigen Territorialkonkurrenz der organisierten Kriminalit\u00e4t, in die nicht selten staatliche Akteure eingebunden sind. Der Skandal von Iguala Ende September 2014, als Polizisten und Killerkommandos der Kartelle gemeinsam protestierende Studenten angriffen, ermordeten und verschleppten, markiert einen grausigen H\u00f6hepunkt dieser Entwicklung, in der sich historische Gewalterfahrungen, patriarchale Alltagskultur mit der ungeheuerlichen Brutalisierung und Militarisierung der aktuell konkurrierenden Kartelle verkn\u00fcpfen. Sogar die Exekutive der offiziellen Kulturpolitik, die Kulturbeh\u00f6rde CONACULTA, hat hierzu k\u00fcrzlich den Schwerpunkt \u01ee\u000f\u00b7\u00a1\"\u008c\u0098 en C\u008a\u00a3\u0203 (Mexiko in Frieden) ausgerufen. Daran ankn\u00fcpfend muss sich auch die grenz\u00fcberschreitende Kulturarbeit der Frage stellen, wie kulturelle oder k\u00fcnstlerische Strategien zur Sichtbarmachung, Verarbeitung und auch Pr\u00e4vention der Gewalt und der damit einhergehenden Gewaltkulturen beitragen kann. Der mexikanische Kulturbetrieb, darunter viele der herausragendsten Kunstschaffenden des Landes, hat zu diesem Thema ein bemerkenswertes Engagement an den Tag gelegt; ein Beispiel ist die von dem Filmstar Daniel Gim\u00e9nez Cacho ins Leben gerufene Initiative El grito mas fuerte21, die sich der Skandalisierung dieses neuen gesellschaftlichen Traumas verschrieben hat. Deutschland zeichnet sich aus naheliegenden Gr\u00fcnden durch Expertisen in kultureller Gewalt- und Traumabearbeitung aus \u022e etwa im Feld der Erinnerungskunst, in der k\u00fcnstlerischen Aufarbeitung deutscher Gewaltgeschichte(n), aber auch in Gegenwartsthemen wie der Resozialisierung straff\u00e4lliger Jugendlicher oder auch der Jugendarbeit mit aggressiven Fans und Jugendlichen in deutschen St\u00e4dten. Vorstellbar sind hier k\u00fcnstlerische Recherchen, die Themen wie Angst, k\u00f6rperliche und seelische 21 N\u00e4heres: http:\/\/elgritomasfuerte.com\/ ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 18 7. Weitere Schnittstellen: Piraterie, Gewalt, Grenzkulturen und Kulturdialog Verwundbarkeit oder auch Recht bzw. Rechtlosigkeit in den Blick nehmen und sich in Filmproduktionen, Theater- oder Tanzformaten manifestieren k\u00f6nnen. Der Versuchung einer allzu dichotomen Gegen\u00fcberstellung \u01ee\u00a3 \"\u009c\u008c\u0091\u008e\u0097 dem zivilisierten Deutschland und der Drogenbarba\u009b\u008e\"\u0203\u01f0 vor der Friedrich Schmidt-Welle zu Recht warnt, ist dabei weit m\u00f6glichst zu widerstehen. Unter Wanderung: Migration und Grenz\u00fcberschreitungen \u022e Lampedusa meets La Bestia \/\/ Deutschland wie Mexiko sind \u022e unterschiedlich \u022e von Wanderungsbewegungen gepr\u00e4gte Gesellschaften: Mexiko ist heute vor allem Auswanderungsland und Transitraum f\u00fcr Arbeitsmigrant\/inn\/en aus S\u00fcdmexiko aber auch Zentralamerika in die USA, Deutschland hingegen zunehmend Einwanderungsland und Zuflucht f\u00fcr Arbeitssuchende und Fl\u00fcchtende aus aller Welt. Interessant w\u00e4ren nun Recherchen und kulturelle Querkopplungen zur Frage des politischen und alltagskulturellen Umgangs mit realexistierender Vielfalt, aber auch mit Effekten der Exklusion und Strategien der Abschottung. So k\u00f6nnte es sowohl vor dem Hintergrund der innerdeutschen Grenzerfahrungen wie auch des permanenten bordercrossing an der nordamerikanischen Grenze zu den USA interessant sein, mexikanische K\u00fcnstler\/innen die paradoxe Festung Europa thematisieren zu lassen, in der das liberale Selbstverst\u00e4ndnis mit dem (vergeblichen) Bem\u00fchen um Grenzsicherung nach au\u00dfen koexistiert. deconstructing Humboldt \u022e Kulturdialoge im 21. Jahrhundert \/\/ Im Jahr 2016 j\u00e4hrt sich die Gr\u00fcndung des Goethe-Instituts in Mexiko zum f\u00fcnfzigsten Mal \u022e ein guter Anlass, die Frage nach den Bedingungen f\u00fcr kultur\u00fcberschreitenden Dialog im 21. Jahrhundert zur Diskussion zu stellen. Dabei w\u00e4re vor allem herauszustellen, dass \u01ee\u008d\u008e\u009e\u009d\u009c\u008c\u0091\u0203 nicht als kulturessenzielles Adjektiv sondern als relationale Kategorie einer geographischen (und eben nicht notwendig nationalen) Situierung verwendet wird, dass es in kulturellen Kooperationen wie dem Deutschland-Jahr also genaugenommen \u01ee\u0097\"\u008c\u0091\u009d um deutsche Kultur, sondern um Kulturen aus \u0006\u008e\u009e\u009d\u009c\u008c\u0091\u0095\u008a\u0097\u008d\u0203 geht, wie Reinhard Maiworm sagt. Ein hervorragendes Beispiel daf\u00fcr sind die weltweit gefeierten deutschen Tanztheaterkompanien, in denen T\u00e4nzer vielf\u00e4ltigster Nationalit\u00e4ten engagiert sind und die dennoch den \u01ee3\u008a\u0097\u00a3 aus \u0006\u008e\u009e\u009d\u009c\u008c\u0091\u0095\u008a\u0097\u008d\u0203 in der Welt ber\u00fchmt gemacht hatten. Von Interesse w\u00e4re zudem eine differenzierte Re-Lekt\u00fcre der auf beiden Seiten idealisierten Humboldt-Figur und damit auch der Blick auf die romantischen Unterstr\u00f6mungen der Moderne, an deren R\u00e4nder und in deren Krisen stets auch utopische Visionen gedeihen, sowie auf das Motiv der \u01ee wissenschaftlichen Erober\u009e\u0097\u0090\u0203 , in dem immer auch die \u00f6konomische Nutzbarmachung des Anderen und seiner Ressourcen als Subtext eingeschrieben ist ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 19 8. Mapping Mexico: Regionale Knotenpunkte im Netz der kulturellen Kooperation 8. Mapping Mexic o: Regionale Knotenpunkte im Netz der kulturellen Kooperation Die markanteste Achse zwischen Mexiko und Deutschland ist sicher weiterhin das Band zwischen den beiden \u01ee\u009f\u008e\u009b\u0099\u008a\u009b\u009d\u0097\u008e\u009b\u009d\u008e\u0097\u0203 Hauptst\u00e4dten Berlin und Mexiko-Stadt. Daf\u00fcr spricht neben den genannten thematischen Anschl\u00fcssen, dass beide nicht nur \u00fcber eine Vielfalt von etablierten Kunstorten (Museen, Galerien)22 sondern auch dar\u00fcber hinaus \u00fcber eine vitale urbane Kulturinfrastruktur verf\u00fcgen \u022e in Mexiko-Stadt etwa die genannten FAROs Kulturzentren in den Au\u00dfenbezirken der Megastadt, die sich auf Kulturarbeit mit Jugendlichen spezialisiert haben. Gemein ist den St\u00e4dten auch der Fokus auf den urbanen Au\u00dfenraum als Szenerio f\u00fcr k\u00fcnstlerische Interventionen. In dem Band \u01ee Sin l\u00edmites. Arte contemporaneo en la Ciduad de M\u00e9xico 2000-2010\u0203 23 sind allein f\u00fcr die vergangene Dekade 200 k\u00fcnstlerische Aktionen im \u00f6ffentlichen Raum der Hauptstadt dokumentiert. Wichtigste Displays sind hier Stadtparks und \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze, aber auch Billboards, Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccken, Tiefgaragen, Tanzsalons, auch unter freiem Himmel, und Lucha Libre-Arenen, alte Kinoruinen oder M\u00e4r kte. Eine lange Tradition haben in Mexiko zudem Kulturpr\u00e4sentationen in der U-Bahn, die zentrale urbane Schnittstelle, die am Tag mehrere Millionen Menschen transportiert. In einigen der zentralen Stationen finden LivePerformances oder auch Lesungen statt, Fotografien oder Objekte werden in Vitrinen ausgestellt. Ein weiterer m\u00f6glicher Display sind die Bildschirme der st\u00e4dtischen Metrobus-Linien, die \u022e \u00e4hnlich wie die Berliner U-Bahn \u022e auf denen Nachrichten, Werbung aber auch \u01ee \u009e\u0095\u009d\u009e\u009b -\u0005\u0095\"\u0099\u009c\u0203 gezeigt werden. Dennoch ist zu empfehlen, die kulturelle Vernetzung mit anderen Regionen des Landes auszubauen. Daf\u00fcr bieten sich auf der mexikanischen Landkarte f\u00fcnf weitere Knotenpunkte an: Die nordmexikanische Grenzstadt Tijuana gilt seit den 1990er Jahren auch international als eine der vitalsten Kulturmetropolen Amerikas, in dem besonders hybride Genres etwa im Bereich der Technomusik und der Videokunst gedeihen. Das Centro Cultural Tijuana (CECUT), gerade f\u00fcnf 22 Zwei der wichtigsten Kunstorte sind hier die beiden komplement\u00e4ren Universit\u00e4tsmuseen MUAC im S\u00fcden der Stadt (www.muac.unam.mx) und das Museo del Chopo (www.chopo.unam.mx) im Stadtzentrum. 23 Herausgegeben von Edgar Alejandro Hern\u00e1ndez und Inbal Miller Gurfinkel (Mexiko - St adt\/Barcelona 2013, RM Verlag) ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 20 8. Mapping Mexico: Regionale Knotenpunkte im Netz der kulturellen Kooperation Minuten vom Grenz\u00fcbergang entfernt, fungiert als multimediales Kulturzentrum. Die einst prosperierende Industriemetropole Monterrey verf\u00fcgt \u00fcber eine hervorragende kulturelle Infrastruktur, ist seit einigen Jahren jedoch zum Brennpunkt der eskalierenden Gewalt geworden ist, was sie in kultureller Hinsicht wom\u00f6glich sogar noch bed\u00fcrftiger macht. Der Chefkurator ihres wichtigsten Museums, das Museum f\u00fcr Zeitgen\u00f6ssische Kunst (MARCO), Gonzalo Ortega, ist ein ausgewiesener Deutschland-Kenner. In San Luis Potosi operiert auf dem imposanten Gel\u00e4nde eines ehemaligen Gef\u00e4ngnisses ein regionales Kunst- und Kulturzentrum (CASLP), das insbesondere wegen seines Zentrums f\u00fcr Video- und Multimedia-Kunst (CANTE) auch internationale Bedeutung hat. Das CANTE funktioniert als Kunsthochschule mit internationalen Workshops und K\u00fcnstlerresidenzen ebenso wie als Veranstaltungsort mit Schwerpunkt auf digitaler Kunst. In San Luis Potos\u00ed ist von Seiten des Goethe-Instituts ein deutsch-mexikanisches Tanzhaus geplant. Guadalajara, die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt Mexikos, ist nicht nur Sitz der internationalen Buchmesse FIL \u022e bei der Deutschland 2011 Gastland war \u022e sondern auch des wichtigsten Filmfestivals des Landes (Festival de Cine Internacional de Guadalajara); dessen Leiter Iv\u00e1n Trujillo ist Experte und Liebhaber des deutschen Kinos. Angesichts der Popularit\u00e4t des deutschen Kinos in Mexiko \u022e die seit 2001 vom Goethe-Institut veranstaltete \u01ee Semana del Cine Alem\u00e1n \u0203 , ein Best-of des anspruchsvollen neuen deutschen Films, bringt Jahr f\u00fcr Jahr Zehntausende von Zuschauer\/innen in die Kinos \u022e k\u00f6nnte das FICG f\u00fcr 2016 eine au\u00dferordentlich attraktive Plattform sein. Als neuer Knotenpunkt w\u00e4re Oaxaca im S\u00fcden Mexikos auf die Landkarte der kulturellen Kooperation zu setzen. Die Stadt, die in einer der kulturell selbstbewusstesten und vielf\u00e4ltigsten Regionen Mexikos liegt, pflegt zum einen ihre eigenen k\u00fcnstlerischen und kunsthandwerklichen Traditionen (von Textil bis Mezcal) und kombiniert diese zum anderen mit globalen Kunstbewegungen, besonders im Film- und Medienbereich. Eine zentrale Rolle spielt hier der Maler und Kulturm\u00e4zen Francisco Toledo, einer der bekanntesten lebenden K\u00fcnstler Mexikos, der im Bereich der Bildenden K\u00fcnste, des Graphikdesigns und der Manufaktur wichtige Orte, Werkst\u00e4tten und Prozesse f\u00f6rdert. In dem multidisziplin\u00e4ren Kunstzentrum La Curtiduria, eine ehemalige Gerberei, leitet ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 21 9. Grenzg\u00e4nge(r) der Kunst die K\u00fcnstlerin und Kuratorin M\u00f3nica Castillo, die lange Jahre in Deutschland gearbeitet hat, das CEACO, eine lokale Kunsthochschule, die sich auf kollaborative und partizipatorische Projekten spezialisiert hat. \u00c4hnlich wie bei inSITE in Mexiko-Stadt geht es hier darum mittels k\u00fcnstlerischer Forschung herauszuarbeiten, wie \u00fcber gemeinsames Tun Zugeh\u00f6rigkeiten und Gemeinschaften verhandelt werden. Das CEACO arbeitet mit internationalen \t\u00a7\u009c\u009d\u008e\u0097\u01f0\u0231\u008a\u0095\u0095\u008e\u009b\u008d\"\u0097\u0090\u009c\u0231\u01ee\u0097\"\u008c\u0091 \u009d\u0231\u008a\u0095\u009c\u02314\u008f\u0098\u009c\u0203\u01f0\u0231\u009c\u0098\u0231\u0005\u008a\u009c\u009d\"\u0095\u0095\u0098\u01f0\u0231\u009c\u0098\u0097\u008d\u008e\u009b\u0097\u0231\u0095\"\u008e\u008b\u008e\u009b\u0231\"-\u0231 \u0098\u0097\u009d\u008e\u00a1\u009d nachhaltiger Austauschnetze. Weitere Anschl\u00fcsse bieten die lokalen Videozentren El Pachote und Ojo de Agua, in denen junge und besonders indigene Filmemacher\/innen arbeiten, oder auch das Residenzprogramm CaSa (Centro de las Artes de San Agustin), eine von Toledo erworbene ehemalige Textilfabrik, die als internationale Akademie f\u00fcr Kunst, Kunsthandwerk und Design genutzt wird. 9. Grenzg \u00e4 nge (r) der Kunst Von gr\u00f6\u00dftem Interesse f\u00fcr k\u00fcnfti ge kulturelle Verflechtungen sind k\u00fcnstlerische Grenzg\u00e4nger\/innen, die sich bereits Themen \u0205\u008d\u008e\u009b \u0097\u008d\u008e\u009b\u008e\u0097\u0201 oder auch \u0205\u0090\u0095\u0098\u008b\u008a\u0095\u008e 3\u0091\u008e-\u008e\u0097\u0201 zu Eigen machen und sie in eigene \u00e4sthetische Formen und Bildersprachen \u00fcbersetzen. Zwei herausragende Beispiele f\u00fcr k\u00fcnstlerische Bearbeitungen \u0205\u008d\u008e\u009e\u009d\u009c\u008c\u0091\u008e\u009b 3\u0091\u008e-\u008e\u0097\u0201 stammen von dem in Mexiko-Stadt arbeitenden K\u00fcnstler Erick Meyenberg und der in Berlin lebenden K\u00fcnstlerin Mariana Castillo Deball. Der Mexikaner Erick Meyenberg (*1980) hat in den 2000er Jahren an der Berliner Universit\u00e4t der K\u00fcnste bei Rebecca Horn studiert. Der Kontakt mit der Konzeptk\u00fcnstlerin bedeutete f\u00fcr ihn das Ende konventioneller Malerei und den Beginn des Auslotens neuer k\u00fcnstlerischer Methoden, wie Video und Soundexperimente, Datenverarbeitung oder grafische Visualisierungen, und dem Ausloten des Interdisziplin\u00e4ren (wie Literatur, Biologie, Geschichte und Genetik). Eine besondere Faszination ging f\u00fcr den jungen Mexikaner dabei von dem Wechsel der Jahreszeiten, dem Einfluss des Klima und der Landschaft auf Verhalten und Gem\u00fc tsverfassung der Menschen wie auch von der deutschen Sprache aus, \u01ee\"\u0097 ihrer pr\u00e4zisen Konstruktion, die die Materialit\u00e4t und die Substanz der Dinge \u008b\u008e\u009b\u00fb\u0091\u009b\u009d\u0203 . Diese Faszinationen flie\u00dfen in eine der bemerkenswertesten Arbeiten des K\u00fcnstlers ein: In seiner Installation \u01ee hidden \u0098\u009b\u008d\u009c\u0203 hat Meyenberg, in einem mehrere Jahre lang w\u00e4hrenden Prozess, die ber\u00fchmtgewordenen \u01eeA\u009b\"\u008e\u008f\u008e aus dem \t\u008e\u008f\u00a7\u0097\u0090\u0097\"\u009c\u0203\u01f0 die Rosa Luxemburg w\u00e4hrend ihres letzten Gef\u00e4ngnisaufenthaltes zwischen 1916 bis 1918 verfasste, \u00fcber hochkomplexe k\u00fcn stlerische Prozeduren in drei gro\u00dfangelegte Raum-, Sound- und Licht-Installationen \u00fcbersetzt. ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 22 9. Grenzg\u00e4nge(r) der Kunst Ausgangsmaterial war die \u01ee\u000f\u009e\u009c\"\"\u008a\u0095\"\u009d\u00a7\u009d\u0203 und poetische Potenz von Luxemburgs Schreiben, der Rhythmus ihres Textes, ihre Beobachtungen von Zeit und Natur, die Verquickung des dramatischen Zeitgeistes w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs mit den \u01ee\"\u0095\u008e\"\u0097\u008e\u0097 \b\u009b\u008e\u009e\u008d\u008e\u0097\u0203 des Gef\u00e4ngnisalltags. Mittels komplexer Verfahren, Filterprozesse und Systematisierungen wurde das Textger\u00fcst in verschiedene visuelle und auditive Ordnungen bzw. r\u00e4umliche Systeme \u00fcbersetzt. Die dreiteilige Gro\u00dfinstallation \u01ee hidden words\u0203 , bestehend aus dem R\u00e4umen gardens, emotions und dusk, wurde in Mexiko-Stadt zwar von dem renommierten Museum MUAC angekauft. Zusammenh\u00e4ngend zu sehen aber war sie bislang weder im Geburtsland von Meyenberg noch von Rosa Luxemburg. Mariana Castillo Deball (*1975) lebt seit Mitte der 2000er Jahre in Berlin und wurde hier 2013 f\u00fcr ihre \u01ee\u0010\u00fb\u009b\u0097\u008b\u008e\u009b\u0090 -Karte von 3\u008e\u0097\u0098\u008c\u0091\u009d\"\u009d\u0095\u00a4\u0097\u0203 mit dem Preis der Nationalgalerie f\u00fcr junge Kunst ausgezeichnet.24 Zentrales Thema ihrer k\u00fcnstlerischen Forschungen ist die kulturelle Erinnerung, die Produktion \u022e und Inszenierung \u022e von Geschichte und auch der wissenschaftlichen Disziplinen. Schon vor der \u00dcbersiedlung nach Berlin besch\u00e4ftigte sich Castillo Deball mit arch\u00e4ologischen Techniken und Politiken der Freilegung, Aufarbeitung und Pr\u00e4sentation von vorkolonialer Vergangenheit und ihrer Funktionen im \u00f6ffentlichen Raum. Es geht ihr um die Wege aber auch die diskursive und materielle Beschaffenheit von Wissensobjekten wie auch die Ambivalenzen im Verst\u00e4ndnis von \u0205 \u009e\u009d\u0091\u008e\u0097\u009d\"\u00a3\"\u009d\u00a7\u009d\u0201\u01ef F\u00fcr die Berlin-Biennale 2014 entwickelte die K\u00fcnstlerin eine Arbeit \u00fcber das Museum als Produktionsst\u00e4tte kulturellen Wissens. Ausgehend von dem Altamerikanisten Eduard Seler, der ab 1903 die Amerika-Abteilung des Berliner V\u00f6lkerkunde-Museums leitete, zeigte sie mit Hilfe von Gipsmodellen und anderen Repliken, wie kulturelle Artefakte reproduziert und museal inszeniert werden. Im Herbst 2014 folgte die Einzelausstellung \u01ee Parergon\u0203 im Hamburger Bahnhof, die um das \u01ee\u0006\u009b\u008a-\u008a\u0203 der Berliner Museumstopographie im 20. Jahrhundert kreist. Anhand von \u00fcber 20 in der Bahnhofshalle verstreuten Objekten und Exponaten aus Berliner Best\u00e4nden, Kellern und Archiven werden die Genesen und verschlungenen Wanderungen dieser Artefakte rekonstruiert. Castillo Deballs Arbeit, die durchaus auf die Materialit\u00e4t und den \u00e4sthetischen Eigensinn der Objekte setzt, ist zugleich eine diskursive Arch\u00e4ologie: In einem als Audioguide zug\u00e4nglichen H\u00f6rst\u00fcck erhalten Besucher\/innen Einblick in den Rechercheprozess. Zu h\u00f6ren sind Fragmente ihrer Gespr\u00e4che mit Museums- oder 24 Informationen zu der ausgezeichneten Arbeit: http:\/\/www.preis2013.de\/index.php?id=1287 ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 23 Fazit Archivmitarbeiter\/-innen, die ihr und uns von Umwidmungen und \u00dcberschreibungen, Zerst\u00f6rungen und Neuerfindungen berichten. Fazit: transkulturelle Bande jenseits von P\u00e4 dagogik und Imagepolitik Transkulturell zu arbeiten, bedeutet keinesfalls, das Lokale und Spezifische zu ignorieren oder hinter sich zu lassen \u022e im Gegenteil. Nachdem sich in den 1990er und 2000er Jahren eine globale Kulturagenda um gemeinsame Themen wie Grenzen und Migration, Globalisierung, Urbanit\u00e4t , Klima oder Ressourcen herausgebildet hat, pl\u00e4dieren Kuratoren und Mittler heute verst\u00e4rkt daf\u00fcr \u01ee\"\u0095\u008e\"\u0097\u009d\u008e\"\u0095\"\u0090\u008e\u009b und \u008f\u0098\"\u009e\u009c\u009c\"\u008e\u009b\u009d\u008e\u009b\u0203 (Bernd Scherer) zu arbeiten und das \u01ee\"\u009b\"\u009d\"\u009c\u008c\u0091\u008e Potenzial von Mikro-Topog\u009b\u008a\u008f\"\u008e\u0097\u0203 (Osvaldo S\u00e1nchez) auszuloten. Um aber komplexe Lokalit\u00e4ten zu erkunden und zueinander in Bezug zu setzen, scheint es geboten, den Rahmen der Nationalkultur und damit letztlich sogar der Bilateralit\u00e4t zu \u00fcberschreiten und verst\u00e4rkt regionale Verzweigungen einzubeziehen: etwa von Mexiko aus in den Norden Amerikas, von Deutschland aus in den Osten Europas. Wie in der bisherigen Kooperation gesehen, kann und soll Kunst und Kultur gesellschaftliche Probleme und Herausforderungen thematisieren \u022e Themen wie Wasser und M\u00fcll, Recycling und Mobilit\u00e4t, Gewalt und Kriminalit\u00e4t. Auf p\u00e4dagogische oder imagepolitische Funktionen aber darf sie, gerade auch in der grenz\u00fcberschreitenden kulturellen Zusammenarbeit, nicht reduziert werden. Auf jede Instrumentalisierung und Indienstnahme von Kunst und Kultur ist somit zu verzichten und stattdessen ist auf den Eigensinn und die \u00e4sthetische wie gesellschaftliche Produktivit\u00e4t k\u00fcnstlerischer Prozesse zu vertrauen. Daher ist ein arbeitsteiliges, komplement\u00e4res und im besten Sinne spannungsgeladenes Verh\u00e4ltnis und Zusammenwirken von Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft, und nicht etwa eine Fusionierung zwischen diesen Feldern, anzustreben. Ein zeitgem\u00e4\u00dfes \u0205\u0006\u008e\u009e\u009d\u009c\u008c\u0091\u0095\u008a\u0097\u008d\u008b\"\u0095\u008d\u0201 kann kein Bild der Geschlossenheit sein \u022e und keines im Singular. Vielmehr ginge es um die Diversifizierung von Bildern, Lebenswelten und kulturellen Erfahrungen. Damit er\u00fc brigt sich auch die Frage nach \u01ee\u0099\u0098\u009c\"\u009d\"\u009f\u008e\u0097\u0203 oder \u01ee\u0097\u008e\u0090\u008a\u009d\"\u009f\u008e\u0097\u0203 Bildern. Die barbarische Gewalt in Mexiko ist ja leider kein Trugbild, ebenso wenig wie der nicht totzukriegende Machismo oder die exzessive Korruption. Um keine Stereotypen zu reproduzieren gilt es nun, den Umgang der mexikanischen Gesellschaft mit diesen Abgr\u00fcnde n auszuloten. Auf der anderen Seite wird das m\u00e4chtige Deutschland und seine Hauptstadt Berlin in der Welt neben vielem anderem nat\u00fcrlich auch weiterhin ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 24 Fazit mit Krieg und Menschenvernichtung, Trauma und Tr\u00fcmmer assoziiert. Dies sind ja keine stereotypen Projektionen sondern gerade auch in Deutschland noch immer Gegenst\u00e4nde hochkar\u00e4tiger Debatten, etwa um soziale Erinnerung oder Gewaltbearbeitung, die wiederum produktiv eingebracht werden k\u00f6nnen in andere Kontexte und Problemlagen. In dieser \u00dcbertragung und Diversifizierung k\u00f6nnen Akzente bewusst gegen den Mainstream der vorherrschenden Kulturbilder gesetzt werden: indem der Topos des Scheiterns (gegen das Klischee des Perfektionismus) thematisiert wird oder die postindustriellen Kulturen (gegen das Industrieland Deutschland), die politische Streitkultur (gegen das Bild des Autoritarismus) oder auch die neue Philosophie des \u01ee3\u008e\"\u0095\u008e\u0097\u009c statt A\u008e\u009c\"\u009d\u00a3\u008e\u0097\u0203 (gegen das \u01ee\u009b\u008e\"\u008c\u0091\u008e\u0203 Deutschland). Zur gleichen Zeit werden die Diversifizierung von eingefahrenen Mexiko-Bildern nicht nur zugelassen sondern auch bef\u00f6rdert werden. Es gilt dazu beizutragen, dass Mexiko als Gegen\u00fcber jenseits exotisierender, folklorisierender oder \u01ee barbarisierender 2\u008c\u0091\u008a\u008b\u0095\u0098\u0097\u008e\u0097\u0203 \u022e von Azteken \u00fcber Frida Kahlo bis zum \u01ee\u0006\u009b\u0098\u0090\u008e\u0097\"\u009b\"\u008e\u0090\u0203 \u022e als komplexes und (hyper)modernes Kulturland kenntlich wird, nicht weniger widerspr\u00fcchlich als Deutschland. ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 25 Zur Autorin Zu r Autor in Dr. Anne Huffschmid ist Kulturwissenschaftlerin, Autorin und Kuratorin. Sie forscht, lehrt und publiziert zu Themen wie \u00d6ffentlichkeit, Stadt und Erinnerung in Lateinamerika und insbesondere Mexiko, sowie zu Diskursanalyse und Fotografie. Nach ihrem Studium der Volkswirtschaft arbeitete sie viele Jahre in Mexiko-Stadt als Reporterin der Tageszeitung La Jornada und als Korrespondentin der Berliner tageszeitung. Ihre Promotion \u00fcber die Zapatistenbewegung wurde 2004 unter dem 3\"\u009d\u008e\u0095\u0231\u01ee\u0006\"\u009c\"\u009e\u009b\u009c\u0090\u009e\u008e\u009b\"\u0095\u0095\u008a\u01f1 6\u0098\u009b\u009d\u008e\u009b\u0090\u009b\u008e\"\u008f\u009e\u0097\u0090\u0231\u009e\u0097\u008d\u02316\"\u008d\u008e\u009b\u009c\"\u0097\u0097\u0203\u0231\u01fb2\u00a2\u0097\u008c\u0091\u009b on) ver\u00f6ffentlicht. Ihr langj\u00e4hriges \b\u0098\u009b\u009c\u008c\u0091\u009e\u0097\u0090\u009c\u0099\u009b\u0098\u0093\u008e\"\u009d\u0231\u01ee\u000f\u008e-\u0098\u009b\"\u008a\u0231\"\u0097\u0231\u008d\u008e\u009b\u0231\u000f\u008e\u0090 \u008a\u008c\"\u009d\u00a2\u0203\u0231\u01fb FU Berlin) besch\u00e4ftigte sich mit Erinnerung an politische Gewalt in Mexiko-Stadt und Buenos Aires; dazu ist 2015 die Monograf\"\u008e\u0231\u01ee1\"\u009c\u009c\u008e\u0231\"-\u02311\u008a\u009e-\u01ef\u0231\t\u008e \u008a\u0095\u009d\u01f0\u0231\u0007\u009b\"\u0097\u0097\u008e\u009b\u009e\u0097\u0090\u0231\u009e\u0097\u008d\u0231\u009c\u009d\u00a7\u008d\u009d\"\u009c\u008c\u0091\u008e\u009c\u0231\u0104\u008e\u008b\u008e\u0097\u0231\"\u0097\u0231 \u0104\u008a\u009d\u008e\"\u0097\u008a-\u008e\u009b\"\"\u008a\u0203 im VS Springer-Verlag erschienen. Seit \u00fcber 25 Jahren wirkt sie zudem bei internationalen Kulturkooperationen (Ausstellungen, Symposien, Publikationen, Dokumentarfilme) mit. Neben journalistischen wie kulturwissenschaftlichen Beitr\u00e4ge n hat \u009c\"\u008e\u0231\u008e\"\u0097\u008e\u0231D\"\u008e\u0095\u00a3\u008a\u0091\u0095\u0231\u009f\u0098\u0097\u0231A\u00fb\u008c\u0091\u008e\u009b\u0097\u0231\u009f\u008e\u009b\u00e3\u008f\u008f\u008e\u0097\u009d\u0095\"\u008c\u0091\u009d\u01f0\u0231\u008d\u008a\u009b\u009e\u0097\u009d\u008e\u009b\u0231\u01ee\u000f\u008e\u00a1\"\"\u0098\u0231 \u022e Das Land und die \b\u009b\u008e\"\u0091\u008e\"\u009d\u0203\u0231\u01fb1\u0098\u009d\u0099\u009e\u0097\"\u009d\u009f\u008e\u009b\u0095\u008a\u0090\u01f0\u0231\u0158\u0156\u0157\u0156\u01fc\u0231\u009e\u0097\u008d\u0231\u01ee2\u009d\u008a\u008d\u009d\u008f\u0098\u009b\u009c\u008c\u0091\u009e\u0097\u0090\u0231\u008a\u009e\u009c\u0231\u0104\u008a\u009d\u008e\"\u0097\u008a-\u008e\u009b\"\"\u008a\u0203\u0231\u01fb\u009d\u009b\u008a\u0097\u009c\u008c\u009b\"\u0099\u009d\u01f0\u0231 2013). ifa-Edition Kultur und Au\u00dfenpolitik transcultura_Deutschland und Mexiko 26 Impressum Die Brosch\u00fcre ist entstanden im Rahmen des ifa-Forschungsprogramms \"Kul tur und Au\u0198enpolitik\u035e und erscheint in der ifaEdition Kultur und Au\u00dfenpolitik. Das Forschungsprogramm wird finanziert aus Mitteln des Ausw\u00e4rtigen Amts. Die Publikation gibt ausschlie\u00dflich die pers\u00f6nliche Auffassung der Autorin wieder. Herausgeber: ifa (Institut f\u00fcr Auslandsbeziehungen e. V.), Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart, Postfach 10 24 63, D-70020 Stuttgart, info@ifa.de, www.ifa.de \u00a9 ifa 2015 Autorin: Anne Huffschmid Redaktion\/Lektorat: Odila Triebel, Sarah Widmaier, Dorothea Grassmann Bildnachweis: Nuremberg Tenochtitl\u00e1n map, Mariana Castillo Deball, Preis der Nationalgalerie f\u00fcr Junge Kunst, Hamburger Bahnhof - Museum f\u00fcr Gegenwart, Berlin, 2013, Fotografie von Mariana Castillo Deball Design: Eberhard Wolf, M\u00fcnchen Mexiko inklusive Praxisbeispielen. \u019a\u018c\u0102\u0176\u0190\u016c\u01b5\u016f\u019a\u01b5\u018c\u011e\u016f\u016f\u011e\u017d\u017d\u0189\u011e\u018c\u0102\u019f\u017d\u0176\u011e\u0176\u01cc\u01c1\u015d\u0190\u0110\u015a\u011e\u0176\u011e\u01b5\u019a\u0190\u0110\u015a\u016f\u0102\u0176\u011a\u01b5\u0176\u011a\u01b5\u016f\u019a\u01b5\u018c\u010f\u015d\u016f\u011a\u011e\u018c\u01b5\u0176\u011a\u0190\u016c\u015d\u01cc\u01cc\u015d\u011e\u018c\u019a\u015a\u011e\u0175\u011e\u0176\u01b5\u0176\u011a\u0110\u015a\u0176\u015d\u01a9\u0190\u019a\u011e\u016f\u016f\u011e\u0176\u0128\u01ba\u018c \u015d\u011e\u018c\u017d\u0190\u0110\u015a\u01ba\u018c\u011e\u0150\u015d\u010f\u019a\u011e\u015d\u0176\u011e\u0176\u010f\u011e\u018c\u010f\u016f\u015d\u0110\u016c\u011a\u011e\u018c\u0169\u011e\u01c1\u011e\u015d\u016f\u015d\u0150\u011e\u0176 \u017d\u018c\u011a\u01b5\u0176\u011a\u01ba\u011a\u037e\u011e\u01c6\u015d\u016c\u017d\u037f\u01b5\u0176\u011a\u01cc\u01c1\u015d\u0190\u0110\u015a\u011e\u0176\u0190\u019a\u01b5\u0176\u011a\u011e\u0190\u019a (Deutschland). \u018c\u011e\u0176\u01cc\u018c\u011e\u0150\u015d\u017d\u0176\u011e\u0176\u0190\u015d\u019a\u01b5\u015d\u011e\u018c\u019a\u0355\u0102\u0176\u011a\u011e\u0176\u0110\u015a\u0176\u015d\u01a9\u0190\u019a\u011e\u016f\u016f\u011e\u0176\u01cc\u01c1\u015d\u0190\u0110\u015a\u011e\u0176 \u015a\u015d\u0176\u01cc\u01b5\u018c\u0176\u011e\u018c\u016c\u011e\u0176\u0176\u01b5\u0176\u0150\u011a\u011e\u0175\u017d\u016c\u018c\u0102\u019f\u0190\u0110\u015a\u011e\u018c\u015d\u011e\u016f\u0128\u0102\u016f\u019a\u01b5\u0176\u011a Komplexit\u00e4t. 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A. H., A., K. (n.d.). Sie forscht, lehrt und publiziert zu Themen wie \u00d6ffentlichkeit, Stadt und Erinnerung in Lateinamerika und insbesondere Mexiko, sowie zu Diskursanalyse und Fotografie. Nach ihrem Studium der Volkswirtschaft arbeitete sie viele Jahre in Mexiko-Stadt als Reporterin der Tageszeitung La Jornada und als Korrespondentin der Berliner tageszeitung. Ihre Promotion \u00fcber die Zapatistenbewegung wurde 2004 unter dem Titel \"Diskursguerilla: Wortergreifung und Widersinn\" (Synchron) ver\u00f6ffentlicht. Ihr langj\u00e4hriges Forschungsprojekt \"Memoria in der Megacity\" (FU Berlin) besch\u00e4ftigte sich mit Erinnerung an politische Gewalt in Mexiko-Stadt und Buenos Aires.","pdf_url":""},{"view":". (n.d.). Seit \u00fcber 25 Jahren wirkt sie zudem bei internationalen Kulturkooperationen. mit. 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(2010). und \"Stadtforschung aus Lateinamerika. transcript.","pdf_url":""}]},"system_type":"BASE","doc_rank":1,"rid":28959825},{"_index":"gesis-21-05-2026-02-00-54","_id":"gesis-solis-00380008","_version":1,"_seq_no":77812,"_primary_term":1,"found":true,"_source":{"title":"Migration und Integration in Zeiten der Transnationalisierung : oder: warum braucht Deutschland eine 'Kulturrevolution'?","id":"gesis-solis-00380008","date":"2001","date_recency":"2001","abstract":"\"Im Kontext von Globalisierung und Europ\u00e4isierung von wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Verflechtungsbeziehungen wird das Entstehen von transnationalen Sozialr\u00e4umen als auf Dauer gestellten pluri-lokalen allt\u00e4glichen Lebenszusammenh\u00e4ngen und von Transmigration als bedeutsamer werdendem Idealtypus internationaler Wanderungsbewegungen gef\u00f6rdert. 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Ausgangspunkt daf\u00fcr ist eine gemeinsame Forschungserfahrung der Autorinnen, die interdisziplin\u00e4re Ethnografie politischer Raumaneignungen in Mexiko-Stadt, bei der sich die jeweiligen Spezialisierungen (ethnografische Raumforschung bei WILDNER, semiotische Diskursanalyse bei HUFFSCHMID) kreuzten. Diese \"Kreuzung\" wird hier zun\u00e4chst in ihren konzeptionellen Pr\u00e4missen nachvollzogen und anschlie\u00dfend nach Lerneffekten f\u00fcr die analytische Praxis befragt. Ausgangspunkt daf\u00fcr ist die Annahme der gegenseitigen Durchdrungenheit von R\u00e4umlichkeit und Diskursivit\u00e4t: kein Raum (im Sinne von LEFEBVRE) kann ohne seine diskursive Konfiguration gedacht werden, Diskurs (im Sinne FOUCAULTs) wiederum ereignet sich nicht im \"luftleeren\", sondern in einem sowohl materiell wie auch sozial konstruierten Raum. \nDiskutiert werden die methodischen Ans\u00e4tze der Beobachtung, Lekt\u00fcre, Beschreibung und Analyse r\u00e4umlicher wie diskursiver Praktiken und Materialit\u00e4ten. 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Das hat seinen guten Grund in der Diversit\u00e4t der postkommunistischen Gesellschaften, von denen keine dem neoliberalen Drehbuch 'radikaler Reformen' gefolgt ist. Zu Recht werden daher kulturelle Faktoren f\u00fcr die unterschiedlichen Gestalten verantwortlich gemacht, die der Kapitalismus in Osteuropa hervorgebracht hat. Doch was ist in diesem Zusammenhang unter 'Kultur' zu verstehen, und welche Erkl\u00e4rungskraft sollte man 'kulturellen Faktoren' in gesellschaftlichen Kontexten beimessen? Offenbar unzureichend ist eine Residualkategorie von 'Kultur', die unerwartete Divergenzen innerhalb der Region, m\u00e4\u00dfiges Wachstum, schwache Zivilgesellschaften, endemische Korruption, d.h. all jene Erscheinungen ad hoc abdecken soll, die in den Theorien der ersten Generation nicht vorgesehen waren. Ebenso wenig hilfreich ist ein normativistischer Kulturbegriff, der 'Europa' als einen im Osten (noch) unzureichend implementierten kulturellen Code versteht und demgem\u00e4\u00df imperfekte Demokratien, \u00fcberholte Souver\u00e4nit\u00e4tsanspr\u00fcche, einen spezifisch \u00f6stlichen Nationalismus oder zivilisatorische Inkompetenz konstatiert. Angemessener scheint es, gesellschaftliche Kultur als Cluster generalisierter Werte und Symbolisierungen zu begreifen, die in die Bewertung institutioneller Ordnungen einflie\u00dfen und Interpretationen der Vergangenheit und Zukunftsentw\u00fcrfe bereitstellen. In Zeiten radikalen Wandels brechen die in Kulturen immer auch angelegten Konflikte auf. Die postkommunistischen Gesellschaften befinden sich einem fortlaufenden Prozess der kulturellen Transformation, in dem konkurriende Reinterpretationen gesellschaftlicher Ordnung aufeinanderprallen. Zwei Konfliktlinien verdienen besondere Aufmerksamkeit, da sie sich in unterschiedliche Konzeptionen politischer Legitimation und sozialer Integration artikulieren: Erstens die Gewichtung zwischen nationaler Identifikation und (supranationaler) europ\u00e4ischer Integration; zweitens die Vermittlung zwischen Marktliberalisierung und egalit\u00e4rem Wertmuster. Eine Analyse dieser Konfliktlinien f\u00fchrt zu einem vielschichtigen Ergebnis, das sich nicht auf eine lineare Vorstellung von 'Europ\u00e4isierung' abbilden l\u00e4sst - nicht zuletzt, weil eine einheitliche Interpretation 'Europas' schwer zu haben ist.\" (Autorenreferat)","portal_url":"http:\/\/www.ssoar.info\/ssoar\/handle\/document\/18581","type":"publication","topic":["Kapitalismus","Transformation","Wertorientierung","Begriff","Marktwirtschaft","kulturelle Faktoren","Europa","europ\u00e4ische Integration","Liberalisierung","Europ\u00e4isierung","Legitimation","politische Theorie","EU","Wert","Konflikt","postkommunistische Gesellschaft","Einfluss","Demokratisierung","Kultur","Nationalismus","Osteuropa"],"person":["M\u00fcller, Klaus"],"person_sort":"M\u00fcller","source":"In: Die Natur der Gesellschaft: Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Soziologie in Kassel 2006. 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Danach ist die Traabh\u00e4ngig. In den sp\u00e4ten 1990er Jahren hat sich eine\u00f6konomischen Empirismus und einer politikwissenschaman sich zur\u00fcck, dann war die Transformationsforschme an ihre faktischen Auswirkungen r\u00fcckgekoppelt, sDifferenzierung abgebildet werden kann: zu nehmen sind. Andererseits kann man von einer insder postkommunistischen Institututionensysteme nichEinfluss keineswegs desinteressiert gegen\u00fcber, so ddungssituationen, sondern l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume oder augruppen eingeladen hatten. Die in den neu geschaffeneuer Mittelklassen als vielmehr zur Okkupation der\u00fcbereilte Entstaatlichungen pr\u00fcfen, die weniger zu Systemwechsels gerecht verteilen will. Personen standen der historisch einmaligen Neuvertedie die institutionellen Voraussetzungen f\u00fcr einen rechtliche Rahmenbedingungen und vertrauenschaffend(in Absetzung von von Institutionalisierungsproblemen erweitert. Unte Praktisch gewendet, lief dies auf eine revidierte pGovernment) richtete sich die Aufmerksamkeit auf Korruption, Second Generations Reforms en allein von Elitenentscheidungen ass die spezifische Problematik r\u008b versus \u009bgradueller\u008b Reformpo- r dem Stichwort von w\u00e4hrleisten und die Lasten des gf\u00e4higkeit politischer Program-olitische Programmatik hinaus, 03), die einerseits die Endoge- fairen Zugang zu neuen Ge- nen Institutionen agierenden ch Reformzyklen in den Blick Gesetzgebung durch Macht- selbstorganisierter Aktivit\u00e4t o dass nicht allein Entschei- ung zwischen einem makro- soziologisch informiertere er Jahre aufgezeigt. Erinnert t auf die Logik funktionaler ftlichen Transitologie gefan- auf ein breiteres Spektrum e Institutionen. ilung von Eigentum und titutionalistischen Wende sollen nicht zuletzt Governance 3976 AD- HO C-GRU PPE: DIE N AT U R U ND CHARAKT ERIST IKA \u00bbSince a country\"s institutions are the result of a complex interaction of economic and political factors, as well as its history and culture, they are likely to be quite persistent. Changing institutions can be a slow and difficult process, requiring both significant domestic political will and more fundamental measures to reduce the opportunity and incentives for particular groups to capture economic rents. Indeed, if the underlying causes of institutional weaknesses are not addressed, reform efforts may well have little effect on institutional outcomes, with changes in one institution simply being offset by changes in another.\" (IMF 2005: 127) Damit r\u00fccken dann auch theoretische Fragen \u00bbzweiter Ordnung\" in den Vordergrund: nach den Pfaden institutionellen Wandels, nach institutionellen Komplementarit\u00e4ten und der Vielgestaltigkeit von Institutionensystemen. Zu ihrer Kl\u00e4rung bieten sich jene Ans\u00e4tze einer Betrachtung der institutionellen Variet\u00e4t westlicher Gesellschaften an, die parallel zu den postkommunistischen Transformationen entstanden sind und unter dem Titel der Varieties of Capitalism die klassisch soziologische Frage nach funktionalen Alternativen in einer theoretisch ambitionierten Begrifflichkeit aufnehmen. Die in den westlichen L\u00e4ndern eingeschlagenen wirtschaftspolitischen und institutionellen Strategien, so der Ausgangspunkt der j\u00fcngeren vergleichenden politischen \u00d6konomie, erzielten unterschiedliche Erfolge, was die Bereitstellung \u00f6ffentlicher G\u00fcter, die sozialen Sicherungssysteme, die Gestaltungsmacht staatlicher Institutionen, die Innovationsf\u00e4higkeit der Unternehmen und die Formen gesellschaftlicher Konfliktaustragung angeht. Von daher kann es keine einfachen Antworten auf die Voraussetzungen wirtschaftlichen Wachstums geben, und auch die Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr erfolgreiche Reformen sind mehrdimensional. Die Forschungsperspektive richtet sich auf institutionelle Variationen und komparative institutionelle Vorteile in der Koordination verschiedener Entscheidungsbereiche, durch die gesellschaftliche Koh\u00e4renz erzielt werden kann. In diesem Sinn hat die Literatur zu den Varieties of Capitalism zahlreiche \u00bbinstitutionelle Variablen\" und \u00bbLogiken institutioneller Arrangements\" herausgearbeitet, die das Profil der politischen \u00d6konomie eines Landes charakterisieren: Modi der Koordination, Regeln zur Herstellung individueller und kollektiver Bindungen, Formen des Austauschs, der Konfliktaustragung und der Organisation (Kitschelt u.a. 1999; Hall\/Soskice 2001). Theoretischen Fortschritt erhoffen die Vertreter dieses Ansatzes von der Erkenntnis, dass die soziale Konfiguration, der \u00bbStil\" eines Landes bzw. einer Region \u00fcber Marktbeziehungen hinaus auf sozialen Systemen der Produktion beruht, in die geteilte Auffassungen von Fairness, moralische Prinzipien und Traditionen eingehen, die symbolisch verankert sind, organisatorisch strukturiert und politisch verteidigt werden (Hollingsworth\/Boyer 1997: 2). Genau darin liegt ihre Relevanz f\u00fcr eine Theorie der Transformation: Die postkomministischen Gesellschaften waren vor die Aufgabe gestellt, aus einer Situation M \u00dc LLE R: \u00bbVAR IET IES O F PO ST CO MM U N IST CAP IT A L ISM\" 3977 der Desintegration und des Bruchs heraus neue Formen der Vergesellschaftung zu entwickeln. Varianten des postkommunistischen Kapitalismus Aus soziologischer Sicht erschien die Erwartung, dass die postkommunistischen L\u00e4nder dem Drehbuch radikaler Marktreformen folgen w\u00fcrden, von vornherein suspekt. David Stark hat fr\u00fch hat auf die Defizite des neoliberalen Reformdiskurses und daraus resultierende Fehleinsch\u00e4tzungen hingewiesen: Nicht vertraut mit der institutionellen Logik der kommunistischen Systeme, sei er schlicht von deren Implosion ausgegangen; die bew\u00e4hrten westlichen Modelle w\u00fcrden rasch in das institutionelle Vakuum aufgesogen, alte Routinen den neuen Anreizstrukturen angepasst. Irritiert vom Dogma spontaner Selbstorganisation, wurden die komplexen institutionellen Voraussetzungen erfolgreicher Marktwirtschaften ignoriert. Unter postkommunistischen Bedingungen aber war zu erwarten, dass alte Interessengruppen und informelle Strukturen die Einf\u00fchrung marktf\u00f6rmiger Institutionen zutiefst pr\u00e4gen w\u00fcrden. Kein Bruch mit der Vergangenheit, sondern je nach kommunistischer Vorgeschichte spezifische Rekombinationen alter und neuer Koordinationsformen w\u00fcrden verschiedene Entwicklungspfade er\u00f6ffnen, die durch unterschiedliche Grenzziehungen zwischen privatem und \u00f6ffentlichem Sektor, Interaktionsformen zwischen heimischen Unternehmen und ausl\u00e4ndischen Investoren etc. gekennzeichnet seien (Stark\/Bruszt 2001). Die Transformationsforschung verdankt einem solchen, historisch fundiertem Institutionalismus zum ersten soziologisch konkretisierte Analysen des Gewicht der kommunistischen Vorgeschichte, zum zweiten eine Vorstellung davon, wie formelle und informelle Institutionen und Netzwerke in Wandlungsprozessen ineinander greifen und zum dritten, wie ein Institutionentransfer in unterschiedliche gesellschaftliche Kontexte hinein gegenl\u00e4ufige Wirkungen erzeugen kann. Weniger ist \u00fcber die Gestalt der neu entstehenden Institutionensysteme zu erfahren, denn die Konzepte der Rekombination von alten und neuen Elementen, der bricolage, und hybrider Regeln sind zu schwach, um hier\u00fcber Prognosen abgeben zu k\u00f6nnen. Stark konnte aufgrund seiner Aversion gegen teleologische Vorstellungen nicht einsch\u00e4tzen, welche Auswirkung die Zielorientierung auf den Beitritt zur Europ\u00e4ischen Union auf den Transformationsprozess der CEE-8 haben w\u00fcrde, der Blick auf Netzwerke und Seilschaften untersch\u00e4tzte den strukturierenden Einfluss von Institutionentransfers. Einen wichtigen Schritt, um historisch pfadabh\u00e4ngige Transformationen auf die Herausbildung spezifischer Institutionensysteme zu beziehen, hat David Lane 3978 AD- HO C-GRU PPE: DIE N AT U R U ND CHARAKT ERIST IKA (2005; vgl. Lane\/Myant 2007) vollzogen, indem er den Variety of Capitalism-Ansatz auf jenen \u00bbfootprint\" bezieht, den die sozialistische Modernisierung in Osteuropa hinterlassen hat. Lane konstatiert zun\u00e4chst einen Mangel an marktkomplement\u00e4ren Institutionen sowie schwache Unternehmerklassen mit geringer Marktorientierung. Das Spektrum postkommunistischer L\u00e4nder wird danach klassifiziert, in welcher Gestalt und in welchem Ausma\u00df sie den institutionellen Unterbau f\u00fcr tragf\u00e4hige Marktwirtschaften gleichsam nachliefern, um vor diesem Hintergrund das Profil des russischen Kapitalismus und seine Differenzen zu anderen L\u00e4ndern der Region empirisch zu operationalisieren. Anhand des Transnationalisierungsgrads, der Zusammensetzung der Exporte, der Art der Unternehmensfinanzierung, der Arbeitslosigkeit und der Ungleichheitsdynamik lassen sich einerseits klare Unterschiede zu westlichen Varianten des Kapitalismus andererseits deutliche intraregionale Differenzen ausmachen. Wie die postkommunistischen Spielarten des Kapitalismus mit den Strukturen der politischen Systeme und dem vorherrschenden gesellschaftlichen Bewusstsein vermittelt sind, l\u00e4sst Lane allerdings offen. Andere Autoren haben weitere politische und Wohlfahrtsindikatoren hinzugef\u00fcgt und anhand von mehr als 60 Messgr\u00f6\u00dfen L\u00e4ndercluster identifiziert, unter denen die Gruppe der CEE-8 klar hervorsticht. Dies nun insbesondere in politischer Hinsicht: Hier finden wir pluralistische Demokratien mit vergleichsweise hohen sozialstaatlichen Ausgaben. Der Abstand der Produktionssystems dieser Gruppe zu den postindustriellen L\u00e4ndern Westeuropas markiert zugleich eine neue Grenze innerhalb der erweiterten EU (McMenamin 2004). Je mehr Indikatoren in die Charakterisierung von L\u00e4ndern und L\u00e4ndergruppen eingehen und auf diesem Weg die verf\u00fcgbaren Daten sinnvoll strukturieren, desto klarer treten allerdings die theoretischen Grenzen des Ansatzes zutage. Die konkrete Analyse institutioneller Komplementarit\u00e4ten wird durch statistische Cluster ersetzt, mit der Folge, dass \u00fcber die Anzahl von L\u00e4ndertypen und ihre Abgrenzung keine \u00dcbereinkunft besteht; die \u009bLogiken\u008b der Koordination bleiben unscharf, Politik wird tendenziell auf Regulation verk\u00fcrzt, Demokratisierung wird nicht eigens problematisiert. \u00bbKultur\" fungiert als eine Residualkategorie, die funktional auf die \u009bEinbettung\u008b von M\u00e4rkten, auf die Herstellung von \u009bVertrauen\u008b und die Senkung von \u009bTransaktionskosten\u008b bezogen ist. Der historisch einmalige Prozess des Institutionentransfers nach Osteuropa und der formative Einfluss der EU-Integration auf die Neuordnung der Region werden allenfalls beil\u00e4ufig erw\u00e4hnt. Die konstitutive Rolle kultureller Muster f\u00fcr die Deutung der postkommunistischen Situation, f\u00fcr die diskursive und symbolische Konfliktverarbeitung und die Legitimation neuer Institutionen steht dagegen im Zentrum makrosoziologischer Analysen des Aufbaus komplexer Institutionensysteme. In diesem Kontext gewinnt Shmuel Eisenstadts Theorie der Codekonfigurationen ihre Bedeutung (vgl. M\u00fcller 1999). Ihr zufolge sind Symbole und Symboltraditionen das Medium, in dem M \u00dc LLE R: \u00bbVAR IET IES O F PO ST CO MM U N IST CAP IT A L ISM\" 3979 Gesellschaften und gesellschaftliche Gruppen die in Zeiten radikalen Wandels unvermeidbaren Krisen und Konflikte verarbeiten. Diese Symbolisierungen artikulieren Bewertungen der Realit\u00e4t im Hinblick auf zuk\u00fcnftige Zust\u00e4nde und organisieren kraft dieser Zielorientierung die Bereitschaft zur Teilnahme an Ver\u00e4nderung. \u00dcber den Status kultureller Wertmuster hinaus enthalten sie programmatische Anleitungen zur Verteilung \u00f6konomischer und politischer Ressourcen, \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Macht und Solidarit\u00e4t, Gleichheit und Hierarchie. Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, die \u00dcbernahme des westeurop\u00e4ischen Regelwerks als eine relativ sp\u00e4te Konkretisierung des dominanten Wertmusters zu interpretieren, aus dem der zentraleurop\u00e4ische Postkommunismus seine Orientierung gewann, w\u00e4hrend im postsowjetischen Raum die kulturellen Voraussetzungen f\u00fcr seine \u00dcbernahme fehlten. Zur kulturellen Codierung der europ\u00e4ischen Integration Welchen Erkenntnisgewinn also bringt ein makrosoziologischer Begriff des Aufbaus komplexer Institutionensysteme mit sich, wenn man ihn auf die erweiterte Europ\u00e4ische Union appliziert? Zun\u00e4chst, dass wir es nicht nur mit Markterweiterungen, Institutionentransfers oder einem weiteren funktionalen Integrationsschritt zu tun haben. Transfers von Institutionen und Regelsystemen sind historisch gesehen nur unter sehr spezifischen Bedingungen erfolgreich gewesen. Aus vergleichenden Forschungen wissen wir, dass dabei die Rezeptivit\u00e4t und die Elitenkonstellation der Empf\u00e4ngerl\u00e4nder sowie der \u00dcbertragungsmodus eine entscheidende Rolle spielen (Berkowitz u.a. 2000). Was die Rezeptivit\u00e4t angeht, so l\u00e4sst sich die Grenze, die Osteuropa durchzieht, zun\u00e4chst an unterschiedlichen Staatskapazit\u00e4ten, zugleich aber auch an unterschiedlichen Staatsverst\u00e4ndnissen festmachen. W\u00e4hrend sich die CEE-8 Staaten durch Akte nationaler Neugr\u00fcndung in Absetzung von Moskau stabilisierten, desintegrierten die staatlichen Institutionen im postsowjetischen Raum, die Gesellschaften fielen auf neo-patrimoniale Netzwerke von Patron-Klient-Beziehungen zur\u00fcck. In dieser Umwelt eine koh\u00e4rente Reformpolitik oder gar zivile Selbstorganisation zu erwarten, war illusorisch. Erst nach einem Jahrzehnt unschl\u00fcssiger Politikans\u00e4tze wurde Staatlichkeit als das zentrale Problem der Russischen Transformation erkannt und eine - ihrerseits h\u00f6chst ambivalente - Rezentralisierung von Macht eingeleitet (vgl. M\u00fcller 2003). Und hier liegt zugleich die prinzipielle Differenz zwischen den europ\u00e4ischen und den fern\u00f6stlichen Varianten der Transformation: China und Vietnam nutzten die Kontinuit\u00e4t eines autorit\u00e4ren Staats f\u00fcr neo-merkantilistische Exportstrategien; eine demokratische Transition oder sozialstaatliche Inklusion war von vornherein keine Option. 3980 AD- HO C-GRU PPE: DIE N AT U R U ND CHARAKT ERIST IKA Der relative Erfolg der CEE-8 l\u00e4sst sich also zun\u00e4chst mit der Rezeptivit\u00e4t ihrer Politik f\u00fcr Institutionentransfer erkl\u00e4ren. Kligman und Szelenyi (2002: 11ff. bes. Tab. 1.1.) f\u00fchren die zentraleurop\u00e4ische und baltische Variante des postkommunistischen Kapitalismus darauf zur\u00fcck, dass hier ein neo-liberaler Kapitalismus von au\u00dfen, auf dem Weg ausl\u00e4ndischer Direktinvestitionen und Liberalisierungsvorgaben verhindert hat, dass sich alte Eliten in den neuen Institutionen festsetzen und das Parteiensystem dominieren konnten. Aufgekl\u00e4rte Technokraten schlagen demnach im B\u00fcndnis mit kritischen oder patriotischen Intellektuellen und unter partieller Einbindung der Arbeiterklasse die Parteib\u00fcrokraten alten Typs. \u00bbNeoliberal\" war dabei eher die Rhetorik als der faktische Zuschnitt der Reformpolitik. In der Realit\u00e4t wurde die Richtung der Reformen durch das Ziel des EU-Beitritts und die daf\u00fcr vorgegebenen institutionellen Kriterien bestimmt - also gerade nicht durch die Mikrodynamik deregulierter M\u00e4rkte. Warum aber ist das im internationalen Vergleich durchaus riskante Projekt, verunsicherten Gesellschaften von au\u00dfen her Staatsfunktionen anzutragen, im zentraleurop\u00e4ischen Fall auf fruchtbaren Boden gefallen, in sehr vielen anderen F\u00e4llen aber nicht? Was erkl\u00e4rt die gerade hier gegebene Rezeptivit\u00e4t? Entscheidend f\u00fcr die Bereitschaft zu diesem Institutionentransfers und die mit ihm verbundenen Zumutungen war seine kulturelle Codierung und seine Interpretation als \u00bbEurop\u00e4isierung\". Nur unter diesem Vorzeichen konnten die Konditionalit\u00e4ten der EU mit der nationalen Rekonstitution und dem Selbstverst\u00e4ndnis der Reformstaaten (hinreichend) kompatibel gemacht werden. Die Systematik der EU-Anforderungen ist allgemein bekannt. Gleichwohl wurde sie h\u00e4ufig missverstanden und aus falschen Gr\u00fcnden kritisiert - als Weg in die Knechtschaft der Br\u00fcsseler B\u00fcrokratie oder als \u00bbharter Schlag gegen den nationalen Stolz\" (Moravcsik\/Vachudova 2003: 47). Umgekehrt bef\u00fcrchteten Kosmopoliten wie J\u00fcrgen Habermas, dass die Osterweiterung ein \u00fcberholt nationalistisches Souver\u00e4nit\u00e4tsverst\u00e4ndnis in die postnationale EU hineinschleusen w\u00fcrde. Einw\u00e4nde dieser Art verkennen einerseits den Sinn einer institutionellen Transformationsstrategie und die durch sie abgefangenen Instabilit\u00e4ten; andererseits untersch\u00e4tzen sie die kulturelle Affinit\u00e4t zwischen der alten EU und ihren neuen Mitgliedern. Die j\u00fcngst einer vielleicht doch \u00fcbereilten Osterweiterung zugeschriebenen Konflikte werden besser verst\u00e4ndlich, wenn man sie nicht als Aufeinanderprallen von West und Ost begreift, sondern als konfligierende Interpretationen einer dessen, wie die notwendigerweise diffuse Vorstellung der \u00bbZugeh\u00f6rigkeit zu Europa\" zu konkretisieren sei, wobei ich mich hier auf drei Aspekte beschr\u00e4nke. Zum ersten sollte man das EU-Regelwerk als ein \u00f6ffentliches Gut begreifen, auf das die osteurop\u00e4ischen Regierungen zur\u00fcckgreifen konnten, um die bei der Neukonstitution von Institutionen notwendigerweise anfallenden Suchkosten und Konflikte zu minimieren. Die Verabschiedung EU-relevanter Gesetze musste nicht den zeitaufwendigen Weg durch Aussch\u00fcsse und Parlamente durchlaufen. Die Unbe- M \u00dc LLE R: \u00bbVAR IET IES O F PO ST CO MM U N IST CAP IT A L ISM\" 3981 stimmtheiten des EU-Regelwerks lie\u00dfen Spielr\u00e4ume f\u00fcr unterschiedlich zugeschnittene Systeme, um den spezifischen Traditionen der einzelnen L\u00e4nder gerecht zu werden (Raik 2004). Man kann seine \u00bb\u00dcbersetzung\" in nationales Recht also durchaus von einer blo\u00dfen \u00dcbernahme unterscheiden. Der Code der \u00bbEurop\u00e4isierung\" hat auf dem Weg einer Reinterpretation von Staatlichkeit die Handlungsf\u00e4higkeit und zugleich die Legitimation der Politik erh\u00f6ht. In Russland dagegen zogen polarisierte Auffassungen \u00fcber die Regeln von Politik und \u00d6konomie erratische Kurswechsel nach sich. In den postsowjetischen Republiken fielen die Staatskapazit\u00e4ten auf das Niveau von Entwicklungsl\u00e4ndern. Der unter Wladimir Putin wiederbehauptete russische Staat begreift sich nun als \u00bbsouver\u00e4ne Demokratie\" - weniger im staatsrechtlichen Sinn, denn als Verk\u00f6rperung \u00f6konomischer und geopolitischer Macht, deren kulturelle Identit\u00e4t durch eine nationale Elite (mit der Orthodoxie als integralem Bestandteil) repr\u00e4sentiert wird (Krastev 2006). Zu dieser Denkweise passt, dass Putin in bewusster Absetzung zur EU die Schanghai-Cooperation als \u00bbNeues Modell f\u00fcr erfolgreiche internationale Kooperation\" empfiehlt - als Zusammenarbeit \u00bbeinzigartiger Zivilisationen\u00bb, die einen \u00bbherausragenden Beitrag zum universellen kulturellen Erbe\" geleistet h\u00e4tten (Putin 2006). Auf einer generalisierten, politisch-kulturellen Ebene lag eine zweite Erfolgsbedingung der zentraleurop\u00e4ischen Transformation - die Br\u00fccke zwischen der egalit\u00e4ren Tradition der zentraleurop\u00e4ischen Gesellschaften und einem wie immer diffusen \u00bbeurop\u00e4ischen Sozialmodell\". In den CEE-8 war die staatliche Rekonstruktion weniger in Diskurse \u00fcber Macht als in Diskurse \u00fcber Gerechtigkeit, Solidarit\u00e4t und Kompensation eingebettet. Hier und den baltischen L\u00e4ndern sind die sozialen Transfers - unabh\u00e4ngig von der Zusammensetzung der Regierungen - im Verlauf des letzten Jahrzehnts gestiegen. Die Zunahme von Armut und sozialen Ungleichheiten hielt sich, im Kontrast zu Russland und der Ukraine, in Grenzen. Zum dritten ging die erh\u00f6hte Handlungsf\u00e4higkeit der zentraleurop\u00e4ischen Politik mit einer \u00fcberraschenden Rekonstruktion der politischen Kultur zusammen: mit einer Europ\u00e4isierung des \u00bb\u00f6stlichen Nationalismus\". Die kombinierte Macht extern vorgegebener Normen und Anreize hat Minderheitenrechte selbst gegen massiven internen Widerstand durchgesetzt (Kelley 2004). Ethnische Selbstbehauptung, Xenophobie als Regierungsprogramm und alte Grenzstreitigkeiten blieben im Gro\u00dfen und Ganzen auf das auseinander fallende Jugoslawien beschr\u00e4nkt. Die Parteien-Systeme der CEE-8 sind nicht durch ethnische Polarisierung dominiert. Zwar sind Konflikte zwischen nationaler Identit\u00e4t und einer \u00bbEurop\u00e4isierung\" der politischen Kultur auch in ihnen pr\u00e4sent, nationaler Widerstand gegen Europa aber war eher eine Hoffnung rechtsgerichteter Populisten als politische Realit\u00e4t (vgl. M\u00fcller\/ Pickel 2007). 3982 AD- HO C-GRU PPE: DIE N AT U R U ND CHARAKT ERIST IKA Andauernde Kulturkonflikte - Vergleiche in gegenl\u00e4ufiger Richtung Wenn auch die Beitrittsl\u00e4nder im Vergleich zu ihren \u00f6stlichen Nachbarn eine erfolgreiche Variet\u00e4t des postkommunistischem Kapitalismus darstellen, brechen nicht doch innerhalb der erweiterten EU tiefgreifende Konflikte auf? Sind nicht die gegenw\u00e4rtigen Regierungskrisen, dubiosen Koalitionen und au\u00dferparlamentarischen Aktionen doch ein Beweis f\u00fcr die Instabilit\u00e4t der Region? Wird Polen die Verpflichtung zum Beitritt in die Euro-Zone einhalten wollen, oder zeichnet sich hier ein xenophober Nationalismus ab, der im Beitrittsprozess nur strategisch zur\u00fcckgestellt war? Lassen weitergehende Reformanstrengungen nicht bereits messbar nach? (World Bank 2006). Bedauert die EU nicht r\u00fcckblickend ihrerseits das zu laxe Erweiterungsverfahren, wenn sie von der Notwendigkeit eines \u00bbneuen Erweiterungskonsenses\" spricht? Sollten f\u00fcr die erweitere EU nicht ohnehin eher EU-Ma\u00dfst\u00e4be gelten, als \u00fcberholte Vergleiche mit der postsowjetischen Konfliktzone? Ohne die angedeuteten Gefahren zu untersch\u00e4tzen, sollte man sie doch nicht \u00fcberdramatisieren - und hier hilft gelegentlich ein vergleichender Blick in westlicher Richtung. Auch fr\u00fchere Episoden der europ\u00e4ischen Integration waren nicht krisenfrei; der Code der \u00bbEurop\u00e4isierung\" wurde auch in den L\u00e4ndern des alten Europa unterschiedlich operationalisiert. Es ist daher unangemessen, die Solidit\u00e4t der alten EU gegen im Kontrast zu den unsicheren Neuzug\u00e4ngen zu hoch zu stilisieren. \u00d6konomische Einbr\u00fcche, Zahlungsbilanzungleichgewichte und Glaubw\u00fcrdigkeitskrisen hatten auch in der alten EU bisweilen erschreckende Dimensionen angenommen. Bis in die 1970er Jahre suchten westeurop\u00e4ische L\u00e4nder wiederholt Zuflucht in Abwertungen und beim IWF; auch in ihnen machen sich bis in die Gegenwart immer wieder \u00f6konomische Nationalismen breit. W\u00e4hrend Polen, Ungarn und Tschechien den Verpflichtungen zur Vorbereitung auf den Euros nicht nachkommen, r\u00e4sonieren italienische Politiker bereits, ob Italien nicht besser die Eurozone verl\u00e4sst. Gravierender als \u00f6konomische Gefahren erscheint das Risiko, dass die Rhetorik rechtsgerichteter Segmente der osteurop\u00e4ischen Politik doch noch in einen \u00bb\u00f6stlichen Nationalismus\" mit antieurop\u00e4ischer Sto\u00dfrichtung abkippt. Ich vermute hinter dieser Fassade allerdings eher einen erwartbaren Wertkonflikt zwischen nationaler Identit\u00e4t und einer \u00bbEurop\u00e4isierung\" der politischen Kultur, der auch in westlichen L\u00e4ndern anzutreffen ist. Nationalistische Formeln werden periodisch neu aufgelegt, um W\u00e4hler zu mobilisieren oder typischerweise auch, um die je eigene Verhandlungsposition innerhalb der EU zu erh\u00f6hen. Verglichen mit den britischen Extravaganzen unter Margaret Thatcher verl\u00e4uft das bislang moderat: Keines der neuen Mitglieder dr\u00e4ngt auf Ausnahmen vom EU-Vertrag wie seinerzeit London; M \u00dc LLE R: \u00bbVAR IET IES O F PO ST CO MM U N IST CAP IT A L ISM\" 3983 die Umsetzung von EU-Direktiven erfolgt oft z\u00fcgiger als im alten \u00bbKern\". Eine Konfrontation wie die zwischen Russland und Georgien, der Ukraine und Belarus ist zwischen Ungarn und der Slowakei kaum vorstellbar. W\u00e4hrend nationalistische Parteien immer wieder Regierungen bilden, okkupieren sie nirgends das politische System. Ein antistaatlicher Terrorismus nationalistischer Gruppen, wie in Spanien, auf Korsika oder in Nordirland, blieb den CEE-8 erspart. Tats\u00e4chlich hat der mittelosteurop\u00e4ische Nationalismus eine tiefgreifende Transformation durchlaufen und die Zugeh\u00f6rigkeit zum modernen Europa in seine Identit\u00e4t eingebaut. Die Beitrittsl\u00e4nder waren zu dem f\u00fcr Staaten h\u00f6chst ungew\u00f6hnlichen Schritt bereit, essentielle Hoheitsrechte an supranationale Gremien zu delegieren. Diese - im politischen Prozess keineswegs reibungslose - Erweiterung nationaler Identit\u00e4t um eine europ\u00e4ische Dimension war nicht nur das Werk abgehobener Eliten. Aufschlussreich f\u00fcr die fortgeschrittene Europ\u00e4isierung der politischen Kultur ist die Einstellung der Bev\u00f6lkerungen zu den europ\u00e4ischen Institutionen: In allen neuen Mitgliedsl\u00e4ndern wird die Demokratie auf europ\u00e4ischer Ebene h\u00f6her eingesch\u00e4tzt als die im je eigenen Land; die Unterst\u00fctzung f\u00fcr einen europ\u00e4ischen Verfassungsvertrag lag \u00fcber der Zustimmung in den alten Mitgliedsl\u00e4ndern; selbst in den sensiblen Bereichen der Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik zeigen sich klare Pr\u00e4ferenzen f\u00fcr europ\u00e4ische gegen\u00fcber nationalen L\u00f6sungen. Europaweit wird die vergr\u00f6\u00dferte EU als \u00bbguter Weg zur Vereinigung des Kontinents\", als Ausdruck gemeinsamer Interessen und Werte begr\u00fc\u00dft - wenn man im Osten auch besser \u00fcber die Vorteile, im Westen besser \u00fcber die Probleme informiert zu sein meint, ohne dies freilich \u00fcber vorproduzierte Stereotypen hinaus begr\u00fcnden zu k\u00f6nnen. Anders ausgedr\u00fcckt: Der f\u00fcr die Europ\u00e4ische Union konstitutive Wertkonflikt zwischen nationaler Identit\u00e4t und Zugeh\u00f6rigkeit zu Europa wurde hier so ausbalanciert, dass man \u00bbEurop\u00e4isierung\" als Zugewinn nationalen Prestiges versteht (Eurobarometer 60 CC-EB 2003.4: 6-10; Eurobarometer 266, 2007: Special European Barometer 255, 2006: 21ff.). Ausbalanciert, aber nicht aufgel\u00f6st, denn die Institutionalisierung der EU ist selbst ambivalent und anf\u00e4llig f\u00fcr abweichende Interpretationen. Das gilt f\u00fcr die Arenen der Politikformulierung, die (nicht immer transparent) auf nationale, intergovernmentale und supranationale Instanzen verteilt sind. Das gilt selbst f\u00fcr den \u00bbgemeinsamen Markt\", der in Gro\u00dfbritannien und Skandinavien aus einer Freihandelsperspektive, von Frankreich, Deutschland und Italien unter dem Gesichtspunkt gemeinsamer Regulierung (\u00bbZivilisierung\") gesehen wird. Die \u00bbdrei Welten des Wohlfahrtsstaats\" finden bequem innerhalb des \u00bbeurop\u00e4ischen Sozialmodells\" Platz. Es bedurfte also nicht erst eines gescheiterten Verfassungsvertrags, um ins Bewusstsein zu bringen, dass der kulturelle Code der europ\u00e4ischen Integration - in vertraglichen Grenzen - unterschiedliche Konkretisierungen zul\u00e4sst. Wenn diese Grenzen in den neuen Mitgliedsl\u00e4ndern punktuell \u00fcberschritten werden, dann sollten \u00bbWest- 3984 AD- HO C-GRU PPE: DIE N AT U R U ND CHARAKT ERIST IKA europ\u00e4er in der Tat schockiert sein, aber nicht, weil die Osteurop\u00e4er so verschieden, sondern weil sie selbst ihnen so \u00e4hnlich sind\" (Motyl 2006). Wenn diese Einsch\u00e4tzung zutrifft, dann kann man die mittelosteurop\u00e4ischen Gesellschaften durchaus dem europ\u00e4ischen Kapitalismus als eine (weitere) Sub-Variante zurechnen. Literatur Berkowitz, Daniel u.a. (2000), \u00bbEconomic Development, Legality, and the Transplant Effect\", CID Working Paper, H. 39, Cambridge. B\u00f6nker, Frank\/M\u00fcller, Klaus\/Pickel, Andreas (2003): Postcommunist Transformation and the Social Sciences: Cross-Disciplinary Approaches, Lanham. Hall, Peter\/Soskice, David (Hg.) (2001), Varieties of Capitalism. The Institutional Foundations of Comparative Advantage, Oxford. Hollingsworth, J. 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Dieser Band macht wichtige Positionen der lateinamerikanischen Stadtforschung erstmals f\u00fcr eine deutschsprachige Leserschaft zug\u00e4nglich und liefert damit einen zentralen Beitrag zu einer tats\u00e4chlich transnationalen Metropolenforschung. Kultur- wie sozialwissenschaftliche Studien zu Urbanit\u00e4t und eigene konzeptionelle Zug\u00e4nge reflektieren die Entwicklung st\u00e4dtischer R\u00e4umlichkeit im urbanen Lateinamerika. Diese ist gepr\u00e4gt von Konflikten um Territorialit\u00e4t, \u00f6ffentliche R\u00e4ume und urbane Imaginarios, von Segregation wie auch von Prozessen kultureller und politischer Partizipation.\" (Verlagsangabe). Inhaltsverzeichnis: Anne Huffschmid und Kathrin Wildner: Das Urbane als Forschungsfeld: \u00d6ffentlichkeit, Territorien, Imaginarios (9-28); I. Konzeptionelle Zug\u00e4nge und theoretische Reibungen: N\u00e9stor Garc\u00eda Canclini: Zur Metamorphose der lateinamerikanischen Stadtanthropologie ; Ein Gespr\u00e4ch (33-44); N\u00e9stor Garc\u00eda Canclini: Die Anthropologie in Mexiko und die st\u00e4dtische Frage (45-58); Alicia Lind\u00f3n: Urbane Geographien des allt\u00e4glichen Lebens (59-80); Alejandro Grimson: R\u00e4umliche Grenzen und Politik in der Stadt. Der Fall Buenos Aires (81-104); C\u00e9sar Abilio Vergara Figueroa: Der anthropologische Ort (105-126); Armando Silva: Imaginarios: Stadt als \u00e4sthetische Erfahrung (127-144); Fraya Frehse: Zeiten Im K\u00f6rper. Das Potenzial der Lefebvre'schen Methode f\u00fcr die (lateinamerikanische) Stadtforschung (145-170); Angela Giglia: Habitat und Habitus. Eine anthropologische Lekt\u00fcre des Wohnens in Mexiko-Stadt (171-184); Paula Soto Villagr\u00e1n: Zum Geschlecht (in) der Stadtforschung. Theoretische und empirische \u00dcberlegungen aus Lateinamerika (185-202); Sergio Tamayo: Die Stadt und die Produktion des Ciudadan\u00eda-Raums. Eine stadtsoziologische Perspektive (203-226); II. Forschungsfelder des st\u00e4dtischen Lateinamerika im 21. Jahrhundert: Carlos Monsiv\u00e1is: Ob es der Metropole gelingt, sich selbst Im Spiegel zu sehen? These, Antithese und eine Warteschleife, weil man der Synthese die falsche Adresse gegeben hat (227-234); Miguel \u00c1ngel Aguilar: Stadt der Interaktionen. Der K\u00f6rper und seine Narrative in der U-Bahn von Mexiko-Stadt (235-254); Jos\u00e9 Guilherme Cantor Magnani: Kreisl\u00e4ufe, Routen und Reviere. Urbane Praktiken st\u00e4dtischer Jugendlicher in Sao Paulo (255-270); Sergio Caggiano und Ramiro Segura: Grenzen, Fl\u00fcsse, Alterit\u00e4t. Migrantische Stadtaneignungen in Buenos Aires (271-292); Bianca Freire-Medeiros: Die Favela des 21. Jahrhunderts (293-314); Rossana Reguillo: B\u00fcrger oder Krieger? 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Zun\u00e4chst unterzieht er dazu zwei aktuelle Trends der Stadtforschung einer kritischenW\u00fcrdigung: Ein Trend betrifft Sozialwissenschaftler_innen, die behaupten, allt\u00e4glich erlebbare Intergruppen-Hierarchien l\u00f6sten sich durch gegenw\u00e4rtige Formen sozialen Wandels in radikaleIndifferenz auf. Der andere Trend besteht darin, urbane Diversit\u00e4t und st\u00e4dtisches Intergruppenleben aus der Vogelperspektive zu betrachten und empirische Evidenzen teleologischen Argumenten unterzuordnen. Um diese wissenschaftlichen Fehlentwicklungen zu vermeiden, entfaltet der Autor einen Ansatz, der sowohl die Effekte und Nebeneffekte von Alltagsinteraktionen als auch Konflikte und ihre Auswirkungen auf urbane Intergruppenbeziehungen adressiert. Eine solche Figurationssoziologische Konfliktanalyse basiert auf der Erforschung von Interaktionen situativer Hierarchiebildung. 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Esto tiene consecuencias, como es evidente en el caso de los presidentes Trump y Bolsonaro, que fueron elegidos con un importante apoyo de personas y organizaciones religiosas. El presente estudio se centra en los discursos y pr\u00e1cticas de los expertos religiosos en el \u00e1mbito pol\u00edtico, sin mantener la lupa solo sobre las elites conservadoras. M\u00e1s bien, examina las tensiones entre los actores de las m\u00e1s diversas direcciones religioso-pol\u00edticas. Despu\u00e9s de una introducci\u00f3n metodol\u00f3gica, el estudio analiza primero los EE.UU., Guatemala, Brasil y M\u00e9xico. Luego se abordan temas controvertidos. Por \u00faltimo, sacamos conclusiones en aras de orientar la cooperaci\u00f3n cultural internacional.","portal_url":"https:\/\/www.ssoar.info\/ssoar\/handle\/document\/72166","type":"publication","topic":["Kulturpolitik","Bundesrepublik Deutschland","Mexiko","Dialog","Kommunikation","Fundamentalismus","Kirche","ausw\u00e4rtige Kulturpolitik","politischer Einfluss","Brasilien","USA","Guatemala","Au\u00dfenpolitik","Zivilgesellschaft","Religion","Lateinamerika"],"person":["Sch\u00e4fer, Heinrich Wilhelm"],"person_sort":"Sch\u00e4fer","links":[{"label":"URN","link":"http:\/\/nbn-resolving.de\/urn:nbn:de:0168-ssoar-72166-3"},{"label":"DOI","link":"https:\/\/doi.org\/10.17901\/akbp1.03.2021"}],"document_type":"Monographie","institutions":["ifa (Institut f\u00fcr Auslandsbeziehungen)"],"coreAuthor":["Sch\u00e4fer, Heinrich Wilhelm"],"coreSjahr":"2021","coreIsbn":"978-3-948205-30-0","publishLocation_str_mv":"Stuttgart","coreLanguage":"es","doi":"https:\/\/doi.org\/10.17901\/akbp1.03.2021","urn":"urn:nbn:de:0168-ssoar-72166-3","data_source":"GESIS-SSOAR","index_source":"GESIS-SSOAR","database":"SSOAR - Social Science Open Access Repository","link_count":1,"gesis_own":1,"fulltext":1,"metadata_quality":10,"related_references":[{"view":"Guatemala, A. 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